
(Bild: Elternwissen)
Ach, wie schön ist doch das Internet und das man dort alle möglichen Streitigkeiten quasi hautnah miterleben darf. Dazu zählt vor allem die Attacke von Google Chefjurist David Drummond gegen die drei Unternehmen Apple, Oracle und Microsoft. Vielleicht ist es ein bisschen Verschwörungstheorie, vielleicht aber auch eine sehr realistische Einschätzung der gegenwärtigen Entwicklungen, das ganze gepaart mit ein wenig Desinformation. Jedenfalls schreibt Drummond in seinem Blog, dass es das Ziel der drei erwähnten Unternehmen sei, die Preise für Android-Smartphones in die Höhe zu treiben.
Damit aber noch nicht genug, denn Drummond geht soweit zu behaupten, dass das Vorgehen der drei großen Unternehmen eine „feindliche, organsierte Kampagne“ sei. Um dabei erfolgreich zu sein, würden die drei sich auch solcher Maßnahmen wie „gefälschter Patente“ bedienen, denn die Preise für Patente in unproportionale Höhen zu treiben ist ja schließlich eine wettbewerbsfähige Strategie.
Hierzu liefert Drummond natürlich auch ein Beispiel, nämlich den Kauf alter Nortel- und Novell-Patente, für die Microsoft und Apple sich zusammen getan haben. Drummond unterstellte den beiden Unternehmen damit, das sie so vorgegangen seien, um die Patente von Google fernzuhalten.
Zum Streit gehören natürlich immer zwei. Mindestens. Und deshalb meldete sich denn auch Microsofts Chefjustiziar Brad Smith zu Wort – und zwar per Twitter: „Google sagt, wir haben die Novell-Patente gekauft, um sie von Google fern zu halten. Wirklich? Wir haben sie gebeten, mit uns gemeinsam darauf zu bieten. Sie sagten nein.
Und damit wäre der Kampf eröffnet. Wie das nämlich gerne im Internet der Fall ist, muss nur einer den Stein ins Rollen bringen, damit andere sich auch getrauen. In diesem Falle wäre das dann ein weiteres Microsoft-Mitglied, nämlich Frank Shaw, Head of Communications. Auch er nutzte den direkten Kommunikationsweg mit dem kleinen Vögelchen und provoziert ein bisschen mehr: „Kostenloser Ratschlag für David Drummon – reden Sie erst einmal mit Kent Walker, bevor Sie bloggen“. (Kent Walker ist ein Google Senior Vizepräsident und leiter der Rechtsabteilung). Irgendwie süß, das Ganze.
Denn, und hier liegt scheinbar die Lösung des Problems, hatte Kent von Google am 28.Oktober 2010 eine Mail an Brad von Microsoft geschickt, in der er ihm mitteilte, das Google ein gemeinsames Gebot auf die Patente für nicht sinnvoll für sich hielt. Hier die Original-Mail:
Brad –
Sorry for the delay in getting back to you — I came down with a 24-hour bug on the way back from San Antonio. After talking with people here, it sounds as though for various reasons a joint bid wouldn’t be advisable for us on this one. But I appreciate your flagging it, and we’re open to discussing other similar opportunities in the future.
I hope the rest of your travels go well, and I look forward to seeing you again soon.
Kent
Das ist jetzt zwar nur ein Argument gegen Google und die Aussage von David Drummond, doch lässt diese Sache Drummond (und damit auch Google) doch ziemlich dumm aussehen. Also, ich finde es ja besser als jede Seifenoper. Kindergarten deluxe... Man kann nur sehr gespannt sein, ob da noch was kommt. Ich fänds super.


Manuel L.
ich bin mir trotzdem nicht sicher dass da nicht ein funken wahrheit dahinter steckt. immerhin ist android das maß der dinge im smartphone sektor