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5 Min Lesezeit 9 Kommentare

Die schnellsten Smartphone-Prozessoren in Android-Geräten

Update: Auftakt 2018

Den Markt der Smartphone-Prozessoren teilen sich im Wesentlichen Huawei, Samsung und Qualcomm auf. Qualcomm ist Zulieferer für die meisten Smartphone-Hersteller, während Samsung und Huawei ihre Chipsätze auch selbst herstellen. Wir haben die Ein-Chip-Systeme einander gegenübergestellt und zeigen Euch die wesentlichen Unterschiede.

Prozessor für Smartphones kommen stets als Ein-Chip-Systeme (SoC) daher. Das heißt, dass mehrere Prozessor-Typen in ein Stück Silizium gelasert werden, die das Arbeitstempo des Smartphones wesentlich beeinflussen. Die Taktrate und die Zahl der Kerne der zentralen Recheneinheit CPU sagen noch nichts darüber aus, wie schnell das Smartphone also in bestimmten Aufgaben arbeitet.

Ein SoC besteht aus CPU, Grafikprozessor (GPU), LTE-Modem, Multimedia-Prozessor, Sicherheit, Signalprozessor, einem KI-Beschleuniger und oft auch Einheiten für Bluetooth und WLAN. Diese Feature-Vielfalt macht es schwierig, von dem einen schnellsten Handy-Prozessor zu sprechen.

Android-Top-Smartphones kommen im ersten Halbjahr 2018 mit einem der folgenden drei Chips auf den Markt:

Smartphone-Chipsätze 2018

Hersteller Qualcomm Samsung Huawei
Chipsatz Snapdragon 845 Exynos 9810 HiSilicon Kirin 970
Erste Geräte Februar 2018 Februar 2018 Oktober 2017
CPU-Kerne Kryo 385: 4 x ARM Cortex-A75 + 4 x Cortex-A55 4 x Custom-ARM + 4 x ARM Cortex-A55 4 x ARM Cortex-A53, 4 x -A73
CPU-Takt (max.) 2,8 GHz 2,9 GHz 2,4 GHz
GPU Adreno 630 Mali G72 MP18 Mali G72 MP12
KI-Prozessor Hexagon 685 GPU dedizierte NPU
WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ad, 4,6 Gbit/s 802.11a/b/g/n/ac 802.11a/b/g/n/ac
LTE Qualcomm X20 Modem: Cat. 18, 1,2 Gbit/s Cat. 18, 1,2 Gbit/s Cat. 18, 1,2 Gbit/s
Fertigung 10 nm 10 nm 10 nm
Extras Spectra 280 ISP, Eye-Tracking und 6DoF für VR, dedizierter Sicherheits-Prozessor Dedizierter Imaging-Chip, dedizierter Sicherheits-Prozessor Dual-ISP

Fast alle Smartphone-Chips setzen bei ihrer CPU auf die ARM-Architektur. ARM liefert unterschiedlich starke CPU-Klassen, die sich in mehreren Variationen in Smartphone-SoCs wiederfinden. Der Kniff liegt bei der Komposition und der Taktung der Chips.

Ähnlich sieht es mit den Grafikprozessoren aus. Qualcomm entwickelt mit den Adrenos ihre eigenen Beschleuniger. Samsung und Huawei hingegen verwenden die Mali-Einheiten von ARM. Alle werden von Android per OpenGL in unterschiedlichen Versionen angesprochen. Die jüngsten Modelle setzen zudem auf Vulkan-Unterstützung. Das macht die Chips aus Sicht der Spiele-Entwickler weitgehend austauschbar und ihre Gaming-Performance in Benchmarks vergleichbar.

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Qualcomm führt uns seine Adreno-Reihe in San Diego mit Stolz vor. / © AndroidPIT

Einen Unterschied zwischen schnellen und langsamen GPUs spürt man in Android, wenn man ein neues Spiel mit einem wirklich alten Smartphone startet. Anders als beim Windows-Computer, ruckeln die Spiele (meistens) nicht. Stattdessen stellen sie weniger Details dar.

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Real Racing 3 zeigt Details wie Spiegelungen und Armaturen-Beleuchtung nur mit schnellem Prozessor. Oben der Exynos 7420 im Galaxy S6 Edge, unten der Snapdragon 400 im Moto G (2013). / © ANDROIDPIT

Die besten Ergebnisse in Spiele-Benchmarks erzielt das kleine Sony Xperia XZ1 Compact. Es verwendet den Qualcomm Snapdragon 835 mit einem Adreno 540.

Qualcomm Snapdragon 845

Das 2018er Snapdragon-Topmodell wird den bisherigen Daten zufolge ein großes Grafik-Update. Schwerpunkt wird klar Virtual Reality. Die Auflösung pro Auge und Deferred Rendering wurden optimiert. Es gibt sechs Freiheitsgrade für Bewegungsverfolgung ohne externe Zusatz-Hardware. Der Chipsatz wird also nicht nur in Smartphones, sondern auch in Stand-Alone-Headmounts erwartet.

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Der Snapdragon 845 wird in VR-Anwendungen Spaß bereiten. / © AndroidPIT

Anders als Huawei setzt Qualcomm in seinen Chipsätzen nach wie vor nicht auf eine dedizierte KI-Recheneinheit. Der Hexagon-DSP übernimmt KI-spezifische Aufgaben, dient aber auch im Hintergrund als effizienter Sensor-Hub.

Samsung Exynos 9810

Der neue Exynos 9810, der voraussichtlich das Galaxy S9 antreiben wird, bekommt ein Biometrie-Upgrade. Hoffentlich kann die 3D-Gesichtserkennung damit verbessert werden. Bisher können weder Apple noch Samsung ihre Kunden zufriedenstellen. Die dafür zuständige GPU wird indes von 20 auf 18 Recheneinheiten reduziert. Die damit einhergehende Leistungseinbuße lässt sich jedoch per Takt-Anpassung kompensieren.

Ohne die zusätzliche Untereinheit für KI-Aufgaben verfolgt Samsung einen anderen Design-Ansatz als Huawei oder Qualcomm. Aus Ermangelung an Benchmarks für KI und Deep Learning können wir noch nicht sagen, ob Samsung hier einen Fehler begeht.

Huawei/HiSilicon Kirin 970

Mit dem Mate 10 Pro hat Huawei seinen ersten Chipsatz mit KI-Beschleuniger vorgestellt. Und beim Blick aufs Marketing um das neue Smartphone wird schnell klar, dass die Chinesen alles auf KI gesetzt haben. Denn drum herum hat der Chipsatz kaum etwas verbessert. Das war zum Glück auch nicht nötig, da der Kirin 960 des Mate 9 die Konkurrenten schon hinter sich gelassen hatte. Grafik-Power und Arbeitstempo waren gleichermaßen top. Zusammen mit der neuen Neural Processing Unit jedoch soll das Gras noch grüner werden.

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Der Extra-Chip im Mate 10 Pro erkennt Szenen automatisch. / © AndroidPIT

Noch ist die Huawei-NPU weitgehend arbeitslos. Huawei wettet darauf, dass sich Android anpasst und auch nicht-optimierte Apps mit der NPU statt mit der CPU arbeiten. Diese würden dann teilweise um den Faktor 25 beschleunigt werden beziehungsweise um den Faktor 50 weniger Energie bedürfen.

Der schnellste Mobil-Prozessor: Fazit

Die Chipsätze 2018 fokussieren sich auf unterschiedliche Punkte. Qualcomm liefert Neuerungen vor allem im Bereich Grafik und macht sich fit für Stand-Alone-VR. Parallel aber beherrscht er auch Aufgaben für offline arbeitende KI-Assistenten. Samsung wiederum spezialisiert sich auf effizientere und hoffentlich treffsicherere 3D-Gesichtserkennung. Huawei bringt seinen neuen Chipsatz erst ein halbes Jahr später auf den Markt und hofft bis dahin, dass die Investition in KI fruchtet.

Um Euer jetziges Smartphone zu beschleunigen, geben wir Euch diese Tipps:

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9 Kommentare

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  • Tim E.
    • Mod
    vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Im Vorgänger vom Exynos 9810, dem Exynos 8895, war nicht eine Mali-MP12, sondern eine Mali-MP20 verbaut. Der Neue hat somit zwei Grafikkerne weniger.

    Tim


  • Um mehr zu sagen muss man die Handys mit den Prozessors testen, dann kann man viel einfacher die Entscheidung treffen. Z. b. kann man alle Spiele ohne Problem spielen? Und noch maximale Grafik kriegen? So ist das interessant.


  •   33
    Gelöschter Account vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Ist ja doll, bei unbequemen Kommentaren bekommt man Punkte gestrichen. Sehr niveauvolle Praktik 👎👎👎


    • Th K vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      Kannst dir für die Punkte doch eh nix kaufen.

      Jens


      • C. F.
        • Blogger
        vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        Eben. Die Punkte sagen nix aus und bringen Dir auch nix. So what....?

        Jens


      •   33
        Gelöschter Account vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        Die Punkte sind mir ja auch Wurscht, kannste alle geschenkt haben, nur das hier eine unterschwellige Zensur stattfindet sagt 'ne Menge aus.
        Ich schau hier eh nur ein, zwei mal im Jahr rein wie das Forum so gediehen ist - alles genau so wie vor Jahren.
        Einige der User haben, dafür das sie quasi Amateure sind, mehr Ahnung als die Redakteure.
        So funktioniert "Coast per click" halt.


      • Bastian Siewers
        • Admin
        • Staff
        vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        Hallo zusammen, der Abzug hatte nichts mit einem bestimmten Kommentar also Zensur zu tun, noch wurde der Level manuell abgezogen. Wir löschen grundsätzlich keine Kommentare, nur weil uns die Aussage nicht gefällt, sondern nur, wenn dadurch gegen unsere Verhaltensregeln verstoßen wird und im äußersten Ausnahmefall.
        Wir hätten es werisdat gerne noch persönlich erklärt, leider hat er sich dazu entschieden, seinen Account manuell zu löschen.

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