Qype begleitet mich auf meinem Smartphone nun seit knapp zweieinhalb Jahren. Man kann also getrost sagen, dass die Applikation einen sehr sehr langen Langzeittest hinter sich hat und auch ich als Tester die ganzen Versionssprünge miterlebt habe und somit Verbesserungen sowie Verschlechterungen erleben konnte.
Am Grundprinzip von Qype hat sich in all den Jahren nicht viel verändert. Es handelt sich immer noch - wenn man an dieser Stelle Wikipedia zitieren darf - um eine Online-Community, deren vorrangiger Inhalt nutzergenerierte, standortbezogene Bewertungen auf lokaler Basis sind.
Heißt im Klartext: Qype ermöglicht dem Nutzer mit seinem Smartphone Restaurants, Geschäfte oder Sportanlagen zu finden und diese nach der Benutzung dann mit einer fünf Sterne Skala zu bewerten und mittels eines Textfeldes diese Bewertung auch zu erläutern.
Nun stellt sich natürlich bei einem solchen Dienst die Frage nach der Sinnhaftigkeit und ich kann aus meinem Alltag berichten, dass die Applikation besonders in fremden Städten oder zum Entdecken neuer Plätze in der Heimatstadt, perfekt geeignet ist. Hierfür bietet Qype verschiedene Möglichkeiten an, die Bewertungen der verschiedenen Lokalitäten abzurufen. So kann der Nutzer mittels “Um dich herum” die Lokalitäten verschiedenster Art und Weise in der direkten Umgebung ermitteln. Sei es nun ein Restaurant, ein Bekleidungsgeschäft oder ein Süßwarenladen. Die Ergebnisse sind dann nach Entfernung geordnet und bei Interesse kann man sich den jeweiligen Standort auch auf einer Karte anzeigen lassen, was besonders in fremden Städten von großem Vorteil sein kann.
Die Kategorie, welche ich persönlich am meisten nutze, ist “Kategorien”. Der Name erklärt eigentlich schon die Funktion. Man wählt aus einer der zahlreichen Kategorien aus und erhält dann eine Liste der verfügbaren Standorte, die zu der ausgewählten Kategorie passen. Diese “Tags” können und werden von den Nutzern verteilt, so dass auch hier sehr akkurate und passende Ergebnisse erscheinen.
“Kategorien” hat den großen Vorteil, dass man so seinem derzeitigen “Appetit” oder seiner derzeitigen “Laune” nachkommen kann. Man möchte nach Steak-Restaurants suchen oder nach Bars & Kneipen suchen? Kein Problem!
Ein weiterer Vorteil: Man findet Treffer welche vielleicht innerhalb der “Um dich herum” Funktion weit abgeschlagen waren oder in der Liste aller Vorschläge schlichtweg untergegangen sind. Doch bei “Kategorien” gibt es auch den ein oder anderen negativen Aspekt der verbesserungswürdig ist. So ist es nicht wirklich möglich eine maximale Entfernung vom derzeitigen Standort anzugeben und auch die Eingabe der Kategorien ist auf den ersten Blick nicht wirklich verständlich. So kann man aus einem Drop-Down-Menü die Oberkategorie auswählen, doch es wird kein zweites Drop-Down-Menü eingeblendet. Der Trick hierbei ist, dass man das erste Menü nochmals aufrufen muss, um eine detaillierte Kategorieauflistung zu erhalten. Dies kann man deutlich intuitiver gestalten und mir persönlich war dieses System auf den ersten Blick nicht wirklich klar.
Die letzte Möglichkeit Plätze zu suchen, ist über die “Kartensuche”. Auch hier erklärt sich die Funktion hinter der Schaltfläche von selbst, da man auf einer Karte einfach hin- und herswipen und neue Plätze entdecken kann. In Kombination mit “Um dich herum” sehr nützlich und auch sonst einen Versuch wert, wobei in großen Städten die Karte teilweise sehr überladen wirkt - besonders in Fußgängerzonen.
Doch Qype bietet noch mehr. Der Nutzer kann seit den letzten Versionen auf verfügbare Gutscheine zu den jeweiligen Restaurants zugreifen. Sehr ähnlich zum Suchen bestimmter Lokalitäten kann man sich verschiedene Gutscheine anzeigen lassen und diese dann - bei Gefallen - auch wahrnehmen. Auch hier entscheidet die subjektive Kosten-Nutzen-Einschätzung, ob diese Funktion nützlich ist. Ich persönlich habe bisher noch keinen Gutschein gefunden der (a) in einem von mir gesuchten Restaurant angeboten wird bzw. (b) aus finanzieller Sicht Sinn macht, was aber wie bereits erwähnt immer an der jeweiligen Person liegt.
Die restlichen Funktionen innerhalb der App zielen ganz klar auf den Community-Effekt der Plattform ab. So kann man den Aktivitäten seiner Freunde folgen, selbst “Check-Ins” setzen, Medaillen für die häufigsten Besuche oder andere Ziele erlangen, Champion einer Lokalität werden oder sich einfach mit den Freunden austauschen.
Natürlich ist der Kernaspekt der Community jedoch das Verfassen von Bewertungen und hier finden sich auch die zwei Seiten der Medaille. Qype kann innerhalb von Großstädten von einer lebenden Communityarbeit profitieren und zum Beispiel in Heidelberg sind nahezu alle Restaurants oder Lokalitäten mit - zumindest - einigen wenigen Bewertungen versehen. Wenn man nun jedoch in weniger dicht besiedelte Gegenden fährt, kann sich dieses Bild ändern und Qype bietet dann außer der Suchfunktion der einzelnen Plätze relativ wenig Mehrwert. Dies sollte vor der Nutzung der Applikation immer bedacht werden.
Fazit:
Alles in allem ist Qype eine ganz große Empfehlung. Der Mehrwert den Qype bei passenden Gegebenheiten bietet ist enorm und besonders für Nutzer, die gerne mal etwas neues entdecken oder in sich in einer neuen Stadt zurechtfinden wollen, ist Qype fast schon ein “Must-Have”. Kleinigkeiten wie fehlende Filter für die Suchanfragen sollten nachgebessert werden.
An Qype gibt es wenig zu Meckern, da die Entwickler sich innerhalb der letzten drei Jahre Schritt für Schritt verbessert haben. Ein Beispiel für diese Verbesserung ist das Implementieren von Android Beam. Vielleicht eine Spielerei zum jetzigen Zeitpunkt, aber in der Zukunft mit mehr Android 4.0 NFC Geräten eine nette Möglichkeit die persönlichen Lieblingsplätze “weiterzugeben”.
Soeben Quype installiert, die ersten Versuche gemacht:
Nur leider, sobald ich Quype aktiviere, "friert" das Handy ein. Nichts geht mehr.
Nicht einmal der Task Manager läßt sich mehr aufrufen.
Macht somit keinen Sinn und Spaß, deshalb: Runter vom Handy!
Schade.