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Nachgemessen: So heiß werden Smartphones beim Gaming

Aufwändige 3D-Spiele erfordern viel Rechenleistung. Und das führt bei den Chips meist zu einer hohen Hitzeentwicklung. Aber wie heiß werden Smartphones wirklich? Wir wollten es genauer wissen und haben nachgemessen.

Dauerschleifen in Benchmarks erschienen als ein guter Weg, um die Wärmeentwicklung zu bestimmen. Nachteilig ist hier aber, dass Benchmarks nicht unbedingt die Realität widerspiegeln. Also wählten wir einen realistischeren Test und machten unsere Messungen mit den 3D-Spielen Lara Croft Go, Implosion und Riptide GP2 fiel.

Unsere Testgeräte: Ein Samsung Galaxy S7 und ein Nexus 5X. Wir haben die Spiele in den höchsten Details laufen lassen und dann nach rund 30 Minuten die Temperatur gemessen - mit einem Protoypen des Caterpillar Cat S60, das über eine Wärmebildkamera verfügt. Auf dem Galaxy S7 deaktivierten wir die Game Tools. Zumindest etwas Abkühlung bekamen beide Probanden, denn die Klima-Anlage des AndroidPIT-Büros (22 Grad) sorgte für eine kühle Brise - je nach Außentemperatur könnten die Werte durchaus fünf Grad höher ausfallen.

CAT S60 front screen on
Das Cat S60 hat eine Wärmebildkamera. / © Cat

Königin der heißen Smartphones: Lara Croft Go

Grafisch kaum anspruchsvoll und wenig actionreich, treibt das Spiel die Temperaturen dennoch in die Höhe. Nach einer halben Stunde erreicht das S7 auf der Rückseite Temperaturen von 40 Grad - dabei ist auf dem Wärmebild die Heatpipe zu sehen, die laut Samsung für den Abtransport der Wärme zuständig ist. Auf der Vorderseite kommt das S7 ebenfalls auf knapp über 40 Grad. Diese Temperatur ist deutlich spürbar, unangenehm zu halten ist das S7 aber noch nicht. Das Nexus 5X schlägt ebenfalls recht wacker, aber auch dieses deutlich leistungsschwächere Smartphone kommt nach einer halben Stunde auf ziemlich hohe Temperaturen. Mit rund 43 Grad wird es sogar noch etwas heißer. Aufgrund des Kunststoffgehäuses wirkt es dennoch etwas kühler.

ANDROIDPIT lara croft go nexus galaxy s7
Bei Lara Croft Go kommt das S7 auf rund 40 Grad. / © ANDROIDPIT

Riptide GP2: Wasser-Racer bringt Nexus 5X ins Schwitzen

Obwohl es schon einige Jahre alt ist, weiß Riptide GP2 grafisch noch immer zugefallen. Auch auf maximalen Details kommt unser Galaxy S7 kaum ins Schwitzen. Wärmer als 35 Grad wird es nicht. Spürbar ist die Erwärmung kaum. Das Nexus 5X kommt nach einer halben Stunde auf eine Temperatur von 40 Grad auf der Vorderseite und in der Gegend des Fingerabdruckscanners gibt das Messgerät eine Temperatur von fast 44 Grad aus.

ANDROIDPIT riptide nexus galaxy s7
Riptide GP2: Das S7 gähnt, das Nexus 5X erhitzt sich auf 44 Grad. / © ANDROIDPIT

Implosion: Galaxy S7 ohne Hitze-Probleme

Grafisch ist Implosion ein schicker Action-Kracher und auf höchsten Details belastet das Spiel den (Grafik-)Prozessor durchaus. Aber Hitzeprobleme waren auch nach 30 Minuten kaum zu verzeichnen. Auch nach längeren Spiele-Sessions kam das S7 nicht über 35 Grad. Somit erwärmte sich das S7 durchaus, allerdings kaum in einem bedenklichen Maß. Auf dem Nexus 5X ließ sich Implosion leider nicht ausführen.

Was hilft gegen heißlaufende Smartphones?

Beim Galaxy S7 kann ein Griff zu den Game Tools helfen. Diese erlauben es, die Auflösung der Spiele zu senken. Das kann durchaus sinnvoll sein, denn im Eifer des Gefechts zählt eine hohe Bildrate mehr als eine hohe Pixelzahl - und zum Spielen reicht auf Smartphones der Detailgrad von HD oder Full-HD locker aus. Die Option, die Bildrate zu begrenzen, erscheint nicht zielführend. 30 Bilder pro Sekunde können in schnellen Spielen bereits die Reaktionen verzögern. Allerdings könnte diese Einstellung für gelassenere Spiele wie Lara Croft Go durchaus eine Option sein.

Eine kurze Spielpause kann ebenfalls Wunder bewirken - ärgerlicherweise ist das allerdings im Eifer des Gefechts nicht ohne Weiteres umzusetzen. Vielleicht habt Ihr aber zwischen zwei Levels die Möglichkeit, zwei oder drei Minuten zu pausieren? Möglicherweise könnt Ihr auch einen Gegenstand an das Display halten, der ungefähr Zimmertemperatur hat. Alternativ könnt Ihr das Smartphone auch auf einen Tisch legen, sodass die Wärme etwas besser abgeführt werden kann. Ihr solltet keine sehr kalten Gegenstände aus dem Kühlschrank oder Tiefkühler verwenden. 

Grundsätzlich gilt: Achtet darauf, Euer Smartphone nicht der direkten Sonneneinstrahlung auszusetzen und nehmt zum Zocken Euer Smartphone aus der Hülle, falls Ihr eine verwendet. Weitere Tipps gibt es hier:

Fazit

Das Ergebnis stimmt nachdenklich: Das relativ statische Lara Croft Go hat in unserem Test für die höchsten Temperaturen gesorgt. Dagegen konnten wir das Hitzeproblem wegen der Klimaanlage unter Kontrolle halten. Aber wenn es draußen wärmer ist, könnten die Temperaturen durchaus auf 45 oder 50 Grad steigen. Weitere Tests könnten zeigen, wie heiß die Smartphones draußen tatsächlich werden. Auch die Ergebnisse von Smartphone-Prozessoren wie dem Snapdragon 810 oder auch von Mittelklasse-CPUs sind für Euch bestimmt von Interesse.

Was sind Eure Erfahrungen mit heiß laufenden Smartphones? Welche Gaming-Smartphones verwendet Ihr? Und welche Spiele haben Eure Smartphones zum Dampfen gebracht? Mit Euren Tipps könnt Ihr direkt am zweiten Teil dieses Tests mitwirken!

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39 Kommentare

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  • Hm...also, ich weiß nicht ob das was bringt, das Gerät aus der Hülle zu nehmen -> direkte Abgabe der Körpertemperatur an das Gerät. Ich hab es bis jetzt immer in der Hülle gelassen.

    Passt jetzt nicht ganz hier rein, aber ich bin schon wieder verwundert. Spiele Vampires: Dark Rising auf meinem neuen S7 edge und auf dem iPhone 6. Das S7 edge ruckelt merklich beim Scrollen, das iPhone jedoch überhaupt nicht. Woran liegt's? Dachte eigentlich, dass im S7 edge ein stärkerer Prozessor werkelt und es da nicht ruckeln dürfte. *schulterzuck*

  • Ich gehe davon aus, dass die zu messenden Oberflächen mit einem mattierenden , schwarzen Lack oder einer Folie versehen würde. Ansonsten ist ein Test mit einer Wärmecam absolut ohne Aussagekraft...

  • Bin ich der einzige der verwirrt ist und die Bilder nicht zuordnen kann (je 3 Bilder für 2 Geräte)?

  • Schlimm an der Sache das selbst simple 2D Games (div. 3match Games, Mine Quest 2, Current Stream, Roll the Ball u.v.a.) das Phone so dermaßen aufheizen obwohl eigentlich keine nennenswerten KI, 3D Darstellung o.ä. ersichtlich ist. Optimieren die Entwickler solcher Games nicht mehr weil sie zu beschäftigt sind Ads, In-App-Deals und Fixes fragmentierter Android-Phones zu programmieren?

  • Das S7 edge in Verbindung mit einer VR Gear und zocken, bringt auch ordentlich Temperatur. Gemessen hab ich die Temperatur allerdings nicht und wäre mal einen Versuch wert.

  • Seit Hans-Georg Kluge Moderator ist sind die Themen viel interessanter geworden, weiter so. :D

  • interessant wäre noch zu wissen, bei welchen temperaturen, sich das smartphone abschaltet. gerade bei heißen graden draussen gut zu wissen. und ab wann würde ein phone vielleicht sogar schaden nehmen.
    ich hatte mal ein htc, das hat sich im auto, als navi irgendwann abgeschaltet.
    trotz klima. aber so direkt an der Scheibe und bei Sonneneinstrahlung

    • Ich hatte mein Nexus 5 letzte Woche in Italien für vielleicht 10-15 Minuten in der Sonne und die internen Wärme Sensoren haben bis zu 65° angezeigt.
      Abgesehen davon, dass der Batterie Status auf überhitzt gesprungen ist gab es da aber noch keine wirklich spürbaren Auswirkungen... Also denke ich das das schon noch nen gutes Stück wärmer werden muss bevor es ausgeht...

  • bei dem Spiel Springfield wird das Oneplus one zB so Heiss das man sich den Finger Verbrennen kann dagegen ist das LG G4 im Verhältnis kühl.

  • mein V10 heizt sich gerne im Bereich der Kamera und des Homebuttons auf ... leitet die wärme auch schon aufs ganue gerät dank des alus:D und das obwohl ich kaum Spiele spiele bzw keine aufwändigen.

  • mein s6 und mortal kombat x werden keine freunde

  • Eine sehr interessante Messreihe, allerdings noch mit begrenzter Aussagekraft.
    Die Messungen der Gehäusetemperatur bestätigt bei den Probanden:
    Auch bei intensiver Nutzung muss niemand befürchten, sich die Finger daran zu verbrennen, oder das Gerät spotan fallen lassen zu müssen, um eben das zu vermeiden.
    Das ist wichtig, sollte aber im Rahmen der Gerätesicherheit eine Selbstverständlichkeit sein.
    Interessanter fände ich, wie stark sich die neuen effizienteren SoC aufheizen, und ob noch eine Drosselung zur Vermeidung von Überhitzung nötig ist. Die SoC-Temperatur lässt sich mit Tools wie CPU-Z direkt auslesen, eine Drosselung ließe sich
    mit CPU- bzw. GPU-Benchmarks vor und unmittelbar nach den Testläufen ausgeführt feststellen, und ungefähr quantifizieren.
    Sehr interessant fände ich auch, wie schon von jemanden vorgeschlagen wurde, die Messung auf Geräte mit Metallgehäusen auszuweiten. In Verbindung mit den SoC-Temperaturmessungen könnte man dann schlussfolgern, ob der jeweilige Hersteller das Naheliegende macht, nämlich das Gehäuse zur Abfuhr der Wärme zu nehmen.
    Ist das der Fall, liegen SoC und Gehäusetemperatur erheblich näher beieinander, als bei Glas- oder Kunstoffgehäusen, unter Umständen aber über der Gehäusetemperatur dieser Geräte. Weil Aluminium die Wärme wesentlich besser leitet als Glas und Kunstoff, die Temperatur also zudem noch schneller ansteigen kann, bieten solche Geräte zwar gute Möglichkeiten, die Wärme aus dem Gerät zu bringen, die Anforderungen an den Schutz des Anwenders vor Verbrennungen steigen aber gleichfalls.
    Den Ratschlag, heisse Geräte mit Wasser oder Eis zu kühlen, oder einen kalten Gegenstand an das Display zu halten, kann ich aber auch nicht teilen.
    Im besten Fall bringt diese Art der Schockkühlung gegenüber dem langsamen Abkühlen nichts, ausser einem kleinen Zeitgewinn.
    Im schlimmsten Fall können Spannungen in spröden Materialien wie Glas zu Mikrorissen oder Undichtigkeiten führen.

    • Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Ich werde für den zweiten Teil des Artikels davon einiges umsetzen können, hoffe ich.

      "Den Ratschlag, heisse Geräte mit Wasser oder Eis zu kühlen, oder einen kalten Gegenstand an das Display zu halten, kann ich aber auch nicht teilen." -> Der Satz mit dem kalten Gegenstand war leider etwas missverständlich, weil damit eigentlich kein Eis oder so gemeint war. Vielmehr eine vergleichsweise kühle Fläche mit ungefähr Zimmertemperatur, sodass gerade keine Schockkühlung auftritt (ich habe das angepasst und im Artikel verdeutlicht, dass kein gekühlter Gegenstand zum Einsatz kommen sollte). Im Artikel war übrigens nie die Rede davon, das Smartphone ins Wasser zu tauchen.

  • Mein s6 wird irgendwie nicht so warm.ich kann mich täuschen vieleicht bin ich extreme Wärme gewohnt.aber das s6 wird nicht wirklich warm sehr selten vieleicht wenn viele apps laufen und ich es vergesse.aber ansonsten. no fire..:-)🕯

  • Wer kennt noch die alten Zeiten vom Samsung Galaxy S2 dass einfach bis zu 46 C heiß wurde ?

  • Testet das mal an einem M7-M9 das Alugehäuse leitet doch sehr gut Wärme :D

    • Das schon, trotzdem haste bei den Teilen gerade durch das Alugehäuse einen kleinen Taschenofen, was aber wieder gut für kühlere Tage ist, bissel zocken und schon hat man warme Finger. :D

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