Mit der Android App "Seal" kannst Du festlegen, ob man für den Start einer App ein Passwort benötigt, oder nicht. Auf diese Weise lassen sich Programme vor unbefugtem Zugriff schützen. Widgets können dabei nicht geschützt werden. Selbst bei geschützten Apps wurden beim Test die Daten in das Widget reingezogen.
Jede App kann durch die Passworteingabe geschützt werden - inkl. Telefon & Co.
Unter Android ist fast jede Telefonfunktion eine App - die somit auch explizit von "Seal" geschützt werden kann. Das hat den großen Vorteil, dass zum Beispiel auch die Einstellungen des Telefons vor ungewollten Zugriffen geschützt werden kann. Oder eben auch das SMS-Menü. Wenn man eventuell unvorsichtig alle Apps vor fremden Zugriffen schützt, kann einem Seal in brenzligen Situationen zum Nachteil erwachsen. Ob einem die Eingabe eines Passworts wirklich leicht fällt, wenn man bedroht wird? Oder wenn man schnell den Notarzt rufen möchte?
Nachteile von Seal
Der größte Nachteil von Seal ist wahrscheinlich auch seine größte Stärke: man kann einzelne Programme/Apps schützen! Warum das ein Nachteil sein sollte? Das ist sicherlich abhängig von der jeweiligen Person. Normalerweise sperrt man ja immer ein gesamtes Telefon, um es zu schützen. Dies ist aber im täglichen Gebrauch oft sehr lästig und umständlich, da man tatsächlich IMMER das Gerät entsperren muss um selbst Kleinigkeiten zu erledigen.
Beim Testen habe ich mir dann die Frage gestellt: warum sperre ich mein Telefon überhaupt? Man tut es doch eigentlich, um die Privatsphäre zu schützen - und zwar in der Regel nicht gegen Zugriff von Leuten, die man nicht kennt (Diebstahl), sondern eben die man kennt! Und hier liegt der Hund begraben: irgendwie ein komisches Gefühl, wenn man das Telefon vom Partner verwenden möchte und alles funktioniert - außer E-Mail, SMS und Bilder :-)
Vorteile von Seal
Ich finde es tatsächlich sehr praktisch, dass man nicht mehr das gesamte Telefon für die eigene Privatsphäre schützen muss, sondern nur ausgewählte Applikationen sperren kann. Auf diese Weise können "unkritische" Funktionen wie das Telefon ohne Eingabe von Entsperrmustern oder Passwörtern benutzt werden.
Es können außerdem "Situationen" eingegeben werden, die verschiedene (Ent-)Sperrungen vornehmen. So kann man zum Beispiel einer Situation "Zuhause" ein anderes Profil zuweisen als "Im Büro".
Fazit
Für Leute, die gerne die Sicherheit haben wollen, dass niemand auf ihre persönlichen Daten innerhalb von Apps zugreifen kann, aber trotzdem die Freiheit haben möchten nicht vor jedem Benutzen des Telefons einen Code einzugeben, ist "Seal" sicherlich ein Segen. Allerdings muss man sich auch bewusst sein, dass Daten über Widgets dennoch abrufbar sein können... Dies gilt zwar nicht für neue Daten - wie zum Beispiel E-Mails, die noch nicht abgerufen wurden - aber beispielsweise auch für bereits empfangene Mails.
Ab und an kann einem "Seal" auch auf die Nerven gehen. Zum Beispiel, wenn man gerade eine App entsperrt hat, diese aber wiederum Zugriff auf die Einstellungen des Telefons haben möchte, um dort etwas zu verstellen. Dann muss man erneut das Passwort eingeben. Diese Situation ist mir zwar bisher erst einmal passiert. Aber sollte es häufiger vorkommen, würde es für Stirnrunzeln sorgen.
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