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5G in Deutschland: Wann kommt es, was kostet es, was bringt es?
5G 4 Min Lesezeit 15 Kommentare

5G in Deutschland: Wann kommt es, was kostet es, was bringt es?

In diesem Jahr startet 5G in vielen Ländern dieser Welt und natürlich auch in Deutschland. Doch bevor es richtig losgehen kann, ist noch viel zu tun. Viele Menschen fragen sich zudem: Was kann 5G eigentlich, was habe ich davon, und vor allem wie teuer ist das alles? Wir klären auf.

Was ist 5G überhaupt?

5G ist ein neuer Mobilfunkstandard, der momentan weltweit aufgebaut wird. Er ist die logische Fortsetzung von 3G (UMTS) und 4G (LTE). Um 5G zu nutzen, müssen die Provider neue Antennen aufbauen, die Funksignale in anderen Frequenzen senden und empfangen können als bisher. Diese gliedern sich im Prinzip in zwei Bereiche, die in Sub6 und mmWave aufgeteilt werden können. Sub6 bezeichnet den Bereich unterhalb von 6 GHz und hat eine deutlich höhere Reichweite als mmWave, das im Bereich von 26 GHz stattfindet - eben "Mikrowelle". Die mmWave-Antennen haben eine höhere Leistung und ermöglichen schnellere Datenübertragungen, aber eine geringere Reichweite. In Ballungsräumen dürfte 5G eher mit mmWave ausgebaut werden, in der Fläche mit Sub6. Allerdings werden zuerst die Sub6-Frequenzen versteigert, die mmWave-Pakete kommen später.

Was ändert sich mit 5G?

Der neue Mobilfunkstandard hat verschiedene Vorteile. Da wäre einmal die Übertragungsgeschwindigkeit, die mit 5G bis in den Gigabit-Bereich hinein gesteigert wird. Das ist jedoch nicht das Wichtigste. Im Vergleich mit UMTS und LTE hat 5G deutlich geringe Reaktionszeiten für die Verständigung von Sender und Empfänger. Diese sogenannte Latenz schafft neue Einsatzmöglichkeiten, etwa für die Maschinensteuerung, selbstfahrende Autos oder Computerspiele, die über das Internet gespielt werden. Sogar Hirn-Operationen sind aus der Ferne möglich. Am Ende ebenfalls wichtig: Mit 5G können viel mehr Geräte pro Mobilfunkzelle ans Netz angebunden werden. Für die vielen Sensoren und Gerätschaften im Bereich der Digitalisierung, Industrie 4.0, Smart Home und mehr ist das unerlässlich.

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Für den 5G-Ausbau sind viele neue Antennen notwendig. / © Telekom

Wer baut in Deutschland 5G-Netze?

Das steht noch nicht fest und hängt vom Ausgang der Frequenzauktion ab. Wenn alle Bewerber erfolgreich sind und sich Frequenzblöcke sichern können, sind es die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica/O2 und 1&1/United Internet. Gerade Newcomer 1&1 hat ernsthafte Ambitionen, zum vierten deutschen Netzbetreiber zu werden, auch wenn Firmenboss Ralph Dommermuth sagt, man werde nicht um jeden Preis auf die 5G-Frequenzen bieten. Doch gleich zum Start gab 1&1 ordentlich Gas im Rennen um die 5G-Frequenzen. Wie die Auktion ausgeht? Ende offen.

Wie teuer ist 5G?

Diese Frage hat mehrere Dimensionen. Da wäre zunächst einmal die Frequenzversteigerung, die seit dem 19. März läuft. Mit der hundertsten Runde stehen wir bei einem Betrag von über 2 Milliarden Euro, die gesammelt in die Staatskasse fließen würden - doch das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Experten rechnen damit, dass es am Ende mindestens 5 Milliarden Euro werden, den die Netzbetreiber für die 5G-Frequenzen zahlen müssen, vielleicht auch mehr.

Als nächstes kommt der eigentliche 5G-Netzausbau, und auch der geht deutlich in die Milliarden. Die Provider schätzen, dass in den kommenden Jahren bis zu 25 Milliarden Euro in den 5G-Ausbau fließen werden - und zwar bei jedem einzelnen Netzbetreiber. Das bedeutet, dass rund 100 Milliarden Euro für die 5G-Infrastruktur investiert werden, und das nur zum Start.

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Das Galaxy S10 5G von Samsung unterstützt die neue Mobilfunk-Generation. / © AndroidPIT

Am Ende der Kette stehen dann die Kunden, denn auch die werden mehr zahlen müssen, um 5G auf dem Smartphone nutzen zu können. Wie sehr sich die Kosten für die Handynutzung durch 5G erhöhen, lässt sich noch nicht seriös abschätzen, doch eins ist klar: Die Provider müssen die Milliarden wieder reinholen, und das werden sie zumindest teilweise bei den Endverbrauchern tun.

Wann kann ich 5G nutzen?

Das wird für die meisten Menschen noch dauern, denn noch ist die Frequenzauktion nicht abgeschlossen und es gibt außer kleinen Pilotprojekten noch kein 5G-Netz und keine Verträge. Es ist jedoch damit zu rechnen, das am Jahresende die Provider die ersten Informationen und Zeitpläne ausgeben. Im kommenden Jahr dürften dann die ersten 5G-SIM-Karten in die Smartphones wandern. Bis der neue Standard jedoch in der Masse ankommt, wird es eine ganze Weile länger dauern.

Welche Smartphones unterstützen 5G?

Man glaubt es kaum, aber bereits jetzt gibt es einige Smartphones, die 5G unterstützen, und die ersten kommen in diesen Tagen in den Handel. In der kommenden Woche startet der Verkauf des Samsung Galaxy S10 5G, und auch das Huawei Mate X wird nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Das bisher günstigste 5G-Smartphone, das die Hersteller angekündigt haben, kommt von Xiaomi. Eine Übersicht über alle 5G-Smartphones findet Ihr hier.

Was glaubt Ihr, wann wird auf Eurem Smartphone zum ersten Mal "5G" im Display stehen?

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Top-Kommentare der Community

  • René H. vor 1 Monat

    Auf dem Lande eher nie. Da gibt es häufig nur 2G.

  • Ronny W vor 1 Monat

    Alles gut und schön. Aber die Mobilfunkanbieter haben es immer noch nicht hinbekommen 4G flächendeckend anzubieten, was soll das mit 5G werden? In der Großstadt ja, auf dem Land leider erst in 10? Jahren.

  • Karsten 🍩😋🥛 vor 1 Monat

    Ich freue mich schon auf die Werbung wie übertrieben hoch die Geschwindigkeiten sind die eh nicht erreicht werden. Auf jeden Fall werden die Tarife am Anfang unverschämt teuer sein. Das ist aber auch jedes Mal das gleiche. Ich sehe nur nicht ein ein Smartphone zu kaufen mit 5G wenn es das Netz nicht mal bis zum Dorf verfügbar ist.

15 Kommentare

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  • Ich bleibe weiterhin zufriedener O2 Kunde.
    Highspeed-Datenvolumen aufgebraucht? Dank „O2 Weitersurf-Garantie“ nutzen Kunden weiterhin das Internet – ab Anfang Mai 2019 im LTE-Netz. Da wird man nicht auf steinzeitliches Niveau gedrosselt.


  • Ich hatte noch nie 4G+ hier in Deutschland, häufig sogar nur netzt aus dem Ausland, sobald ich dann im Ausland bin, habe ich überall und ich meine auch überall 4G+. Hoffe dass 5G dann wenigsten auch empfangen werden kann und nicht so wie die beschriebene übliche Situation in meinem Fall.


  • Die Funkstrahlung insgesamt wird immer größer und riskanter. Ich selbst spüre diese Strahlung an meinem Handy. Ich möchte das nicht mehr weiter dulden.


  • Also die 2G Lizensen sind ja dann weiterhin nur LTE Speed, also wird sich nicht viel ändern für unser Funkloch-Land 😳😥

    Nicht jeder hat das Glück in der City mit schnellem LTE und Glasfaser zu leben und die viele Kosten werden dann schön auch vom ländlichen Verbraucher gemolken (gleiche Preise/viel weniger Leistung)! 💶

    Ausgeträumt der 5G Traum von stabilen/schnellen Internet auf dem Lande... R.I.P


  • Ich bin mal der Meinung, das es für den Otto Normal Nutzer keinen Unterschied macht ob er nun nur 4G, 4G+ oder gar 5G hat. Es wird nicht spürbar schneller werden, eins ist aber sicher, es wird teurer werden, die Kosten müssen ja wieder eingespielt werden.


    • Sehe ich ähnlich. LTE reicht vollkommen. Kürzere Latenzen bringen mir nicht viel bis gar nichts. Aber dafür ist 5G ja auch nicht gedacht. Es soll eine verbesserte Vernetzung von Maschinen erreicht werden. Ist für mich auf jeden Fall nicht sonderlich spannend. Bis auf die Hoffnung, das eventuell LTE billiger wird. Und sich weniger im Netz tummeln, da sie nach 5G abwandern, mit der Hoffnung auf spürbare Verbesserungen.


  • Ich freue mich schon auf die Werbung wie übertrieben hoch die Geschwindigkeiten sind die eh nicht erreicht werden. Auf jeden Fall werden die Tarife am Anfang unverschämt teuer sein. Das ist aber auch jedes Mal das gleiche. Ich sehe nur nicht ein ein Smartphone zu kaufen mit 5G wenn es das Netz nicht mal bis zum Dorf verfügbar ist.


  • Alles gut und schön. Aber die Mobilfunkanbieter haben es immer noch nicht hinbekommen 4G flächendeckend anzubieten, was soll das mit 5G werden? In der Großstadt ja, auf dem Land leider erst in 10? Jahren.


  • Hm, auch dieser Artikel ist meiner Ansicht nach viel zu verfrüht. Nichts davon ist bekannt, alles nur Mutmaßungen und Spekulationen. Aber gut, kann man ja machen. Dem Endkunden bringt es freilich erst mal nichts. Das mit den Latenzen hängt zwar am Netz, es gibt aber viele weitere Faktoren, die das Internet verlangsamen können, so zu tun, als wäre mit der Turbolatenz alles gut, der irrt. Bei den Mehrkosten bin ich optimistisch, da wird es 5 bis 10 € extra kosten pro Monat, wenn man 5G nutzen will, in den Ballungsräumen wo es dann vllt schon Netze geben wird, frühstens im Herbst. Ich bin nicht wild drauf.


  • Du Glücklicher!

    Als ich von 50MBit auf 100Mbit gewechselt hatte,war es wir ein "Turbo" eingescjaltet zu haben...jetzt bekomme ich sogar im Garten 100Mbit an manchenTagen ,das wollte ich nicht mehr weniger haben,aber OK jeder wie er möchte!

    Ich freue mich wahnsinnig auf "5G" und würde sofort buchen ,kaufen bestellen...;-)


  • Solange es geht bleibe ich bei meinen derzeitigen Verträgen. 16MBit sind für mich absolut ausreichend, mehr brauche ich nicht.

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