Testgeräte:
-Samsung Galaxy Nexus 4.0.2
Die Funktionsweise der Applikation ist schnell erklärt: Nach dem Starten der Anwendung startet diese einen sogenannten localhost-Server. Das bedeutet, dass dieser "Server" auf dem Smartphone aufgebaut wird und nur über das heimische Netzwerk aufgerufen werden kann. So braucht man sich keine Angst um seine Daten zu machen, da diese ja nirgendwo ins Internet geladen werden. Außerdem ist der Server - und somit die Daten - nicht mehr erreichbar, sobald die App beendet wurde.
Gerade weil die App nicht mehr macht, als diesen Server aufzubauen, befindet sich innerhalb dieser fast nichts. Man bekommt lediglich ein paar Infos über die WLAN-Verbindung und die Adresse des Servers angezeigt (diese ist nur eine IP-Adresse mit Port, zum Beispiel http://192.168.2.100:8000).
In den Einstellungen kann man zusätzlich ein Passwort eingeben, den Port wählen und beispielsweise das Hauptverzeichnis auswählen. Außerdem gibt es noch einige kleine Einstellungen für die Anzeige auf der Weboberfläche.
Um nun auf die Daten zugreifen zu können muss man lediglich die angezeigte Adresse im Browserfenster am Computer (hierbei ist es egal, welches Betriebssystem man benutzt) eingeben. Danach wird man eventuell nach dem konfigurierten Passwort gefragt und dann direkt an die Weboberfläche weitergeleitet. Diese ähnelt einem normalen Datei-Explorer: Oben sieht man den aktuellen Pfad, darunter werden alle Dateien oder Verzeichnisse tabellarisch mit Informationen zum Typ, zur Größe oder zum Änderungsdatum angezeigt. Links davon kann man sich auch eine Baumstruktur der Verzeichnisse anschauen. Was hier sehr praktisch ist, ist dass man Verzeichnisse und Dateien per Drag-and-Drop verschieben kann oder die Möglichkeit mehrere Dateien/Verzeichnisse auf einmal zu markieren. Über das Kontextmenü (kleiner Pfeil beim jeweiligen Dateinamen) beziehungsweise der Mehrfachauswahl-Menübuttons kann man die Dateien auf den Computer Herunterladen, Löschen, Kopieren, Zippen und Unzippen - Ausschneiden ist nicht möglich. Wie in anderen Datei-Managern kann man auch hier die Ansicht zu Kacheln, Listen oder Details verändern.
An der rechten Seite werden noch einige Informationen zum Speicher und der Signalstärke angezeigt - außerdem kann man die Slideshows der Bilder oder das Abspielen von Playlists anstoßen. Hier befindet sich auch eine weitere wichtige Funktion, nämlich die zum Hochladen von Dateien. Hiermit kann man quasi Dateien in das aktuelle Verzeichnis kopieren.
Fazit: Wie man also sieht bietet die App "WiFi Datei-Explorer PRO" nahezu alle Funktionen an, die man auch von herkömmlichen Datei-Managern kennt. Der große Nachteil ist allerdings, dass das Kopieren der Daten über die WLAN Verbindung um einige Zeit länger dauert, als über ein USB Kabel. Deshalb eignet sich diese Variante nicht, um große oder viele Dateien rumzuschieben, dafür sollte man dann doch lieber ein Kabel benutzen.
Wenn man aber schnell mal etwas nachschauen oder kleinere Dateien herumkopieren will, dann ist die App wirklich nützlich, schließlich muss man nur schnell die App starten und die Adresse eingeben.
Außerdem könnte ich mir die App gut vorstellen, um nur mal schnell die Urlaubsbilder Freunden zu zeigen, oder um ein wenig Musik über den Rechner zu hören.
Seitdem ich diese App habe, habe ich nicht ein einziges Mal das USB-Kabel benutzt. Es ist einfach viel effizienter, die App zu starten und direkt aufs Handy über den Browser zuzugreifen. :)