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5 Min Lesezeit 31 Kommentare

Was ist Gorilla Glass? Eine Übersicht der verschiedenen Versionen

Ihr habt mit Sicherheit schon des Öfteren von Gorilla Glass gehört. Es ist der Name der kratzfesten Display-Glas-Technologie. Die Technik kommt vor allem bei Smartphones und Tablets zum Einsatz, aber auch bei vielen anderen Geräten. Wir zeigen Euch die Unterschiede zwischen den einzelnen Versionen von Gorilla Glass.

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Was ist Gorilla Glass?

Entwickelt wird das Glas von Corning Inc.. Es besteht aus einem Material namens Alkalimetallsilikat und wird durch eine Verbindung von Aluminium, Silizium und Sauerstoff geformt. Das Material kann nicht in der Natur gefunden werden und wird von Corning Inc. seit Mitte 2005 entwickelt. Das Glass wurde so entwickelt, dass es möglichst dünn und kratzresistent ist. Es weist eine Dicke von gerade einmal 0,4 mm auf.

Gorilla Glass war aber nicht Cornings erster Versuch in diesem Bereich. Ursprünglich unter dem Namen Chemcor bekannt, entwickelte der Hersteller weitere kratzunempfindliche Gläser. Diese kommen bei Hausgeräten, ophthalmologische Geräte (Augenheilkunde), in der Fahrzeug-, Luftfahrt- und der Medizinbranche vor. Bei Smartphones stellte sich Cornings Erfolg im Jahr 2010 ein.

Auch wenn die Gläser Schläge mit einem Hammer aushalten, kann man nicht sagen, dass die Bildschirme der Smartphones und Tablets, die damit ausgestattet sind, unzerstörbar wären. Es kommt auf die eingesetzte Version von Gorilla Glas und auf die genutzte Dicke des Glases an. Auf jeden Fall kann man aber sagen, dass Gorilla Glas unsere Smartphones und Tablets vor tieferen Kratzern schützt.

Wir möchten Euch aber auch einen Überblick über die einzelnen Versionen von Gorilla Glas geben und welche Verbesserungen sie gebracht haben.

Die Neuerungen der einzelnen Versionen von Gorilla Glass

Gorilla Glas 1

Die ersten Gorilla-Glass-Einheiten waren zwischen 2005 und 2006 fertig, aber erst mit dem iPhone kam das offizielle Debut. Das Apple iPhone wurde der Welt im Jahr 2007 präsentiert und das Glas war auf Verlangen des Herstellers ganze 1,5 mm dick und mit einem oleophoben Schutz überzogen. Letzteres erhöht die Resistenz gegen Fett und andere Rückstände.

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Gorilla Glass für Smartphones wurde mit dem iPhone eingeführt. / © AndroidPIT

Die Technologie kam aber schon damals nicht nur beim iPhone zum Einsatz. Davon zeugt die schiere Anzahl an Geräten, die schon mit der ersten Generation des Glases ausgestattet worden sind: Laut Corning waren es schon damals ca. 250 Modelle.

Gorilla Glass 2

In 2012 stellt Corning Inc. die neue Generation, Gorilla Glass 2, auf der CES vor. Das Glas blieb ähnlich stark, aber die Dicke wurde um 20% im Vergleich zur alten Version reduziert. In Tests hielt das neue Glas Gewichte von bis zu 50 kg ohne zu brechen aus.

Zu diesem Zeitpunkt waren schon ca. 600 Millionen Geräte mit Gorilla Glass ausgestattet. Da das neue Glas deutlich dünner war, konnten Hersteller entsprechend dünnere und leichtere Smartphones entwickeln. Das Nexus 4 und das Samsung Galaxy S3 sind Beispiele für Smartphones, die mit Gorilla Glass 2 ausgestattet waren.

Gorilla Glass 3

Gorilla Glass 3 konzentrierte sich nicht wie der direkte Vorgänger auf die Dicke des Glases, sondern auf die Widerstandsfähigkeit. Diese Generation brachte die neue Native Damage Resistance (NDR) Technologie mit, die das Glas noch stärker gegen Kratzer schützen soll. Laut Corning sorgte die dritte Generation für 35 Pro weniger Kratzer auf dem Display.

Passend zur Versionszahl, machte Corning das neue Glas 3 mal stärker als seine Vorgänger. Dies wurde durch einen neuen Herstellungsprozess möglich. Corning stellt die neue Generation auf der CES 2013 vor und wurde bei Smartphones wie dem Samsung Galaxy S4, Moto G und Moto X vor.

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Mit dem Galaxy S4 wurde Gorilla Glass 3 eingeführt. / © AndroidPIT

Gorilla Glass 4

Mit Gorilla Glass 4 konzentrierte sich Corning erneut auf eine weitere Schwäche des Glases. Diesmal wurde in die Verstärkung des Glases investiert, da der Hersteller herausgefunden hatte, dass 70 Prozent der Schäden durch Stürze entstehen. So wurde Gorilla Glass 4 vorgestellt, das nun resistenter gegen eben solche Stürze sein sollte.

Nach Labortests war klar, dass Gorilla Glass 4 doppelt so stark war wie die Vorgänger. Natürlich kommt auch dieses Glas nicht an die Widerstandsfähigkeit eines ShatterSchield-Displays, welches in der Force-Editionen von Motorola seinen Einsatz findet. Also Beispiele der Smartphones, die mit Gorilla Glass 4 geschützt wurden, sind hier das Samsung Galaxy Note 5 und das Asus ZenFone 2 Laser zu nennen.

Leider hatte Corning sich aber zu sehr auf den Schutz gegen Stürze konzentriert und dabei den Kratzschutz scheinbar vernachlässigt. Schon kurz nach der Veröffentlichung der ersten Smartphones mit dem neuen Glas war klar, die neue Version hat ein Kratzerproblem. Tatsächlich hatte sich Huawei sogar entschieden, lieber Gorilla Glass 3 beim damals neuen Mate 9 zu verbauen, da es Kratzern einfach besser standhielt.

Gorilla Glass 5

Die fünfte Generation konzentrierte sich noch mehr auf den Schutz gegen Stürze. Dieses Glas war nun 4-mal stärker als die vorherige Version. Corning berichtet sogar, dass das Gorilla Glass 5 im Labor Stürze aus einer Höhe von 1,6 Metern überlebt hatte. Daher verspricht der Hersteller auch, dass das Glas 80 Prozent aller Stürze aus einer Höhe von bis zu 1 Meter überlebt.

Ist mein Smartphone mit Gorilla Glass ausgestattet?

Cornings Gorilla Glass ist natürlich nicht die einzige Technologie, die Hersteller einsetzen, um die Displays ihrer Smartphones zu schützen. Es gibt sogar Hersteller, wie Sony und eben Motorola, die komplett eigene Gläser entwickeln und bei ihren Smartphones verbauen. Chinesische Hersteller setzen vor allem gerne auf den Hersteller Dragontrail. Des Weiteren gibt es weitere Gläser, bei denen Zusammensetzungen mit Aluminium oder sogar Saphirglas eingesetzt werden.

Auf Cornings Webseite gibt es eine eigens eingerichtete Übersicht, in der Ihr den Hersteller und das Model Eures Smartphones auswählen könnt. Hier seht Ihr dann, ob bei Eurem Smartphone auch Gorilla Glass und welche Version verbaut ist.

Was haltet Ihr von Gorilla Glass? Habt Ihr bisher eher gute oder schlechte Erfahrungen mit der Technologie gemacht?

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31 Kommentare

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  • sehr informationsreich endlich wurde ich hier richtig aufgeklärt Danke.


  •   9
    Karsten vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Wie wäre es mit Kunststoffglas... War doch schon früher bruchsicherer als richtig Glas.


  • Galaxy 1,2,4 und 6 haben bei mir den ersten sturz nicht überlebt
    xperia z2 nach mindestens 10 stürze xD nix passiert :)
    galaxy s7 edge sturz aus ung. 50cm auf einer Euro palette glasbruch hinten
    Samsung ist schön bin zufrieden damit aber bloß nicht fallen lassen 😁


  • Alex L. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Danke! Sehr informativ :-)


  • B. Fr. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Hallo. Laut Hersteller besitzt mein Smartphone das Gorilla Glas 5. Leider hat dieses Glas den Sturz aus ca. 50 cm nicht überlebt. Das Display funktioniert zum Glück noch. Aber das Glas ist an 5 bis 6 Stellen gebrochen. Allerdings nur am Rand.
    Habe das Samsung S8.
    Oder hat Samsung sparen wollen. Und ein billigprodukt verbaut.


    • Viel Spaß das wird teuer wenn du es richten willst. Hatte erst das selbe Problem. Hab das ersatz stück gesehen und es ist wahnsinn was da alles gewechselt werden muss. Mit Originalteilen musst du zwischen 400 und 500 € rechnen. Hoffe du hast es versichert. Ist ein muss bei den Top Geräten.


      • B. Fr. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        Ja ist zum Glück versichert. Warte jetzt noch auf Antwort von der Versicherung. Mal gespannt ob die das übernehmen da es 2 Wochen nach dem Kauf passiert ist


      • Das Display für das S8 bekommt man für 270€ plus ca. 40 € Montage bei einem Lizenzierten Partner.


      • B. Fr. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        Weiß ja nicht. Hab ein Video gesehen. Da würde nur das Glas gewechselt das Display an sich funktioniert einwandfrei


      • Ole vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        Also fakt ist, selbst wenn Gorilla Glas 5 drauf ist: wenn dein Gerät ungünstig fällt, zB auf ne Ecke, dann staucht das gesamte Material und es bauen sich Energien auf, die entweichen wollen. In deinem Fall passiert das dann per Bruch. Komplett Bruchsicher wirds nie geben. Stinknormale Physik ist das.


      • B. Fr. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

        Da hast du wohl recht. Bei mir haben sich die Kräfte ganz toll verteilt. Oben rechts,unten rechts, unten 2 mal, links 3 mal unmittelbar am bixby Knopf. Na ja Hauptsache das Display hält noch bis zur Abgabe.


    • Peter vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      Hast du keine Schutzhülle verwendet?


    • Die Samsung Teile mit Edge sind trotz Gorilla Glas zimlich empfindlich was das Glas angeht,die Stiftung Warentest hat das s8 getestet und es hat nicht so gut abgeschnitten...


  • Informativer Artikel. Bleibt also abzuwarten, ob man das beste aus zwei Welten, also optimalem Kratz- und Sturzschutz doch irgendwann hin bekommt, so dass ev. zusätzliche Glasauflagen irgendwann nicht mehr nötig sind, wenn gleich dies diesen Herstellern das Wasser abgaben könnte. Vielleicht sind aber auch die Hersteller untereinander verbandelt und dieser Effekt ist gar nicht erwünscht....


    • Leon R. vor 6 Monaten Link zum Kommentar

      Naja, glaube nicht, dass die Hersteller an Schutzfolien etc so viel verdienen. Dann schon eher die Reparaturen und Ersatzteile.
      Allerdings glaube ich nicht das man uns da etwas unterschlagen will, schließlich arbeiten wir Menschen schon sehr lange mit Glas, und es ist ja bekannt was für Probleme Glas mit sich bringt.


  • Mia vor 6 Monaten Link zum Kommentar

    Danke für Bericht

    Ich muss ehrlich gestehen, ich habe keine Ahnung welches Glas mein Handy hat.
    Jedenfalls habe ich mir immer zusätzlich ein Glas aufgeklebt 😉


  • Jetzt ist die Zeit gekommen, um Gorilla Glass 6 zu präsentieren. Ich hoffe, dass ein neues Niveau bringt.

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