
Da ich nicht mehr auf das Asus Eee Pad Transformer warten wollte, habe ich mir vor ein paar Tagen das Acer Iconia A500 geholt. Michael hat uns dieses Tablet in seinem „Unboxing & Fist Look Blog“ schon einmal vorgestellt. Ich möchte euch das Tablet nun etwas näher vorstellen.
Hardware
Das Acer Iconia A500 besitzt einen 10,1 Zoll großen WXGA Bildschirm, der mit 1280 x 800 Pixel auflöst. Es handelt sich um ein Glare-Type-Display, auch Glossy genannt. Dies bedeutet, dass das Display stark reflektiert. Bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt es sogar so stark, dass man fast nichts mehr erkennen kann. Da aber meist der Kopf zwischen Display und Sonne ist und es Standard bei Tablets, Notebooks, sowie Netbooks ist, stört mich dieser Punkt nicht.
Das A500 wiegt mit Akku, welcher 3260mAh hat, laut Hersteller 765 Gramm. Meine Küchenwaage kommt mit eingelegter Mikro SD Karte auf "nur" 760 Gramm. Bei intensiver Nutzung kommen acht Stunden Akkulaufzeit gut hin. Wenn man das Tablet nur ab und zu in der Hand hat reicht der Akku aber auch für 24 Stunden. Ich war erstaunt, wie schwer 765 760 Gramm bei einer Dimension von 260 x 177 x 13,3 mm sein können. Längeres einhändiges Halten des Tablets ist nur mit guter Armmuskulatur möglich. Allerdings wird das Halten durch den breiten Rand des Displays erleichtert. Zweihändiges Halten geht auch über einen längeren Zeitraum relativ bequem. Mit etwas Übung lässt sich so sogar noch mit den Daumen auf der stock Tastatur "tippen".
Der Nvidia Tegra 250 CPU mit 2 x 1GHz legt in Verbindung mit den 1GB RAM den Grundstein für eine durchgängig gute Perfomance, auf welche ich später noch zu sprechen komme.
Bei meinem Iconia handelt es sich um die, meines Wissens, bisher einzig in Deutschland verfügbare Version. Sie kommt ohne 3G und mit 32GB Flash-Speicher. Der Speicher kann mittels Mikro SD Karte, welche sich nicht im Lieferumfang befindet, erweitert werden. Unterstützt werden Karten bis 64GB. So kann das A500 auf bis zu 96GB (!) Speicher kommen. Hinzu kommt allerdings noch der USB 2.0 Port. Hier können zum Beispiel externe Speichermedien wie USB Sticks angeschlossen werden. Es werden nur FAT und FAT32 Speichermedien unterstützt.
Der Wlan Chip unterstützt die heute üblichen Standards 802.11b/g/n. Neben einem GPS und einem Bluetooth (2.1+EDR) Modul hat das Tablet auch noch zwei Kameras. Die Frontkamera löst mit 2 Megapixel auf. Auf der Rückseite befindet sich eine 5 Megapixel Kamera mit Autofokus und LED-Blitz. Die Qualität der beiden Kameras ist bescheiden aber bildet euch selbst ein Urteil:
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Kamera auf der Rückseite
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Frontkamera
Als zusätzliches Feature findet man noch einen Mikro HDMI (Typ D) Ausgang, welchen ich aufgrund fehlenden Kabels leider noch nicht testen konnte. Auch Dolby Mobile 2 ist an Board. Die Lautsprecher erzeugen in Verbindung mit dieser Funktion einen akzeptablen Sound und sind für die meisten Situationen laut genug.
Selbstverständlich hat das Tablet auch einen Lichtsensor, der, je nach Einstellung, für eine automatische Regulierung der Displayhelligkeit sorgt.
Software
Das Gerät kommt mit Android 3.0.1. Ich habe mittlerweile oft die Frage gelesen, ob, wie bei Smartphones, Tablethersteller eine eigene Oberfläche verwenden. Diese Frage lässt sich mit einem einfachen Nein für alle Android Honeycomb Tablets beantworten. Google verbietet bis auf weiteres den Herstellern Modifikationen an der Oberfläche vorzunehmen. Damit möchte Google die Etablierung von Honeycomb vorantreiben.
Ich halte diese Entscheidung für richtig. Die Honeycomb Oberfläche macht nämlich richtig was her. Acer liefert dafür ein paar Apps mit. Diese sind zum Teil ganz nützlich, zum Teil aber auch eher sinnlos. So gibt es unter anderem eine App für Facebook und Twitter (SocialJogger), Verlinkungen zu Adobe Flash Player im Market und zur Facebook beziehungsweiße Gameloft Webseite, Lumi Read (Ebook Reader), Acer Sync und eine Basisversion von Docs To Go, welche aber keine leider Dokumente erstellen kann.
Wirklich gelungen sind die an Android 3.0 angepassten Apps von Google, also Browser, E-Mail, Google Mail, Kalender, Kontakte, Maps mit Navigation und Latitude, Youtube, Market und Talk. Das User Interface wurde komplett neu gestaltet und an den großen Bildschirm angepasst, was den Bedienkomfort deutlich erhöht. Allgemein macht das Tablet vor allem mit an Honeycomb angepassten Apps richtig Spaß. Dass die Zahl dieser Apps im Market noch sehr gering ist spricht natürlich gegen ein Android Tablet. Ich bin aber zuversichtlich, dass diese Zahl noch dieses Jahr um ein vielfaches größer werden wird. Michael hat uns ja vor kurzem schon ein paar nützliche Honeycomb Apps vorgestellt.
Perfomance
Hier zeichnet sich der Nvidia Tegra CPU und die 1GB RAM aus. Die Perfomance ist durchgängig wirklich sehr gut. Es läuft einfach flüssig und hat selten einen Hänger. Das mitgelieferte Need For Speed Shift zeigt, was das Tablet kann. Grafik und Perfomance können überzeugen.
Eine für Tablets optimierte Benchmark App habe ich leider nicht gefunden. Smartbench 2011 errechnete für den Productivity Index 3641 und für den Games Index 2555, Quadrant kommt auf 1970.
Peripherie
Ein wichtiger Grund, weswegen ich mich gegen das Asus Eee Pad Transformer und für das Acer Iconia A500 entschieden habe, ist, dass der USB Port direkt am Gerät ist. Mit dem passenden File Manager ist das sehr nützlich. Doch mit dem USB Port lässt sich noch mehr anfangen als nur Speichermedien anzuschließen. So kann man zum Beispiel eine Tastatur an das Tablet anschließen und auch tatsächlich nutzen. Allerdings hat diese dann ein englisches Layout. Dafür konnte ich ein paar Zusatztasten meiner Tastatur nutzen. Diese sind Play/Pause, Next Track, Previous Track, Home (eigentlich Startseite im Browser) und das Lautstärkerad. Eine Maus konnte ich leider nicht verwenden. Dies wird sich allerdings, sofern es ein solches Update für das A500 geben wird, mit Android 3.1 ändern.
Und sonst so?
Vielleicht erinnert sich der ein oder andere an das Hidden Easter Egg in Android 2.3. Ein solches findet man an gleicher Stelle auch in Android 3.0 ;-)

Mysticc .
"Bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt es sogar so stark, dass man fast nichts mehr erkennen kann. Da aber meist der Kopf zwischen Display und Sonne ist und es Standard bei Tablets, Notebooks, sowie Netbooks ist, stört mich dieser Punkt nicht."
Nur weil Spiegeldisplays Standard werden konnten stört er nicht mehr?
Sorry, das seh ich aber ganz anders.
Und darauf zu hoffen daß der Kopf immer zwischen Sonne und Tablet ist - okay, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. ;-=)
Wäre z,B, ein definitiver Grund für mich das Transformer vorzuziehen (okay, hab ich ja eh schon gemacht ;-) ) - das soll auch in der Sonne noch akzeptabel nutzbar sein, und das hab ich vor......
USB direkt am Gerät ist definitiv von Vorteil, beim Transformer muß man dafür leider das Zubehörteil kaufen um über den Dockanschluß USB am Gerät nutzen zu können.
Deswegen versteh ich den Hype um das Samsung auch Null, gar nix an Anschlüßen, sowas traut sich sonst nur Apple zu verkaufen.
Von den HC-Tablets die nun so am Start sind sind das Acer und das Transformer für mich die 2 Winner, Preis-Leistungssieger klar das Transformer, und das Dock und die Verwandlung zum Netbook habens mir angetan, da hat noch niemand vergleichbares zu bieten.
BTW - schöner Bericht - angenehm zu lesen. :)