Cyanide & Happiness greift im Endeffekt auf das Internetportal explosm.net zu und lässt euch mobil auf den dort zur Verfügung gestellten Content zugreifen. Dies ist auch bitter nötig, da die Seite keine angepasste mobile Seite anbietet und somit eine nette kleine App - in meinen Auge - auf einem Smartphone mehr Sinn macht, als eine Desktopwebseite.
Nun stellt sich für Leser des Tests, die diese Seite noch nie in ihrem Leben besucht haben, die Frage was denn explosm und Cyanide & Happiness überhaupt sind? Noch eine Seite mit niveaulosen und langweiligen Witzen? Böse Zungen könnten das behaupten!
Denn Cyanide & Happiness beschreibt eine Reihe von Comics, welche seit dem 9. Dezember 2004 täglich (und noch häufiger) auf explosm.net von vier regelmäßigen Autoren veröffentlicht werden. Das Thema der Comics, und hier bitte ich nochmals die Warnung in der Einleitung zu beachten, umfasst Themen über die man keine Scherze macht. Auf zynische und teilweise offensive Art und Weise greifen die Autoren in einer sonst sehr friedlich erscheinenden Grafik Themen wie Gewalt, Essstörungen und Suizid auf und verarbeiten diese in Minicomics.
Ob einem diese Art von Humor gefällt ist jedem selbst überlassen und das ist das Schöne an dieser Applikation und sonst allen Applikationen die sich rund um das Thema “Humor” drehen. Wie beim Essen kann man auch bei humoristischen Fragen, nach meiner Einschätzung und festen Überzeugung, nicht über Geschmack und Einteilungen wie “richtig” oder “falsch” diskutieren. Natürlich können diese Comics dem ein oder anderen Leser als pietätslos und “falsch” vorkommen und diese Meinung sei an dieser Stelle auch vom Verfasser dieser Zeilen nicht nur akzeptiert, sondern respektiert. Man sollte aber immer Bedenken, dass dem einen Menschen eben Blondinenwitze und der nächsten Person eher Witze über ernste Themen gefallen. Beide Aspekte sind zu respektieren und man sollte immer Bedenken, dass Witze zum Beispiel über schwierige Themen oft auch eine Art Bewältigung sind. Man verarbeitet dieses Thema mit Lachen. Und auch wenn Wikipedia Schwarzen Humor von Galgenhumor trennt... Die Übergänge sind oft fließend.
Die App Cyanide & Happiness bietet beim ersten Besuchen vier verschiedene Reiter an und startet sozusagen in den ersten Reiter hinein. Dieser “Home”-Reiter bereitet euch die neusten Comics (am Kopf der Seite), den neusten Blogeintrag (mittlerer Bereich) und die aktuellste Animation (unten) auf und verweist den Nutzer auf diese. Insbesondere beim Blogeintrag und bei der Animation macht dies Sinn, da hier, im Gegensatz zu den Comics, nicht täglich neuer Content veröffentlicht wird, sondern in unregelmäßigen Abständen.
Der zweite Reiter “Comics” befasst sich nun voll und ganz mit dem Herzstück der Internetseite und gleichzeitig der Applikation. Hier sind mehrere tausend Comics zum Einen nach Datum geordnet, indem der Erscheinungsmonat auswählbar ist, und der Nutzer kann nun auch die neusten und letztgelesenen Comics direkt auswählen. All dies funktioniert - um den nächste Kategorien minimal vorzugreifen - ohne große Ladezeiten und funktioniert auch mit EDGE besser als erwartet (um einen genauen Wert zu nennen: Circa 5-10 Sekunden, abhängig von der Qualität der Verbindung und Nebentätigkeiten).
Interessant ist nun auch die Möglichkeit Comics als “Favoriten” zu markieren und somit auch Offline verfügbar zu machen. Dies geschieht indem ihr das “Herzsymbol” direkt im Comicsfenster betätigt. Weiterhin kann man navigieren, was aber zum guten Ton gehört und hier nicht weiter ausgeführt wird.
Eine weitere sehr lustige Eigenschaft ist die Fähigkeit einen zufälligen Comic auszuwählen, indem man das Smartphone “schüttelt”. Funktioniert schnell und einfach. Super!
Auf die Newssektion, den letzten Reiter, gehe ich im Test nicht genauer ein, da hier nur Botschaften der Macher an die Community stehen und auch Hinweise auf Angebote im angeschlossenen Shop, welcher über die App nicht erreichbar ist.
Viel interessanter ist die vorletzte Kategorie: Die “Shorts”
Diese Kurzanimationen, wobei kurz in diesem Fall wenige Sekunden bis zu 5 Minuten umschreibt, sind im Endeffekt langgezogene Comics mit einer kleinen Geschichte, welche in einen Kurzfilm umgewandelt wurden. Wer die Comics mag, wird die Shorts lieben. Leider werden die Shorts nicht innerhalb der Applikation geöffnet, sondern innerhalb des Android Youtube Players und somit steigt natürlich auch der Datenverbrauch. Also unterwegs vorsichtig sein!
Im Großen und Ganzen ist hiermit die Funktionalität der Applikation beschrieben und wie üblich wurden innerhalb der Testphase auch kleinere Fehler gefunden, die jedoch das Vergnügen an den Comics schon deutlich stören.
So fehlt eine Autozoomfunktion innerhalb der Applikation und selbst wenn man in den Optionen die Funktion “Zoom beim Aufrufen” ausschaltet zoomt die App immer noch in die Comics hinein. Es bleibt dem Nutzer nichts anderes übrig als immer und immer wieder per Pinch-To-Zoom aus dem Comic herauszuzoomen und diesen manuell an das eigene Gerät anzupassen. Das geht besser und stört ohne Ende.
Auch die etwas beschränkte “Teilen”-Funktion stört, da Android von Haus aus viele Möglichkeiten bietet Content zu teilen und dies in meinen Augen auch wesentlich besser absolviert als zum Beispiel iOS oder WP7. Hier werden Möglichkeiten verschenkt und das ist schade.
Fazit:
Cyanide & Happiness ist ein besonderer Fall und vor dem Download der Applikation lege ich jedem an Herz explosm.net anzusteuern und sich über den Content zu informieren. Die App macht grundsätzlich nichts anderes als den mobilen Zugang zu diesem Contentpool zu ermöglichen und jeder muss selbst entscheiden, ob diese Möglichkeit den Kauf der App rechtfertigt oder ob er nicht doch eher auf die normale Webseite zugreifen möchte.
Cyanide & Happiness ist eine solide gute App, die ihre Aufgabe erledigt ohne Ausreißer nach weit oben und weit unten zu haben.
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