Im Rahmen unserer Websites setzen wir Cookies ein. Informationen zu den Cookies und wie Ihr der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen bzw. deren Nutzung beenden könnt, findet Ihr in unserer Datenschutzerklärung.

Schön und verflucht: 3 Tech-Produkte mit Macke zum Verlieben

Schön und verflucht: 3 Tech-Produkte mit Macke zum Verlieben

Wir Tech-Redakteure und -Produkte-Tester sollten stets unbelastet durch unsere eigenen Emotionen neue Produkte unter objektiven Gesichtspunkten betrachten. Wenn wir ein Produkt empfehlen, versuchen wir, ein möglichst vollständiges Bild zu vermitteln. Doch manchmal verlieben uns auch wir. Und dann sieht das Spiel ein wenig anders aus. Setzen wir uns also gemeinsam die rosa Brille auf.

Kein Zweifel: Jeder Mensch hat unterschiedliche Ansichten und Meinungen. Dies gilt auch für technische Produkte. Selbst innerhalb unseres kleinen Teams von Redakteuren streiten wir uns oft darüber, was an neuen Geräten besonders gut und was schlecht ist. Bei einigen Produkten kennen wir ihre ganz objektiv vorhandenen Schwächen, aber wir lieben sie trotzdem.

Google Pixel 4

Mängel: Schlechte Akkulaufzeit, keine Weitwinkelkamera, Updates kommen zu spät.

Dass das Google Pixel 4 mehr als eine Macke hat, ist mir wohl bewusst. Die Akkulaufzeit ist ein Graus. Wenn ich das Display permanent im 90-Hz-Modus betreiben, oft die neue Radar-Gestensteuerung verwenden und ständig Bilder mit der wunderbaren Kamera machen würde, hätte ich nur wenige Stunden Spaß unterwegs. Darüber hinaus fehlt die inzwischen branchenübliche Weitwinkelkamera, die man für den Preis verlangen könnte. Und selbst die eigentliche Stärke eines Pixel-Handys, die zeitnahen Updates, gerieten irgendwie ins Stocken.

Dennoch betört mich das Pixel 4 mit neuen Funktionen wie Automatische Untertitel, Live Transcribe-Funktion und mehr Anpassungsmöglichkeiten als je zuvor. Aber ich verstehe, wenn es für die meisten von Euch aufgrund seiner miserablen Akkulaufzeit unbrauchbar ist. Ich würde keinem Freund empfehlen, über 700 Euro dafür auszugeben.

AndroidPIT Google Pixel 4 Icons
Das Flaggschiff Google Pixel 4 hat viel Wind in zu kleinen Segeln. / © AndroidPIT

Und trotzdem möchte ich dieses Telefon seit meinem Test nicht mehr hergeben. Dabei könnte ich auch ein Galaxy Note 10 Plus oder das neueste OnePlus Smartphone verwenden. Aber die Wahrheit ist: Ich will es einfach nicht. Ich liebe mein kleines Pixel. Es ist meines Erachtens das beste kompakte Android-Handy, das man heutzutage kaufen kann. Die Kamera ist trotz allem erstaunlich. Ich bin süchtig nach dem 90-Hz-Display. Und es ist mir egal, ob der Akku schon vor dem Abendessen leer ist. Nach jedem Test eines anderen Smartphones kann ich es kaum erwarten, meine SIM-Karte wieder in das Pixel zu stecken. Es hat mich für immer verführt in einem Maße dass es mir egal ist, dass andere Smartphones vielleicht eine vernünftige Wahl wären.

Ein Smartphone mit Macke? Auf jeden Fall! Würde ich es gegen ein anderes eintauschen wollen? Auf keinen Fall!

Jessica Murgia: Huawei P30 Pro

Mängel: unhandlich groß, nachtblindes Face-Unlock, Mono-Sound

Das Huawei P30 Pro ist das Smartphone, das ich als mein Hauptgerät verwende. Ich empfehle es allen, die ein Rundum-glücklich-Smartphone suchen. Der Grund? Die Kamera ist vielseitig einsetzbar und bietet auch bei schlechten Lichtverhältnissen hochwertige Aufnahmen. Die Porträts sind großartig und der Weitwinkel-Modus ist auf Reisen meine Lieblings-Kamera.

Auch die Performance überzeugt mich. Ich kann pfeilschnell von einer App zur anderen wechseln. Auch meine TV-Serien und anderen Videos werden fast unverzüglich abgespielt. Spiele laufen flüssig. Also auch beim Pendeln in öffentlichen Verkehrsmitteln oder zuhause auf dem Sofa unterhält mich das Huawei P30 Pro zuverlässig. Der 4.200-mAh-Akku übersteht auch anspruchsvollste Tage, einschließlich Pressekonferenzen oder Konzerte.

androidpit huawei p30 pro 100 days 4
Wahre Liebe: Jessica und ihr P30 Pro. / © AndroidPIT

Doch auch der Allrounder P30 Pro ist nur in fast allen Bereichen gut einsetzbar. Auch dieses Modell ist nicht das perfekte Smartphone. Allen voran könnte man den Formfaktor kritisieren. Denn mit 6,5 Zoll ist es kein Kompakt-Smartphone. Es praktisch nicht möglich, es mit einer Hand zu bedienen. Auch passt es wahrscheinlich nicht in Eure engen Jeans-Taschen. Unter diesem Gesichtspunkt sind das LG G8 ThinQ oder das neue Pixel 4 zweifellos besser.

Eines der tollen neuen Features des P30 Pro hätte das Entsperren per Gesichtserkennung werden sollen. Leider funktioniert das nicht im Dunkeln. Das haben Huawei selbst beim Mate 20 Pro oder Konkurrent Google beim Pixel 4 besser gemacht. Und das ist ärgerlich, denn Face Unlock ist nicht nur sicherer, sondern auch komfortabler als der Fingerabdruck.

Die letzte erwähnenswerte Schwäche des Huawei P30 Pro ist sein Mono-Sound. Ich persönlich empfinde es nicht als großen Mangel, weil die Lautstärke dennoch hoch und leistungsstark genug ist. Aber da es sich um ein High-End-Smartphone handelt, sollte Huawei es wie die Konkurrenten aus dem Segment mit Stereo-Sound bedenken.

Also nein, das Huawei P30 Pro ist kein perfektes Smartphone. Aber bis jetzt konnte mich kein anderes Gerät so überzeugen.

Shu On Kwok - Google Stadia

Mängel: Holpriger Start, jedoch große Chancen darauf, den Gaming-Markt umzukrempeln.

Google Stadia bietet schon jetzt einen Ausblick auf die schöne Zukunft des Gamings. Doch noch hat der Streaming-Dienst mit den Beschränkungen der Gegenwart zu kämpfen. Einige behaupten, Google habe seine Versprechungen nicht eingehalten. Es fehlt beispielsweise noch die Möglichkeit, Spiele in 4K mit 60 FPS zu spielen. Das Feature war einst für alle Stadia-Spiele angedacht, wenn sie über Chromecast Ultra per LAN Kabel gespielt werden. Doch leider wird z.B. das Vorzeige-Stadia-Spiel Destiny 2 bislang nur in 1440p gestreamt und dann über den Chromecast Ultra auf 4K hochskaliert.

google stadia devices
Google Stadia ist mittlerweile in den meisten Ländern Europas und Nordamerikas vertreten. / © Google

Auch die Einschränkungen in Sachen unterstützter Endgeräte (insbesondere Smartphones) schmälern den Online-Spielspaß mit Freunden. Zwar haben Founders-Edition-Käufer wie ich die Möglichkeit, per Buddy Pass einen Freund zu Stadia einzuladen. Aber dieser müsste über ein Pixel-Smartphone verfügen, um überhaupt den Einladungscode eingeben zu können. Und wenn dieser dann seinen normalen Chromecast Ultra anwirft und denkt, er könnte über diesen mit mir Destiny 2 zocken, hat er sich leider geirrt. Es fehlt noch ein Update für Chromecast-Ultra-Geräte, die vorher separat gekauft wurden. Aktuell kann man nur mit den Chromecast Ultras aus Stadia-Founders- oder -Premiere-Edition Stadia auf einem Fernseher genießen. Wann Google das Update ausspielt, kann leider noch keiner sagen. Aber ich gehe davon aus, dass die aktuelle Restriktion dazu dient, die Nutzerschaft etwas kleiner zu halten.

Mit den zwei zuvor genannten Punkten könnte ich noch Leben, aber der letzte Kritikpunkt ist wohl der schlimmste: Google zwingt die Publisher nicht dazu, Crossplay in ihre Spiele zu integrieren. Ohne Crossplay können Stadia-Spieler sich nicht in Online-Spielen mit Freunden auf anderen Plattformen (PC, Xbox, Playstation, etc.) vernetzen. Damit geht sehr viel Charme verloren und das katapultiert uns Gamer statt in die Zukunft wieder in die Vergangenheit zurück. Der Erfolg von Fortnite, Rocket League oder auch Minecraft lag sicherlich auch an Crossplay. Dass aber selbst Bungie für sein Destiny 2 nicht wenigstens Crossplay mit Konsolen-Versionen zulässt, halte ich für traurig. Sicherlich kann man hier nicht nur Google den schwarzen Peter zuschieben, sondern muss auch Bungie kritisieren. Aber Google hätte meines Erachtens in den Verhandlungen mit Bungie auf Crossplay bestehen müssen.

Die Kritik klingt hart. Aber trotzdem muss ich gestehen, dass ich Stadia trotz all seiner aktuellen Einschränkungen liebe. Warum? Google demonstriert mit Stadia eine Qualität von Plug-and-Play-Gaming, die man selbst bei Konsolen vom Schlage einer Xbox One oder PlayStation 4 nicht mehr kennt. Kein Warten, bis die Konsole das neuste Firmware-Update installiert hat. Keine Wartezeit mehr, wenn das Spiel an sich ein Update benötigt. Um einen langjährigen Bekannten aus dem Gaming-Business zu zitieren:

"Mit Stadia ist Convience-Gaming erst richtig ins Rollen gekommen."

Welches Produkt liebt Ihr trotz all seiner Macken? Lasst es uns in den Kommentaren unten wissen.

Empfohlene Artikel

12 Kommentare

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!
Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!

  • Nokia 3.1 Plus...tolle Alltagstauglichkeit, 2 ganze Tage Akkulaufzeit, schon für 99€, Updates Dank Android One, gute Ergebnisse bei den Kameras, guter Empfang, tolle Verarbeitung, sehr gutes Display
    Contra: leider nur 2 GB RAM, Mini-Lautsprecher etwas zu leise, Micro USB


  • Ich habe das P30 pro nun 7 Monate und kann keine der Nachteile bestätigen. Es ist für mein empfinden sogar zu klein, und wohl eines der größten Mankos. Da die Gesichtsentspeerung nur 2D ist und auch von einem Foto überlistet werden kann nutze ich diese nicht und da ist es mir auch egal ob diese bei Dunkelheit schlecht funktioniert. Der Mono Sound ist wirklich nicht der beste, aber der macht seine Sache recht ordentlich und reicht mir völlig aus um Videos zu schauen oder mal Musik zu hören.


  • @Pixel 4
    Ich komme vom OP3t und dieses war mir immer zu groß!
    Alternativen in einer Größe unter 6 Zoll sind mir nicht bekannt!
    Mir ist eine zeitnahe Modelpflege wichtig und ich mag das nackte Android!

    Die Akkulaufzeit ist besser als beim 3t. Ich komme damit gut über den Tag.
    Die Performance ist super!
    Die Bildqualität ist ein Traum!
    Die Größe Perfekt!
    Ich bin froh, das ich mich von all den negativ Kritiken nicht beeinflussen lassen haben!

    P.S. der höhere Preis beinhaltet bei Google auch die Zeitnahe Pflege, dass ist bei den meisten Alternativen auch nicht sichergeatellt oder gewollt!


  • danke für die Einschätzung des Pixel 4, es ist ganz mein Empfinden


  • Stadia in seiner jetzigen Form hat gar kein Potential zum Erfolg. Das Ding ist längst ein Totalflop. Das gesamte Konzept ist für die Tonne, Google hält keine Versprechen (das sagen nicht nur "einige" - das ist einfach so) und zudem steht eben Google hinter allem, die bekannt dafür sind, von heute auf morgen irgendwas einfach einzustellen. Und gerade angesichts der mehr als hochnäsigen Aussagen von Google kann man fast davon ausgehen, dass Stadia in spätestens einem Jahr tot ist.

    Umkrempeln wird Stadia definitiv gar nichts.


  • Deswegen habe ich mich für das normale P30 entschieden. Es liegt super in der Hand und ich kann es mit einer Hand bedienen. Kamera ist nur unwesentlich schlechter als die vom P30 pro.


  • Hab mich ins Nokia 3.1 Plus "verliebt" beim letzten Black Friday. Statt 129€ nur 89€.
    Großes, Notch freies Display,2 ganze Tage Akkulaufzeit aber leider nicht wechselbar, pures Android One,stabil gebaut, Kameras liefern gute Ergebnisse, tolle Performance vorausgesetzt man spielt keine High-End Spiele aber dafür habe ich meine Switch, man kann eine Micro-SD einstecken und hat so mehr Speicher.Das einzige was ich zu kritisieren habe, das der Lautsprecher etwas zu wenig Bass hat und somit etwas blechern klingt. Da ist z.b. das Huawei Y6 2019 besser für den gleichen Preis und die 2 GB RAM hätten etwas mehr sehr dürfen.Aber sonst liefert das Nokia eine alltagstaugliche, gute Performance. Auch der Empfang ist erstaunlich gut in Gebäuden.


  • @ Jessica Murgia:
    Zu deiner Feststellung, dass Face-Unlock sicherer als der Fingerprint sein soll hätte ich eine (noob)Frage.
    Es kann ja jeder Startbildschirm alternativ dazu mit einem festgelegten numerischen Sicherheitscode entsperrt werden, was ja auch wichtig ist, sofern Face-Unlock in der Nacht mal nicht funktioniert etc..
    Ist es für die Sicherheit nicht schnurz-egal, welche Entsperrmethode man über den Zahlencode legt, da man diesen ja sowieso alternativ immer zur Verfügung hat?
    Oder ist es so, dass Face-Unlock und Fingerprint definitiv unsicherer sind als die Zahleneingabe? Bei Einführung von Face-Unlock und Fingerprint haben die Hersteller ja angepriesen, dass diese sicherer seien als die Methode mit dem Zahlencode.


    • Naja, wie sicher ist ein Zahlencode? 5486 ist ziemlich schnell geknackt, bei zwanzig Stellen sieht das schon besser aus. Bleibt also die Frage, wieviele Merkmale verwendet eine andere Sperre. Und wie leicht sind diese von einem Angreifer zu variieren. Falls er das überhaupt muss und ein Fake nicht schon ausreicht, wie zum Beispiel ein Foto.


      • Die wichtigste Frage für uns als Normalbürger ist eigentlich, wer würde sich bei unserem Smartphone wirklich die Mühe machen und einen 4 oder 20 Stelligen Code zu knacken um an bestimmte Daten zu kommen? Für mich hat ein Fingerabdrucksensor nur einen einzigen Grund warum ich ihn nutze, das ist um die Ein/Aus Taste zu schonen.


    • Das hängt stark von den Methoden ab.
      Die sicherste biometrische Methode nützt nichts, wenn alternativ nur ein 4-Stelliger Pin eingegeben werden muss und das Gerät die Eingabe nicht künstlich verlangsamt.
      Ein sicherer Pin nützt einem wiederum nix, wenn sich Face Unlock mit einem Foto täuschen lässt und das ist diversen Berichten zufolge beim Huawei P30 der Fall, da lediglich die Kamera und keine 3D Erkennung genutzt wird.

      Dass Face Unlock also sicherer wäre als Fingerprint, stimmt zumindest für die P Serie nicht.

      Die Frage ist doch, was will ich verhindern und wie lange.

Neuen Kommentar schreiben:
Alle Änderungen werden gespeichert. Änderungen werden nicht gespeichert!