
Gestern wurde in einem Verfahren gegen HTC und für Apple entschieden. Dies könnte dafür sorgen könnte, dass einige HTC Smartphones in den USA nicht mehr importiert werden dürfen, außer, der taiwanesische Hersteller kommt schnell mit einer Zwischenlösung. Diese Entscheidung ist nur ein kleines Puzzlestück eines gefühlten nicht enden wollenden Feldzugs gegen Android. Und wenn Apple diese Schlacht gewinnt, sind wir alle in Schwierigkeiten.
Es ist mal wieder einer dieser Tage, an denen es Apple irgendwie schafft, sich in zahlreiche Beiträge einzuschleichen. Steven vom englischsprachigen AndroidPIT-Blog hat gerade auf der Basis einen Beitrags auf Gizmodo einen Beitrag geschrieben, den ich Euch nicht vorenthalten möchte und den ich deshalb für Euch übersetzt habe:
Es geht bei der ganzen Sache nicht nur um Android, obwohl es doch ziemlich klar ist, dass Apple Android verschwinden lassen will, am besten für immer. Es geht aber vielmehr um den gesamten Smartphone-Markt und damit um uns alle. Denn wenn Apple gewinnt, würde dies nicht nur zum Ende von Android führen, sondern wahrscheinlich auch zum Ende von Smartphone-Innovationen, selbst bei Apple.
Von außen betrachtet hat Apple natürlich das Recht, gewinnen zu wollen. Allerdings sollte der Kampfplatz dabei der Markt sein, nicht der Gerichtssaal. Dadurch, dass Apple so gut wie jeden Hersteller von Android-Geräten vor Gericht zieht, raubt das Unternehmen dem Konsumenten ihre eigene Entscheidung eines „Gewinners“ und diktiert stattdessen ein eigenes Bild, wer in ihren Augen der verdiente Gewinner sei.
Wenn Apple wirklich in einem fairen Kampf gewinnen wollen würde - wenn sie wirklich der Ansicht wären, sie könnten das – würden sie weiterhin sowohl innovative als auch preislich konkurrenzfähige Geräte entwickeln. Doch dies scheint derzeit nicht mehr zu passieren. Android ist mittlerweile zu etabliert, als das Apple in einem fairen Kampf gewinnen könnte. Anstatt also genau das zu versuchen, geht es in diverse Justizgebäude.
Warum hat Apple so einen großen Appetit auf epische Gerichtssaal-Schlachten? Wieso verhalten sie sich wie billige Patenttrolle, wie es auch Gizmodos Mat Honan schon formuliert hat? Warum nutzen sie ein scheinbar nicht richtig funktionierendes Patentsystem aus?
Ein Grund könnte dafür in früheren von Apple verlorenen Gerichtsstreitigkeiten gefunden werden: 1994 verlor das Unternehmen aus Cupertino einen ausschlaggebenden Kampf gegen Microsoft und HP, was dafür sorgte, dass sie Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche, die den „Desktop“- Begriff verwendeten, nicht verkaufen durften. Während Apple mit der Gültigkeit seiner eigenen Patente argumentierte, sah das Gericht die Sache etwas anders und entschied, dass diese Urheberrechte nicht einem Patent-Level-Schutz entsprächen.
Das ist wohl der Grund, warum Steve Jobs das erste iPhone bis ins kleinste Detail hat patentieren lassen. Und genau das ist die Sache, die zu der heutigen Situation geführt hat.
Es geht nicht darum, dass Apple nicht innovativ war – denn das war das Unternehmen unbestreitbar. Doch zum Beispiel bei der Sache mit HTC ist nicht ganz klar, ob das von Apple als deren Eigentum bezeichnete und von HTC scheinbar verletzte Patent tatsächlich zu Apples Innovationen gehört. Bei diesem Patent geht es im Groben darum, dass bestimmte Muster in Texten von einem Programm erkannt und weiter verwendet werden können – eine Technologie, die Google schon seit 2006 nutzt. So ist es also unklar, ob Apples Designer die Sache erfanden, selbst wenn sie vielleicht die ersten waren, die diese Funktion in Smartphones eingebaut haben.
Ähnliches gilt für den Sachverhalt zwischen Apple und Samsung, in dem Apple Samsung „erlaubt“, weiterhin Geräte zu bauen, die alles sein dürfen, außer schwarz, mit abgerundeten Ecken, rechteckig oder flach. Nicht nur, dass Apple sich „anmaßt“ anderen vorzuschreiben, wie deren Geräte zumindest nicht aussehen dürfen, das Unternehmen versucht auch noch die Lorbeeren für ein Design zu ernten, dass nicht wirklich von ihm stammt.
Was wäre, wenn Apple 1994 niemals diesen Streitfall verloren hätte? Wäre Steve Jobs dann jemals wieder bei Apple gelandet? Und wenn Jobs nicht den Desktop revolutioniert hätte, hätte es vielleicht nie das iPhone gegeben. Und was sagt uns das? Das Wettbewerb gesund, nein, sogar notwendig ist. Wenn Apple sich zu einem Monopol auf dem Markt entwickeln sollte, wird dies schlecht für die Konsumenten, für Innovationen und letztendlich auch für Apple schlecht sein. Steve Jobs teilte unter anderem mit, dass er Android zerstören werde: „Ich würde sogar soweit gehen, einen thermonuklearen Krieg zu beginnen“ liest sich in seiner Autobiographie. Sollte Apple Steve Jobs Vermächtnis weiter forcieren, muss das Unternehmen allerdings mit jeder Menge kollateralem Schaden rechnen.

asa
Apple.... So ein Mist... Es lebe android