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10 Jahre Xiaomi: Die Chroniken eines kometenhaften Aufstiegs

10 Jahre Xiaomi: Die Chroniken eines kometenhaften Aufstiegs

Xiaomi feierte diese Woche sein zehnjähriges Bestehen. In nur einem Jahrzehnt ist der chinesische Hersteller zum viertgrößten Smartphone-Hersteller der Welt aufgestiegen. In einigen Regionen, wie zum Beispiel in Indien, ist die Marke bereits die Nummer eins. Wie haben sie es also geschafft? Wir werfen einen Blick auf einige der Zahlen hinter der Erfolgsgeschichte von Xiaomi.

Oft als die "chinesische Version von Apple" bezeichnet – zum Teil dank der "Inspiration" des Designs, die die Marke von Cupertino übernommen hat – hat Xiaomi es geschafft, eine treue Mi-Gemeinschaft aufzubauen. Das was Apple-Jünger für den Apfel-Konzern sind, sozusagen. Das Unglaubliche an der Geschichte von Xiaomi ist jedoch die Geschwindigkeit, mit der man gewachsen ist.

Betrachten wir die drei Hersteller, die weltweit noch mehr Smartphones als Xiaomi verkaufen, werdet Ihr sehen, wovon ich spreche. Hinter Samsung (Nummer eins, gegründet 1938), Huawei (Nummer zwei, gegründet 1987) und Apple (Nummer drei, gegründet 1976) scheint Baby Xiaomi (Nummer vier, gegründet 2010) alles richtig gemacht zu haben. Das Unternehmen ist längst keine chinesische Apple-Kopie mehr. Xiaomi ist nicht mehr nur eine Flaggschiff-Killer-Marke für preiswerte Smartphones, sondern sowohl innerhalb als auch außerhalb Chinas ein wichtiger Akteur. Die Zahlen beweisen, dass das Unternehmen weiter wächst.

Um Xiaomis Geburtstag zu feiern, haben wir einige der wichtigsten Meilensteine auf dem Weg der Marke an die Spitze beleuchtet.

Xiaomi kauft mi.com für 3,6 Millionen Dollar (2014)

Branding ist das A und O in diesem Geschäft. Nur vier Jahre nach Gründung erkannte Xiaomi, dass etwas Spritziges her musste. Die Marke und das Logo von Mi haben eine Menge zu bieten. Das Wort Xiaomi bedeutet grob übersetzt "kleiner Reis" (xiao ist das Wort für klein, und mi bedeutet Reis auf Chinesisch). Das berühmte orange-weiße Mi-Logo ähnelt, wenn man es auf den Kopf stellt, sehr dem chinesischen Zeichen für "Herz" (心).

Xiaomi erkannte, dass es mi.com besitzen musste, wenn es die Verbraucher dazu bringen wollte, sich in seine Marke zu verlieben. Im Jahr 2014 ging Xiaomi sprichwörtlich durch die Decke und zahlte 3,6 Millionen Dollar für die Domain – ein mutiger Schritt für ein vier Jahre altes Unternehmen, aber diese einzige Übernahme war für den Erfolg, den Xiaomi seitdem erreicht hat, von entscheidender Bedeutung. 'Mi' ist jetzt ein integraler Bestandteil von allem, was Xiaomi tut. Und meiner Meinung nach hat das Markenspiel mit Xiaomi und Mi einen großen Einfluss auf das Wachstum des Unternehmens außerhalb Chinas gehabt.

Xiaomi kommt ins Guinness-Buch der Rekorde für zwei Millionen verkaufte Produkte in 24 Stunden (2015)

Vor fünf Jahren hatte Xiaomi das, was man einen "guten Tag im Büro" nennen könnte. Zur Feier ihres fünfjährigen Bestehens führte die Marke mehrere Werbeaktionen im Mi.com-Store durch, die als Fan-Festival bezeichnet wurden. Man kann mit Sicherheit sagen, dass die Kampagne ein Erfolg war. Die Zahlen sind erstaunlich - 2.112.010 verkaufte Mobiltelefone in 24 Stunden, was einen neuen Guinness-Weltrekord (*englischsprachige Website) für die meisten an einem Tag auf einer einzigen Online-Plattform verkauften Mobiltelefone darstellt.

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CEO Lei Jun nimmt ein offizielles Guinness-Weltrekord-Zertifikat von Juror Charles Wharton entgegen. / © Guinness-Weltrekorde

Darüber hinaus wurden über den Online-Shop 770.000 smarte Geräte, 247.000 Netzteile und smarte Steckdosen, 208.000 Mi-Band-Fitnesstracker und 38.600 Fernseher verkauft, die einen Umsatz von 2,08 Milliarden Yuan (335 Millionen Dollar) brachten. 14,6 Millionen Verbraucher kauften an diesem Tag ein, angezogen von mehr als 1.000 individuellen Rabatten. Keine schlechte Art, seinen fünften Geburtstag zu feiern!

Xiaomi überholt Huawei ganz kurz (Februar 2020)

Anfang dieses Jahres gelang es Xiaomi sogar, Huawei auf den dritten Platz der Rangliste der besten Smartphone-Hersteller der Welt zu befördern. Im Februar lieferte Xiaomi sechs Millionen Smartphones aus, während Huawei im gleichen Zeitraum 5,5 Millionen auslieferte. Diese Zahlen beziehen sich zwar nur auf einen einzigen Monat und sind daher nicht repräsentativ für den Gesamtmarktanteil der Smartphone-Verkäufe. Aber die Tatsache, dass Xiaomi seinen lokalen Rivalen zum ersten Mal überhaupt bei den Smartphone-Lieferungen überboten hat, ist ein bedeutender Meilenstein.

Xiaomi scheint in diesem Moment ziemlich gut positioniert zu sein, um Huawei anzugreifen. Während die Mi-Telefone weiter an Boden gewinnen, verlangsamt sich Huawei – nicht zuletzt wegen der Probleme mit der US-Regierung. Huawei denkt sich Lösungen aus, und was der chinesische Riese mit seinen Produkten HMS Core und App Gallery macht, sieht vielversprechend aus. Aber Xiaomis stärkster lokaler Konkurrent befindet sich mitten in einer Übergangsphase, und das bietet eine Chance.

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Da Huawei eine Übergangsphase durchlaufen muss, wartet Xiaomi darauf, sich vorbeizuschleichen. / © AndroidPIT

Mi 10 Pro bringt Xiaomi in das Premiumsegment (2020)

Mit dem Mi 10 Pro steigt Xiaomi auch in den Flagschiffmarkt mit leistungsstarker Hardware zu Premium-Preisen ein. Ähnlich wie bei einem anderen lokalen Rivalen, OnePlus, scheint sich hier ein ausgetretener Pfad abzuzeichnen. Neue Smartphone-Marken versuchen, in den ersten Jahren Marktanteile und Bekanntheit zu gewinnen, indem sie ihre Konkurrenten beim Preis unterbieten. Aber mit dem Wachstum der Marke entsteht das Vertrauen, im Premium-Segment des Marktes zu konkurrieren. Diese Zuversicht zeigt Xiaomi gerade jetzt, gestärkt durch den Erfolg in China und Europa.

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Das Mi 10 Pro bringt Xiaomi in die große Liga. / © Bildschirmfoto / AndroidPIT

Was steht bei Xiaomi für das nächste Jahrzehnt auf dem Programm?

Ich bin gespannt, was dieses junge Unternehmen in den nächsten zehn Jahren leisten kann. Die Sterne scheinen Anfang 2020 für Xiaomi gut zu stehen. Der Hauptkonkurrent muss umstrukturiert und neu erfunden werden, und die europäischen Verbraucher kommen auf die Idee, dass Mi eine legitime Marke ist, die so viel mehr ist als eine Budgetversion seiner nordamerikanischen und südkoreanischen Rivalen.

Xiaomi schaut zwar nach oben auf die Spitze des Smartphone-Marktes, sollte aber nicht den Blick auf das richten, was ihm an den Fersen hängt. In Realme sehe ich eine Marke, die sich auf den gleichen Weg begibt wie Xiaomi vor zehn Jahren, und ebenso schnell auf dem Weg nach oben ist. Wie diese beiden Unternehmen mit faltbaren Smartphones umgehen, wird interessant sein. Bislang waren es nur die Größten der Klasse, die mit dem neuen Formfaktor innovativ sein konnten.

Was war Eurer Meinung nach der größte Meilenstein in der kurzen Geschichte von Xiaomi? Teilt Eure Gedanken gerne in den Kommentaren mit uns.

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16 Kommentare

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  • Xiaomi hat sich in der Vergangenheit das ein oder andere angeschaut um es für sich gewinnbringend einzusetzen. So konnte Xiaomi aufsteigen. Jetzt sind Sie etabliert und eine feste Größe in der Technikwelt


  • Ja, das Preis-/Leistungsverhältnis ist nicht mehr das, das es mal war bei Xiaomi.

    Ich glaube, dass Xiaomi u. a. deshalb so groß geworden ist, weil die Company sehr offen mit der Software umgeht. Es gibt meines Wissens keinen anderen Hersteller, der seine Updates bereits in einem Beta-Status den Moddern zur Verfügung stellt, und auch keinen anderen Hersteller, bei dem es soviele Custom-ROMs gibt (s. u. a. a. xiaomi.eu).
    Wenn man heutzutage ein Smartphone kaufen will, für das man lange noch Software-Updates bekommt, dann kommt man an Xiaomi eigentlich nicht vorbei. Seien Samsung, Huawei und Honor sowie Oppe etc. - alle versuchen den Käufer über die Software zu binden und wenn dann der Hersteller meint, dass ein Gerät keine Updates mehr bekommen soll, dann steht man als Verbraucher im Regen. Und leider scheint das auch bei RealMe so zu sein, denn auf xda gibt's z. B. für das X2 Pro kaum Alternativen.


  • Das Thema Preis/Leistungsverhältnis ist Geschichte.


    • Warum soll das Preis/Leistungsverhältnis Geschichte sein? Es gibt ja weithin die Redmi Note Reihe. Und wenn Xioami wie jetzt bei den neuen Mi's technisch zu den anderen Highend aufschließt, dann können sie auch dementsprechend dafür verlangen.

      Gelöschter Account


  • Sehr beeindruckend, wie schnell ein Unternehmen wachsen kann, wenn es einfach nur die Ideen von Anderen stiehlt, ohne wertvolle Zeit mit eigenen Ideen zu verplempern. Hut ab! 👍🏻


  • Hatte deren Redmi Note 5 (leider selber zerstört) und nun das Mi9T. Mir gefallen die Smartfones ganz gut - optisch wie auch technisch.

    Gerald B.Gelöschter Account


  • bis vor kurzem hatte das Mi Mix 3 noch den besten Knipser, aber heute kann ich sagen Huawei P30 Pro ist besser und auch bei Sonnenlicht besser zu sehen


  • Ich habe im Sommer 2019 mein erstes Xiaomi Smartfone ein Mi Max 3 gekauft.
    Ich bin damit sehr zufrieden.
    Es ist in Europa im Sommer 2018 mit Android 8 auf den Markt gekommen. Ich war dann 2019 schon mal froh eine Aktualisierung auf Android 9 zu bekommen. Nun ist im März 2020 sogar noch das Update auf Android 10 gekommen. Somit habe ich erstmals ein Handy mit der zur Zeit aktuellsten Android Version. Nur leider hat Xiaomi die Mi Max Serie eingestellt. Ich hätte mir bestimmt das Mi Max 4 gekauft.


  • Da ich noch kein Xiaomi hatte, kann ich selber nicht viel zu sagen. Aber es ist schön neben den altbekannten Namen auch Abwechslung auf dem Smartphonemarkt zu haben. Wenn jetzt noch mehr als 2 Jahre Updates dazu kommen, wird Xiaomi sich auf Platz 1 platzieren.


    • Ich habe das Mi Mix 2s, und das war überraschenderweise eines der ersten, die A10 bekamen. Was mir bei denen auch sehr gefällt, ist, dass sie viele Dinge aus den neuen Androidversionen gleich in ihre eigene Benutzer-Oberfläche integrieren, und somit eigentlich auch bei einer älteren Andoid-Version die neuen und wichtigsten Sachen über ihr MIUI integrieren. Man bekommt auf diese Weise z.B. auch bei einer älteren Android-Version die wichtigsten Funktionen, die eigentlich der aktuellsten Android-Version entsprechen. Das ist meines Wissens nach bei keinem anderen Hersteller der Fall. Und das über die zwei Jahre der anderen Hersteller hinaus. Und ob jetzt NSA, Google, 3PLA und/oder (EU)INTCEN mitliest... George Orwell dürfte in seinem Grab inzwischen rotieren wie ein Grillhähnchen bei einer österreichischen Hauptstadts-Baumgroßfläche (wir wollen ja keine Schleichwerbung fördern) ;-)

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