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150 Tage NextPit: Meine wichtigsten Erkenntnisse nach einer Insolvenz – Folge 2

150 Tage NextPit: Meine wichtigsten Erkenntnisse nach einer Insolvenz – Folge 2

Rund 150 Tage nach dem Neubeginn von AndroidPIT unter der NextPit GmbH und kurz vor Ende des Jahres will ich Bilanz ziehen und meine wichtigsten Erkenntnisse mit Euch teilen. Der Artikel ist dabei so lang geworden, dass wir ihn in sechs Teilen bringen – an jedem Tag dieser Woche gibt es einen Teil. Heute Teil 2 "Scheitern erfordert erstmal Mut. Und noch mehr Kraft"

Dieser Artikel ist eine Teil einer Serie. Zu Teil 1 gelangt Ihr über den nachfolgenden Link: 

2. Scheitern erfordert erstmal Mut. Und noch mehr Kraft.

Ich will nicht behaupten, dass mein Leben – egal ob privat oder beruflich – immer wie eine kerzengerade Strecke nach oben verlief. Es gab viele Kurven und es ging, wie bei einem echten Berg auch, durchaus mal zwischendurch wieder nach unten.

Ist man aber noch jung, dann spielt das in der Regel eine weniger große Rolle. Kommt ein Rückschlag, fängt man einfach wieder von vorne an. Was soll’s.

Ich bin mit Mitte vierzig aber in einem Alter, wo man sich ganz genau überlegen muss beziehungsweise sollte, was der nächste Schritt ist. Oft habe ich mir die Frage gestellt, ob eine Karriere in einem großen Unternehmen nicht vielleicht das Richtige für mich wäre. Meist tauscht man dort ein wenig Spaß gegen Geld, aber vor allem Sicherheit und Perspektive ein. Die Gedanken, die ich hatte und ab und an immer noch habe, hätte ich mir vor einigen Jahren nicht zu träumen gewagt. Für mich war und ist unternehmerischer Geist mit allen damit verbundenen Konsequenzen mein Motor.

Als ich vor der Wahl stand, nochmal mit NextPit von vorne zu beginnen oder etwas ganz Neues anzufangen, musste ich aber feststellen, dass mein Motor offenbar einen Ölwechsel brauchte. War ich müde geworden in den vergangenen Jahren?

Jeder Mensch sehnt sich selbstverständlich nach Sicherheit, selbst die wahrscheinlich hartgesottensten Unternehmer. Für mich stellte sich die Frage, ob ich das Risiko wirklich eingehen und Unternehmertum an den Nagel hängen beziehungsweise gegen einen festen Job eintauschen wollte.

Was aber wäre dann mit AndroidPIT? Es stecken so viele Lebensjahre und noch mehr Arbeit und Geld darin? Es gibt viele Menschen, die an das Projekt und das glauben, das sie jeden Tag tun. Es wäre enttäuschend für sie, sie so zurückzulassen. Und am Allerschlimmsten, wäre ich am Ende wohl von mir selbst enttäuscht. Vielleicht nicht sofort. Aber vielleicht in ein, zwei, sechs Monaten oder gar Jahren.

Ganz gleich, es gibt nichts Schlimmeres als etwas bereuen zu müssen. Wägt man am Ende ab, dann bin ich für mich am Schluss zu dem Ergebnis gekommen, lieber etwas zu viel investiert als es nicht versucht zu haben.

Ich will mich nicht als mutig bezeichnen. Einmal war ich ganz oben auf einem Kran, um mir anzusehen, ob ich vielleicht an einem Bungee-Seil befestigt 40 Meter in die Tiefe springen würde. Obwohl es mehr als 25 Jahre her ist, weiß ich noch, wieviel Angst ich hatte und mich kaum bewegen konnte. Im Falle der NextPit konnte ich aber irgendwann alle Zweifel beiseite schieben. Als der Entschluss gefasst war, gab es für mich nur noch einen Weg: den nach vorne.

Das Tolle war – und vor allem ist: ich bin dabei nicht alleine! Hier gibt es Kolleginnen und Kollegen, die allesamt den gleichen Mut aufbringen und am gleichen Ziel arbeiten. Wir wollen AndroidPIT jeden Tag ein bisschen besser und erfolgreich machen. Wir buhlen um Eure Gunst und möchten Eure Lieblingsseite im Web sein oder werden.

Dieser gemeinsame Gedanke, das Sprechen darüber – nicht nur über das, was wir können, sondern das, was uns ausmacht, hat mir persönlich sehr viel Kraft gegeben. Davon – das weiß ich jetzt 150 Tage später – braucht man viel.

Sehr viel. Bringt man den Mut aber auf, springt man über die eigenen Schatten, wird man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit belohnt. Wir sind noch nicht über’n Berg und noch sehr lange nicht am Ziel, aber die Straße ist keine Schotterpiste mehr. Es macht Spaß!


Morgen geht es weiter mit Teil 3. Den ersten Teil gibt es hinter dem Link.

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Top-Kommentare der Community

  • Reinhard Schäfer vor 3 Monaten

    Ein sehr persönlicher Artikel, sehr gut, um auch andere zu motivieren. Ich kenne solche Einschnitte im Leben sehr gut - erst geht alles irgendwie mal steiniger, mal glatter, aber zunehmend bergauf. Bei mir kamen die heftigsten Einschnitte mit Trennung und Scheidung, Leben als alleinerziehender und in Vollzeit arbeitender Vater und Eintreten einer chronischen Erkrankung und in der Folge eine Schwerbehinderung, die dann auch zur Aufgabe meiner so sicher geglaubten 20-jährigen Berufstätigkeit führte.

    Zunächst erst einmal der Fall in ein tiefes Loch, dann das wieder-aufrappeln-und-es noch-einmal-neu-versuchen, um zwei Jahre später (vor 18 Jahren), physisch und psychisch am Ende, einzusehen, dass es mit der Krankheit und Behinderung so nicht mehr zu schaffen ist. Eine Privatinsolvenz und eine Umschulung folgten. Mein Ehrgeiz war weiterhin groß und ich schloss die Umschulung glänzend ab, habe die Insolvenz hinter mir gelassen, aber festgestellt, dass ich trotz viel Engagement und mit fast Null-Ausfallquote in der Hartz-IV-Ära als Behinderter ohne Vitamin B keine Chance auf Festanstellung erhielt.

    So schlage ich mich seitdem mit Honorartätigkeiten als Dozent durch, die ich jeweils trotzdem gerne und immer noch begeistert durchführe, bin mittlerweile Erwerbsunfähigkeitsfrührentner und habe in dieser vergangenen Phase auch immer mal wieder Arbeitslosigkeit und Frust erlebt, mich aber nie lange hängen lassen. Ich bin mittlerweile neben dem Rentnerdasein auch alleinerziehender Großvater eines 10-jährigen Enkels und arbeite begrenzt hinzu (man darf nicht mehr als 450 € dazuverdienen, auch wenn die Rente gerade mal 800 € beträgt, also unter der Armutsgrenze - ein Unterschied zu den bereits gut verdienenden Beamten und Politikern z.B.).

    Ich habe immer sehr viel Kraft in die neuen Wege investiert und zwischendrin mehrfach alles verloren, was ich mir aufgebaut hatte. Aber irgendwie kann man in jeder Situation auch sein persönliches Glück finden und feststellen, dass vermeintlich wichtige Dinge, wenn man sie erst einmal aufgeben musste, doch nicht den Wert besaßen, den man ihnen beigemessen hat. Die Prioritäten verlagern sich immer mal wieder, aber ohne die zwischenmenschlichen Bezüge und auch die persönlichen Anforderungen wäre alles schwerer gewesen.

    Deshalb sehe ich auch die sozialen Netzwerke kritisch und nicht allein als Bereicherung an. Sie sind oftmals auch ein Hindernis für manchen zur Vereinsamung oder auch zur Egozentrik und Selbstverliebtheit neigenden Menschen, sich der Welt, dem wirklichen sozialen Leben zu stellen und sich stattdesssen in einer Utopie des scheinbaren Angenommenwerdens durch Likes und Zuspruch von Menschen zu bewegen, die einen nicht wirklich kennen und einschätzen können.

    Für Euch war die Zäsur sicher auch ein zusammenschweißendes Ereignis, in das ihr jetzt alle Kraft investiertt und hoffentlich auch zunehmend wieder Erfolge verbucht. Und so offene Worte wie in diesen Artikeln vergraulen vielleicht ein paar Leser, die damit nicht umgehen können, aber es fühlen sich andere dadurch auch mehr verbunden, so lange das Ganze nicht Trübsal, sondern wie hier Optimismus verbreitet.

  • Anton vor 3 Monaten

    Ich finde es gut was ihr macht und bisher gemacht habt. Macht bitte weiter so.

    "Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren".👍😃

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    vor 3 Monaten

    Danke für Deinen sehr offenen und guten Beitrag.

    Wenn sich andere Menschen von einem nur deshalb abwenden, weil es nicht glatt läuft, sollte man sie ziehen lassen.

  • Tenten vor 3 Monaten

    Wirkliche Sicherheit gibt es ja eh nicht, auch große Unternehmen und Konzerne werfen ihre Mitarbeiter ohne Rücksicht auf Alter oder Können raus, weil irgendeine Bilanz das so fordert. Dann lieber das tun, woran dein Herz hängt.

  • trixi vor 3 Monaten

    Es war bestimmt nicht einfach, und du hast dich im Nachhinein, als einige Leute von sich aus gegangen sind, sicher gefragt, ob andere, die bei der Insolvenz gehen mussten, nicht bei der Stange geblieben wären.

    (oh Gott, ein Hohlbeinscher Schachtelsatz 🙈, aber wenigstens ein kurzer)

    Ich bewundere deinen (euren) Mut, ich weiß nicht, ob ich heute in fortgeschrittenem Alter nicht doch die vermeintliche Sicherheit gewählt hätte.

20 Kommentare

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  • Ach ja, mein Leben war auch voller Hochs und Tiefs, mit genau 50 fühle ich mich aber kein bischen alt oder so,auch wenn ich genau wie andere, mit gesundheitlichen Einschränkungen zu leben habe und ebenfalls eine Insolvenz hinter mir habe, so habe ich doch nie aufgegeben und schreite voran

    Ein Aufwärts sollte es geben, aber die Gesellschaft sieht hier in unseren Gefilden "nur" den Aufstieg in Beruf, Karriere oder Geld, der meist fest mit dem persönlichen Aufstieg gekoppelt gesehen wird. Doch das ist ein Trugschluss. Spirituelles, persönliches Wachstum sind viel wichtiger, sie ergeben dann automatisch ein Vorankommen, wie auch immer. Immer bereit sein, dazu zu lernen ist ebenfalls wichtig und der Gegenspieler der Ignoranz, die ich heute so oft beobachte, oft auch aus Unkenntnis bzw. Unwillen die bekannten Pfade zu verlassen. Ich finde den Weg von Fabian gut und interessant und ich wünsche ihm dass er Weisheit, Lernwillen und persönliches Wachstum weiterhin im Blick hat.


  • und die App bekommt die noch ein facelift ?


  • Ein sehr persönlicher Artikel, sehr gut, um auch andere zu motivieren. Ich kenne solche Einschnitte im Leben sehr gut - erst geht alles irgendwie mal steiniger, mal glatter, aber zunehmend bergauf. Bei mir kamen die heftigsten Einschnitte mit Trennung und Scheidung, Leben als alleinerziehender und in Vollzeit arbeitender Vater und Eintreten einer chronischen Erkrankung und in der Folge eine Schwerbehinderung, die dann auch zur Aufgabe meiner so sicher geglaubten 20-jährigen Berufstätigkeit führte.

    Zunächst erst einmal der Fall in ein tiefes Loch, dann das wieder-aufrappeln-und-es noch-einmal-neu-versuchen, um zwei Jahre später (vor 18 Jahren), physisch und psychisch am Ende, einzusehen, dass es mit der Krankheit und Behinderung so nicht mehr zu schaffen ist. Eine Privatinsolvenz und eine Umschulung folgten. Mein Ehrgeiz war weiterhin groß und ich schloss die Umschulung glänzend ab, habe die Insolvenz hinter mir gelassen, aber festgestellt, dass ich trotz viel Engagement und mit fast Null-Ausfallquote in der Hartz-IV-Ära als Behinderter ohne Vitamin B keine Chance auf Festanstellung erhielt.

    So schlage ich mich seitdem mit Honorartätigkeiten als Dozent durch, die ich jeweils trotzdem gerne und immer noch begeistert durchführe, bin mittlerweile Erwerbsunfähigkeitsfrührentner und habe in dieser vergangenen Phase auch immer mal wieder Arbeitslosigkeit und Frust erlebt, mich aber nie lange hängen lassen. Ich bin mittlerweile neben dem Rentnerdasein auch alleinerziehender Großvater eines 10-jährigen Enkels und arbeite begrenzt hinzu (man darf nicht mehr als 450 € dazuverdienen, auch wenn die Rente gerade mal 800 € beträgt, also unter der Armutsgrenze - ein Unterschied zu den bereits gut verdienenden Beamten und Politikern z.B.).

    Ich habe immer sehr viel Kraft in die neuen Wege investiert und zwischendrin mehrfach alles verloren, was ich mir aufgebaut hatte. Aber irgendwie kann man in jeder Situation auch sein persönliches Glück finden und feststellen, dass vermeintlich wichtige Dinge, wenn man sie erst einmal aufgeben musste, doch nicht den Wert besaßen, den man ihnen beigemessen hat. Die Prioritäten verlagern sich immer mal wieder, aber ohne die zwischenmenschlichen Bezüge und auch die persönlichen Anforderungen wäre alles schwerer gewesen.

    Deshalb sehe ich auch die sozialen Netzwerke kritisch und nicht allein als Bereicherung an. Sie sind oftmals auch ein Hindernis für manchen zur Vereinsamung oder auch zur Egozentrik und Selbstverliebtheit neigenden Menschen, sich der Welt, dem wirklichen sozialen Leben zu stellen und sich stattdesssen in einer Utopie des scheinbaren Angenommenwerdens durch Likes und Zuspruch von Menschen zu bewegen, die einen nicht wirklich kennen und einschätzen können.

    Für Euch war die Zäsur sicher auch ein zusammenschweißendes Ereignis, in das ihr jetzt alle Kraft investiertt und hoffentlich auch zunehmend wieder Erfolge verbucht. Und so offene Worte wie in diesen Artikeln vergraulen vielleicht ein paar Leser, die damit nicht umgehen können, aber es fühlen sich andere dadurch auch mehr verbunden, so lange das Ganze nicht Trübsal, sondern wie hier Optimismus verbreitet.


  • Toller Bericht, Fabien.

    "Ich bin mit Mitte vierzig aber in einem Alter, wo man sich ganz genau überlegen muss beziehungsweise sollte, was der nächste Schritt ist."

    Mitte 40, mitten 👍im Leben.... Ich find eher man sollte mit jedem Lebensjahr entscheiden welcher Weg und welche Handlung der richtige Schritt ist. Egal ob mit 14 oder mit 80 Jahren.

    Macht weiter so und blickt nicht zurück. Kann nur Depression hervor rufen. Mit dem Jahreswechsel beginnt auch ein neues Jahrzehnt und geht mit dem Motto ins neue Jahr: " 2020 wird unser Jahr bei Androidpit und andere können uns mal...🤭" .
    Wünsche euch viel Glück und alles Beste.


  • trixi vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Es war bestimmt nicht einfach, und du hast dich im Nachhinein, als einige Leute von sich aus gegangen sind, sicher gefragt, ob andere, die bei der Insolvenz gehen mussten, nicht bei der Stange geblieben wären.

    (oh Gott, ein Hohlbeinscher Schachtelsatz 🙈, aber wenigstens ein kurzer)

    Ich bewundere deinen (euren) Mut, ich weiß nicht, ob ich heute in fortgeschrittenem Alter nicht doch die vermeintliche Sicherheit gewählt hätte.


  • Ist das ein aktuelles Foto in dem Artikel?
    Du siehst auf dem Bild verdammt gut aus 👍🏻😍🤗


  •   35
    Gelöschter Account vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Du siehst auf dem Foto oben viel besser aus, als noch zu Beginn der Insolvenz. Nicht mehr so vom Alkohol gezeichnet - und was da sonst noch im Spiel gewesen sein mag.


  • Anton vor 3 Monaten Link zum Kommentar

    Ich finde es gut was ihr macht und bisher gemacht habt. Macht bitte weiter so.

    "Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren".👍😃

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