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TCL Plex im Test: ein vielversprechendes Debüt

Update: Test abgeschlossen
TCL Plex im Test: ein vielversprechendes Debüt

Auf der IFA 2019 zeigte der für Fernseher bekannte Hersteller TCL sein erstes Smartphone. Während das Unternehmen früher schon Telefone unter den Marken Alcatel und BlackBerry veröffentlichte, steigt es nun in den Smartphone-Markt ein. Wir haben das TCL Plex einem ausführlichen Test unterzogen und zeigen Euch, was für Qualitäten in dem Plex stecken.

Bewertung

Pro

  • Gutes Display
  • Starke Akkulaufzeit
  • Viele Kamera-Optionen

Contra

  • Durchschnittliche Leistung
  • Durchschnittliche Kameraqualität
  • Noch auf Android 9

Ein Smartphone der mittleren Preisklasse

Mit seinem ersten Smartpone richtet sich TCL nicht an den High-End-Markt. Das Gerät kam bereits im Oktober zum Preis von 329 Euro in den Handel, mittlerweile finden sich Angebote bereits für weniger als 300 Euro. Das Smartphone ist in Weiß und Schwarz verfügbar.

AndroidPIT TCL Plex TCL Logo
Das Plex ist das erste Smartphone der TCL-Marke. / © AndroidPIT

Mehr Haptik als für 300 Euro üblich

Ästhetisch gesehen hat das erste Smartphone von TCL, zumindest auf den ersten Blick, keine besonderen Eigenschaften. Das Design mit viel Metall und Glas fällt nicht aus der Reihe. Das 6,5 Zoll große Full-HD-LCD auf der Vorderseite kommt im modernen 19,5:9-Verhältnis.

Die Handhabung ist komfortabel. Allerdings ist man als Durchschnittsuser aufgrund der Größe des TCL Plex gezwungen, das Smartphone mit beiden Händen zu bedienen. Die Verarbeitung insgesamt ist wirklich ziemlich gut, und das Plex fühlt sich sehr viel wertiger an, als es der Preis vermuten lässt. Mit einem Gewicht von 192 Gramm ist es aber auch ziemlich schwer, was dem Qualitätseindruck zu Gute kommt.

Es gibt hier ein paar nette Features, die man heutzutage kaum noch an einem Smartphone mit erstklassigem Aussehen und Haptik findet. Hier sind vor allem die 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse und der traditionell-quadratische Fingerabdrucksensor auf der Rückseite zu nennen.

AndroidPIT TCL Plex Heapdhone Jack
Beim TCL Plex gibt es weiterhin eine 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse an der Oberseite des Gerätes. / © AndroidPIT

Eine Sache, die mir am Design des Plex sehr gut gefällt, ist die spezielle Taste auf der linken Seite des Gerätes. Bei Samsung oder Nokia haben wir hier etwa die Buttons für den Bixby- oder Google-Assistenten gesehen. Anders als die beiden genannten Hersteller gibt Euch TCL jedoch die Möglichkeit, diese Taste frei zu konfigurieren. TCL nennt die Taste „Smart Key“, und es lassen sich bis zu drei verschiedene Aktionen durch einfaches Drücken, doppeltes Drücken und langes Drücken auslösen. Zu den zuweisbaren Aktionen gehören das Starten der Kamera, das Aufnehmen eines Selfies, das Scannen eines QR-Codes, das Starten des Google-Assistenten, das Aufnehmen eines Screenshots und sogar das Starten des Optimierungs-Tools im Betriebssystem.

NXTVision erweckt das Display zum Leben

Wie bei Samsungs Galaxy S10-Serie gibt es ein Loch im Bildschirm, diesmal oben links. TCL nennt das hier den „Dotch“ ... das lassen wir einfach so stehen, ok? 

Abseits der Nomenklatur ist das Display zweifellos der Star der Show – und im Wesentlichen das Hauptverkaufsargument für das Smartphone. Kein Wunder, stellt TCL schließlich selbst Displays her und ist neben LG und Samsung einer der Marktgiganten. Das gilt übrigens nicht nur für Mobiltelefone: Auch im TV-Geschäft genießen TCL-Panel einen guten Ruf.

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Das Display des TCL Plex ist groß und schön. / © AndroidPIT

Das Display ist ein großes 6,53-Zoll-IPS-LCD mit einer Auflösung von 1.080 x 2.340 Pixel (395 ppi). Die Displayränder sind schmal und weisen angenehm runde Ecken auf. Die „Dotch“ fällt auf Grund der geringen Größe kaum auf und blieb im Test weitgehend unbemerkt. TCL hat ein paar zusätzliche Features eingebaut, um das Display von der Konkurrenz abzuheben. Das Panel profitiert von der hauseigenen „NXTVision“-Technologie. Es soll laut Hersteller für eine Echtzeit-Darstellung optimiert sein – jedenfalls fallen sehr klare Farben auf. Der Hersteller behauptet auch, dass die Klarheit durch eine spezielle 2D-Kantenverstärkung verbessert wurde. Außerdem gibt es eine sogenannte „Adaptive Tone“-Funktion, die Farbe und Helligkeit automatisch an Ihre Umgebung anpasst.

Ich muss zugeben, dass das alles ziemlich beeindruckend ist. Das Display ist gestochen scharf, und die Kontraste  beeindrucken. Das Smartphone ist in der Lage, SDR-Videos in HDR zu konvertieren. Das Ergebnis dieser NXTVision-Technologie könnte auf einem AMOLED-Bildschirm vielleicht noch beeindruckender sein, aber das müssen wir vorerst als Fantasie belassen.

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„Dotch“: In der linken oberen Ecke ist ein Loch in das Display gestanzt. / © AndroidPIT

Neue TCL-UI-Oberfläche

Eine sehr gute Interpretation von Android ist dem Hersteller mit der neuen TCL UI gelungen. Unser Testgerät lief in der Version 1.0.1A.A.U, basierend auf Android 9 Pie.

Die Oberfläche ist dem Stock Android mit ihren runden Icons sehr ähnlich, unterscheidet sich aber in den Menüs und dem App Drawer. Einiges davon ist sehr originell, insbesondere die Gruppierungsmöglichkeiten und die automatische Organisation von Anwendungen nach Funktionen. Ihr könnt Eure Apps nicht nur wie gewöhnlich alphabetisch organisieren, sondern auch nach Etikett, Verwendung, Installation, Icon-Farbe oder Kategorie. Es ist zwar am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig, aber ich mag es besonders, die Apps nach Farben zu organisieren.

AndroidPIT TCL Plex Apps 2
Der App Drawer bei TCL ist sehr anpassungsfreudig. / © AndroidPIT

Leider überfrachtet TCL den Homescreen mit nutzlosen „Apps“. Zum Beispiel gibt es ein Shortcut-Icon zum Sperren des Displays, die meiner Meinung nach absolut sinnlos ist. Zwar kann man den Shortcut vom Startbildschirm entfernen, aber nicht aus dem App Drawer löschen.

Qualcomm Snapdragon 675 und 6 GB RAM

Unter der Haube sitzt beim TCL Plex der Qualcomm Snapdragon 675 in Verbindung  mit 6 GByte RAM und 128 GByte internem Speicher. Der Speicher kann durch eine microSD-Karte auf 256 GB erweitert werden. Der Snapdragon 675 ist im 11-nm-Prozess gefertigt und kommt etwa auch im Samsung Galaxy M40, Redmi Note 7 Pro oder Motorola One Zoom zum Einsatz. Wir sprechen hier also nicht gerade von einem High-End- oder gar einem Oberklasse-Smartphone.

Wie man an den untenstehenden Benchmark-Ergebnissen sehen kann, zieht das Plex in Bezug auf die Leistung nicht gerade die Wurst vom Brot. Angesichts des Preises gehen die Ergebnisse aber durchaus in Ordnung.

TCL Plex im Benchmark

  Honor 9X Moto G8 Plus TCL Plex
3D Mark Sling Shot Extreme ES 3.1 890 1.080 934
3D Mark Sling Shot Volcano 932

1.044

1.042
3D Mark Sling Shot ES 3.0 1.150 1.745 1.611
3D Mark Ice Storm Unlimited ES 2.0 16.463 23.075 22.637
Geekbench 5 (Single / Multi) 322 / 1348 315 / 1398 489 / 933
PassMark Memory 11.875 12.724 25.584
PassMark Disk 58.355 57.779 75.735

Was den alltäglichen Gebrauch betrifft, so fühlte ich mich bei der Verwendung des TCL Plex etwas gebremst. Ein Teil des Problems ist, dass das Display so angenehm zu betrachten ist, dass jedes Stottern in der Software den Spaß mit dem Smartphone dämpft. Andere Smartphones in dieser Preisklasse kommen mit diesen Leistungsproblemen davon, weil die Displayqualität oft nicht so lebhaft ist wie bei diesem Gerät.

Super Bluetooth für stille Discos

Das TCL Plex ist ein hervorragendes Mittelklasse-Telefon für Audio-Liebhaber. Man erhält nicht nur eine 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse, sondern auch eine coole Bluetooth-Technologie. TCL nennt diese Super-Bluetooth und verbindet bis zu vier Paar Bluetooth-Kopfhörer oder vier Bluetooth-Lautsprecher gleichzeitig mit dem Smartphone. Ihr könnt im Grunde genommen Eure eigene Mini-Silent-Disco von Eurem Smartphone aus betreiben! Mit leichten Abstrichen bei der Klangqualität funktioniert das tatsächlich gut.

AndroidPIT TCL Plex Charging Port 2
Es gibt zwei Lautsprecher auf der Unterseite neben dem USB-C-Anschluss. / © AndroidPIT

Ungewöhnliche Dreifach-Kamera

Auf der Kameraseite wollte TCL das Plex mit einer Triple-Kamera von der Konkurrenz im 300-Euro-Preissegment abheben.  Fraglich ist, ob eine Dreifachkamera heutzutage ausreicht, um aufzufallen. Das Setup der Kamera sieht wie folgt aus:

  • Hauptsensor: 48 Megapixel, Sony IMX582, F1,8-Blende
  • Ultra-Weitwinkel: 16 Megapixel, Samsung S5K3P9, 123 Grad Sichtfeld
  • Nachtvideo-Sensor: 2 Megapixel

Die Selfie-Kamera ist eine 24-Megapixel-Kamera (F2,0), die auch Videos mit 1.080p bei 30 fps aufnehmen kann. Es gibt auch einen coolen Lichtspuren-Modus, mit dem Ihr den Fluss des Stadtverkehrs einfangen oder mit einer Wunderkerze Lichtbilder in die Dunkelheit zeichnen könnt – genau wie auf der Guy Fawkes Night in Großbritannien. Schließlich gibt es dank des dritten Sensors einen Nachtvideomodus, der es Euch erlaubt, Videos bei extrem schlechten Lichtverhältnissen aufzunehmen.

AndroidPIT TCL Plex Camera 1
Auf der Rückseite des Smartphones befindet sich eine dreifache Kamera. / © AndroidPIT

Sonys IMX582-Sensor liefert gute Ergebnisse für eine einfache Point-and-Shoot-Smartphone-Kamera. Das Weitwinkelobjektiv macht sehr viel Spaß und wird den meisten Benutzern gefallen, und ich habe das Fehlen eines Teleobjektivs im Alltag nicht wirklich vermisst. Besonders enttäuscht war ich jedoch von den Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen. Die Nachtaufnahmen, die ich gemacht habe, waren einfach voller Rauschen, bis zu dem Punkt, dass sie unbrauchbar waren. Sogar in diesem Preissegment können das andere, etabliertere Hersteller einfach viel besser.

Es gibt eine wirklich kuriose Einstellung in der Kamera-App, die ich noch nie gesehen habe. Man kann das, was alle drei Objektive sehen, in einer seltsamen Live-Dreifach-Split-Screen-Ansicht begutachten. Der Zweck ist zwar nicht ganz klar – aber man kann sich so zumindest schnell einen Überblick verschaffen, wie die drei Objektive die Aufnahme erfassen und dann auswählen, welche Kamera man verwenden möchte.

AndroidPIT TCL Plex Camera 2
Alle drei Kameramodule können in einem geteilten Sucher angeschaut werden. / © AndroidPIT

TCL Plex: Akku

Das Plex-Smartphone verfügt über einen 3.820 mAh starken Akku, der mit einer Schnellladetechnik aufgeladen werden kan. TCL sagt, dass es 32 Minuten dauert, um den Akku bis zur Hälfte zu betanken. Und genau das tut es auch. Es dauert etwa eineinhalb Stunden, um von Null auf 100 Prozent aufzuladen. Das Aufladen erfolgt über USB-C.

AndroidPIT TCL Plex Charging Port 1
Aufgeladen wird das TCL Plex via USB-C. / © AndroidPIT

Eigentlich hatte ich erwartet, dass das Display und all die kleinen Tricks des Plex die Laufzeit des Akkus beeinträchtigen. Aber TCL hat es geschafft, die Belastung gering zu halten, indem es nicht nur einen anständigen Akku im Plex verbaut, sondern auch kräftig an der Software geschraubt hat. Dank dieser Optimierungsmöglichkeiten konnte ich mit dem TCL Plex regelmäßig anderthalb Tage lang auskommen. Der PC Mark Akkutest, den wir zu Benchmarkzwecke nutzen, attestierte dem TCL Plex fast 10 Stunden Akkulaufzeit, was ein ziemlich guter Wert ist.

Abschließendes Urteil

Während sich das TCL Plex auf den ersten Blick nicht von der Konkurrenz abzuheben scheint, zeigt das Smartphone dennoch die großen Ambitionen des chinesischen Herstellers. Nach dem Fernseher-Markt, in dem die Marke immer beliebter wird, hat TCL nun den Smartphone-Markt ins Visier genommen – und hier einen ziemlich guten Job gemacht.

Das Display ist, wie erwartet, der Star des Smartphones – und stellt den Rest des Smartphones ein wenig in den Schatten. Unterm Strich ist das Plex für den von TCL aufgerufenen Preis immer noch ein solides Mittelklasse-Smartphone. Und: Es sieht und fühlt sich hochwertiger aus bezeihungsweise an als einige der Plastik-Konkurrenten auf dem Markt.

AndroidPIT TCL Plex Back
Das TCL Plex ist ein solides Erstlingswerk. / © AndroidPIT

Es ist schön zu sehen, dass TCL diesen Sprung wagt, und ich bin gespannt, was die Marke in Zukunft im Smartphone-Segment vorstellt. Es würde mich überhaupt nicht überraschen, wenn in den nächsten Jahren auch Display-Innovationen von diesem Hersteller kommen würden. Habe ich da jemanden „faltbar“ sagen hören?

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