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OnePlus One: Die Kamera im Praxistest

Mit dem OnePlus One ist dem Hersteller eine beinah unschlagbare Kombination aus Top-Hardware und Schnäppchenpreis gelungen. In unserem Test hatten wir neben der begrenzten Unterstützung der LTE-Frequenzen fast nichts zu bemängeln - einzig die Kamera wirkte auf uns nur mittelmäßig. Trotzdem schauen wir sie uns heute noch einmal genauer an, denn nicht zuletzt die Software-Features der Kamera-App sind einen genauen Blick wert.

Ich lese diesen Artikel, weil mir auf der Arbeit langweilig ist.
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13-Megapixel-Knipse: Die Kamera des OnePlus One haben wir uns genauer angeschaut. / © AndroidPIT

Kamera-Software

Die Firmware des OnePlus One ist zwar eine Weiterentwicklung von CyanogenMod 11, doch die Kamera-App hat nicht mehr viel mit der von CM11 bekannten Software zu tun.

Durch die Filter wischen

Alleinstellungsmerkmal ist die Möglichkeit, ganz einfach durch verschiedene Filter und Aufnahmemodi zu wischen - zwischen HDR und Automatikmodus liegt so nur ein Fingerwisch über das aktive Sucherbild, die meisten Filter (Sepia, Aquarell, Negativ, Skizze etc.) werden mit Echtzeitvorschau angezeigt - für HDR gibt es diese Vorschau jedoch nicht. Ebenfalls praktisch: Über die Einstellungen kann man aus einer schier endlosen Liste einzelne Filter an- und abwählen, die durch das Wischen aufgerufen werden können. So hat man die Lieblingsfilter (und nur die) immer griffbereit. 

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Per Fingerwisch über das Sucherbild kann man zwischen Fotofiltern wechseln -... / © AndroidPIT
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... die Liste der verfügbaren Filter ist schier endlos. / © AndroidPIT

In den Einstellungen verbergen sich weitere Optionen, die nicht jedes Smartphone bietet, zum Beispiel die Möglichkeit, manuell die Verschlusszeit einzustellen. Man hat die Wahl zwischen Automatik, ½ Sekunde, sowie 1, 2, 4 oder 8 Sekunden - das verspricht, vor allem in Verbindung mit niedrigen ISO-Werten, schöne Nachtaufnahmen mit Wischeffekten, zum Beispiel von vorbeifahrenden Autos.

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Slow-shutter-Speed (links): Dahinter verbirgt sich die manuelle Anpassung der Belichtungsdauer. Auf Wunsch kann der Power-Button auch als Auslöser dienen (rechts), ein Linkshänder-Modus ist ebenfalls dabei. / © AndroidPIT

Sucherbild - 16:9 trotz 4:3 

Unglücklich gelöst ist, dass das Sucherbild den Bildschirm voll ausfüllt (16:9), während die Kamera bei einer Auflösung von 12 oder 13 Megapixeln Bilder im 4:3-Format schießt. Erst bei 9,7 Megapixel wird das Breitbild-Format genutzt. In der Praxis bedeutet das, dass man im Sucherbild nie das ganze Foto sieht - oben und unten werden Bereiche abgeschnitten, die erst auf der fertigen Aufnahme zu sehen sind. 

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So sieht die Szenerie durch das Sucherbild aus... / © AndroidPIT
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...doch beim fertigen Foto sind oben und unten noch Bildbereiche hinzugekommen. / © AndroidPIT

Panorama: Extra-Button, schlechte Auflösung

Drei Auslöseknöpfe befinden sich im Sucher, ein großer für normale Fotos, darüber ein kleinerer für Videoaufnahmen sowie darunter ein Extra-Button für Panorama-Fotos. Das ist an sich sehr nützlich, da man so für ein gelegentliches Panorama nicht erst den Aufnahmemodus wechseln muss. Leider ist die Bildqualität der Panorama-Fotos im Vergleich zu gewöhnlichen Aufnahmen deutlich schlechter, weshalb man von diesem Feature lieber die Finger lassen sollte - die Bilder haben bei variabler Breite nur eine vertikale Auflösung von 456 Pixeln (Fotos mit 13 Megapixel sind dagegen 3.120 Pixel hoch). 

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Schon während der Panorama-Aufnahme deutet sich an, dass dieses Feature nicht ganz ausgereift ist. / © AndroidPIT

Bildqualität

Die Qualität der Aufnahmen geht insgesamt in Ordnung. Bei vielen Tageslichtaufnahmen neigt die Software aber zu leichter Unterbelichtung, dunkle Bildbereiche saufen schnell in komplettem Schwarz ab, die Kontraste sind kräftig. Zudem bestätigt sich der Eindruck aus unserem ersten Test mit dem OnePlus One, dass die Kamera keine einheitliche Qualität liefert - manche Bilder sind nicht richtig scharf, manchmal erscheinen Farben blass und ausgewaschen, auf anderen Bildern fast schon zu gesättigt - und das, obwohl wir unsere Testaufnahmen im Automatikmodus und unter mehr oder weniger gleichen (Tages-)Lichtbedinungen geschossen haben.

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Eine Nahaufnahme im Automatikmodus - dunklere Bildbereiche verschwinden schnell in tiefem Schwarz. / © AndroidPIT

Makroaufnahmen gelingen gut, Schärfe und Detailzeichnung stimmen, das Bokeh im unscharfen Hintergrund ist für eine Smartphone-Kamera ebenfalls schön.

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Dieser 100-Prozent-Ausschnitt aus der obigen Aufnahme zeigt, dass die Kamera des OnePlus One in Sachen Schärfe und Detailzeichnung durchaus gute Arbeit leisten kann. / © AndroidPIT

Bei HDR-Aufnahmen sieht man den Einfluss der Software deutlich - Farben sind deutlich gesättigter, dunkle Bildbereiche werden stark aufgehellt, die Kontraste werden ebenfalls deutlich angehoben. Damit bewegt sich das One an der Grenze zum Überzeichnen, aber das ist wie immer bei HDR Geschmackssache. 

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Zum Vergleich: Oben ein Foto im Automatikmodus, darunter das gleiche Motiv im HDR-Modus. / © AndroidPIT

Performance

Hier gibt es keinen Grund zur Klage, das OnePlus One verarbeitet alle Eingaben und Befehle zügig, Bilder lösen fast ohne Verzögerung aus, auch in schlechten Lichtbedingungen braucht der Autofokus nicht zu lange, um scharf zu stellen. Auch der Wechsel zwischen den Bildmodi läuft reibungslos und flüssig, nach der Aufnahme ist das Gerät direkt wieder bereit für den nächsten Schnappschuss. 

Diese und alle weiteren Aufnahmen unseres Tests gibt es wie immer in voller Auflösung auf meinem Google+-Profil.

Fazit

Das OnePlus One hat Potenzial - und verschenkt es leider in einigen Bereichen. Der eigentlich gute Eindruck der Kamera wird durch die genannten Kritikpunkte geschmälert - unstete Aufnahmeergebnisse, schlechte Panoramabilder, Neigung zur Unterbelichtung und generell recht hohe Kontraste. Negativ fällt zudem die Diskrepanz zwischen Sucherbild und Aufnahme auf, die bewusste und geplante Bildgestaltung unmöglich macht. Gut gefallen uns dagegen die Einstellungsmöglichkeiten für Langzeitbelichtungen sowie die Auswahl der Filter durch Wischgesten - hier kann sich OnePlus von der Konkurrenz absetzen. Ansonsten ist die Kamera aber - für ein High-End-Smartphone, das das One sein will - nicht viel besser als gehobenes Mittelmaß.

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