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4 Min Lesezeit 7 Kommentare

Das sagt uns die Fuchsia-Oberfläche Armadillo über Googles neues OS

Googles Fuchsia könnte der Nachfolger von Android werden. Seine Benutzeroberfläche Armadillo zeigt schon jetzt, wie das System künftig aussehen könnte. Außerdem gibt sie Aufschluss darüber, wie Googles neues System tickt. Wir gehen ein paar der Ideen Schritt für Schritt durch.

Google hat ein Team angeheuert, das sich in Vollzeit mit der Entwicklung eines Nachfolgers für Android beschäftigt. Welche Implikationen das für Android hat und wie das System im Kern aussieht, hat Kollege Hans-Georg schon analysiert. Heute betrachte ich die Oberfläche des Systems genauer. Denn diese steht an mehreren Quellen zum Download bereit und lässt sich als APK auf Android-Smartphones installieren. Das habe ich prompt gemacht und beschreibe Euch meine ersten Eindrücke und will mit Euch diskutieren, wie ein System mit Armadillo-Oberfläche funktionieren könnte.

Zunächst einmal bemerkenswert ist das einspaltige Layout. Offenbar wird Fuchsia in der Lage sein, alle Inhalte auf einer langen Seite unterzubringen. Kein Wischen über etliche Homescreens oder lange Listen im App Drawer mehr. Stattdessen werden App-Symbole, Benachrichtigungen und Widgets zu so genannten Stories verschmolzen.

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Der Startbidschirm links zeigt Euer Bild; ein Tipp darauf zeigt wichtige Schnelleinstellungen. Darüber folgen Stories (Mitte), die sich, wie rechts gezeigt, aufklappen lassen und Apps starten. / © AndroidPIT

Der Startbildschirm zeigt sich schlicht; nur Euer Nutzerbild ist zu sehen. Tippt Ihr es an, öffnet sich ein Menü mit Schnelleinstellungen für Lautstärke und Verbindungen. Die bisher im Mock-up gezeigten Buttons sind ohne Funktion, sodass wir nicht wissen, was sich hinter More verbergen würde. Doch spannender geht es ohnehin weiter oben im Bild zu.

Darüber nämlich sollen sich die Stories verbergen. Diese werden zunächst einzeln vertikal angeordnet. Ihr könnt sie jedoch beliebig sammeln und so Ordnung schaffen. Dabei steht entweder die Split-Screen-Anordnung oder eine Tab-Sammlung zur Auswahl.

Beide Sammlungs-Typen unterstützen beliebig viele Einträge, jedoch stürzt das Split-Screen-System in der bisherigen Version recht früh ab. Wir konnten aber sämtliche Stories der Armadillo-APK in einer einzigen Tab-Sammlung zusammenfassen. In der Praxis könntet Ihr also Apps thematisch zusammenfassen, wie Ihr es derzeit mit Ordnern tut.

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Es gibt entweder Split-Screen oder Tabs für Stories. / © AndroidPIT

Tippt Ihr dann wieder auf den Home-Button, der im Übrigen der einzige Button zu sein scheint, bleiben diese Sammlungen erhalten. Dem Aussehen nach zu urteilen, werden die Kacheln mit Benachrichtigungen der jeweiligen Apps gefüllt sein, sodass Live-Infos schneller abrufbereit sind. Damit wäre das in Android inzwischen kaum noch überschaubare Benachrichtigungssystem endlich überflüssig.

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Story-Sammlungen bleiben zusammen. / © AndroidPIT

Unterhalb Eures Nutzer-Icons befindet sich eine Liste so genannter Suggestions. Diese erinnern stark an die Google-Now-Kacheln, die zum Teil aus Euren Terminen, zum Teil aus Euren Interessen zusammengestellt werden. Tippt Ihr sie an, öffnen sie eine Eurer Apps mit einer schicken, Material-Design-artigen Animation.

Generell präsentiert sich Fuchsias UI Armadillo klar und einfach. Geöffnete Apps zeigen immer zunächst ihren Namen an. Das ist vor allem dann praktisch, wenn die App von einer der Suggestions aus geöffnet wurde. Anschließend verschwindet der Name und die App geht in den Vollbildmodus. Die Benutzeroberfläche kommt erst wieder durch Wischgesten vom Bildschirmrand zum Vorschein.

Erstes Fazit: Armadillo kann das Konzept der Konzepte sein

Meinem Gefühl nach kann die von Google entwickelte neue Smartphone-Oberfläche die ideale Lösung für jeden sein. Anstelle von App-Icons gleich Kacheln zu verwenden und diese auch noch mit Live-Infos zu versehen, ist ein Geniestreich, auch wenn wir ihn schon von Windows kennen. So haben Gelegenheitsnutzer mit unter zehn Apps alle Infos innerhalb weniger Sekunden abgerufen.

Heavy-User hingegen, die über 50 Apps verwenden, können durch die praktische Stapelfunktion Ordnung halten und haben unterm Strich ebenso wenige Kacheln auf dem Startbildschirm wie ein Gelegenheitsnutzer. Durch die Bündelung der Benachrichtigungen in diesen Kacheln bleiben sie für jede Benutzergruppe beherrschbar.

Google ist mit Armadillo auf der richtigen Fährte und könnte die Bedienung unserer Smartphones tatsächlich vereinfachen, ohne sie zu beeinträchtigen. Habt Ihr schon Armadillo ausprobiert? Oder verwendet Ihr einen Launcher, der ein ähnliches Konzept verfolgt? Was ist Euer favorisiertes Bedienkonzept?

7 Kommentare

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  • Moritz Deussl
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    11.05.2017 Link zum Kommentar

    Ich habe mir die Apk heruntergeladen und mir gefällt die neue UI. Aber wenn man viele Apps hat wird die Liste lang werden...

    Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, das das neue Betriebssystem genauso erfolgreich wird wie Android da Android ja deutlich und wirklich deutlich mehr Marktanteile besitzt.


  • Würde man mehr einheitliche Standards und Richtlinien festlegen könnte Android noch um einiges besser sein. Vor allem Performance und Fragmentierung sind noch Probleme


  • Endlich mal ein interessanter Beitrag. Ab und zu findet man ja doch noch Motivation, hier im Magazin zu lesen... :D


  • Das ist mal ein guter Beitrag, so finde ich es persönlich gut. Unvoreingenommen an das Projekt herangehen testen und die Erfahrungen mitteilen.


  • Eine sehr schönes und interessantes System, freu mich schon wenn erste Geräte erfolgreich damit laufen. Was noch interessant wäre, ob das System offen ist und nicht wie bei Android oder ios erstmal rooten muß und sich die Garantieleistungen verspielt

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