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Test 8 Min Lesezeit 35 Kommentare

Huawei Watch GT im Test: Kann nicht viel, das aber gut

Smartwatches und Fitness-Tracker liegen im Trend, vielen Menschen reicht aber die Akkulaufzeit nicht aus. Das könnte die große Stunde der Huawei Watch GT sein, denn diese hält länger durch als fast alle schlauen Uhren auf dem Markt - und kann sogar noch mehr.

Bewertung

Pro

  • Extrem lange Akkulaufzeit
  • Hoher Tragekomfort
  • Einfach zu bedienen

Contra

  • Lite OS hat wenige Funktionen
  • Ruckelige Performance
  • Benachrichtigungen oft nutzlos

Günstiger als viele Smartwatches

Die Huawei Watch GT kostet entweder 199 oder 229 Euro, je nachdem, welche Version es sein soll. Günstiger ist die schwarze Version mit Silikon-Armband, 30 Euro Aufpreis werden für die silberne Uhr mit Lederarmband fällig.

Eine echte Uhr mit Metallgehäuse

Zunächst zur Optik: Die Huawei Watch GT sieht aus wie eine klassische Uhr und hat ein rundes Gehäuse aus Edelstahl. Zwei Knöpfe stehen zur Bedienung bereit. Drahbare Lünetten oder ausgefeilte Kronen gibt es hier nicht, das ist aber auch nicht schlimm.

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Der Pulsmesser arbeitet mit Machine Learning. / © AndroidPIT

Die Armbänder der Watch GT bestehen wahlweise aus Silikon oder Leder. Die Huawei-Uhr ist wasserdicht bis 5 ATM und kann auch zum Schwimmen genutzt werden.  Die Verarbeitung ist gelungen, jedoch ist die Uhr fast ein bisschen zu leicht. Dem Tragekomfort ist das aber zuträglich, die Watch GT ist sehr angenehm am Arm. Das Kunststoff-Armband unseres Testgerätes ist ziemlich weich und schmiegt sich gut um das Handgelenk.

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Die Shortcuts sehen fast so aus wie bei Wear OS. / © AndroidPIT

Schön scharf, aber im Dunkeln zu hell

Die Watch GT hat ein AMOLED-Display , das 1,39 Zoll groß ist. AMOLED, das gab es bei Smartphones lange Zeit nur in der Luxusklasse, doch für Smartwatches ist die Technologie fast schon omnipräsent - zu recht. Das tiefe Schwarz und der extrem hohe Kontrast, der ein gutes Panel auszeichnet, sind extrem wichtig für die Ablesbarkeit der Uhr und für den Stromverbrauch. Die Auflösung liegt bei 454 x 454 Pixel, das ergibt eine Pixeldichte von 326 ppi.

Mir gefällt der Bildschirm der Watch GT ziemlich gut. Die Ablesbarkeit ist ausgezeichnet und alles schön scharf. Das einzige, was ich mir wünschen würde, wäre eine niedrigere Minimal-Helligkeit. Im Dunkeln, etwa im Schlafzimmer oder im Kino, ist das fast wie eine Taschenlampe am Handgelenk, wenn der Bildschirm angeht. Achtung, abgelutschter schlauer Spruch: Weniger ist halt manchmal mehr.

Die Watch GT kann viele Dinge nicht

Huawei hat sich bei der Watch GT gegen Wear OS und für ein eigenes System entschieden, nämlich Lite OS. Das klingt erst einmal unverständlich, hat Lite OS doch weniger Funktionen und nicht einmal einen Appstore. Doch Huawei positioniert die Watch GT weniger als Smartwatch, sondern eher als Sport-Uhr, und dafür sind weniger Software-Features nötig. Außerdem hätte man sonst nie so eine lange Akkulaufzeit erreichen können.

Es gibt erst einmal viele Sachen, die Lite OS nicht kann , und das sollte man wissen, bevor man über den Kauf der Watch GT nachdenkt. Ihr könnt mit der Uhr nicht bezahlen, Eure Musik nicht fernsteuern, nicht telefonieren, Nachrichten zwar lesen, aber nicht beantworten, keine Apps installieren und keine Musik darauf speichern, um sie offline zu hören. Auch die Buttons könnt Ihr nicht freu belegen, ebenso wenig dauerhaft die Uhrzeit mit Always-on-Display anzeigen. Ganz schön viele Einschränkungen.

Benachrichtigungen sind tatsächlich so eine Sache. Ihr könnt zwar in der Health-App auf dem Smartphone einstellen, für welche Apps Ihr Notifications bekommen möchtet. Das Problem nur: Alles andere als reiner Text ist nutzlos. Bilder aus WhatsApp-Nachrichten? Gibt's nicht. Den Inhalt von E-Mails? Nein. Sogar der Text von Nachrichten wird nicht sauber angezeigt, Wörter brechen einfach zwischen den Buchstaben um. Ich sag's ganz ehrlich: Das taugt nichts. Ich habe die allermeisten Benachrichtigungen abgeschaltet, nur WhatsApp, Telegram und SMS dürfen noch auf die Watch GT.

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Für Sportler ist die Watch GT gut geeignet. / © AndroidPIT

Viele Fitness-Funktionen

Was die Uhr gut kann, sind die klassischen Fitness-Tracker-Aufgaben: Schritte zählen, Puls messen - auch mit einstellbarem Alarm für dauerhaft hohe Herzfrequenz - , Aktivität erfassen, zur Bewegung animieren, das klappt gut. Auch das Schlaftracking finde ich ziemlich interessant. Wenn Ihr das nutzen wollt, solltet Ihr aber beim Zubettgehen daran denken, die Uhr auf "Nicht stören" zu setzen, sonst geht immer mal wieder das helle Display an, wenn Ihr Euch im Bett herum wälzt.

Mit der Watch GT könnt Ihr mehrere Sportarten Tracken: Laufen (Indoor/Outdoor), Gehen, Wandern, Cross-Country-Laufen, Radfahren (Indoor/Outdoor), Schwimmen (Indoor/Outdoor) und freies Traing (von Huawei mit "kostenloses Training" übersetzt). Über den unteren der beiden Knöpfe kommt Ihr schnell in die Liste der Sportarten. Für alles, was Outdoor geschieht, sucht die Watch GT ein GPS-Signal, findet es aber in aller Regel sehr schnell und genau.

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Na, gut geschlafen? Mal sehen, lass uns die Uhr fragen. / © AndroidPIT

Kein Coach am Handgelenk

Was Ihr nicht erwarten solltet, ist ein Coach in der Uhr, der Euer Training steuert. Zwar gibt es vier Lauf-Kurse, einen für Anfänger und welche zur Fettverbrennung, aber sonst nichts. Ich finde das halb so schlimm, schließlich trainieren die meisten Menschen, die sich eine solche Uhr kaufen, ja ohnehin schon mit Runtastic, Strava und anderen Fitness-Apps, da braucht man nicht unbedingt noch eine weitere auf einem proprietären System am Handgelenk. Andere Sport-Uhren bieten an der Stelle trotzdem mehr.

Ach ja, eins noch: Watchfaces. Da habt Ihr genau elf Stück zur Auswahl, mangels Appstore könnt Ihr auch keine weiteren herunterladen. Geschmackssache hin oder her: So richtig toll finde ich die alle nicht, wirklich modern wirkt für mich keines der Designs. Anders als bei Wear OS gibt es auch keine Möglichkeit, die einzelnen Watchfaces zu konfigurieren, etwa die Farben zu ändern oder andere Dinge anzeigen zu lassen.

Ich bin schneller als meine Uhr

So besonders ausgefallen ist die Uhr bei der Software also nicht, ok. Dann braucht sie ja auch keine allzu starke Power, richtig? Nicht so ganz. Die Watch GT läuft nicht wirklich flott,  und das stört mich ab und an schon. Ich bin von den vielen Wear-OS-Smartwatches, die von dem alten Qualcom Snapdragon Wear 2100 angetrieben werden, nicht unbedingt verwöhnt, was eine flotte Performance angeht, aber die Watch GT unterbietet das noch ein bisschen.

Die Bedienung ist immer ein bisschen ruckelig, manchmal reagiert die Uhr nicht beim ersten Mal auf meine Wischgesten oder wacht beim Hochheben der Hand nicht auf. Alles irgendwie nicht so schlimm eigentlich, zumal die Watch GT ja auch nicht so wahnsinnig teuer ist, aber eben doch nervig und irgendwie unnötig.

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Die Pulsmessung funktioniert ausgezeichnet. / © AndroidPIT

Ohne Smartphone nur die Hälfte wert

Übrigens: Die Watch GT hat nur Bluetooth als drahtlose Kommunikation an Bord, kein WLAN. Es gibt auch keine Option mit LTE-Modem. Ohne Smartphone in der Tasche seid Ihr also ziemlich eingeschränkt. GPS, Glonass und Galileo/Beidou werden nicht nur alle unterstützt, sondern arbeiten gleichzeitig, um die Genauigkeit der Positionsbestimmung zu verbessern.

Für die Sportlichen misst ein Huaweis TruSee 3.0 Pulsmesser den Herzschlag, dank Machine Learning soll die Messung sehr genau sein. Der direkte Vergleich ist hier schwierig, aber die Uhr misst meinen Puls durchgängig und ohne Probleme. Auch bei Übungen wie Liegestütz, wo die Handgelenke stark angewinkelt sind, fühlt mir die Watch GT immer korrekt den Puls.

Die Kraft der zwei Herzen

Das, was die Huawei Watch GT von den allermeisten anderen Smartwatches absetzt, ist die Akkulaufzeit. Die ist nämlich extrem lang, womit die Uhr bis zu einem ganzen Monat ohne Aufladen auskommen kann. Zumindest dann, wenn sie nur für die Uhrzeit und ohne gekoppeltes Smartphone genutzt wird. Wer Benachrichtigungen, regelmäßige Pulsmessung und andere Dinge aktiviert hat und noch dazu nicht mehr als 90 Minuten Tracking pro Woche absolviert, schafft immer noch stolze zwei Wochen, sagt Huawei.

Das wäre ein extrem guter Wert, wenn man das mit der Laufzeit der meisten Wear-OS-Uhren vergleicht, die beinahe jeden Abend an die Steckdose müssen. Wer alle Sensoren inklusive GPS und durchgängige Pulsmessung aktiv hat und dabei seine Aktivitäten trackt, kann immer noch 22 Stunden durchhalten - das ist auf dem Papier ganz hervorragend!

Das Beste daran: Die Angaben sind sogar wirklich realistisch. Auch mit dauerhaft aktivierter Pulsmessung und Benachrichtigungen hält die Watch GT tatsächlich problemlos zwei Wochen, inklusive Schlaftracking. Ja, man hat mit der Huawei-Uhr weniger Möglichkeiten als mit einer richtigen Smartwatch, aber der Akku entschädigt mich für die allermeisten Schwächen locker.

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Die Watch GT hat eine traumhafte Akkulaufzeit. / © AndroidPIT

Huawei erreicht diese Mega-Ausdauer damit, dass nicht nur ein, sondern gleich zwei MPUs auf dem SoC in der Watch GT stecken. Eines ist für die Grundfunktionen zuständig und extrem sparsam, das andere macht alles andere. Der Chipsatz stammt nicht von Hisilicon, sondern ist ein ARM Cortex M4. Der Akku in der Huawei Watch GT hat eine Kapazität von 420 mAh und wird mit dem beiliegenden Ladekabel und USB mit Strom versorgt.

Ich mag die Watch GT

Schon beim ersten Ausprobieren war mir fast klar, wie das Fazit zur Watch GT ausfällt: Die Uhr trägt sich angenehmen und hat zwar nicht viele Funktionen, dafür aber einen extrem starken Akku, der dafür sorgt, dass mir fast egal ist, wie wenig die Uhr kann. Schon ein bisschen paradox: Eine normale Uhr ziehe ich nicht an, finde es aber toll, wenn eine moderne Smwartwatch - ja, Huawei, ich weiß, eher Fitnesstracker - gar nicht so viel mehr kann, aber wenigsten zwei Wochen ohne Aufladen durchhält, während eine stinknormale Uhr jahrelang ohne Batteriewechsel auskommen kann. Sei es wie es sei: Ich mag die Huawei Watch GT, und knapp 200 Euro sind dafür nicht zu viel, wenn man sich bewusst ist, was sie kann und was nicht.

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Top-Kommentare der Community

  • Ahoi vor 1 Monat

    Und es gibt sie aus (Mammut-)Elfenbein mit Diamantenbesatz. Nicht zu vergessen der revolutionäre Sekundenzeiger für genauere Orientierung innerhalb der Minuten.

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  • Schade, Schade, Schade. Ich habe mir etwas mehr erhofft. Ich hatte den Tracker als Ersatz für meine Forerunner 235 gesehen. 7 Tage Akkulaufzeit sind, für diese Art der Uhr, der Hammer. Gut, meine Garmin kann das auch ist aber nicht ganz so schick.
    Kein WearOS? Ich habs gefeiert.
    LiteOS scheint aber noch einige Optimierungen zu benötigen. Deswegen habe ich meine Bestellung bei Amazon.fr (150€/Angebot) zurück genommen. Zudem kriegt Huawei es nicht gesch.... die zu liefern. Lieferzeit 1-2 Monate obwohl die Ende Oktober erscheinen sollte.
    Ich brauche keine Musik und muss nicht mit der Uhr quatschen. Aber Benachrichtigungen sollte sie schon besser anzeigen als meine Garmin.

    Leider gibts da draußen kaum etwas brauchbares was nicht viele hunderte Euro kostet - und selbst dann ist der Akku oft nach 24h komplett runter. Samsung Watch und Co? Wagst Du es mal GPS an zu machen ist die schneller leer als ne Flasche Bier in nem Werner-Film.

    Die Garmin hat dem Megavorteil des wirklich guten Webfrontends. Auch hier verspielt die Huawei den Preisvorteil. Sehr Schade. Alternativen gibts keine, aber mein Geld schmeiße ich nicht aus dem Fenster.


    • Die Smart-Uhr ist nicht ganz genau Smart.


      • Ja, das war mir vorher klar. Ist mir auch gar nicht wichtig. Die mit Wear 2 war für mich schon ein Reinfall u.a. wegen der Akkulaufzeit, deswegen habe ich danach die Forerunner geholt. Aber ruckeln oder miese Nachrichtenanzeigen kann ich 2018 nur in begrenztem Maße gebrauchen. Bissle ist ja kein Thema, aber wenn schon drüber geschrieben wird. Neee, ich bleibe dann bei der Forerunner. Zudem sieht man an der Auslieferung wie wichtig Huawei das ganze ist. Ende Oktober wird irgendwann Mitte/Ende Januar.


  • Wozu brauche ich eine Laufzeit von 1Monat kann die Uhr doch täglich aufladen nehme sie doch abends eh ab wenn ich nach Hause komme also das ist für mich kein Kaufkriterium.


  • Smartwatch halt... Kostet zuviel kann eigentlich generell nichts was man unbedingt braucht


  • Das teil sieht sowas von sch.....aus! Dafür wird ich keinen Cent ausgeben, wenn lieber die galaxy watch


  • Kann nicht viel, außer teuer!


  • Nun, mein Händler (ich weiss nicht ob es erlaubt ist den Namen zu nennen) bietet das Huawei Mate 20 Pro zum gleichen Preis mit der Uhr zusammen an (Fr. 997.-). Bis in zwei Wochen sollte ich beides haben, bin gespannt auf die Kombination und berichte danach gerne über meine Erfahrungen... Grüsse an die Gemeinschaft, Tom


  • Ich denke diese Uhr deckt fast alles ab wofür sich "Nicht Buisness User" eine Smartwatch kaufen plus dem wichtigsten : Eine richtig gute Akkulaufzeit.

    Auf den ersten Blick macht das Teil einen richtig guten Eindruck, wenn die Notifications einigermasen funktionieren und das Teil eine passable Steuerung für den Musicplayer mitbringt, dann ist diese Uhr wirklich interessant.


  • Was mich mehr als die fitnessfähigkeiten interessiert: habe ich auf dieser SmartWatch einen mit dem Handy synchronisierten Kalender? Was für Timer und Stoppuhr Funktionen gibt es? Habe ich die Möglichkeit mir Navigationsinformationen auf der Uhr Anzeigen zu können? Wenn das alles gegeben ist ist die Uhr evtl. 200 Euro Wert. Kann ich sie nur als Fitnesstracker benutzen der die Uhrzeit anzeigt und mich über Benachrichtigungen auf dem Handy informiert: das macht mein Mi Band 2 schon ausgezeichnet.


  • Puls sehr genau messen geht nur mit nem brustgurt, das sagt jeder Mediziner! Aber schön zu sehen das nicht auf android wear gesetzt wird, sondern auf ne eigene Entwicklung, genauso wie es Samsung macht mit tizen👌👍


  • Wann kann man mit einem ausführlichen Testbericht rechnen?


  • Dieser wunderschöne Fitnesstracker im Smartwatch-Design gefällt mir optisch äußerst gut. Könnte meine alteHuawei Watch ersetzen oder ergänzen, das ganze App-Zeugs nutze ich eh nicht. Hoffe das ein paar Watchfaces drauf sind, die ansehnlich sind. Werde mir das Teil mal genauer ansehen.


  • Eine Smartwatch kann einen analog Chronographen nicht ersetzen.

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