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HTC Desire 510 im Test: Schaufenster zur neuen Prozessor-Generation

HTC hat mit dem Desire 510 eine wirkliche Überraschung geliefert. In meinem Test in dieser Woche zeigte es sich ausdauernd und leistungsstark. An manchen Stellen hingegen erlaubte es sich unverzeihliche Schnitzer.

HTC Desire 510: Release und Preis

Das HTC Desire 510 wird ab Mitte September in den Farben Weiß und Dunkelgrau erhältlich sein, die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 199 Euro.

Bewertung

Pro

  • Zwei Tage Akkulaufzeit
  • Gute Prozessorleistung
  • Slot für microSD-Karten
  • Austauschbarer Akku

Contra

  • Wenig Arbeitsspeicher
  • Wenig Hauptspeicher
  • Grobkörniges Display
  • Ungenaue Touch-Eingabe

HTC Desire 510: Design und Verarbeitung

Die Polycarbonat-Hülle macht einen weichen, kratzfreudigen Eindruck. Der Rückseiten-Deckel wird über 16 Spangen mit jeweils wenig aber insgesamt ausreichend Spannung festgehalten. Dadurch lässt er sich einfach mit dem Fingernagel am unteren Rand des Gerätes lösen. Dann erhält man Zugriff auf den 2.100 Milliamperestunden fassenden Akku. microSD-Karten mit bis zu 128 Gigabyte oder Micro-SIM-Karten lassen sich nur austauschen, wenn die Rückseite entfernt wurde. Unter dem Deckel sammelt sich nach einigen Tagen Nutzung gerne ein wenig Staub an.

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Das HTC Desire 510 ist auch in Schwarz erhältlich. / © ANDROIDPIT

Da das Gehäusematerial wirklich weich ist, empfiehlt sich der Kauf einer Schutzhülle. Hier bietet HTC mit seinen Dot-View-Hüllen spezielles Zubehör an. Während die zum Desire 510 passende Hülle zum Zeitpunkt des Tests noch nicht im Shop aufgelistet wird, rechne ich damit, dass sie wie für das One M8 knapp 40 Euro kosten wird. Wie ihr Name schon ahnen lässt, ist die Hülle teildurchsichtig und zeigt durch eine Lochmaske Uhrzeit und selbst ausgewählte Benachrichtigungen an.

HTC Desire 510: Display

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Nicht der schärfste seiner Klasse: Der Bildschirm des HTC Desire 510 ist stark winkelabhängig und seine Touch-Sensoren sind unzuverlässig. / © ANDROIDPIT

Das 4,7 Zoll große Display stellt 854 x 480 Pixel dar, die stark abhängig vom Betrachtungswinkel mal mehr und mal weniger Kontrast darstellen können. Eine automatische Helligkeitsregelung gibt es zwar, aber die maximale Helligkeit macht an sonnigen Tagen trotzdem wenig Freude. Farben werden aber recht natürlich wiedergegeben. 

Die geringe Pixelzahl macht sich mehrfach bemerkbar. Schriften sehen beim genauen Hinsehen körnig aus und in Spielen ist deutlich ein Treppeneffekt an Polygonkanten zu erkennen. Durch den starken Prozessor laufen Spiele auch bei forcierter "4x MSAA"-Kantenglättung noch flüssig. Diese findet Ihr in den erweiterten Entwicklereinstellungen. 

Bei den Touch-Eingaben kam es mitunter vor, dass das Desire meine Bewegungen überinterpretiert hat und ich etwas zu schnell am Ende der Seite angelangt war. Dieses Entgleiten trat regelmäßig auf und sorgte durchaus für Unmut. Insbesondere bei filigranen Bewegungen wie Pinch-to-Zoom zuckte das Bild stark. Da kommt schnell Frust auf und da kann HTC hoffentlich per Software-Update nachbessern, wenn noch mehr Kunden auf dieses Problem stoßen.

HTC Desire 510: Software

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Das HTC Desire 510 kommt mit HTC Sense 6.0 und etlichen seiner Extras daher. / © ANDROIDPIT

Im Gegensatz zum sechs Monate älteren Desire 516 spendiert HTC dem Desire 510 seinen Hersteller-Aufsatz Sense 6.0. Blinkfeed, Zoe, und Co. mitsamt den Anpassungsmöglichkeiten sind mit von der Partie. Derzeit kommt Android 4.4.3 zu Einsatz. Ob HTC in dieser Preisklasse schnelle Updates nachliefert, wird sich zeigen. Ein Android-L-Update würde zumindest dem Prozessor guttun. 

HTC Desire 510: Performance

Die Performance des HTC Desire 510 ist erstaunlich gut. Besonders die LTE-Antenne sorgt unterwegs für schnelles Surfen und der brandneue Prozessor, ein 64-Bit-fähiger Snapdragon 410 mit vier A53-Kernen mit je 1,2 GHz, arbeitet flott und sparsam. Erst, wenn wirklich viele Apps gleichzeitig geöffnet sind und viele Dienste im Hintergrund arbeiten, stößt das eine Gigabyte RAM an seine Grenzen und sorgt für Nachlade-Verzögerungen. Die meisten Apps sind aber einsatzbereit, bevor man zuende geseufzt hat. Und wenn sie laufen, dann laufen sie ordentlich. 

HTC Desire 510: Kamera

Die 5-Megapixel-Kamera des HTC Desire 510 kommt ohne LED-Blitz aus und arbeitet daher nur bei Tageslicht wirklich zuverlässig. HTC nutzt ab Werk als Kamera-Software lediglich die AOSP-Kamera. Selfie-Cam (0,3 Megapixel) und Haupt-Kamera liefern natürliche Farben und lösen sehr schnell aus. Im Dunkeln kommt es zum üblichen Rauschen. Mehr Infos zum Verhalten der Kamera in bestimmten Belichtungsszenarien findet Ihr in den jeweiligen Bildunterschriften.

HTC Desire 510: Akku

Der Akku fasst ordentliche 2.100 mAh, was für die Preisklasse aber gewöhnlich ist. Dies weckt zunächst keine großen Hoffnungen. Da HTC allerdings mit dem neuen Snapdragon 410 einen sehr sparsamen Prozessor eingebaut hat, konnte ich in meinem Test zwei Tage lang das Gerät ganz herkömmlich verwenden (WLAN ständig eingeschaltet, ansonsten immer im LTE-Netz, Bildschirmhelligkeit automatisch, zwei Stunden tägliche Nutzung mit Internet), bevor es wieder an eine Stromquelle musste. Dies liegt auch zum Teil daran, dass HTC bei den letzten 15 Prozent einen Energiesparmodus aktiviert.

HTC Desire 510: Technische Daten

Abmessungen: 139,9 x 69,8 x 9,99 mm
Gewicht: 158 g
Akkukapazität: 2100 mAh
Display-Größe: 4,7 Zoll
Display-Technologie: LCD
Bildschirm: 854 x 480 Pixel (208 ppi)
Kamera vorne: 0,3 Megapixel
Kamera hinten: 5 Megapixel
Blitz: Nicht vorhanden
Android-Version: 4.4.3 - KitKat
Benutzeroberfläche: HTC Sense
RAM: 1024 MB
Interner Speicher: 8 GB
Wechselspeicher: microSD
Chipsatz: Qualcomm Snapdragon 410
Anzahl Kerne: 4
Max. Taktung: 1,2 GHz
Konnektivität: HSPA, LTE, Bluetooth 4.0

Abschließendes Urteil

Für unter 200 Euro bekommt man beim HTC Desire 510 teils modernere Technologie als bei vielen anderen Geräten dieser Klasse, aber es ist nicht das beste Smartphone in der Preisliga. Das Moto G für 169 Euro kommt dem 510 technisch noch am nächsten und trumpft mit seinem HD-Display und 16 GB Flash-Speicher; das LG G2 Mini für 176 Euro schiebt auch mehr Pixel vorne raus und kann neben LTE sogar NFC.

Der 64-Bit-taugliche Prozessor im Desire 510 wartet noch das Android-L-Update ab, bis seine Kraftreserven genutzt werden können. Und bis dahin wird es für die oben genannten Konkurrenten wahrscheinlich Nachfolger zum ähnlichen Preis geben und diese werden auch den Snapdragon 410 nutzen; zumindest ist das sehr wahrscheinlich. Bis dahin ist das HTC Desire 510 womöglich ein Schaufenster-Exemplar für die neue, sparsame Prozessor-Generation und eine Smartphone-Mittelklasse mit zwei oder mehr Tagen Akkulaufzeit. Und diese Entwicklung ist mehr als begrüßenswert. 

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2 Kommentare

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  •   26

    Jetzt wo du es sagst, mit den On Screen Tasten unten ist die nutzbare Fläche des Bildschirms ganz schön klein.


  • Ich finde es ziemlich schade das man hier das neue M8 Design wählt und nicht das vom Jahre 2013. Denn die Leiste ist einfach nur unnötig. Das Desire 820 hat die Entschuldigung, das die Lautsprecher unten und oben platz nehmen. Jetzt sind die aber nicht da. Und andere Herrsteller schaffen es doch auch, deren Handys kompakter zu machen. Das ist eher ein Rückschritt sogar für die Mittelklasse.

    Da wäre ein LG G2 mini die bessere Alternative...

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