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Kommentar 3 Min Lesezeit 14 Kommentare

Wider das Fliegengitter: Ich brauche (noch) kein 8K-VR

Wer einmal eine Vive oder Oculus Rift aufgesetzt hat, wird zugeben, dass das Erlebnis überwältigend ist. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich die Technologie hinter VR als recht unausgereift. Vor allem die Qualität der Darstellung ist durchweg als mittelmäßig bis schlecht zu bewerten. Jetzt gibt es Hoffnung.

Bessere VR-Displays: Pimax zeigt Headset mit 8K-Auflösung

Oculus und Vive weisen beide die identische Auflösung auf: 1.080 x 1.200 Pixel pro Auge. Auch das Sichtfeld ist mit rund 100 Grad bei beiden ziemlich gleich. Die Pixeldichte ist aber nicht hoch genug, sodass zwischen den einzelnen Bildpunkten schmale schwarze Linien aufscheinen - der sogenannte Fliegengittereffekt. Dagegen hilft lediglich, die Abstände zwischen den einzelnen Bildpunkten drastisch zu verringern, idealerweise einhergehend mit einer höheren Auflösung. Die bald erscheinenden Mixed-Reality-Headsets von Microsoft steigern die Auflösung auf 1.440 x 1.440 Pixel pro Auge, was aber nach meinem Eindruck auf der IFA nicht ausreicht, um den Fliegengittereffekt zu verhindern. 

Pimax hat nun eine VR-Brille mit zwei 4K-Displays (also zweimal 3.840 x 2.160 Pixel) vorgestellt. Dieses Headset ermöglicht es, das Sichtfeld auf 200 Grad zu erweitern, was beinahe dem menschlichen Blick entspricht. Zwei Fliegen mit einer Klappe also: Kein Fliegengitter mehr (laut Aussage der Entwickler) und noch ein viel breiteres Sichtfeld. Immersion pur.

Die Rechenpower reicht nicht aus für 8K-VR

Doch es gibt bei der hohen Auflösung ein kleines Problem: Aktuelle PC-Grafikkarten sind schon mit der Vive oder der Oculus ziemlich gut beschäftigt. Aus der Branche ist daher schon länger zu hören, dass ein 4K-Display pro Auge technisch unproblematisch ist. Aber die nötige Grafikkarten-Power ist nicht da, um einen stabilen Betrieb mit 90 Bildern pro Sekunde aufrecht zu halten. Tatsächlich muss Pimax einige Kniffe anwenden, damit eine der schnellsten derzeit erhältlichen Grafikkarten das 8K-Headset befeuern kann. Wer also soll so ein Headset kaufen?

Brainwarp nennt sich diese Technologie, die die Bilder in hoher Frequenz abwechselnd pro Auge berechnet. Es ist völlig unklar, ob diese Technik tatsächlich den gewünschten Immersionseffekt erzielt. Für uns Normalsterbliche ist ein 8K-Headset also derzeit eher utopisch - vor allem seitens des zuspielenden PCs.

pimax 8k vr headset
Pimax 8K: Tolle Technik, aber vorerst eine reale Utopie  / © Pimax

LG will Fliegengitter vermeiden

Auch für Standalone-VR-Brillen sind hochauflösende Displays keine gute Wahl, immerhin fehlt es dort ebenfalls an der Rechenpower. Interessanter ist da schon eine Entwicklung von LG: Ein Patent zeigt einen optischen Filter im VR-Linsensystem, der das Licht des Displays so streut, dass die schwarzen Linien des Fliegengitters einfach verschwinden. Unklar ist, ob LG damit Unschärfen erzeugt oder ob der Effekt damit tatsächlich vollständig unterbunden wird. 

Technische Entwicklung und die Inhalte

Unbestritten ist die technische Weiterentwicklung von Displays relevant. Die höhere Displayauflösung ist derzeit aber nicht der entscheidende Entwicklungsstrang für VR. Aktuell ist die VR-Industrie nämlich besser beraten, in gute Inhalte zu investieren. Vive hat hoffentlich Zugriff auf das neu bei HTC eingetroffene Geld und weiß es sinnvoll einzusetzen. Gerade die jüngst angekündigten PC-VR-Titel lassen einiges erhoffen. Bis ein 8K-fähiges Headset ergonomisch tragbar ist, dürfte noch ein Weilchen vergehen. Die Grafikkarten sind sicher in vier JAhren soweit. Bis dahin zocke ich lieber gute VR-Spiele oder tauche in neue VR-Welten ein - mit meinem soliden Gaming-PC und freue mich darauf, dass in einigen Jahren VR eine völlig neue Stufe erklommen hat. Dann gerne auch in 8K.

Was ist Eurer Ansicht nach das größte Problem von VR? Diskutiert mit in den Kommentaren!

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  • Für mich ist das ein 4k Display, egal was de berechnen musst sehen tust du 4k! Wenn auch in 3d!:-) der Blickwinkel is halt echt geil! Würd ich gern ma durchglotzen! Aber meine 1070 schnauft mit der Oculus schon ganz schön!


  • Mich wundert das nicht. VR ist und bleibt eine nette spielerei für Nerds die noch nicht ausgelastet sind. Ich setze mir weder eine Brille für 3D TV auf noch eine VR.


    • Überheblich und beleidigend! Und dazu inhaltlich auch noch falsch! Überhaupt schon mal ne vr Brille aufgehabt?


    • Eine Aussage eines Rentner, so was höre ich nur von Opas die null Ahnung haben.


    • Kann ich als epileptiker sowieso nicht.


    • Ich empfehle, einfach mal eine aktuelle VR-Brille auszuprobieren. Meiner Meinung nach ist das derzeitige Problem erstens der Preis der "Gesamtausrüstung" und zweitens die Tatsache, dass aktuelle VR-Brillen nur für diesen Zweck brauchbar sind. Sobald die Displayauflösung so hoch wird, dass man einen virtuellen Bildschirm guter Auflösung und Größe in ca. 2m Abstand simulieren kann, wird so eine Brille auch als optisches Pendant zum Kopfhörer interessant. Das setzt aber eine hohe native Auflösung der Brille voraus, vermutlich werden 4k pro Auge noch nicht ausreichen! Zum Begrenzen der Rechenleistung wird es meiner Meinung nach nötig sein, die Blickrichtung zu messen und nur den Bereich des scharfen Sehens in hoher Auflösung zu rendern. Außerhalb kann dann die Auflösung stark abfallen. Es wird noch eine Weile dauern, bis das soweit ist, keine Frage.


  • Wer sagt denn, dass man für ein höher auflösendes Display auch in höherer Auflösung rendern muss? Wenn das Rendertarget gleich bleibt, verbessert sich zwar nicht die Grafik, allerdings ist der Fliegengittereffekt trotzdem weg, wegen des hochauflösenden Displays.


    • Ein Display sollte grundsätzlich immer in der nativen Auflösung betrieben werden sonst verschlechtert sich die Bildqualität erheblich!


      • Außerhalb des Bereichs des scharfen Sehens bemerkst Du das aber nicht! Die Brille muß dafür allerdings Deine Blickrichtung messen können.


  • VR ist für mich wie damals mein erster C64 mit Turrican und co, einfach cooles Erlebnis und macht auch wieder Spaß zu zocken.


  • Also die PS-VR von Sony ist günstig und als Einstieg in die Sache super. habe den Kauf nicht bereit und freue mich auf die nächste Generation...


  • Für mich macht ne aufgebohrte Grafik noch lange kein besseres Spielerlebnis aus.
    Aber die Erfahrung IN einem Spiel zu sein finde ich persönlich, nach wie vor, unbeschreiblich.
    Da will ich gar nicht erst davon anfangen, wieviel aufregender es war, damals die ersten Atari Games zu zocken, als heute den 120ten Teil von Fifa.
    Das ist das, was VR für mich heute wieder bietet. Aufbruchstimmung!
    Und wer bei Titeln wie z. B. Wilsons Heart über mittelmäßige Grafik klagt, dem ist eh nicht zu helfen.


    • Du sagst es, wer einmal i-racing in vr erlebt hat wird nie wieder erzählen die Technik sei noch nich ausgereift! Aus einer Welt durch einen Monitor in eine andere schauen is ja so was von Retro!

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