
Das Web war in Aufruhr! Zumindest der Teil, der sich auch für Tablets und Smartphones interessiert. Denn das große Geheimnis hinter TabCo sollte nun endlich gelüftet werden. Im Vorfeld wurde so viel spekuliert wie nur selten. Auch wir, respektive ich selbst, haben die Gerüchteküche rund um TabCo ordentlich mit angeheizt. Ich selbst war mir sicher! Hinter TabCo steckt sicher ein Android Tablet.
Im weitesten Sinne stimmt dies wohl sogar. Denn die Macher des neuen "Grid"-Tablets - so der echte Name des TabCo-Tablets - haben Android als Basis für ein neues Betriebssystem hergenommen. Allerdings wurde laut Aussage des Fusion Garage CEOs (Fusion Garage ist die Herstellerfirma) fast alles von Null auf neu aufgebaut. Und der CEO spart bei seinen Ausführungen nicht mit Superlativen und Vergleichen, die einem die Nackenhaare zu Berge stehen lassen. "Wir haben Android als Basis genommen, um etwas Neues [und Besseres] zu erschaffen. So wie Apple Unix als Basis für sein Betriebssystem genommen hat", so der Fusion Garage-CEO.
Überhaupt ist bei "Grid" alles neuer, besser, weiter, schöner, schriller... Am Ende der Veranstaltung überlegt man, welches positiv klingende Adjektiv man eigentlich noch nicht aus dem Munde des CEO gehört hat, wenn er über sein neues Gerät spricht. Da erzählt man uns, dass die Art das Video anzusehen völlig neu sei und kein anderes Unternehmen diese Möglichkeit habe. Das mag sein! Aber diese Neuheit scheint so versteckt - und damit unwichtig zu sein - dass sie mir bei der Präsentation ebendieser gar nicht auffällt. "Was zeigt er da genau?", rufe ich in die Redaktion, um herauszufinden was man hier gerade eigentlich verpasst. Man schämt sich sogar ein wenig, weil man denkt, man beobachte zu ungenau oder sei vielleicht gar zu doof, um die herausragende Neuheit sofort zu entdecken. Fast schon erleichtert nehme ich das Schulterzucken der ganzen Kollegen zur Kenntnis! "Sie haben es also auch nicht gesehen. Also ist diese "Innovation" auch wieder unwichtig", denke ich mir.
TabCo hat im Vorfeld so viel Hype erzeugt, dass diese in blanke Enttäuschung über das so Gewöhnliche umgeschwenkt ist. Man musste einen Knaller erwarten. Nicht mehr. Und nicht weniger! Hochtrabend klingende Phrasen, die gebetsmühlenartig herunter geleiert werden können darüber einfach nicht hinwegtäuschen, dass ein Gerät mit Tegra 2 Prozessor, 10.1'' Touchscreen mit einer Auflösung von 1366 x 768 Pixel und einem User Interface, dass sehr stark an das WeTab erinnert, dann doch nicht so innovativ sind, wie sie der CEO [dessen Namen ich unaufmerksamerweise nicht notiert habe] eigentlich selber gerne sehen würde.
Hochmut kommt vor dem Fall
Der CEO hat nicht viele gute Worte für die Konkurrenz übrig. "Ist Android wirklich so beliebt?", fragt er rhethorisch bei der Q&A-Session. Übrigens: Die gesamte Präsentation war nicht live, sondern bereits vorher und ohne Publikum aufgezeichnet worden. Alles war eine große Inszinierung. Und diese wirkte geradezu aufgesetzt, zumal der Fusion Garage-Chef nur zu gerne wie Steve Jobs rübergekommen wäre. Vor allem dann, als er am Ende der Veranstaltung sagte: "Halt, die Veranstaltung ist noch gar nicht zu Ende. Eine Sache wäre da noch...", um dann noch das tolle neue Grid-Smartphone aus der Tasche zu holen. Das natürlich alles bisher Dagewesene wieder in den Schatten stellen sollte.
Wie will man so einem Unternehmen etwas Positives abgewinnen können? Gerade einem Unternehmen, wie Fusion Garage, das mit dem JooJoo-Tablet bereits einen ordentlichen Bauchplatscher hingelegt haben. Wie soll etwas glaubwürdig wirken, wenn das neue Grid-OS zwar auf Android aufgebaut ist, der CEO aber alles "chrome-less" [also ohne Google Chrome] bezeichnet und schon früh innerhalb der Präsentation feststellt, dass man auf Bing setzen würde, da dies die deutlich bessere Suchmaschine sei. Ich kann mich nicht erinnern, dass Steve Jobs jemals gegen Unix geschossen hätte. Das wäre auch, als würde man den eigenen Ast abschneiden auf dem man sitzt.
So darf man also überrascht sein wieviele Menschen den marktschreierischen Parolen von Fusion Garage folgen werden, die ab Mitte September ihr neues Grid-Tablet ausliefern wollen. Ich persönlich räume dem Gerät keine großen Chancen ein, auch wenn amazon die neuen Android Grid-OS Geräte offensiv vertreiben will. Allerdings habe ich mich heute bei meinen Tipps, wer oder was hinter TabCo steckt, schon mal getäuscht. Von daher: Nix ist fix!!
Und was denkt Ihr?

Patrick B.
Was für eine Zeitverschwendung. Mir war schon klar, dass es schwer werden würde, diesem selbstproduzierten Hype standzuhalten. Einen solchen Dünnpfiff hätte ich dann aber doch nicht erwartet. Gääääähn
Totgeburt!