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#ThrowbackThursday 21 mal geteilt 35 Kommentare

Android 2.3 Gingerbread: Langlebig, aber nur drei Monate lang lecker

In dieser Woche ist endlich Android 7.0 Nougat an den Start gegangen. Grund genug, für den heutigen Throwback Thursday an eine Android-Version zu erinnern, die ich geliebt, aber auch schnell gehasst habe: Android 2.3 Gingerbread.

Die anfängliche Euphorie

Android 2.3 Gingerbread wurde zusammen mit dem Nexus S vorgestellt und neben neuen Features sollte vor allem die Geschwindigkeit von Android deutlich gesteigert werden sowie das Akku-Management und die Grafikfähigkeiten verbessert werden. Verglichen mit den Versprechungen von Google in dieser Woche, kommen einem diese Worte nicht ganz unbekannt vor.

Gingerbread war zu seiner Zeit eine tolle Plattform.

Zu der Zeit nannte Google die neue Version die “schnellste aller Zeiten”. Mit Gingerbread wurde auch der Support für Themes eingeführt für mehr Kontrast und Sättigung, nach heutigen Standards wirkt die UI wirklich schrecklich, zu der Zeit war es aber pure Innovation.

Bevor ich allerdings fortfahre, sollte ich anmerken, dass meine Erfahrungen mit Gingerbread durch die Sense UI von HTC beeinflusst wurden, also nicht auf Vanilla-Android basieren. Viele der neuen Features und Funktionen brachten deutliche Verbesserung für das Android-OS. Die Menüs, Einstellungen und auch die Statusbar waren simpel und einfach, aber sehr intuitiv für die Zeit:

gingerbread UI
Meine Erfahrungen mit Android 2.3 Gingerbread wurden von der Sense UI von HTC beeinflusst. / © AndroidPIT

Verglichen mit den vorherigen Android-Versionen war Gingerbread eine tolle Plattform. Die Google-Entwickler hatten den Support für NFC, eine Autokorrektur, eine simple Funktion zum Kopieren und Einfügen von Text, bessere Kontrolle der installierten Apps, Homescreen-Shortcuts für den Homescreen und das Beenden laufender Apps implementiert.

Desweiteren wurde mit Gingerbread der Support von Internet-Telefonaten (nach dem SIP-Protokoll) hinzugefügt und Drittanbieter-Apps konnten endlich auf die Kameras der Smartphones zugreifen! Ich erinnere mich daran, wie ich den ersten Internet-Anruf gestartet habe, damals mit der App Viber und war überrascht, wie genial einfach das funktionierte. Nicht zuletzt, da zu der Zeit Anrufe vom deutschen Festnetz nach Brasilien noch sehr teuer waren.

gingerbread play store viber
Mit Gingerbread konnte man erstmalig Telefonate über das Internet führen. / © AndroidPIT

Durch die neue App-Steuerung von Gingerbread wurde die Akkulaufzeit deutlich gesteigert, da Apps nur Ressourcen verbrauchten, wenn sie auch genutzt wurden. Auch heute wird eine allerdings erheblich weiterentwickelte Variante der Technik eingesetzt, der sogenannten Doze Mode!

Ein weiteres Highlight von Gingerbread war die Anzeige des Akkuverbrauchs einzelner Apps, heutzutage oft unbeachtet, damals aber eine echte Innovation und etwas völlig Neues. Wer möchte nicht genau wissen, welche App den eigenen Akku in die Knie zwingt?

gingerbread tbt app
Durch Apps wie SoundCloud oder auch AccuWeather wurde Gingerbread noch interessanter. / © AndroidPIT

Gingerbread war ein intuitiv zu bedienendes System. Es wurden wichtige Features hinzugefügt, zum Beispiel NFC. Auch die System-Animationen wirkten deutlich ausgereifter und insgesamt wirkte Gingerbread sehr erwachsen. Meine anfängliche Euphorie verflog allerdings recht schnell.

Der langsame Abschied von Gingerbread

Wir mussten es lange mit Gingerbread aushalten. Google hatte ursprünglich die desaströse Idee, zwei Android Versionen pro Jahr zu launchen und dadurch war Gingerbread so gesehen schon nach kurzer Zeit veraltet. Gingerbread wurde im Dezember 2010 gelaunched, nur drei Monate später, im Februar 2011, brachte Google schon Android 3.0 Honeycomb an den Start. Auch wenn die neuere Android-Version nur für Tablets gedacht war, fühlte man sich von Google im Stich gelassen, schließlich hatte man auf seinem Smartphone nicht mehr die aktuellste Android-Version. Besonders schmerzlich: Honeycomb hatte ein ganz designtes neues User-Interface, ein Vorläufer des späteren Holo-Designs. Das sah so viel besser aus, dass Gingerbread sofort altbacken und hässlich wirkte.

Auf einen echten Gingerbread-Nachfolger mussten wir ein Jahr warten - erst Ice Cream Sandwich brachte den Holo-Look und viele andere Features auf Smartphones. Das Update-Problem der heutigen Zeit existierte aber auch schon zur damaligen Zeit. Geräte, die mit Gingerbread ausgeliefert wurde, liefen sehr lange nur mit dieser Android-Version und erhielten kein Update. Mein damaliges HTC Desire HD erhielt zum Beispiel kein offizielles Update von HTC, auch zwei Jahre nach der offiziellen Vorstellung nicht. Im Jahre 2012 liefen noch 57 Prozent aller Android-Smartphones mit Android 2.3 Gingerbread, die neueste Version war damals aber schon Jelly Bean.

Auch vier Jahre nach Vorstellung von Gingerbread, im März 2014, liefen noch immer 19 Prozent der Android Smartphones mit dieser Android-Version. Sogar heute, um genau zu sein am 25. August 2016, hat Gingerbread noch einen Marktanteil von 1,9 Prozent. Die entsprechende Statistik dazu wird monatlich von Google bereit gestellt.

Irgendwann habe aber auch ich dann endlich eingesehen, dass es Zeit war los zu lassen und eine neuere Android Version zu nutzen. Auch wenn ich also lange mit einer veralteten Android-Version gelebt habe, kann ich nicht sagen, dass ich damit schlechte Erfahrungen gemacht hätte, Gingerbread war einfach schon eine ziemlich gute Version von Android. Mich ergreift sogar eine regelrechte Nostalgie, wenn ich mir das Launch-Video von damals ansehe:

Habt Ihr gute Erinnerungen an Android 2.3 Gingerbread? Oder hat Euch eine andere Android-Version mehr beeindruckt? Schreibt es in den Kommentaren!


Jeden Donnerstag heißt es bei AndroidPIT: Es ist Zeit für den Throwback Thursday. Um welches Thema geht es wohl nächste Woche?

Top-Kommentare der Community

  • Tenten vor 3 Monaten

    @Udo Kalina
    Ich kritisiere ja (Stock-) Android und Google auch immer mal ganz gerne, aber Android als komplette Fehlgeburt zu bezeichnen, ist vollkommen überzogen. Android hat Schwächen, ganz klar, aber das haben alle Systeme. IOS kocht auch nur mit Wasser und auch ein Betriebssystem von Samsung wäre sicher nicht fehlerfrei.

35 Kommentare

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  • Mein HTC Desire HD läuft heute noch problemlos mit dem 2.3.

  • Also ich fand Android 2.3.x nie so recht ausgereift. Zumindest am Galaxy S.
    Umso schöner als ich mein erstes nexus (4) mit JB 4.3 kaufte. Holo Design am nexus war einfach Klasse. Schwarz blau. Das war nexus Style in Perfektion. Eine Offenbarung wie sauber Android laufen konnte damals.
    Wer damals ein Galaxy neben ein iPhone legte, der musste zwangsläufig große Augen machen wie Handy fluffig läuft. Zum Glück sind die Unterschiede heute nicht mehr so eklatant.

  • Mein Bub hat diesen Sommer mein altes Samsung GT-S6102 zum Einstieg bekommen. Leider funktionieren einige "essentielle" Apps (Achtung Ironie!) wie Youtube oder Pokemon Go nicht mehr auf der Version 2.3.6 :-( Wenn er weiterhin gute Noten nach Hause bringt, kriegt er vielleicht demnächst ein Honor 7!

  • Siniox vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Ich hab noch im Auto ein Galaxy Ace im Einsatz. Ist mein MP3 Player mit CM7. Am Rechner schieb ich mir das was ich hören will in den passenden Ordner und das Ace synchronisiert mit diesem. Erstaunlich ist der Akku! Nach einer Woche meckert er erst und dabei ist das Phone jeden Tag knapp 2Stunde in Benutzung (Display aus und im Flug Modus).

    Hätte das Teil mehr als die 200MB internen Speicher und würden mehr Apps raufgehen (4 Apps gingen noch grade so drauf und das nur mit App2SD), mir würden noch so einige andere Einsatzgebiete für das Teil einfallen.

    • 200 MB sind heutzutage schon sehr niedlich. Mit meinem Sony Ericsson Xperia Play hatte ich doppelt so viel (400 MB). Wuhu. :)

  • neben 2.3 hat mich 4.0 sehr beeindruckt

  • Sue H vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Anfang 2012 hatte ich mir ein Galaxy Y gekauft, Android 2.3.6.
    Als die Version 4.0 angekündigt wurde, hab ich so auf das Update gehofft, weil ich das Design echt toll fand.
    Leider kam kein 4.0, stattdessen habe ich mir dann Custom-ROMs mit Holo-Designs geflasht und habe so mich in diese Materie eingefunden.
    Ach, das waren Zeiten, das Mini 3" Display und nicht Mal 512 MB RAM. :D

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