StumbleUpon bedeutet ungefähr soviel wie “über etwas stolpern” und ungefähr so lässt sich das gesamte Konzept der Applikation und des Dienstes auch beschreiben. Ihr klickt auf den “Stumble”-Button und schon zeigt euch die App eine beliebige Seite des Internets und lädt euch zum Lesen und Entdecken ein. Wenn sie euch gefällt lest ihr sie entweder sofort oder speichert sie - wie ich es häufig tue - für später ab, wenn nicht wird ein weiteres Mal auf “Stumble” geklickt und schon seit ihr ganz woanders.
Dies erweitert sprichwörtlich den (Internet-)Horizont und lässt nicht gefüllte, wenn nicht sogar langweilige, Phasen des Tages mit interessanten Inhalten.
Die Applikation ist sehr schlicht aufgebaut und bietet trotzdem fast alle Funktonen der Weboberfläche. So müsst ihr euch, sofern nicht schon vorhanden, beim ersten Start ein StumbleUpon-Konto anlegen. Dies ist erforderlich, da ihr im weiteren Verlauf des Entdeckens die Inhalte positiv oder negativ bewerten und weiterhin als einer der ersten Schritte auch Interessen
hinterlegen könnt.
Sollte nun nichts anderes ausgewählt sein wird StumbleUpon diese favorisierten Interessen als Grundlage für neue Seiten nehmen und präferiert diese Ansteuern. Ein wichtiger Tipp an dieser Stelle ist, dass man auch ein paar etwas differierende Interessen bei den Favoriten einträgt, da die erscheinenden Seiten dann zwar immer noch sehr unterschiedlich sind, die Abwechslung in meinen Augen aber etwas darunter leidet.
Doch bevor die Einzelheiten der Funktionen angesprochen werden stellt sich die Frage nach welchen Kriterien StumbleUpon die ausgewählten Seiten anzeigt. Dies basiert zum einen eben auf den angegebenen Interessensgebieten und auf eine Art Crowd-Sourcing. Damit wird die Bewertung von Seiten innerhalb der Userschaft beschrieben. Dies bedeutet, dass der “StumbleUpon”-Button sich auch auf ganz normalen Seiten findet wie zum Beispiel der bekannten Meme-Seite 9gag.com und somit das “Ranking” dieser Seite nach oben treibt. Dieses Vorgehen hat den großen Vorteil, dass man bei StumbleUpon keine wahllosen Seiten vorgesetzt bekommt, welche keinen Menschen interessieren, sondern die Masse an Menschen die diese Applikation nutzen haben außerhalb, aber auch innerhalb, der Applikation diese Seite als “sehenswürdig” gekennzeichnet. Nach diesem Prinzip, welches nach meiner Meinung sehr gut funktioniert, fallen nicht interessante Inhalte sehr schnell raus. Problematisch mag dies dann jedoch sein, wenn man auf Aspekte steht die von einem Großteil der Nutzer als “nicht interessant” eingestuft werden man selbst jedoch eben diese Inhalte sucht. Aber auch hier habe ich die Erfahrung gemacht, besonders in sehr spezifischen medizinischen “Stumbles”, dass viele diese Seiten einfach überspringen und nicht bewerten und diejenigen welche sie bewerten eben positive Kommentare zurücklassen. Hierzu sei noch gesagt, dass man bei solchen Seiten jedoch eine explizite Interessensangabe machen muss. So habe ich zum Beispiel nach kardiomuskulären Erkrankungen gesucht und somit Studien und “Schätze” aus den Forschungsstudien Harvards gefunden. Sowas macht einfach Spaß.
Um nun auf die Einzelheiten der Funktionen zu sprechen zu kommen fällt der Blick zu aller Erst einmal auf die Startseite der App. Diese ist sehr schlicht gehalten und beinhaltet eigentlich nichts weiter außer dem Stumble-Button, der Möglichkeit ein Interessensgebiet anzugeben, die favorisierten Interessen und die verschiedenen Stumble-Möglichkeiten. Diese erstrecken sich auf Photos, Videos und normalen Nachrichten. Diese stehen für sich selbst und eine Erklärung wird eigentlich nur bei “Following” nötig. StumbleUpon beinhaltet nämlich, wenn man so will, ein eigenes kleines soziales Netzwerk und man hat die Möglichkeit Personen, die einen ähnlichen Geschmack haben wie man selbst, zu folgen und präferiert deren Vorschläge zu erhalten. Dies hat den Vorteil, dass man zum Beispiel Freunden “folgen” kann und somit innerhalb einer Gruppe ein eigenes kleines “Ökosystem” von Vorschlägen erhält.
Die verschiedenen Möglichkeiten sind eine nette Idee, da man manchmal keine Lust hat einen langen und erschlagenden Text zu lesen, sondern einfach mal Photographien entdecken möchte. Hier bietet es sich dann an auf “Photos” zu klicken und das gewählte Interessensgebiet in “geschossener” Form zu entdecken.
Sofern man dann angefangen hat dem Stumblefluss zu folgen hat man innerhalb der angezeigten Seite verschiedene Möglichkeiten. Man kann die erscheinende Seite entweder positiv oder negativ bewerten, um nach dem oben erwähnten Crowd-Sourcing-Prinzip zu entscheiden. Weiterhin steht es dem Nutzer frei, ob er entdeckte Inhalte “teilen” möchte, was bei Android ja wesentlich einfacher geht im Vergleich zu den anderen Konkurrenzsystemen. Hier kann ich aus Erfahrung sprechen, wenn ich sage, dass diese Funktion auf Android richtig Spaß macht und beim iPad etwas limitiert ist. Aber das ist eine andere Geschichte.Man kann also wie gesagt die entdeckten Inhalte per Mail oder Facebook teilen bzw. diese für Read It Later markieren und erst später lesen. Dies macht sogar Sinn, da man oft zu viele interessante Inhalte findet bzw. oft auch Videos die etwas länger dauern aber auf den ersten Blick sehr spannend wirken.
Zuguterletzt bleibt noch die Möglichkeit zu sehen wer die angezeigte Seite positiv bewertet hat und dann mit ihnen im Kommentarbereich zu interagieren. Davon habe ich persönlich nicht wirklich Gebrauch gemacht, da die angezeigten Inhalte bei meinem zweiwöchigen Test interessant genug waren.
Es gibt jedoch auch Aspekte der Applikation die verbesserungswürdig wären. So ist es zwar möglich sich eine History anzeigen zu lassen, jedoch nicht diese nach den gewählten Interessen oder dem Datum zu ordnen. Weiterhin ist das Profil auch sehr spärlich gehalten und beinhaltet nur wenig Informationsgehalt.
Weiterhin war es auf einigen von mir zur Verfügung stehenden Smartphones (Desire, Gio) nicht möglich die Optionen aufzurufen. Dies tritt auch unabhängig vom Root-Status auf. Beim Sensation und S2 hingegen funktionierte dies einwandfrei.
Auch die Performance bei 3G lässt etwas zu wünschen übrig, aber da dies sehr vom Netz und Standort abhängt und auch vom angezeigten Content, ist dies schwierig in konkrete Zahlen zu fassen. Am besten funktioniert dies im eigenen W-Lan Netz.
Ein Aspekt der negativ auffällt und auch gesondert angesprochen werden muss ist das permanente Vorhandensein des Hintergrunddienstes. Mir ist nicht ganz klar, warum StumbleUpon dauerhaft aktiviert sein muss, es könnte aber mit den möglichen Benachrichtigungen zusammenhängen. Aber auch wenn man diese ausschaltet ist der Hintergrunddienst vorhanden. Ein Kritikpunkt auch in den zahlreichen Marketkommentaren.
Fazit:
StumbleUpon ist eine echte App-Empfehlung für jeden. Es sei jedoch an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Inhalte zu 99,9% auf Englisch gehalten sind. Deshalb ist eine fortgeschrittene Sprachkenntnis obligatorisch.
Sollte dies gegeben sein, dann ist StumbleUpon in meinen Augen eine der wenigen Applikationen die auf einem Smartphone nicht fehlen dürfen. Ganz einfach, weil so manche langweilige Stunde damit spielerisch und informativ verbracht werden kann.
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