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Test 7 Min Lesezeit 2 Kommentare

Sony WH-1000XM3 im Test: Weiterhin der beste Bluetooth-Kopfhörer

Sonys Bluetooth-Kopfhörer gehören fast in jeder Klasse zu den beliebtesten Kopfhörern. Mit dem WH-1000XM2 hatten sie auch im Bereich um die 300 Euro einen wirklich tollen Kopfhörer im Angebot, mit dem WH-1000XM3 ist nun der Nachfolger verfügbar, der alles etwas besser machen soll. Es ist der erste Kopfhörer mit dediziertem ANC-Chip, der für perfekte aktive Geräuschunterdrückung sorgen soll. Aber kann er die Versprechen auch einhalten? Wir haben genau hingehört.

Bewertung

Pro

  • Toller Sound
  • Sehr komfortabel auch nach vielen Stunden
  • ANC der Extraklasse
  • Funktionale App
  • Sehr gute Akkulaufzeit

Contra

  • Materialien könnten hochwertiger sein
  • Keine neuen Features

Teuer, aber sein Geld wert

Der Sony WH-1000XM3 gehört zu den leistungsstärksten Bluetooth-Kopfhörern dieser Tage, entsprechend ist der Preis auch ziemlich gesalzen. Die UVP liegt bei satten 379 Euro. Damit ist er etwas teurer als der Vorgänger, aber vor allem auch als die direkte Konkurrenz. Dafür ist es aber auch das neueste Produkt. Auch bei Online-Händlern ist er bisher nicht entscheidend günstiger zu haben, das wird sich aber wohl in der Zukunft ändern. Bei den Farben stehen Schwarz und Silber zur Auswahl. 

 

Kein neues Design, aber das ist nicht schlimm

Das Design des WH-1000XM3 hat sich im Vergleich zum Vorgänger nur geringfügig geändert, Sony bessert aber an entscheidenden Stellen nach . Insgesamt will der Sony-Kopfhörer zumindest in Schwarz nicht weiter auffallen. Glatte, ruhige Flächen beherrschen das Design. Kleine Details strahlen Qualität aus, zum Beispiel kleine Einfassungen in Kupfer, auch das Sony-Logo ist in dieser Farbe gehalten. Letztlich natürlich Geschmackssache, mir persönlich gefällt diese Veränderung allerdings ganz gut.

Auch Sony setzt wie so viele andere Kopfhörer-Hersteller auf Touch-Bedienung. So kann auf der rechten Ohrmuschel gewischt und getippt werden, um lauter und leiser zu stellen und Songs zu skippen. Die Oberfläche ist nun nicht mehr in Kunstleder gehüllt, sondern durch eine weiche Kunststoff-Oberfläche geschützt. Sie ist leider recht empfindlich für Fett-Finger, kann aber ohne weitere Hilfsmittel gesäubert werden. Sie fühlt sich sehr angenehm an.

Sony WH 1000X M3 07
In den Details liegen die Unterschiede. / © AndroidPIT

Auch das Kopfband hat Sony verändert. Es ist nun schmaler, fühlt sich letztlich aber stabiler an als beim Vorgänger. Auch die Form ist nun etwas anders, und liegt näher am Kopf an. Das Kopfband des Vorgängers war noch eher rund und stand so bei manchem Träger etwas zu sehr ab, mich selbst eingeschlossen. Das Design überzeugt letztlich in jeder Hinsicht, hier macht Sony keiner etwas vor.

Einzig bei den Materialien hätte ich mir ein wenig mehr Veränderung gewünscht. Ja, die neue Oberfläche auf den Ohrmuscheln fühlt sich toll an, ansonsten beherrscht aber typisches Plastik das Design. Das können andere namhaften Hersteller besser, allen voran B&O und B&W. Die Verarbeitung des Kopfhörers hat sich gegenüber dem Vorgänger aber spürbar verbessert, hier knarzt mittlerweile nichts mehr. Auch der Tragekomfort hat sich spürbar gebessert. Nein, die XM2 waren wahrlich nicht ungemütlich, aber die XM3 legen hier noch mal eine Schippe drauf. Stundenlanges Musikhören ist hiermit absolut kein Problem.

Sony WH 1000X M3 04
Auch das Tragecase ist perfekt verarbeitet. / © AndroidPIT

Ausgeliefert werden die Sony WH-1000XM3 im passenden Case, das perfekt verarbeitet ist und auch für das notwendige Zubehör Platz bietet. 

Sonys App hat noch Luft nach oben

Sonys Kopfhörer werden stets von einer App unterstützt, über die verschiedene Funktionen angepasst werden können. Der Clou für mich persönlich ist hier vor allem Adaptive Sound Control. Damit erkennt die App, ob ich gerade laufe, sitze, jogge oder mich in den öffentlichen Verkehrsmitteln befinde. Zu jeder Situation kann ich die Stärke des ANCs festlegen, die Erkennung und Umstellung geschieht grundsätzlich völlig automatisch. Leider ist die Funktion aber auch stark vom genutzten Smartphone abhängig, da die App stets im Hintergrund laufen muss.

Bei Android ist das mittlerweile meist weniger ein Problem, da man in den Einstellungen dafür sorgen kann, dass die App im Hintergrund laufen darf und nicht automatisch beendet wird. Mit einem OnePlus 6 klappt die Erkennung innerhalb von Sekunden, egal ob ich die App vorher geöffnet habe oder nicht. Aktuell nutze ich testweise ein iPhone XS, hier sieht die Sache leider etwas anders aus. Die App wird schon nach kurzer Zeit im Hintergrund beendet, ich muss also jeden Morgen die App kurz aufrufen, damit das Feature überhaupt funktioniert. Hier muss Sony wohl noch nachbessern.

AndroidPIT Sony Headphones Connect
In der App lässt sich so einiges einstellen, allen voran Adaptive Sound Control. / © AndroidPIT

Was mich etwas enttäuscht beim WH-1000XM3: Er bringt keinerlei neue Features mit. Andere Hersteller können mittlerweile erkennen, wann man den Kopfhörer absetzt und pausiert entsprechend die Musik. Setzt man ihn wieder auf, startet sie auch wieder völlig von allein. Hier liefert Sony keine Neuerungen, schade.

Auch mit der Touchbedienung will ich weiterhin nicht wirklich warm werden. Sony hat sie zwar etwas verbessert, Fehleingaben beim Absetzen wie beim Vorgänger sind nun selten, aber letztlich würde ich normale Tasten nach wie vor bevorzugen. Im Alltag funktioniert sie aber meist ganz gut.

Der vielleicht beste Klang für unterwegs

Der Sound - eine wirklich persönliche Angelegenheit. Ich selber habe mich mittlerweile in die Soundqualitäten des Sony-Kopfhörers verliebt, schon beim Vorgänger XM2. Ein Bose QC35 mag genauer und ausbalancierter sein, der Sony versprüht aber nur so Emotionen. Er bringt mehr Dynamik ins Spiel und lässt einen einfach mitwippen, ob man will oder nicht. Vor allem in Verbindung mit der neuen True-Fi-App von Sonarworks macht der Sony-Kopfhörer ungehörigen Spaß. Kabelgebundene Varianten mögen hier an der ein oder anderen Stelle bei ähnlichen Kosten etwas mehr zu leisten im Stande sein, aber das Gesamtpaket des WH-1000XM3 ist einfach klasse und jeden Cent wert.

In der App lässt sich hier auch noch so einiges einstellen. Zum einen misst ein Optimizer den Sitz des Kopfhörers, und soll so den Klang personalisieren. Auch ein Equalizer ist vorhanden, um ihn zu nutzen muss in der App aber eingestellt werden, dass die Verbindungsqualität priorisiert wird. All die kleinen Funktionen verbessern den Sound an der ein oder anderen Stelle, sie sind aber letztlich nicht wirklich entscheidend, meiner Meinung nach.

Sony WH 1000X M3 08
Die Ohrpolster sind mit Kunstleder überzogen. / © AndroidPIT

Neben der Unterstützung von DSEE HX und LDAC bringt der Sony-Kopfhörer auch etwas vollkommen Neues mit sich: Es ist der erste Bluetooth-Kopfhörer mit dediziertem Noise-Cancelling-Chip. Der Vorgänger XM2 war in dieser Disziplin schon wirklich spitze und musste sich vor Boses ANC wahrlich nicht verstecken. Aber kann Sony hier wirklich nachlegen? Im direkten Vergleich muss man sagen, ja. Aber man sollte keine Welten erwarten. Der ANC ist noch etwas kräftiger und wird dabei nicht unangenehmer. In der vollen U-Bahn waren nur noch sehr leise Hintergrund-Geräusche zu hören, aber hier bin ich auch mit dem XM2 schon sehr gut aufgestellt. 

Langer, sehr langer Musikgenuss

Auch beim Akku überzeugt der WH-1000XM3 auf voller Länge. Sony verspricht offiziell satte 30 Stunden Laufzeit, das schaffen nicht viele Kopfhörer dieser Klasse, nur der Vorgänger war genauso langlebig. Und in der Praxis zeigt sich, Sony hat hier nicht zu viel versprochen. Die 30 Stunden Laufzeit sind realistisch und ohne weitere Probleme zu erreichen . Nur wenn der ANC dauerhaft auf voller Leistung steht, sind es mitunter 1-2 Stunden weniger. Aber wer soll da schon meckern? 

Sony macht vieles richtig, aber noch nicht alles

Meinen Sony WH-1000XM2 nutze ich seit Frühjahr diesen Jahres, entsprechend gespannt war ich darauf, den Nachfolger auch selbst ausprobieren zu können. Letztlich bietet der Sony-Kopfhörer weiterhin genau das, was ich mir persönlich von einem Bluetooth-Kopfhörer im Alltag wünsche: Tragekomfort, mitreißenden Sound und eine sehr lange Akkulaufzeit. Das neue Modell zeigt in jedem Bereich, außer bei der Akkulaufzeit, spürbare Verbesserungen. Aber reicht das, um den Mehrpreis zum Vorgängermodell zu rechtfertigen? Nicht unbedingt. Den XM2 bekommt man aktuell für über 100 Euro weniger, dieser Aufpreis ist bei den Unterschieden doch schwer zu rechtfertigen.

Betrachtet man den WH-1000XM3 bleibt bei mir aber vor allem ein Eindruck im Gedächtnis: Das ist klar der beste Bluetooth-Kopfhörer für meine Ansprüche. Sennheiser und Bose sind hier wahrlich nicht weit entfernt, letztlich ist es vor allem eine Frage des Geschmacks, was den Sound angeht. Die Sony-App liefert aber noch ein paar interessante Features, die ich über die Monate wirklich zu schätzen gelernt habe, und letztlich dafür sorgen, dass der Sony-Kopfhörer für mich das Rennen macht.

Letztlich schafft der Sony WH-1000XM3 aber nicht die volle Punktzahl. Das liegt allen voran daran, dass die Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger-Modell nicht groß ausfallen und neue Features gibt es eben leider auch nicht. Das ist schade, und hier verschenkt Sony die Chance, sich von der Konkurrenz so richtig abzusetzen. 

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2 Kommentare

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  • Ich habe zwar das erste Modell, aber auch das ist sehr gut.

    Endlich mal wieder: "It's a Sony" :-)


  • Hab den Kopfhörer ebenfalls und kann nur zustimmen. Für unterwegs sind Noice Cancelling und Akkulaufzeit super und beim Klang hat mich der XM3 deutlich mehr überzeugt als der QC35II. War für mich irgendwie etwas fade und metallisch.
    Vom Tragekomfort ist der XM3 viel besser als der XM2. Musste den 2er nämlich, durch den für meinen Kopf zu großen Anpressdruck, zurückschicken. Beim XM3 ist das alles angenehmer wobei ich mich am Anfang auch erst an ihn gewöhnen musste.

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