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7 Min Lesezeit 6 Kommentare

Doom 3 in VR ausprobiert: Einmal Hölle und zurück

Doom 3 in VR zu spielen ist ein besonderes Erlebnis: Der Klassiker aus dem Jar 2004 setzt vielfach auf Schockeffekte, die in VR besonders zur Geltung kommen. Können sich Doom-Fans mit Doom 3 mit einer Vive oder Oculus die Wartezeit auf Doom VFR versüßen? Wir haben den VR-Mod von Doom 3 ausprobiert.

Update, 12. Oktober: Ein Github-User hat den aktuellen Zwischenstand der VR-Modifikation kompiliert und macht somit viele Fehlerbehebungen für alle User zugänglich. Der Artikel wurde mit dieser Information aktualisiert.

Doom 3: Horror-Klassiker dank findiger Entwickler in VR

Doom 3 zeichnet sich unter den Doom-Spielen dadurch aus, dass es weniger auf Highspeed-Action setzt, sondern viele Horror-Elemente aufweist. Angesichts der Story erscheint das auch überaus sinnvoll: Der Spieler schlüpft in die Rolle eines namenlosen Soldaten, der frisch auf dem Mars in einer Forschungsabteilung der Union Aerospace Corporation (UAC) ankommt. Sein erster Auftrag lautet, einen vermissten Wissenschaftler zu suchen. Im Verlaufe der Mission kommt es zu einem Unfall in der Forschungsstation und die Hölle bricht herein. Mitarbeiter werden in Zombies verwandelt, außerirdische Monster töten alles, was Ihnen in den Weg kommt. Auf sich alleine gestellt liegt es am Spieler, die Invasion zu stoppen.

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Doom 3 in VR: Überall lauern Gegner. / © Screenshot: AndroidPIT

Diese Story-Skizze macht schon deutlich: In Doom 3 sind viele Horror-Elemente vorhanden. Die Atmosphäre ist schon im PC-Spiel düster und packend. Dank findiger Entwickler lässt sich das Spiel nun auch in Virtual Reality mit einer Vive oder einer Oculus Rift erleben. Erleben ist dabei übrigens die richtige Wortwahl: Die VR-Modifikation für Doom 3 unterstützt Motion Controller zum Zielen und Abfeuern der diversen Waffen. Roomscale-Tracking für begrenzte Bewegungen ist ebenfalls auf der Habenliste. Und wer sich in der Realität duckt, der duckt sich auch im Spiel. Voller Körpereinsatz ist also gefragt.

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Doom 3 in VR: Mit Taschenlampe und Gewehr durch die Hölle / © AndroidPIT

VR ist das perfekte Setting für Doom 3

Sowohl Grafik als auch die Sound-Untermalung unterstreichen die Stimmung. Schreckeffekte kommen immer wieder vor, plötzlich ertönt ein greller Schrei von hinten. Dank des präzisen VR-Trackings dreht man sich unwillkürlich um und eröffnet das Feuer. Zielen ist in der VR-Umgebung intuitiv. Wie bedrohlich doch die ganze Umgebung wirkt, wenn man erst einmal in Lebensgröße durch die langen - und vor allem dunklen - Gänge streift. Hinter jeder Ecke lauern Monster, in jedem Raum warten neue Gräuel. Doom 3 in VR ist etwas für Horror-Fans, weniger etwas für Zartbesaitete.

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Doom 3 in VR: Zum Glück gibt es Health Stations / © Screenshot: AndroidPIT

Überhaupt die Bewegung: Ein Shooter lebt ja von der ständigen Bewegung. Das aber geht natürlich in der VR-Umgebung nicht wie am PC. Doom 3 VR bietet zwei Optionen: Einerseits ist da der klassische Teleport. Hierbei drückt man auf die C-Taste der Oculus-Contoroller und ein blauer Pfeil erscheint, zu dessen Ende man dann teleportiert, sobald die C-Taste losgelassen wird. Das ist wunderbar präzise. Alternativ gibt es die Möglichkeit, die Figur in der dritten Person zu bewegen (mit dem linken analogen Stick der Oculus Touch). Bleibt die Figur stehen, teleportiert der Spieler zu der betreffenden Stelle. Beide Bewegungsarten sind im Spiel nützlich und können auch taktisch eingesetzt werden. Wer mit einem Roomscale-Setup spielt, kann sich auch im kleinen Rahmen der eingerichteten Spielfläche gehend bewegen.

Doom 3 VR besitzt keine verbesserte Grafik. Was auf dem Monitor oder Fernseher noch ordentlich aussieht, ist in VR weniger opulent. VR-Spiele erfordern hochauflösende Texturen. Insofern ist die Qualität eher mittelmäßig. Das allerdings tut der Stimmung kaum Abbruch, immerhin ist Doom 3 ja auch für seine Atmosphäre bekannt - die aber basiert auf der Beleuchtung und der Gestaltung der Level.

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Doom 3 in VR: Doomguy im Spiegel. / © Screenshot: AndroidPIT

Gewöhnungsbedürftig ist die Blickführung bei einzelnen Zwischensequenzen. Hier sind aber offenbar die Möglichkeiten der Modifikation begrenzt. Auch Grafikfehler kommen hier und da vor. Der Kernpunkt von VR aber bleibt: Alle Gegner, Figuren und Gänge sind plastisch und erscheinen ungefähr lebensecht groß.

Allerdings ist der Mod im Alpha-Stadium und hat seit März 2017 kein offizielles Release mehr erhalten. Schade, denn einige Fehler wurden seither gefixt. Zum Beispiel werden Spielstände mitunter erst bei einem Neustart angezeigt. Manchmal stürzte das Spiel ab. Weil die Entwicklung jedoch als Open-Source-Projekt bei Github erfolgt, hat ein anderer User den aktuellen Stand der Modifikation zusammengestellt. In dieser Version sind eine Reihe von Bugs behoben, die bislang Spieler von Doom 3 in VR gequält haben. 

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Doom 3 bringt seine Atmosphäre gut rüber. / © Screenshot: AndroidPIT

Doom 3 in VR: Die Performance ist gut

Wir haben Doom 3 VR mit einer Oculus Rift und einem VR-fähigen PC getestet. Unser Testsystem ist folgendermaßen ausgestattet:

  • AMD Ryzen 5 1600
  • 16 GByte RAM
  • Nvidia Geforce GTX 1060 mit 6 GByte VRAM
  • 500 GByte SSD

Auf diesem System läuft Doom 3 in der Nicht-VR-Version ruckelfrei. Aber wie sieht es mit der VR-Version aus? Wir haben mit dem Nvidia-Tool FCAT VR nachgemessen - zum Einsatz kam die Doom-3-VR-Version vom März 2017. FCAT VR wertet allerlei Informationen der Rendering-Pipeline aus und hilft bei der Performance-Analyse von VR-Spielen. Die Messungen erfolgen mit realen Spielesituationen, wobei wir Sequenzen in der Länge von einer und fünf Minuten aufgezeichnet und analysiert haben.

Tatsächlich liegt die durchschnittliche Framerate in den meisten Aufnahme-Sessions bei 90 Bildern pro Sekunde - der PC hat dabei maximal 11 Millisekunden Zeit, einen Frame zu berechnen. Nur sehr selten gibt es ausgelassene Frames in den Messwerten. Ausgelassene Frames sind in VR-Spielen besonders problematisch, weil sie schnell die Immersion des Spiels stören. Das aber war in unseren Testsessions nicht der Fall. Aus dem Ruder lief allerdings eine Session mit der Länge von fünf Minuten. Hier waren mehrfach Frame-Drops zu verzeichnen. Letztlich schaltete die Oculus-Runtime die Funktion Asynchronous Spacewarp ein. Diese reduziert die Framerate auf 45 Bilder pro Sekunde und extrapoliert jedes zweite Frame unter Einbeziehung von Bewegungen der Controller, des Headsets und weiterer Daten. Das wiederum war im Spiel sichtbar: Die gesamte Welt wurde dadurch bei Bewegungen leicht elastisch und wobbelig.

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Mehr als 11 Millisekunden für einen Frame darf sich der PC für 90 Bilder pro Sekunde nicht gönnen. / © Screenshot: AndroidPIT

In dem Diagramm sind die Frames gelb markiert, die durch Asynchronous Spacewarp entstanden. Unklar blieb, warum das Spiel im Verlauf nicht wieder auf volle 90 Bilder pro Sekunde hochschaltete. Denkbar ist eine Fehlfunktion oder auch eine thermische Drosselung der Grafikkarte. Leider stürzte das Spiel kurz nach Ende der Messung ab, sodass sich das weitere Verhalten nicht beobachten ließ. Dieser Effekt trat allerdings in der gesamten Spieldauer von rund zwei Stunden nur in dieser Session auf.

Doom 3 VR BFG-Edition Fully Possessed installieren

Um Doom 3 in VR zu spielen, benötigt Ihr die Doom 3 BFG-Edition. Das originale Doom 3 ist nicht mit dem Mod kompatibel. Als Quelle dient am besten Steam. Doom 3 BFG-Edition ist auch bei Gog.com erhältlich, ob diese Version aber mit dem VR-Mod kompatibel ist, ist nicht bekannt. Sicher inkompatibel ist die originale Version von Doom 3 aus dem Jahr 2004.

Der Entwickler des Mod hat im März 2017 die Version 0.021 veröffentlicht, seither sind aber viele Bugs gefixt worden. Ein Github-User hat den aktuellen Zwischenstand der Mod-Version 0.022 kompiliert. Es empfiehlt sich daher, die neue Version zu verwenden. Ein Update ist ohne Weiteres möglich – dafür muss einfach der neue Installer ausgeführt werden.

  • Doom 3 BFG-Edition installieren (Steam)
  • Aktuelle Version von Doom 3 VR BFG-Edition Fully Possessed herunterladen (Github)
  • Heruntergeladenen Installer ausführen
  • Doom 3 VR starten

Fazit: Fans von Doom 3 mit VR-Brille sollten loslegen

Fans von Doom 3 mit einer VR-Brille sollten sich die Doom-3-VR-Mod nicht entgehen lassen. Mit dem aktuellen Zwischenstand von Version 0.022 sind viele Bugs behoben und das Spiel scheint beinahe wie geschaffen für VR: Die Atmosphäre stimmt und Doom 3 als Ganzes liefert viele Stunden Spielspaß. Experimentierfreudige Gamer mit einem Faible für Doom können sich so die Wartezeit auf Doom VFR versüßen. 

Welches PC-Spiel möchtet Ihr gerne in VR spielen? Lasst es mich wissen!

6 Kommentare

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  • GTA SA in Ego Perspektive VR. Das wärs doch 😍


  • Animal crossing New leaf oder Formel 1 mit einer VR Brille wäre Klasse


  • Ahoi vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Die Entwicklung eines AAA-Titels dauert gerne mal fünf Jahre. Bis also die ersten AAA-Spiele, die speziell für die Möglichkeiten von VR-Brillen entwickelt wurden, auf dem Markt erscheinen, werden also noch ein paar Jahre ins Land gehen. Ich bin sehr gespannt was da kommen wird. Zunächst aber beneide ich Hans-Georg, dass er fürs VR-Spielen bezahlt wird und freue mich auf die VR-Version von Skyrim.


  • Dann lieber Doom auf der Switch in der Straßenbahn zocken.

    VR spielen ist genauso wie mit der Wii Mote. Am Anfang sind alle aus dem Häuschen und dann wird das ganze schnell fallen gelassen.

    Auf der Tokyo Game Show wurden für PS VR letztes Jahr 29 Titeln präsentiert. Dieses Jahr sind es mit nur noch 13 angekündigte spiele. Da es sich bei der Sony VR Brille sogar um die massentauglichste Lösung handelt spricht nicht für sich.

    Mein Highlight der angekündigten Spiele ist ein One Piece VR Titel basierend auf dem erfolgreichen Anime und Manga. Was kann man in dem Spiel machen? Na was wohl... Sich mit Nami der groß busigen Navigatorin unterhalten.

    Ich lege meine ganze Hoffnung in Augment Reality. Wieso sich mit VR Brillen abschotten, während man mit AR die reale Umgebung beeinflussen kann. Für alle die es nicht kennen... Schaut bei YouTube nach Illumi Room von Microsoft oder Hololens. Schade das Illumi Room aufgrund der zu hohen Kosten für Privatpersonen eingestellt wurde. Es wäre einfach nicht gewinnbringend gewesen.


  • Ja, denke ab der nächsten GPU Generation wird VR einen möglichen Schub erhalten...

    Derzeit braucht man noch eine GTX 1070 für VR Gaming mit guten Frames und ab der nächsten GPU Generation sollten auch die Einsteiger Chips genug Power haben 😁😉😎


  • Tenten vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Seeehr cool!! :)
    Nicht mehr lange und man kann an Riplays Seite zusammen durchs Schiff ziehen und Aliens jagen. Oder gejagt werden xD
    Vielleicht gibt's dann ja auch zu Avatar 4 oder 5 die Möglichkeit, seinen nächsten Urlaub auf Pandora zu verbringen. Oder noch lieber in Toontown mit Jessica :)

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