Testgerät: Motorola Milestone 2
Android Version: 2.2
App benötigt mindestens: Android 2.2
Berechtigungen: sauber
root: nicht benötigt
Von Kieser-Training hat bestimmt jeder bereits einmal gehört. Nein, das ist nicht das Sport-Studio mit der Luxusausstattung (Schwimmbad, Sauna, Café, Früchte-Bar und so). Bei Kieser steht die Effizienz im Vordergrund. Es handelt sich um ein Geräte-Training, also sind auch die passenden Geräte vorhanden (und gut gepflegt). Für Fragen steht jederzeit ein Trainer zur Verfügung, die Trainings-Betreuung ist gut. In den Umkleideräumen gibt es Spinde zum Verschließen der eigenen Sachen, WC und eine Dusche. Fertig.
Und das Training macht man mit einem Klemmbrett, auf dem die eigenen Übungsdaten mit Bleistift eingetragen werden. Sehr spartanisch. Geht man unterwegs einmal in ein anderes Kieser-Studio, fehlt diese Liste dann... Und nicht nur hier füllt esKraft die Lücke.
Kurz zusammengefasst: Die App benötigt ein wenig Einarbeitungszeit. Ich traf einen anderen Android-Nutzer, dem die Ersteinrichtung zu kompliziert war – und der die App daher schon vor dem ersten Einsatz wieder beiseite gelegt hatte (aber jetzt mit mir einen zweiten Anlauf wagen möchte). Ist diese kleine Hürde jedoch genommen, und man hat den Aufbau der App begriffen, erscheint alles logisch. esKraft bietet dann u.a. folgende Vorteile:
- Keine Zettelwirtschaft mehr
- Trainingsplan ist auch in anderen Kieser-Studios sofort bei der Hand
- auch zu Hause hat man Einblick in seine Trainingsdaten. Dank CSV-Export lassen sich hier auch Statistiken erstellen
- Beim Training muss keine Uhr im Blick sein – esKraft gibt passend Bescheid
Aufbau der App.
Beim ersten Start wird der Anwender darauf hingewiesen, dass noch keine Trainingsprogramme oder Übungen konfiguriert sind. Auch wird mitgeteilt, dass er dies über Menü -> Konfiguration jetzt tun kann. Eine Übung ist hierbei das jeweilige Gerät mit seinen Einstellungen, ein Programm die Abfolge der Übungen (also der „Trainingsplan“). Wer bei Kieser trainiert, hat es im ersten Schritt recht einfach: Die entsprechenden Geräte sind der App bereits bekannt, und lassen sich in einem Rutsch importieren. Für die Verwendung in anderen Sportstudios kann man jedoch auch eigene Geräte definieren (siehe Screenshot 2).
Sind die Geräte alle definiert, geht es an die Zusammenstellung des Trainingsprogramms. Damit man bei Verwaltung mehrerer Trainingsprogramme die Übersicht behält, gibt man diesem zunächst einen Namen. Anschließend pickt man die gewünschten Übungen in der gewünschten Reihenfolge über den Button „Übung zuordnen“ (Screenshot 4) heraus. Will man die Reihenfolge später ändern, wird das ein wenig schwierig: Bis zur gewünschten Postion müssen alle Übungen gelöscht, und anschließend in der neuen Reihenfolge wieder zugeordnet werden (soll #7 also an Position 3, muss ab Position 3 alles entfernt werden) – ein einfaches Umsortieren ist nicht möglich. Erfasste Trainingsdaten bleiben allerdings in jedem Fall erhalten (Screenshot 5). Während der Zuordnung empfiehlt es sich auch, gleich die Geräte-Einstellungen anzupassen (Screenshot 6). Natürlich lassen sich diese jederzeit korrigieren.
Nun kann mit dem Training begonnen werden. Die Übungen werden dazu auf dem Bildschirm in der konfigurierten Reihenfolge aufgeführt, wobei bereits abgeschlossene Übungen automatisch aus der Liste entfernt werden – so sieht man immer, wo man gerade ist, und kann jeweils den ersten Button für die nächste Übung auswählen (Screenshot 7).
Der Aufbau eines solchen Übungs-Bildschirms ist in Screenshot 8 gut zu erkennen: Die Geräte-Einstellungen finden sich im oberen Bereich, das Gewicht lässt sich durch Antippen des braunen Buttons erfassen bzw. anpassen (eine Historie dazu ist am Ende des Bildschirms aufgeführt – natürlich erst, nachdem die betreffende Übung bereits absolviert wurde). Über den (zunächst roten) Button neben dem Uhr-Symbol wird die Übung gestartet; nach dem Antippen beginnt der Zähler im negativen Sekunden-Bereich, damit noch Zeit zum Verstauen des Androiden bleibt. Dann ertönt der „Signalton“ (per Default ein „Rascheln“ wie von einer Rassel – auch ohne Verwendung von Kopfhörern geht man damit keinem auf den Senkel), und die Ausführungszeit beginnt. Nach weiteren 60 Sekunden ertönt der Signalton erneut: Das Mindest-Pensum wurde absolviert. Gleichzeitig färbt sich der Timer-Button (wie in Screenshot 8 erkennbar) nun gelb. Nach insgesamt 90 Sekunden ein doppelter Signalton: Ziel erreicht, der Button färbt sich grün. Ein letzter, dreifacher Signalton folgt bei erreichen der 120ten Sekunde (der Timer-Button färbt sich blau). Wer jetzt noch immer zugange ist, sollte definitiv das Gewicht erhöhen – womit wir bei den drei Buttons in der Mitte wären: Das rote „x“ drückt man, wenn die Übung zu schwer (also das Gewicht zu hoch) war, und nicht einmal die 60 Sekunden erreicht wurden. Der orange „Haken“ heißt: Hat soweit gepasst, aber mehr ist nicht drin. Und das grüne „+“ bedeutet: Das war ja einfach – her mit weiteren Pfunden! Je nach Konfiguration korrigieren „x“ und „+“ das Gewicht für diese Maschine (Anzeige im braunen Button) nun automatisch nach unten/oben, während es bei Betätigung des „Hakens“ unverändert bleibt. Gleichzeitig wird die Übung abgeschlossen, und man kehrt zur Übersicht (Screenshot 7) zurück. Nach Abarbeitung des gesamten Trainingsplans erfolgt stattdessen der Hinweis: Weitere Übungen sind erst ab Morgen wieder möglich...
Desweiteren gibt es nun noch verschiedene Übersichten, um sich den Erfolg des Trainings vor Augen führen zu können. Auch lassen sich die Trainingsdaten im CSV-Format (einfach in OpenOffice Calc bzw. MS Excel & Co importierbar) exportieren und optional per Mail verschicken – eine Sache, die besonders die Kieser-Mitarbeiter freut: Da man Dank der App ja auf den „Zettel“ verzichtet, haben diese ja nun keine Einsichts-Möglichkeit in die Trainingsdaten mehr. Die CSV-Datei wird daher gern entgegengenommen – die Mail-Adresse teilt der Trainer auf Anfrage freudig mit.
App-Einstellungen
Hier lassen sich die Beschriftung für die drei Aktions-Buttons der Übung, sowie für „x“ und „+“ auch die zu erfolgende Gewichtsveränderung anpassen, ebenso die Vorlaufzeit der Stoppuhr, Signalton und dessen Lautstärke, und die Bildschirm-Helligkeit (die sich ausschließlich auf die beiden während des Trainings aktiven Bildschirme bezieht).
Womit ich zum Schluss noch bei einem weiteren kleinen „Haken“ angekommen bin: Der Signalton erfolgt seltsamerweise nur, wenn auch das Display angeschaltet ist. Das frisst allerdings ein wenig am Akku. Eine automatische Abschaltung wird von esKraft unterbunden – doch daher passierte es mir bei einigen Übungen, dass ich versehentlich einen der Buttons betätigte (und mich dann wunderte, wo der Signalton blieb). Eine Arm-Tasche (auch „Sportarmband“ genannt) löste zumindest das Problem der versehentlichen Button-Betätigung.
Lobend zu erwähnen ist auf jeden Fall der vorbildliche Support: Auf meine Anfragen (per Mail) erhielt ich bislang jedes Mal bereits nach weniger als zwei Stunden hilfreiche Antworten. Auch Verbesserungsvorschläge werden aufgenommen, etwaige Fehler schnell beseitigt, an Problemlösungen wird gearbeitet.
Fazit: esKraft ist, nach einer kurzen Einarbeitung, eine gute Hilfe beim Kieser-Training.
Gunar U.
Kann man diese App auch für Android-Version 2.1 bekommen?