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5 Min Lesezeit 32 Kommentare

Sony Xperia XZ3 im Kamera-Test: Langsam wird's besser

Das Sony Xperia XZ2 Premium erblickte gerade erst das Licht der Welt, da stand schon das neue Xperia XZ3 in den Startlöchern. Ist Sony, eine echte Referenz für Kamera-Sensoren, endlich in der Lage, eine hochwertige Kamera in einem eigenen Smartphone anzubieten?

Als Marktführer bei Kamera-Sensoren haben wir immer gehofft, dass Sony es doch eines Tages schaffen wird, eines der besten Kamera-Smartphones auf den Markt zu bringen. Leider hatte die Xperia-Serie in diesem Punkt stets Schwierigkeiten, uns zu überzeugen, besonders wenn das Licht schwach ist. Wie sieht es beim neuen Flaggschiff aus? Wird er eine Ausnahme von der Regel sein?

Sony verwendet die gleiche Technologie wie schon beim XZ2, d.h. einen IMX400 ExmorRS Sensor mit 19 Megapixel, 1/2,3 Zoll und f/2,0-Blende. Immerhin verwendet Sony eine modernere Pixeltechnologie, die bessere Ergebnisse liefert. Aber schauen wir uns die Leistungen im Detail an.

Ausgezeichnet bei guten Lichtverhältnissen

In einer gut beleuchteten Umgebung liefert das Xperia XZ3 schöne Fotos. Die Detailwiedergabe ist sehr gut, auch bei komplizierten Mustern und/oder verschiedenen Farbtönen. Die Farbwiedergabe ist gut und der Weißabgleich überzeugend. Es entsteht zwar in manchen Bereichen immer mal wieder ein Aquarell-Effekt, ein ungeübtes Auge wird diesen aber wohl nicht einmal bemerken. Man muss schon sehr genau hinsehen, um ihn bei einzelnen Bildern zu entdecken.

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Eine typische Szenerie im Herbst in Berlin. / © ANDROIDPIT

Auch die Belichtung ist sehr gut. Andererseits verhaspelt sich die Software manchmal etwas, besonders auf HDR-Ebene. Wenn die Szenerie kontrastreich ist, kommt manchmal eine Überbelichtung vor, die nicht unbedingt schlimm, aber dennoch sichtbar ist.

Der Bokeh-Effekt ist etwas wild und muss gezähmt werden.

Der Bokeh-Effekt ist etwas wild und muss immer wieder mal gezähmt werden. Der Modus weigert sich aus unbekannten Gründen immer mal wieder, ein Porträt aufzunehmen. Will man nur schnell das Smartphone in die Hand nehmen und ein Bild aufnehmen, kann das durchaus sehr frustrieren. Letztlich meldet das Smartphone nur, dass der Hintergrund nicht geblurred werden kann, ein warum nicht, bleibt es uns schuldig. Auch wenn das Smartphone dann mal ein Porträt geschossen hat, kommt es immer wieder vor, dass Teile des Hintergrunds nicht verschwommen sind, obwohl sie es sein sollten. Ein Pixel 2 oder ein Huawei P20 Pro sind in diesem Bereich einfach besser. Auf der anderen Seite, wenn man gut positioniert ist (man muss es oft mehrmals probieren) und das Smartphone gut gelaunt ist, kann man einen tollen Bokeh hinbekommen.

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Bei dieser Mischung aus dunkeln und hellen Bereichen wird es für eine Smartphone-Kamera schon schwieriger. / © ANDROIDPIT

Und in einer dunklen Umgebung?

Wenn das Licht nicht da ist, verlieren die Bilder deutlich an Qualität. Das Gesamtbild bleibt einigermaßen ansprechend, mit vielen Modellen der Konkurrenz kann Sony hier aber nicht mithalten. Das Fehlen eines Stabilisators ist spürbar, und die Kamera wählt kürzere Belichtungszeiten, wodurch die ISO-Empfindlichkeit verändert wird und Bildrauschen entsteht. Es kommt gelegentlich vor, dass sich die Farben etwas ändern, besonders in der Abenddämmerung ist es vorgekommen, dass rote Wolken auf den Bildern rosa erschienen.

Ich möchte das jedoch relativieren. Der durchschnittliche Nutzer, also kein Kamera-Experte, wird höchstwahrscheinlich mit der Qualität dieser Kamera zufrieden sein und in der Lage sein, sehr gute Bilder für soziale Netzwerke oder andere Zwecke zu schießen.

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Bei dieser Aufnahme schaffte es die Kamera leider nicht, die Realität tatsächlich wiederzugeben. / © ANDROIDPIT

Eine gute Kamera für Selfies?

Wir finden hier einen 1/3"-Sensor mit 13 Megapixel und f/1,9-Blende und, gute Nachrichten, auch HDR ist mit dabei. In der Praxis sind Selfies sehr gut, so lange die Lichtverhältnisse gut sind. Einzig der Fokus kann mitunter mal etwas launisch sein, da sind zwei oder drei Versuche nötig, um ein gutes Bild hinzubekommen.

Der Bokeh-Effekt ist auch an der Vorderseite verfügbar (übrigens ziemlich gut versteckt), und die Qualität der entstehenden Bilder ist ansprechend. Es gibt mehrere Optionen für Selfies, darunter eine, um Euer Gesicht zu verschönern. Das mag man oder nicht, ich bin definitiv kein Fan der Funktion.

Wie sieht es mit Video aus?

Der Xperia XZ3 bringt erneut den Zeitlupenmodus mit 1000 fps seines Vorgängers mit. Leider wurde die Auflösung auf 720p reduziert und zeigt, was nicht überraschend ist, etwas Rauschen. Wieder einmal wird der durchschnittliche Anwender mit dem Ergebnis zufrieden sein, aber das erfahrene Auge des Hobbyfotografen wird das Problem sehen. 

Im Gegensatz zu ähnlichen Modi von Samsung und Honor, die ein automatisches Erkennungssystem anbieten, muss die Aufnahme hier manuell gestartet werden. Wenn man das richtige Timing erwischt, ist der Effekt herausragend, aber das Timing ist eben auch genau das Problem.

Was die "klassischen" Videos betrifft, gibt es an sich nichts Neues: Das Sony Xperia XZ3 beherrscht 4K-Aufnahmen mit HDR bei 30 fps. 

Fazit: Kein großer Abstand zu den besten Kameras

Sony hat große Fortschritte in Sachen Fotografie gemacht, kann aber nicht zu Smartphones wie dem Samsung Galaxy Note9 oder Pixel 2 aufschließen. Letztlich macht die Kamera aber eine sehr gute Figur, letztlich bleibt die Hoffnung, dass Sony mit dem nächsten Flaggschiff-Smartphone endgültig mit den anderen Herstellern mithalten können wird. Dazu muss die Kamera nach wie vor schneller werden, der Bokeh-Effekt und die Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen müssen besser werden, aber dieses XZ3 ist bereits ein wirklich gutes Kamera-Smartphone.

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Top-Kommentare der Community

  • Tim vor 1 Woche

    Dieser Vergleich macht absolut keinen Sinn.
    Smartphone-Kameras sind für SCHNAPPSCHÜSSE gedacht. Und wie werden diese gemacht? Korrekt, im Automatikmodus.

    Wenn man mit einem Smartphone den manuellen Modus nutzen muss, um gute Bilder zu bekommen, dann hat das Smartphone schlicht und ergreifend keine gute Kamera.

  • Tim vor 1 Woche

    @H. E.
    Und wie viele Leute, die Smartphones nutzen, haben Ahnung von ISO, Belichtungszeit und Co.? Richtig. Nicht sehr viele.
    Smartphones ersetzen keine DSLR und sollen es auch nicht. Smartphone-Kameras sind point and Shot-Kameras. DAS ist deren Sinn und dort ist ein guter Automatik-Modus der mit Abstand wichtigste Modus. Natürlich, ein manueller Modus ist nice to have, aber der Automatikmodus ist de facto einfach wichtiger.

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