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Googles Messenger: Es geht um die Daten, nicht um Hangouts, Duo oder Allo

Google Hangouts, Google Duo, bald Google Allo: Diese drei Messenger will Google parallel betreiben. Was zunächst wirr und paradox klingt, könnte einem großen Plan dienen. Geht es Google wirklich nur um die beste Messenger-Experience? Mit Verlaub: Zweifel sind angebracht.

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Schon im Mai sprach Eric Schmidt auf der niederländischen Veranstaltung Startup Fest Europe über Allo und Duo. Dort sagte er, Google Allo sei besser als alles andere im Markt. Bevor man Allo kritisiere, solle man es bitteschön einmal ausprobieren. Das ist auch Monate nach dem Interview unmöglich. Angesichts dieser starken Worte fragt man sich, warum Google Allo eigenständig entwickelt und nicht beispielsweise Hangouts verbessert und optimiert.

Eine konkrete Antwort darauf bleibt Schmidt schuldig und auch Monate nach der Präsentation der Messaging-App scheint es keine befriedigende Lösung zu geben. Schmidt versucht sich daran, einen Hinweis zu geben. Google arbeite in Form von Experimenten. Im Fall der verschiedenen Messenger sei es daher gar kein großes Problem, dass man verschiedene Angebote mache: Welcher Messenger auch immer das Rennen mache, die Verlierer können leicht in die erfolgreiche Plattform integriert werden.

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Google Duo und Allo: Viele Konkurrenten / © AndroidPIT

Ein wenig paradox ist die Situation durchaus: Google sucht mit immer neuen Messenger-Plattformen nach einem Sieger, den es aber kaum geben kann, weil die meisten Kunden an einer Plattform interessiert sind, die eben nicht als Experiment gestartet ist. Für User ist es weit intuitiver, sich für ein konkretes und klares Angebot zu entscheiden. Das erhalten sie von Facebook, von WhatsApp oder gar von Apple.

Allo sei einzigartig in seinem Ansatz, Maschinen-Lern-Methoden in eine Messenger-App zu integrieren, so Schmidt. Aktuelle Informationen über Allo deuten aber schon an, dass es für Google sehr schwer werden wird, User von WhatsApp oder Facebook Messenger wegzulocken: Allo wird keine Multi-Device-Fähigkeit haben, also ein gravierendes Problem von WhatsApp nicht lösen können. Mit dem Single-Device-Ansatz fällt Allo sogar hinter Hangouts zurück. Und während bei Google Duo noch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Gespräche als Grund herhalten musste, ist dies bei Allo nicht der Fall.

Besonders einfach zu verstehen ist bei Allo die Integration des Google-Kontos: Das wird für die Google-Assistant-Funktionen benötigt, nicht aber als Mittel zum Chat-Sync verwendet. Und Kontakte findet Ihr über Euren Google-Account auch nicht. (Quelle: AndroidPolice.com)

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Google Allo, Duo und Hangouts sollen parallel existieren. / © AndroidPIT

Noch ist es zu früh, Allo abzuschreiben: Einerseits hat ja Eric Schmidt Recht, wenn er sagt, "Probiert die App aus". Andererseits zeigen die vorab durchgesickerten Informationen, dass Allo wohl kaum mit Features wie Sicherheit, Datenschutz oder anderen praktischen Funktionen punkten wird.

Google ist eine "data company": Duo, Allo und Hangouts sind Teil von etwas anderem

Auf dem Startup Fest spricht Eric Schmidt übrigens über den Zusammenhang von künstlicher Intelligenz, Maschinenlernen und Daten: Im Kern sei Google eine Firma, deren Geschäftsmodell Daten sind. Für Maschinenlern-Algorithmen sind Daten das entscheidende Futter: Je mehr davon Google als Trainingsdaten verwenden kann, um so bessere Ergebnisse liefern die Algorithmen.

Was wäre nun, wenn Google Allo, Duo und Hangouts genau dafür nutzt? Google speichert die Daten über die Entscheidung zur Installation und zur späteren Verwendung der Apps. Mit diesen Daten ausgestattet, könnte Google dann das Verhalten der Verbraucher auswerten und für kommende Produktentscheidungen einsetzen.

Jede Plattform steht dann für ein Prinzip: Allo für den innovativen Messenger, Duo für minimalistische, konzentrierte Umsetzung eines Features und Hangouts für die Rundum-Lösung. Aus den Daten kann Google Präferenzen der User herausarbeiten.

HK
Hans-Georg Kluge
Es geht Google um die Daten, nicht um den Sieger aus Hangouts, Duo oder Allo.
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Werdet Ihr Teil dieses Google-Experiments? Oder bleibt Ihr WhatsApp oder anderen Messengern treu und verzichtet auf Allo oder Duo? Schreibt Eure Meinung in die Kommentare.


Dieser Artikel basiert auf einem Kommentar von meinem Kollegen Chris Marshall.

Top-Kommentare der Community

  • Conjo Man vor 3 Monaten

    Nutzt doch einfach Telegram oder Threema :-)

  • 13
    ChrisBlack2k vor 3 Monaten

    Firmen wie Google wollen natürlich das Nutzererlebnis verbessern. Ein besseres Nutzererlebnis bringt mehr Nutzer, somit mehr Daten, somit mehr Geld.
    Google kommuniziert eigentlich recht offen damit, womit sie ihr Geld machen

63 Kommentare

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  • Das Problem ist schlicht, dass dies alles deutlich zu spät kommt. Wie schon oft hier erwähnt, haben alle ihren Stamm-Messenger bereits gefunden, sei es WhatsApp, FB oder was auch immer. Warum wechseln, wenn alles funktioniert und >90% der Kontakte den selben Messenger nutzen? Ich glaube nicht, dass es Allo schaffen wird, eine Wechseldynamik auszulösen. Einziges Alleinstellungsmerkmal ist der Assistant, deswegen sollte die App auf jeden Fall mal ausprobiert werden. Dabei wird es dann allerdings bei den meisten bleiben, da viele Menschen gegen Veränderungen ohne wirklichen Mehrwert sind.

  • 5

    Hab keinen dieser Messenger.
    Braucht man/frau einen Messenger um zu überleben?
    Entsteht durch einen Messenger bei Menschen wirklich die hochgelobte Kommunikation (1.000 Kontakte aber man/frau spricht nur mit fünf von ihnen) oder lernt man dabei nur unauffällig den Umgang mit der winzigen Tastatur?
    Sage nur - Viel Geredet und nichts gesagt.
    Eine charmante Frau sang mal über 99 Prozent die du nicht brauchst........

  • Ich mache bei beiden mit. Duo ist so einfach, dass sogar meine Mutter, die schon sehr lange in Rente ist, gut damit klar kommt. Hangouts war da zu kompliziert, und funktionierten bei geringer Bandbreite (z.B. über 2G oder überlastetes Hotel-WLAN) nicht. Bei Allo interessiert mich der dahintersteckende Google Assistant. Ob da viele Leute mitmachen interessiert mich wenig. Auch wenn es jetzt verdammt arrogant klingt: Die Leute, die mit mir per Meesnger kommunizieren wollen, nehmen den, den ich auch nehme. Es ist ja nicht so, dass es keine anderen Kommunikationsmittel mehr gäbe.

  • C. F. vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    "Werdet Ihr Teil dieses Google-Experiments? Oder bleibt Ihr WhatsApp oder anderen Messengern treu und verzichtet auf Allo oder Duo?"........wer WhatsApp nutzt, ist Teil des facebook-Experiments. Also auch nicht besser. Vom Regen in die Traufe.

  • Oh, Google geht es tatsächlich um Daten? Das kommt jetzt aber total überraschend.

  • Nutzt doch einfach Telegram oder Threema :-)

  • Ace vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Wow wie viele sich beschweren das se versucht haben zu wechseln und niemand kam man muss standhaft beim wechsel bleiben ich habe von meinen 110 kontakten 103 zu telegram bewegt die restlichen 7 werden spätestens wechseln wenn ixh nicht auf deren sms antworte

    • Tenten vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Das ist ja schön für dich, dass du deine Kontakte so gut im "Griff" hast, dass sie für dich alle wechseln.
      Ich jedenfalls würde nicht soweit gehen, mir von jemand aus dem Bekanntenkreis den Messenger diktieren zu lassen. Der kleinste gemeinsame Nenner ist immer noch die SMS und wenn einer partout meint, er müsse mir nicht mal mehr dort antworten, weil ich seinem Diktat nicht folge, dann brauche ich denjenigen auch nicht in meinen Kontakten. Das klingt vielleicht jetzt schroff, aber ich denke, so handhaben es doch die meisten.

    • DiDaDo vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Aber Satzzeichen hast du auf deiner Tastatur?

    • Th K vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Ach, der Kollege erzählt doch Käse. Als ob sie wegen ihm wechseln, wenn er nicht mehr antwortet. Wer will solche Kontakte, die einem einen alternativen Messenger aufzwingen? :D

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