Jeep FR 6020 im Test: Faltbar, gefedert, pfeilschnell!

Jeep FR 6020 NextPit Review 01
© NextPit

Das Jeep FR 6020 ist ein faltbares E-Bike mit 250-W-Motor, Stoßdämpfer im Rahmen und einer Reichweite von etwa 50 Kilometern. Dabei ist es zusammengeklappt häufig kompakt genug, um als Handgepäck durchzugehen. Wie hoch der Fahrspaß des Jeep-Bikes ist und welche Eigenschaften im Alltag stören, hat NextPit für Euch im Test herausgefunden!

Bewertung

Pro

  • Hohe Leistung des Elektromotors
  • Eigener, cooler Look mit Jeep-Branding
  • Praktischer Faltmechanismus
  • Solide Reichweite für City und letzte Meile

Contra

  • Sehr hohe Trittfrequenz bei 25 km/h
  • Mit 21,6 kg etwas schwer
  • Keine Schutzbleche
  • Faltmechanismus ohne Verschluss

Jeep FR 6020: Preis und Verfügbarkeit

Im Alltag beweist das Jeep FR 6020, dass E-Falträder bequem und spaßig sein können! Das FR 6020 von Jeep ist zudem stylisch genug, als dass es im Testzeitraum aus meinem Hinterhof geklaut wurde. 🙃 Beide vom Hersteller zur Verfügung gestellten Bikes überzeugten jedoch mit einem leistungsstarken Elektromotor, dem einfachen und praktischen Faltmechanismus sowie mit einer soliden Reichweite von bis zu 50 Kilometern.

Die hohe Trittfrequenz bei 25 km/h sorgte allerdings dafür, dass ich das E-Bike mit langsamem Treten in der Regel voll elektrisch gefahren bin. Auf höchster Unterstützungsstufe wirkt sich das negativ auf die Reichweite aus. Dass Jeeps E-Bike mit 21,6 Kilogramm sehr schwer ist und es zusammengeklappt keine Klemme oder Magneten zum Zusammenhalten gibt, macht beim Mitnehmen in der Bahn oder im Kofferraum zudem Probleme.

Stört Euch das nicht, müsst Ihr für das Jeep FR 6020 laut UVP 2.099 Euro einplanen. Im Onlineshop des Herstellers gibt es aktuell allerdings einen Rabatt, welcher den Preis auf 1.799 Euro drückt. 

Design & Verarbeitung

Dass Jeeps E-Bike im Testzeitraum geklaut wurde, werte ich mal als positives Zeichen für die Optik des Fahrrads! Denn das FR 6020 sieht mit seinen gelben Farbakzenten und der spannenden Konstruktion samt Stoßdämpfer und kleiner 16-Zoll-Räder cooler aus als viele andere Fahrräder. Der Klappmechanismus geht zudem einfach von der Hand, genauso wie die erste Inbetriebnahme ohne Zusammenschrauben.

Gefällt:

  • Eigenwilliger und cooler Look
  • Stoßdämpfer für hohen Fahrkomfort
  • Zusammengeklappt nur 75 x 52 x 58 Zentimeter groß

Gefällt nicht:

  • Mit 21,6 Kilogramm ziemlich schwer
  • Hält zusammengeklappt nicht zusammen
  • Keine Schutzbleche

Mit gelben Farbakzenten, einem großen Jeep-Logo auf dem Rahmen sowie einem besonderen Rahmendesign hebt sich das FR 6020 von herkömmlichen Fahrrädern ab. Der Look ist natürlich Geschmackssache, wer ausgefallene Fahrräder mag, ist bei Jeep aber sehr gut aufgehoben. Angenehm finde ich zudem, dass weder die Funktionalität noch der Fahrkomfort unter dem etwas ausgefallenen Design leiden.

Jeep FR 6020 in der Gesamtaufnahme
Das Design des FR 6020 ist sportlich und stylisch. / © NextPit

Das liegt vor allem am Stoßdämpfer und am zweigeteilten Rahmen. Denn Jeep hängt die hintere Radaufhängung ungefähr am Radlager über ein Gelenk frei schwingend am restlichen Rahmen auf. Ein Stoßdämpfer sorgt dann für die nötige Stabilität und dafür, dass Ihr Euch auf unebenen Untergründen leicht gefedert bewegt. Die Federung sorgt beispielsweise auf Kopfsteinpflaster für ein bequemeres Fahren und ist meiner Meinung nach einer Federung an der Frontgabel überlegen.

Ein weiterer Vorteil des FR 6020 ist der Klappmechanismus, der den Rahmen um 180 Grad zur Seite und den Lenker einmal komplett nach unten faltet. Fahrt Ihr zusätzlich noch den Sattel ein, ergibt sich ein kompaktes Paket mit den Maßen 75 x 52 x 58 Zentimeter. Zusammen mit den Rädern, die unter 20 Zoll groß sind, sollte sich das Fahrrad ohne großes Argumentieren kostenlos in der Bahn oder im Bus transportieren lassen. Nachteile des Faltmechanismus sind das mit 21,6 Kilogramm zu hohe Gewicht und ein fehlendes Einrasten im zusammengeklappten Zustand. Hier überzeugten das Brompton Electric (zum Test) und das Fiido X in ihren jeweiligen Testberichten mehr – Brompton schließt den Faltmechanismus über die Lenkerstange ab, während Fiido einfach zwei Magneten am Rahmen anbringt.

Jeep FR 6020 zusammengeklappt.
Zusammengeklappt passt das FR 6020 bequem in den Kofferraum. / © NextPit

Ein weiterer Nachteil beim Jeep: Es gibt keine Schutzbleche, wodurch Ihr Euch bei Regenfahrten schnell mal Hosen und Rucksäcke versaut. Davon abgesehen ist die Ausstattung solide: Ein Scheinwerfer an der Front ist vorinstalliert, ein Rücklicht für den Batteriebetrieb legt Jeep mit in den Lieferumfang. Die 7-Gang-Schaltung wird bequem über einen Schalter für den Einhandbetrieb bedient und der Bordcomputer überzeugt ebenfalls.

E-Motor und Fahrspaß

Im Jeep FR 6020 sorgt ein 250 Watt starker Motor am Hinterrad. Dieser lässt sich durch drei Unterstützungsstufen zähmen, die allerdings lediglich die Höchstgeschwindigkeit des Motors begrenzen. Langsames Vorankommen wird daher zu einem Wechselspiel aus Bremsen und Beschleunigen – der Fahrspaß wird aber vor allem durch die sehr hohe Trittfrequenz bei höheren Geschwindigkeiten geschmälert.

Gefällt:

  • E-Motor wirklich kraftvoll
  • Steigungen dank 40 Newtonmeter bei 250 W mühelos erklimmbar
  • Angenehme Sitzposition für ein Faltrad

Gefällt nicht:

  • Sehr hohe Trittfrequenz bei Höchstgeschwindigkeit
  • Motor arbeitet nicht wirklich dynamisch

Die Leistung, die Jeep aus dem 250-W-Motor von Xiongda herausholt, überzeugte uns im Testbericht sehr. Denn das Jeep FR 6020 bringt Euch nicht nur mühelos über Steigungen und Brücken, der Motor erhitzt sich auch bei längeren Fahrten nicht wirklich spürbar. Gleichzeitig war es ohne Kraftaufwand oder Geschwindigkeitsverlust möglich, eine Person auf Inline-Skates zu ziehen. Ich kann somit recht sicher festhalten, dass auch schwere Fahrer, die an das zugelassene Gesamtgewicht von 120 kg herankommen, sportlich mit dem FR 6020 unterwegs sind.

Jeep FR 6020 Stoßdämpfer
Für unebene Untergründe gibt's beim FR 6020 einen Stoßdämpfer. / © NextPit

Die Leistung des Motors könnt Ihr in drei Unterstützungsstufen kontrollieren. Wie viele E-Bikes limitiert Jeep dabei allerdings lediglich die Höchstgeschwindigkeit der Unterstützung. Bei E-Bikes wie dem VanMoof S5 (zum Test) geschieht das dynamischer, was vor allem beim langsamen Fahren von Vorteil ist. Denn steckt Ihr mit dem Jeep-Bike im stockenden Verkehr Berlins, ist die Fahrt ein wenig ruppig.

Nach dem Anfahren dauert es etwa eine Sekunde, bis die Unterstützung einsetzt: Dann merkt Ihr einen spürbaren Schub, den Ihr am besten über Betätigen der Bremse unterbrecht. Wollt Ihr dann weiter fahren, wiederholt Ihr diesen Prozess und werdet dabei ein wenig durchgeschüttelt. Hier habe ich es im Test bevorzugt, die Unterstützung abzuschalten und die Gangschaltung mit sieben Gängen zu nutzen, um bequem voranzukommen.

Jeep FR 6020 Gangschaltung
Die Gangschaltung lässt sich bequem mit einer Hand bedienen. / © NextPit

Diese ist aber meiner Meinung nach nicht wirklich gut übersetzt. Denn E-Bikes haben eben den großen Vorteil, dass man auch längere Strecken schweißfrei mit 20 bis 25 km/h zurücklegen kann. Und hier fordert die Übersetzung von Euch eine Trittfrequenz, die auf Dauer anstrengend und unruhig ist. Zumindest, wenn Ihr noch selbst mit eigener Kraft vorankommen wollt.

Das Problem löst sich ein wenig dadurch, dass Ihr den E-Motor auch beim langsamen Trampeln aktivieren könnt. Zwar gibt es dabei keinerlei Widerstand, mit langsamem Trampeln bewegt Ihr Euch aber im Grunde genommen vollelektrisch auf dem FR 6020 durch die Gegend. Das macht deutlich mehr Spaß als schnelles Trampeln, geht aber natürlich deutlich auf Kosten der Reichweite. Gleichzeitig ist es auch bei E-Bikes angenehm, ein wenig gegen einen Widerstand anzutrampeln.

Dieser Nachteil ist besonders bedauerlich, da ich die Sitzposition auf dem Jeep FR 6020 wirklich angenehm finde. Trotz kompakter Faltmaße und kleiner Räder fährt sich das E-Faltrad fast wie ein "normales" Fahrrad. Ein Vorteil, den ich so bisher nur vom Brompton Electric kenne und bei dem viele andere Falträder durchfallen.

Die gewohnte Sitzposition sorgte im Testzeitraum auch dafür, dass ich sehr selbstbewusst mit dem FR 6020 unterwegs war. Bedeutet, ich hatte keine Bedenken, mich mit dem E-Bike in den Großstadtverkehr zu stürzen oder Abkürzungen über unebenes Gelände zu nehmen. Die effektiven Scheibenbremsen, die mechanisch betätigt werden, haben zu diesem Sicherheitsgefühl beigetragen.

Jeep FR 6020 Scheibenbremsen
Gebremst wird beim FR 6020 mit Scheibenbremsen. / © NextPit

Da das Gesamtgewicht des E-Bikes mit bis zu 120 kg recht hoch ist, begrüße ich den Einsatz von Scheibenbremsen sehr – wer mit dem Jeep-Bike auch gerne mal eine Bergtour macht, wird auch Downhill sicher zum stehen kommen.

Akku und smarte Funktionen

Der Akku des Jeep FR 6020 fasst 230,4 Wattstunden und liefert laut Herstellerangaben eine Reichweite von 50 km. Für ein bequemeres Aufladen könnt ihr die Marken-Batterie von Panasonic aus dem Rahmen entnehmen und in der Wohnung laden. Damit sie Euch nicht unterwegs aus dem Rahmen geklaut wird, kommt das Jeep-Bike mit einem Schlüssel.

Gefällt:

  • Solide Reichweite von 50 km
  • Akku entnehmbar und durch einen Schlüssel gesichert

Gefällt nicht:

  • Reichweite leidet unter der schlechten Übersetzung bei höheren Geschwindigkeiten
  • Keine Auflademöglichkeit fürs Smartphone
  • Keine App-Anbindung

Mit einer Reichweite von 50 km liegt das FR 6020 im Vergleich zu anderen E-Bikes im Mittelfeld. Das liegt vor allem daran, dass der Hersteller auf die Angabe einer maximalen Reichweite unter Optimalbedingungen und beim Stromsparen verzichtet. Dennoch solltet Ihr im Hinterkopf behalten, dass die Reichweite stark von Eurer Fahrweise, Eurem Gewicht, Steigungen auf Eurer Route und weiteren Faktoren abhängt.

Jeep FR 6020 Rücklicht
Das Rücklicht funktioniert batteriebetrieben. / © NextPit

Die bereits angesprochene schlechte Übersetzung der Gangschaltung wirkt sich neben dem Fahrspaß natürlich auch auf die Reichweite aus. Denn beim Erreichen höherer Geschwindigkeiten ist es kaum zu vermeiden, dass der Motor komplett oder zumindest zum Großteil alleine arbeitet. Und unter Volllast verbraucht der Elektromotor natürlich auch das Maximum an Akkuleistung.

Besonders angenehm im Alltag mit dem FR 6020 ist allerdings, dass Ihr das recht schwere Fahrrad nicht zwingend mit in die Wohnung nehmen müsst. Denn klappt Ihr das Bike zusammen, könnt Ihr den Akku nach dem Entsperren per Schlüssel entnehmen und extern laden. Das Aufladen erfolgt über ein proprietäres Ladekabel und nimmt mehrere Stunden in Anspruch.

Jeep FR 6020 Bordcomputer
Die Reichweite wird am Bordcomputer anhand von fünf Balken indiziert. / © NextPit

Noch ein Hinweis, falls Ihr Lifestyle-Features bei einem E-Bike erwartet: Eine App-Anbindung bietet Jeep beim FR 6020 nicht an. Ihr müsst also auf die Informationen des Bordcomputers vertrauen und auf GPS-Ortung und weitere Komfortfunktionen verzichten.

Fazit

Das Jeep FR 6020 ist ein spannendes E-Faltrad, das mit einer UVP von über 2.000 Euro nicht gerade günstig ist. Gerade aus diesem Grund stören Mängel wie das hohe Gewicht, die ungemütliche Übersetzung der 7-Gang-Schaltung und Kleinigkeiten wie das batteriebetriebene Rücklicht. Darüber hinaus wünscht man sich beim Einladen in den Kofferraum oder beim Hineintragen in die Bahn einen Verschluss, der das Fahrrad in der gefalteten Position zusammenhält.

Jeep-Logo am Jeep FR 6020
Das große Jeep-Logo an der Seite wird Fans der Marke zusagen. / © NextPit

Von diesen Nachteilen abgesehen überzeugt das FR 6020 vor allem als Lifestyle-Rad. Mit einem mutigen Design und schrillen Akzenten gibt es sicherlich den ein oder anderen, der sich in die Optik des Fahrrads verliebt hat. Und meiner Einschätzung nach überschneidet sich diese Zielgruppe auch mit denjenigen, die sich in einem E-Bike einen starken Elektromotor für Steigungen und schnelles Vorankommen wünschen.

Diese Mischung aus E-Faltrad und Lifestyle-Bike ist durchaus ein Alleinstellungsmekmal des FR 6020. Sucht Ihr nach einem möglichst portablen, faltbaren E-Bike, überzeugen Modelle wie das Fiido X oder das Brompton Electric allerdings ein wenig mehr.

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Benjamin Lucks

Benjamin Lucks
Produkt-Tester

Benjamin arbeitet als freiberuflicher Journalist und ist dabei stets auf der Suche nach Besonderheiten, die neue Handys, Kopfhörer und Gadgets für den Leser interessant machen. Gelingt das nicht, tröstet er sich mit dem Schreiben von Kurzgeschichten und seiner Digitalkamera.

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1 Kommentar

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  • Babb vor 2 Monaten Link zum Kommentar

    Aufgrund der schlechten Übersetzung (Folge: ruckelndes Fahren) & anderer Dinge (fehlende Schutzbleche/Verriegelung beim Faltmechanismus/Smartphone-Anbindung, Rücklicht nicht vom Hauptakku gespeist) finde ich 4 Punkte maßlos übertrieben!
    Mehr als 3 Punkte würde ich - aufgrund zweier erheblicher Mängel - nicht vergeben.