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Phonest-ly? Anti-Sklaverei-Kampagne bindet Tech-Medien einen Bären auf

"100 Prozent transparent!", diesen Claim machte das (angebliche) Startup Phonest und führte eine Reihe Tech-Medien in Deutschland hinters Licht. Statt eines Smartphones gab es für manche eine böse Überraschung: Phonest will kein Smartphone herstellen, sondern auf Sklavenarbeit hinweisen.

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Mit Ankündigungen und Informationen ist das so eine Sache. Vor zwei Wochen machte Phonest von sich Reden. In Interviews und Vorab-Informationen fütterten die Macher deutsche Medien an und kündigten ein revolutionäres Smartphone an. Manche Magazine spekulierten, ob es den Machern gelungen sei, ein tatsächlich durchsichtiges Smartphone zu konstruieren. Natürlich lag auch die Lesart nahe, es werde sich um ein Smartphone wie Fairphone handeln.

Gestern Abend, 18:00 Uhr war es dann soweit. Ausgestattet mit Vorab-Materialien und einem Datenblatt veröffentlichten mehrere deutsche Fachpublikationen Artikel, in denen das angebliche Smartphone von Phonest vorgestellt wurde. Auf der Webseite des Projekts prangten zwar ebenfalls vermeintliche technische Daten des Phonest, wer jedoch eines vorbestellen wollte, sah Informationen darüber, unter welchen Bedingungen Smartphones hergestellt werden.

Phonest will auf Sklaverei bei der Smartphone-Produktion hinweisen

Ziel der Kampagne war es, auf die zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen der Smartphone-Produktion hinzuweisen. "100 Prozent transparent" weist auf die Probleme der Produktionskette von Elektrogeräten hin. Zum Beispiel die Herkunft von Gold:

"Das notwendige Gold kann aus vielen Ländern stammen. Damit wir dir das phonest zu einem fairen Preis anbieten können, sparen wir uns den Aufwand für die Rückverfolgung. Egal ob Sudan, Burkina Faso oder Peru: Kinder- und Zwangsarbeiter gewinnen mithilfe von Quecksilber das Gold aus dem Gestein." (phonest.net)

Dies gilt weniger für das nicht existente Phonest-Phone, sondern ganz allgemein für Elektrogeräte wie Smartphones. Sehr spezifisch geht es Phonest darum, Konsumenten darauf hinzuweisen, dass Sklaverei nach wie vor ein großes Problem ist. Laut Phonest gibt es rund 45 Millionen Sklaven auf der Welt. Ziel der Aktion ist es, Konsumenten zu bewussten Kaufentscheidungen anzuregen.

Phonestly? Ehrlich war Phonest nicht

Die Art und Weise der Öffentlichkeitsarbeit hinterlässt aber einen faden Nachgeschmack. Magazine hinters Licht zu führen, sorgt nicht gerade dafür, dass das an sich lobenswerte Anliegen weitergetragen wird. Die betroffenen Online-Publikationen geben sich so auch eher zerknirscht - haben sie doch immerhin ihre eigenen Hausaufgaben nicht ordentlich erledigt. Den Schaden haben nun alle: Die Macher von Phonest, die sich sicherlich keine Freunde gemacht haben. Die betroffenen Tech-Medien, die ungeprüfte Informationen veröffentlichten.

Hier liegt das Problem: Tech-Medien haben sich damit arrangiert, vielfach Artikel zu veröffentlichen, deren Wahrheitsgehalt nicht überprüft werden kann. Beinahe alle Gerüchtemeldungen basieren auf einer einzigen Quelle, eine unabhängige Bestätigung gibt es praktisch nie. Vorab-Informationen wiederum werden gerne angenommen, um einen Vorsprung für die eigene Berichterstattung zu erhalten. Nachdem ein Magazin bei Phonest angebissen hatte, begann offenbar der Wettlauf, ebenfalls dabei zu sein. Phonest hat diese beiden Mechanismen gezielt ausgenutzt.

Wir haben uns im Vorfeld bewusst dagegen entschieden, über Phonest zu berichten. Zu abwegig erschien der Claim und insgesamt schätzten wir die Umstände als zweifelhaft ein.

Was meint Ihr? Ist Phonest den richtigen Weg gegangen? Ist es sinnvoll, mit fingierten Informationen Aufmerksamkeit zu erzeugen? Schreibt uns Eure Meinung in die Kommentare!

Top-Kommentare der Community

  • Holger Kropp vor 3 Monaten

    Ich finde das eine gelungene Aktion ohne faden Beigeschmack.

    Wenn wir alle ehrlich sind, dann interessiert doch kaum jemand, wie ein stueck Technik hergestellt wird, unter welchen Bedingungen und Konsequenzen fuer Umwelt und Menschen. Hauptsache haben haben haben. Mir geht es zumindest so und manchmal so eine Art "Wakeup call" zu bekommen, finde ich sehr gut.

    Hætte irgendein Techmagazin denn darueber berichtet, wenn von Anfang an klar wære, dass es nicht um ein neues Phone geht sondern um Sklaverei ? Ich glaube nicht.

  • Michael Kerschbaumer vor 3 Monaten

    Schade, dass hier wiederum nur über die Korrektheit von Phonest und nicht über das eigentliche Problem, die Sklavenarbeit, diskutiert wird...traurig traurig

  • Michael K. vor 3 Monaten

    Die Phonest-Aktion wird letzlich im Sinne ihres angeblichen Zieles nichts erreichen. Wer die von der "Ente" betroffenen Medien nutzt, weiß längst über ehrliche Projekte wie "Fairphone", dass in Verbindung mit globaler Produktion insgesamt, sehr viele beteiligte Menschen ausgebeutet, oder sogar regelrecht versklavt werden.
    Obwohl Fairphone wenigstens versucht, ein ethisch korrektes Gerät anzubieten, und auch eingesteht, wo es hierbei noch hakt, ist der Erfolg des Projekts verhalten.
    Aber selbst wenn Projekte wie Fairphone einen durchschlagenden Erfolg hätten, und dadurch Konfliktminen trockengelegt werden könnten, würde das das Problem von Sklaverei und Ausbeutung nicht wirklich lösen.
    Armeen, marodierende Armeeteile und Rebellen versorgen sich "aus dem Land". Gelingt es bewaffneten Gruppen Bevölkerungsteile unter ihre Kontrolle zu bringen, werden diese zu ihren Zwecken eingesetzt. Wenn nicht in Konfliktminen, dann eben in der Landwirtschaft, auf Sklavenmärkten, in der Prostitution, als Kindersoldaten oder wie auch immer sonst.
    Bestenfalls disziplinierte, reguläre Streitkräfte mit durchgesetzter Militärgerichtsbarkeit sind davon ausgenommen, wie die Vergangenheit immer wieder gezeigt hat, leider auch nicht immer.
    Den Unterschied zwischen echten Sklaven, und "regulären Ausgebeuteten" sehe ich auch eher fließend, weil er für die faktische Situation der Betroffenen eher rudimentär ist. Auch diese arbeiten zwar oft mit Hungerlöhnen bezahlt, nicht selten aber von ihren Familien getrennt und ihre Gesundheit unter hahnebüchenen Umständen ruinierend.
    In einer globalisierten Welt geht Arbeit dahin, wo sie am billigsten ist. Das ist leider häufig dort, wo Armut am größten ist, wo Arbeitskräfte im Überfluss zur Verfügung stehen.
    "Leider" muss hierbei aber relativiert werden, die schlecht bezahlten Arbeiten sind in den betroffenen Gegenden oft die einzige Hoffnung für eine bessere Zukunft.
    Eine Patentlösung für solche Probleme gibt es nicht, gut gemeinte Aktionen sind bestenfalls ein Tropfen auf den heissen Stein.
    Hoffnung macht mir am ehesten noch das "chinesische Modell".
    Sicher keine Demokratie und mit einer für viele Wanderarbeiter immer noch himmelschreienden Arbeitssituation, hat es doch das Land geschafft, die Bevölkerungsexplosion in den Griff zu bekommen. Der Wohlstand steigt ständig, seine Verteilung ist verbesserungsfähig. Der Regierung kann man glauben, dass sie im Interesse ihrer Bevölkerung handelt. Das Land ist nicht nur die zweitgrößte Industrienation geworden, es spielt auch in der Forschung ganz vorne mit und betreibt z.B. eine eigene Raumfahrt.
    Auch nimmt China in Afrika Entwicklungsprojekte in Angriff und vergibt Kredite, wo sich kaum jemand sonst dafür bereit findet.
    Damit will die Regierung zwar Rohstoffe für die eigene Industrie sichern, aber das ist nicht nur legitim, sondern geradezu zwingend erforderlich - im Interesse der Bevölkerung zu handeln, für die sie verantwortlich ist.
    Das heisst nicht unbedingt egoistisch zu handeln, internationale Kooperationen sind oft genug im Landesinteresse, schließt das aber aber auch nicht aus.

    Wenn die Phonest Aktion eines hoffentlich gebracht hat, dann, dass einige Leser der betroffenen Publikationen hoffentlich nicht mehr alles schlucken, was ihnen vorgesetzt wird, sondern kritisch hinterfragen, auf Plausibilität prüfen.
    Das gilt umso mehr für die betroffenen Redaktionen.
    Wieso sollte ein kleines Startup plötzlich transparente Bauteile zur Verfügung haben, und die, die diese herstellen, nicht?

    In diesem Sinn darf aber auch die Aktion als solche hinterfragt werden.
    Wollten die Initiatoren wirklich auf die Sklavenarbeit aufmerksam machen, oder sich nicht vielmehr selber in Szene setzen? Ich weiß es nicht, möglich ist beides.

  • Anna S.
    • Admin
    • Staff
    vor 3 Monaten

    Keine schlechte Idee die Sensationsgeilheit der Medienlandschaft, aber auch der Konsumenten so zu nutzen um auf ein großes Problem aufmerksam zu machen. Schlecht ist allerdings nur darauf aufmerksam zu machen und keine wahre Alternative oder Handlungsempfehlungen zu geben. Natürlich kann ich sparsamer sein - ein Mobiltelefon länger nutzen, eher reparieren anstatt sofort zu ersetzen. Aber trotzdem: Für welches Gerät soll ich mich als bewusst nachhaltiger Konsument denn dann entscheiden? Was kann ich tun um Sklavenarbeit zu verhindern oder eben nicht mehr zu unterstützen?
    Ich glaube nur den Finger zu heben ist einfach sehr unproduktiv, die wahre Herausforderung ist es Alternativen und neue Wege aufzuzeigen.

  • Jörg W. vor 3 Monaten

    Und was ändert sich jetzt ?
    Natürlich garnichts dadurch wird nicht ein Phone weniger verkauft. Das es Sklavenarbeit gibt ist doch schon lange bekannt. Doch wenn es einen nicht selber betrifft stört das doch wirklich keinen ist halt so in unserer Gesellschaft. Jeder denkt nur noch an sich nach dem Motto wenn es mir gut geht was jucken mich die anderen. Leben uns ja selbst Politiker oder Manager ( Hinz , VW ) Hauptsache ich sitze dick dringend brauch hier nicht mehr raus und zocke alles ab was geht. Ob da andere drunter leiden spielt dabei keine Rolle.

43 Kommentare

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  • A step in the right direction. It's a shame the bigger manufacturers aren't doing something similar.

  • Wo kommen unsere Geräte her ? Made in Korea oder Japan ?
    Das stimmt nur zum Teil. Der Großteil des Innenlebens ist made in China. Zusammensetzung in den oben genannten Ländern.

    Wer es noch nicht geschnallt hat ...so funktioniert unsere Welt. Es geht nur noch ums Geld. Und jeder ist sich da der nächste.

    Die Aktion ist nur dummes blabla. Das Thema hatten wir schon mit Berichten bei frontal21 usw. weltweit damals über foxconn und Apple. Da wurde ein Wind gegen Apple gemacht... dass sogut wie alle großen etwas bei foxconn produzieren lassen hat niemand dabei interessiert.
    Solange wir keine anderen Gesellschaftsformen bringen, so bleibt das wohl so.
    Warum müssen die einen für 5 Euro Toiletten putzen, während andere sich weiter oben maßlos bedienen ?
    Warum verdienen Fussballer Millionen ? Kein Mensch hat solch eine produktive Leistung. Egal welcher job. Wegen dießer Menschen leben andere im Elend. Die Welt wird zunehmend maßlos und gierig. Die mobile IT sind mit die schlimmsten. Moral zu Datenschutz und Privatsphäre ? -Was'n datt ?
    Dazu die Dummheit der Menschen. Mein Nachbar hat Mercedes. Oh , will ich mindestens auch. Schon hab ich ihn. Hab mich aber selbst versklavt mit Druck und Arbeit dadurch.

    Ich hab mal meinen "alten" Mercedes behalten und fliege demnächst auf die Südhalbkugel. Bin genauso ein Assi.

    Und Apit gehört genauso dazu. Sie sind die, die daran verdienen euch das Zeug schmackhaft zu machen.

    Sehr vielfältiges und komplexes Thema

  • Tenten vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Ich finde diese Aktion nicht gut, sie schadet der Sache eher, als dass sie nützt. Wer sich wie viele hier für Technik interessiert, dem ist die Problematik doch längst bekannt, da braucht es auch keinen "Skandal", um mir das wieder ins Gedächtnis zu rufen. Und all die anderen, die davon nichts wissen oder wissen wollen, die erleben jetzt, wie man aus diesem ernsten Thema eine Farce macht. Warum sollte man jemand zuhören und seinem Anliegen Beachtung schenken, der sich mit einer Lüge in mein Haus schleicht? So jemand wirft man doch ungehört hinaus, ganz unabhängig davon, was er zu sagen hat.
    Mich erinnert das sehr an Fußgängerzonenmethoden: "Hätten Sie kurz Zeit, wir informieren hier über Kinder in Not" - "Tut mir leid, ich bin in Eile" - "Ach, sie mögen also keine Kinder?", wahlweise auch "Sind Ihnen dann Kinder in Not egal?" Mehrfach erlebt so. Auch Tierschützer arbeiten mit solchen Methoden. Selbst wenn ich alle Zeit der Welt hätte, da bleibe ich doch nicht stehen und höre jemand zu, der mir dermaßen blöd kommt, auch wenn ich sein Anliegen verstehe und auch teile. Es geht um wichtige und ernste Themen, da sollte man kein Kasperletheater drum herum machen und um Aufmerksamkeit heischen. Und mit Provokation bekommt man erst recht keine Aufmerksamkeit, zumindest nicht für das eigentliche Anliegen.

  • Ist Apple oder samsung ein vorbild?

  • 1. Verstehe ich die Anschuldigungen der Magazine nicht. Was ist denn daran "ungeprüft"? Alle Infos die es gab haben sie veröffentlicht.
    2. Wird in eurem Artikel nur auf Phonest rumgehackt, und überhaupt über das eigentliche Thema, dass Phonest ansprechen will, gesprochen, was ich sehr schade finde.
    3. Braucht es heutzutage solche Aktionen, un überhaupt Gehör zu bekommen. Sind wir mal ehrlich: Hatte diese Seite gleich mit richtigen Tatsachen aufgemacht, hätten wir wohl alle nichts davon mitbekommen.

    • 1. Es wurden Berichte veröffentlicht, die bei genauer Betrachtung nicht realistisch sind. Es gibt keine transparenten Chips und Akkus. Vorstellbar wäre bestenfalls ein halbtransparentes Display. Ein Smartphone welches auf der Vorderseite das mit der Kamera aufgenommene Bild der Welt hinter dem Gerät wiedergibt, wäre nicht transparent (schon gar nicht von hinten). Wer Nachrichten verbreitet, kann natürlich auch mal einer Finte aufsitzen oder auf Fakemeldungen reinfallen.
      Eine solch weltfremde und unrealistische Nachricht zu verbreiten, finde ich schon etwas peinlich.
      Falschmeldungen bringen Print- und Onlinemedien in Verruf, egal welche Absicht dahinter steckt.

      2. Das Thema des Artikels ist nun mal die Aktion von Phonest als solche, und nicht in erster Linie das Ziel, das Phonest damit erreichen will. Aber auch das wird ja in dem Artikel thematisiert und soll in späteren Artikeln weiter thematisiert werden.
      Es geht darum, ob das bewusste Provozieren von Falschmeldungen ein geeignetes und seriöses Mittel ist, auf solche Missstände aufmerksam zu machen.

      3. Nein, es braucht solche Aktionen nicht, und ich halte sie auch nicht für sinnvoll. Wer hier, aber auch auf den meisten vom Fake betroffenen Seiten die Entwicklung um die Firma Fairphone beobachtet hat, der weiss auch ohne eine solche Aktion, dass fast alle elektronischen Geräte Materialien enthalten, die potentiell aus "Konfliktminen" kommen. Es ist auch bekannt, dass die Arbeiter in solchen "Konfliktminen" extrem schlecht oder überhaupt nicht bezahlt werden, und oft unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten müssen.
      Fairphone versucht Rohstoffe aus Konfliktminen zu vermeiden. Das ist bei verschiedenen Metallen schon gelungen, aber ein sehr aufwendiger und zermürbender Prozess, zumal Fairphone mit seinen kleinen Stückzahlen nur eine geringe Marktmacht besitzt.
      Darüber hinaus passiert hinter den Kulissen viel. Der amerikanische "Dodd-Frank-Act" verlangt von Herstellern, die Rohstoffe aus potentiellen Konfliktminen (Tantal, Gold, Wolfram, Zinn) verwenden, den Nachweis der Erzeugerkette.

      http://www.marktundmittelstand.de/einkauf/dodd-frank-act-wichtig-fuer-deutsche-zulieferer-1176241/

      Für den EU-Binnenmarkt ist ein vergleichbares Gesetz in Vorbereitung oder schon verabschiedet.

      Quelle: www.marktundmittelstand.de

  • Nie von der Aktion gehört... Wohl nicht zu Unrecht...

  • Th K vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    "Tech-Medien haben sich damit arrangiert, vielfach Artikel zu veröffentlichen, deren Wahrheitsgehalt nicht überprüft werden kann."

    Und Ihr von APIT seid jeden Tag ganz vorne mit dabei. Hauptsache Klicks, Klicks, Klicks.

    • Izzy vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Sei nicht ungerecht. In diesem Fall war es ja wohl ein wenig anders.

      Außerdem: Gibt APit eine Chance. Der Fabi schuftet da fleißig hinter den Kulissen, und das Team hängt sich mit rein: Du musst zugeben, die Qualität ist (zumindest empfinde ich das so) in letzter Zeit wieder besser hier :)

      • Th K vor 3 Monaten Link zum Kommentar

        Die Qualität der Artikel zu erhöhen ist nicht besonders schwer, wenn man von weit unten kommt.

        Ja, in DIESEM Fall war es anders.
        Aber wenn die Hälfte der Artikel hier aus Gerüchten, vermeintlichen "Leaks" und "Vielleicht-Soll-Könnte" bestehen (siehe z.B. der letzte Note 7-Android 7-Glaskugel-Artikel ohne Substanz), nun andere Magazine von oben herab zu kritisieren, ist schon arg dreist.

      • Stimmt! Allerdings schaut man hier nicht von "oben herab", sondern ist, meiner Meinung nach, feste mit dabei, denn hier wurde bereits zu oft gefragt: wie soll Dein Smart Phone aussehen? Was soll Dein Smart Phone alles können? Man hat aber nicht fegragt, was wäre, wenn es für Dich keine Smart Phones mehr gäbe, weil sich woanders die Menschen das nicht mehr länger bieten lassen, das Du ständig mit Dir selber und der virtuellen Welt beschäftigt bist, statt mit anderen Menschen? Aller Voraussicht nach kann man mit solchen Fragen oder Themen, zumindest nicht auf solchen Seiten, Klicks erzeugen und macht sich "in den eigenen Reihen" unbeliebt. Man muss doch mitverdienen und will nicht untergehen und anderen den Gewinn lassen. Wieviele wohl darauf reingefallen sind... ich möchte es allerdings gar nicht wissen. Das erinnert mich an Artikel, wie in den heutigen Tagen über Putin und die bösen Russen. Ich hör lieber auf, sonst reden die Leute noch über mich... 😉

  • Die Phonest-Aktion wird letzlich im Sinne ihres angeblichen Zieles nichts erreichen. Wer die von der "Ente" betroffenen Medien nutzt, weiß längst über ehrliche Projekte wie "Fairphone", dass in Verbindung mit globaler Produktion insgesamt, sehr viele beteiligte Menschen ausgebeutet, oder sogar regelrecht versklavt werden.
    Obwohl Fairphone wenigstens versucht, ein ethisch korrektes Gerät anzubieten, und auch eingesteht, wo es hierbei noch hakt, ist der Erfolg des Projekts verhalten.
    Aber selbst wenn Projekte wie Fairphone einen durchschlagenden Erfolg hätten, und dadurch Konfliktminen trockengelegt werden könnten, würde das das Problem von Sklaverei und Ausbeutung nicht wirklich lösen.
    Armeen, marodierende Armeeteile und Rebellen versorgen sich "aus dem Land". Gelingt es bewaffneten Gruppen Bevölkerungsteile unter ihre Kontrolle zu bringen, werden diese zu ihren Zwecken eingesetzt. Wenn nicht in Konfliktminen, dann eben in der Landwirtschaft, auf Sklavenmärkten, in der Prostitution, als Kindersoldaten oder wie auch immer sonst.
    Bestenfalls disziplinierte, reguläre Streitkräfte mit durchgesetzter Militärgerichtsbarkeit sind davon ausgenommen, wie die Vergangenheit immer wieder gezeigt hat, leider auch nicht immer.
    Den Unterschied zwischen echten Sklaven, und "regulären Ausgebeuteten" sehe ich auch eher fließend, weil er für die faktische Situation der Betroffenen eher rudimentär ist. Auch diese arbeiten zwar oft mit Hungerlöhnen bezahlt, nicht selten aber von ihren Familien getrennt und ihre Gesundheit unter hahnebüchenen Umständen ruinierend.
    In einer globalisierten Welt geht Arbeit dahin, wo sie am billigsten ist. Das ist leider häufig dort, wo Armut am größten ist, wo Arbeitskräfte im Überfluss zur Verfügung stehen.
    "Leider" muss hierbei aber relativiert werden, die schlecht bezahlten Arbeiten sind in den betroffenen Gegenden oft die einzige Hoffnung für eine bessere Zukunft.
    Eine Patentlösung für solche Probleme gibt es nicht, gut gemeinte Aktionen sind bestenfalls ein Tropfen auf den heissen Stein.
    Hoffnung macht mir am ehesten noch das "chinesische Modell".
    Sicher keine Demokratie und mit einer für viele Wanderarbeiter immer noch himmelschreienden Arbeitssituation, hat es doch das Land geschafft, die Bevölkerungsexplosion in den Griff zu bekommen. Der Wohlstand steigt ständig, seine Verteilung ist verbesserungsfähig. Der Regierung kann man glauben, dass sie im Interesse ihrer Bevölkerung handelt. Das Land ist nicht nur die zweitgrößte Industrienation geworden, es spielt auch in der Forschung ganz vorne mit und betreibt z.B. eine eigene Raumfahrt.
    Auch nimmt China in Afrika Entwicklungsprojekte in Angriff und vergibt Kredite, wo sich kaum jemand sonst dafür bereit findet.
    Damit will die Regierung zwar Rohstoffe für die eigene Industrie sichern, aber das ist nicht nur legitim, sondern geradezu zwingend erforderlich - im Interesse der Bevölkerung zu handeln, für die sie verantwortlich ist.
    Das heisst nicht unbedingt egoistisch zu handeln, internationale Kooperationen sind oft genug im Landesinteresse, schließt das aber aber auch nicht aus.

    Wenn die Phonest Aktion eines hoffentlich gebracht hat, dann, dass einige Leser der betroffenen Publikationen hoffentlich nicht mehr alles schlucken, was ihnen vorgesetzt wird, sondern kritisch hinterfragen, auf Plausibilität prüfen.
    Das gilt umso mehr für die betroffenen Redaktionen.
    Wieso sollte ein kleines Startup plötzlich transparente Bauteile zur Verfügung haben, und die, die diese herstellen, nicht?

    In diesem Sinn darf aber auch die Aktion als solche hinterfragt werden.
    Wollten die Initiatoren wirklich auf die Sklavenarbeit aufmerksam machen, oder sich nicht vielmehr selber in Szene setzen? Ich weiß es nicht, möglich ist beides.

  • Und was ändert sich jetzt ?
    Natürlich garnichts dadurch wird nicht ein Phone weniger verkauft. Das es Sklavenarbeit gibt ist doch schon lange bekannt. Doch wenn es einen nicht selber betrifft stört das doch wirklich keinen ist halt so in unserer Gesellschaft. Jeder denkt nur noch an sich nach dem Motto wenn es mir gut geht was jucken mich die anderen. Leben uns ja selbst Politiker oder Manager ( Hinz , VW ) Hauptsache ich sitze dick dringend brauch hier nicht mehr raus und zocke alles ab was geht. Ob da andere drunter leiden spielt dabei keine Rolle.

    • Das ist normal, dass jeder an sich denkt. So ist der Mensch.
      Du kannst noch so oft auf andere Achten, es ist normal, dass du am Ende eher auf dich achtest.

    • Izzy vor 3 Monaten Link zum Kommentar

      Was sich ändert, liegt ganz bei uns. Vielleicht wachen ja einige mal aus ihrer "mir-doch-egal" und "eh-alle-6-Monate-neues-Gerät" Phase auf. Ich kauf mir z.B. nur ein neues Gerät, wenn a) das alte futsch ist oder b) keine aktuelle Android-Version (auch nicht Custom ROM) mehr bekommt. Und damit b) möglichst spät eintritt, muss es dann auch ein gut unterstütztes Gerät sein. Für mein P880 gibt es z.B. jetzt doch noch MM (dank inoffiziellem CM :)

  • Ohne "Skandal" erreicht man niemand mehr, tolle Aktion

    • Was erreicht man denn heute noch mit Skandal? Mal andersherum gefragt. Wen interessiert heute z.B. noch Julian Assange oder Edward Snowden? Stattdessen nimmt man sogar hin, das in die Öffentlichkeit geputschte Menschen ganz unverhohlen zum Mord, wie bei Assange aufrufen. Wen juckt das noch? Hauptsache, das Smartphone vibriert und lässt den Zugang zu ... seiten zu. -Satire Ende-

  • Ich finde das eine gelungene Aktion ohne faden Beigeschmack.

    Wenn wir alle ehrlich sind, dann interessiert doch kaum jemand, wie ein stueck Technik hergestellt wird, unter welchen Bedingungen und Konsequenzen fuer Umwelt und Menschen. Hauptsache haben haben haben. Mir geht es zumindest so und manchmal so eine Art "Wakeup call" zu bekommen, finde ich sehr gut.

    Hætte irgendein Techmagazin denn darueber berichtet, wenn von Anfang an klar wære, dass es nicht um ein neues Phone geht sondern um Sklaverei ? Ich glaube nicht.

    • Doch, aber nicht die ganz großen, ein paar kleinere vielleicht.

    • Hallo Holger,
      super wie du das siehst. Ich bin da ganz deiner Meinung und nur so kommt vieles an die Öffentlichkeit. Nicht mehr verwendete Geräte sollten wirklich dem Recycling zugeführt werden. Sollte eine Firma mit Sklaverei in Verbindung gebracht werden muss auch hier der Gesetzgeber einschreiten und entsprechende Gesetze anwenden. Auf jeden Fall finde ich gut das solche Sachen so an die Öffentlichkeit gelangen und hier kann der Käufer dann auch mithelfen solche Sachen zu unterbinden.


      LG
      Peter

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