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3 Min Lesezeit 9 Kommentare

ARCore: Googles ARKit-Antwort kommt für Pixel und Galaxy S8

Augmented Reality hat in den vergangen Wochen dank Apples ARKit für Furore gesorgt. Nun legt Google nach und veröffentlicht ARCore als Preview und zeigt damit eine eigene AR-Plattform ohne weitere Hardware-Voraussetzungen.

ARKit war das große Highlight der vergangenen Apple-Keynote, auf dem unter anderem iOS 11 präsentiert wurde. Mit ARKit sind Augmented-Reality-Apps möglich, die neben dem Smartphone (in diesem Fall einem iPhone) keine weiteren Voraussetzungen benötigen. Zwar arbeitet Google seit Langem an der AR-Technologie Project Tango, doch Tango benötigt zusätzliche Sensoren im Smartphone - sogenannte Time-of-Flight-Kameras. Aktuell gibt es nur das Lenovo Phab2 Pro und das ZenFone AR, die diese mitbringen. ARCore ist komplett in Software realisiert und verzichtet somit auf diese Voraussetzung.

Googles Antwort auf ARKit heißt ARCore

ARCore basiert auf der Tango-Technologie. ARCore erlaubt es Entwicklern, Augmented-Reality-Apps zu entwickeln, die auf einer Reihe Android-Smartphones laufen. Dabei konzentriert sich die Plattform zunächst auf drei wesentliche Merkmale.

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Google ARCore blendet Objekte in die Realität ein. / © Google

Zum einen das Tracking von Bewegungen des Smartphones mit Hilfe der Kamera und Lagesensoren, wodurch virtuelle Objekte stets an einem Ort bleiben. Zweitens erlaubt die Plattform die Umgebung zu verstehen. Das sorgt dafür, dass ARCore Tische oder Ebenen erkennen kann. Drittes Feature ist eine Lichtanalyse, mit der es Entwicklern möglich ist, virtuelle Objekte korrekt zu beleuchten.

ARCore erledigt für App-Entwickler also die wichtigsten Aufgaben, um digitale Objekte in das Kamerabild zu integrieren. Der zweite genannte Punkt ist dabei von entscheidender Bedeutung: ARCore erkennt ebene Flächen wie Tischplatten, den Boden oder ähnliches - und zwar in seiner dreidimensionalen Ausdehnung. Eine App, die ARCore verwendet erhält von der AR-Plattform ein Gitternetz mit den erkannten Ebenen und kann darin digitale Objekte - zum Beispiel Figuren oder Schilder - einbauen. Eine 3D-Engine wie Unity oder die Unreal Engine rendert die Objekte und ARCore blendet diese ins Kamerabild ein - fertig ist die AR_Anwendung.

Inwiefern Google mit ARCore an Apples ARKit herankommt, muss sich noch zeigen. ARCore sei jedoch der nächste Schritt im Bereich AR, sodass die Plattform sicher weitere Features erhalten wird.Google will außerdem Prototyp-Browser veröffentlichen, die ARCore ins mobile Web bringen. Dann könnten also Webseiten die Fähigkeiten von ARCore nutzen, ohne dass dafür eine App installiert sein müsste.

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ARCore funktioniert ohne zusätzliche Sensoren. / © Google

Zunächst wird Google das SDK von ARCore als Preview-Version veröffentlichen. Aktuell werden Google-Pixel- und Galaxy-S8-Smartphones unterstützt - als Anforderung gibt Google außerdem Android 7.0 und neuer an, was bei beiden Smartphone-Reihen ohnehin der Fall ist. Google arbeite mit Samsung, Huawei, LG, Asus und anderen Herstellern zusammen, um den Support für ARCore weiter auszubauen. Google möchte aber sicherstellen, dass die Qualität und die Performance stimmen. Ob also tatsächlich alle Android-Smartphones (ab Android 7.0) ARCore unterstützen werden, ist noch nicht absehbar. Zum Ende der Preview will Google mit ARCore jedenfalls 100 Millionen Smartphones am Markt unterstützen.

Wie lange ARCore als Preview für Entwickler bereit steht, ist aktuell nicht bekannt. Einige Experimente, die mit Hilfe von ARCore entstanden sind, könnt Ihr Euch bereits ansehen.

9 Kommentare

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  • Eine interessante Entwicklung im Bereich des Software AR!

    Ich gehe stark davon aus, dass Apple auf der iPhone Vorstellung dieses Thema zeigen wird und vorerst in den neuen Handys 7S/Plus sowie 8 anbieten wird.

    Hoffentlich kommt das Google AR Kit als App und nicht als Software Update, was dann wieder fast kein Nutzer mit Devices aus 2017 nutzen werden kann?! 😕😯


  • Cool! Schritt für Schritt verbessert Google die Technologie. Uns erwartet eine gute Zukunft.


  • Bei aller gebotenen Bescheidenheit, aber das war vorhersehbar:

    https://www.androidpit.de/google-tango-vs-arkit-google-hat-die-erste-runde-verloren?c=2432800#comment2432800

    Gerüchten zufolge soll auch das iPhone 8 einen Laserentfernungsmesser bekommen, in den Gerüchten ist allerdings die Rede von einem VCSEL-Emitter, was ich für weniger erheblich halte, nicht aber von einer ToF-Kamera, die einem einzelnem Time of Flight Entfernungsmesser für die Tiefenerfassung insofern überlegen wäre, als sie so viele Entfernungsmesser hat, wie sie Pixel hat.

    http://strandgazetteweb.com/2017/07/14/alles-fur-ar-iphone-8-mit-laser-entfernungsmesser.html

    Es kochen halt alle nur mit Wasser, und ein Rennen ist erst gewonnen, wenn der Sieger die Ziellinie erreicht.

    Quelle: strandgazetteweb.com


    • Ja, in meinem damaligen Artikel hatte ich ebenfalls angerissen, dass eine Software-Lösung kommen muss - gerade im Android-Bereich: Welcher Hersteller ist schon bereit, zusätzliche Komponenten einzubauen, wenn die Margen ohnehin auf Kante genäht sind?


  • Wenn es außer Android 7.0 (und natürlich leistungsstarker Prozessoren etc.) keine weiteren Voraussetzungen gibt, ist das eine super Sache. Tausend mal besser, als Tango


    • Das ist aktuell noch etwas schwammig. Google will schon sichergehen, dass die Qualität des Trackings und der Bildqualität stimmt. Insofern wird es später vielleicht nicht für alle Android-Smartphones verfügbar sein.


    • Also gehen wohl nach aktuellen Infos die Flagschiffe aus 2016 leer aus... Ohh jehh Google so wird das wieder nix mit einem möglicherem Erfolg werden! 😪😰


      • Die Hoffnung darauf würde ich noch nicht begraben. Noch ist ARCore eine Preview und diese soll auf mehr und mehr Smartphones ausgerollt werden. Ich denke schon, dass eine finale Version auch auf älteren Highend-Smartphones laufen wird.

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