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Test 5 Min Lesezeit 11 Kommentare

Mobvoi Ticwatch E2 Test: Weniger ist manchmal mehr

Bei der neuen Ticwatch E2 stellt sich die Frage, die immer wieder im Leben auftaucht: Lieber den Spatz in der Hand oder die Taube auf dem Dach? Es gibt schöne Smartwatches, und welche mit mehr Funktionen, und wohl auch technisch modernere - aber die Ticwatch E2 ist günstig, zweckmäßig und macht das, was sie kann, ziemlich gut.

Bewertung

Pro

  • Gute Akkulaufzeit
  • Günstiger Preis
  • Unempfindliches Gehäuse
  • Schickes Display

Contra

  • Kein NFC
  • Keine automatische Helligkeit
  • Klobig und nicht besonders elegant

Richtig günstig für eine Smartwatch

Smartwatches sind ein teurer Spaß? Muss nicht sein, zumindest nicht mit Mobvoi und der Ticwatch E2. Die kostet nämlich nur 159,99 Euro, das ist ein ziemliches Schnäppchen, vergleicht man es etwa mit der LG Watch W7, die ein 449 Euro großes Loch in den Geldbeutel reißt. Auswahl in Sachen Design gibt es nicht, die Ticwatch E2 ist ausschließlich in Schwarz erhältlich.

Keine Schönheit, aber widerstandsfähig

Ich sag's gleich: Design ist Geschmackssache, ja. Aber ich habe die Ticwatch E2 vielen Menschen gezeigt, und so richtig schön fand sie niemand . Das Gehäuse besteht aus schnödem Plastik und ist ziemlich dick geraten. Das Silikonarmband fasst sich weich und angenehmen an, macht aber nicht unbedingt einen langlebigen Eindruck. Halb so schlimm, die Aufnahme ist Standard und so ist die Ticwatch E2 mit unzähligen Uhrenarmbändern kompatibel. An der rechten Seite gibt es einen Knopf, mehr nicht. Schade eigentlich, schließlich kann man bei Smartwatches mit Wear OS den oft vorhandenen Zusatzknöpfen eigene Funktionen zuweisen. Das fällt hier aus.

Das Schwestermodell der E2 ist die Ticwatch S2, die ähnlich aussieht, ihren Aufpreis von 20 Euro aber mit einer militärischen Zertifizierung für ein besonders geschütztes Gehäuse rechtfertigt. Das fehlt der E2 zwar, trotzdem ist die Uhr wasserdicht bis 5 ATM und kann so 50 Meter tief tauchen - nicht schlecht für die Preisklasse.

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Die Ticwatch ist klobig und nicht besonders hochwertig. / © AndroidPIT

Gutes Display ohne Automatik

Was Mobvoi beim Design und dem Material gespart hat, kommt dem Display der Ticwatch E2 zugute. Das 1,39 Zoll große, runde AMOLED-Panel bietet eine bessere Auflösung als bei der ersten Generation, es stellt nun 400 x 400 Pixel dar. Die Darstellung ist scharf und sehr kontrastreich, auch in hellem Sonnenlicht ist alles gut ablesbar - sofern man die richtige Helligkeit eingestellt hat. Eine Automatik gibt es dafür nämlich nicht, der Nutzer muss selbst eine der fünf Stufen einstellen. Das nervt ab und an, ebenso wie die Tatsache, dass die unterste Stufe viel zu hell ist, wenn man sich in dunklen Räumen, etwa im Schlafzimmer oder im Kino befindet. Mit Automatik und niedriger Grundhelligkeit wäre das Display nahezu perfekt.

Mobvoi ticwatch E2 02 copy
Das Display der Ticwatch E2 kann sich sehen lassen. / © AndroidPIT

Wear OS mit Extraportion Sport

Wear OS bietet den Herstellern nicht allzu viel Spielraum , das System anzupassen, da macht die Ticwatch E2 keine Ausnahme. Die Watchfaces, die der Hersteller der Smartwatch spendiert, passen gut zum sportlichen Ansatz der Smartwatch und sehen modern und aufgeräumt aus. Wer sie nicht mag, findet im Play Store jede Menge Alternativen zum Ausprobieren und Selberbauen. Für die Fitness-Anzeige rechts des Homescreens können sich die Nutzer zwischen Google Fit und dem Pendant von Mobvoi entscheiden.

Hinzu kommen eine Reihe Fitness-Apps von Mobvoi, die zum Sport motivieren sollen. Die Ticwatch E2 ist wasserdicht, also gibt es eine eigene Funktion zum Schwimmen. Das ist nett, und auch wenn die Sportfunktionen nicht genügend Detailinformationen für Profis beinhalten, sind sie doch eine schöne Zugabe.

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Die Ticwatch E2 richtet sich an Sportler und aktive Menschen. / © AndroidPIT

Solide Performance

Der Chip in der Ticwatch E2 ist der Snapdragon Wear 2100 von Qualcomm, der längst nicht mehr taufrisch ist, aber eine solide Performance gewährleistet. Genau so sieht das auch auf der Ticwatch E2 im Test aus. Die Mobvoi-Smartwatch rennt jetzt nicht wie Speedy Gonzalez, ist aber auch nicht allzu lahm und reagiert meist flott. Fraglich, ob der Snapdragon Wear 3100 eine so viel bessere Leistung gebracht hätte, denn auch der lief im Test nicht immer perfekt. Einzig die Wischgesten auf dem Touchscreen wurden bei mir nicht immer beim ersten Versuch erkannt, vor allem mit kalten oder feuchten Fingern.

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Der Pulsmesser hat eine schöne Animation, braucht aber noch ein Update. / © AndroidPIT

Schade, dass Mobvoi der Ticwatch E2 keinen NFC-Chip spendiert hat, denn das heißt, dass man mit der Smartwatch nicht über Google Pay oder ähnliche Dienste bezahlen kann. Der Pulsmesser lässt sich noch nicht abschließend bewerten, denn hierfür hat der Hersteller ein baldiges Update in Aussicht gestellt, das sowohl die Schnelligkeit als auch die Genauigkeit der Messung verbessern soll.

Der Akku macht Spaß

Die Ticwatch E2 wird mit einer eigenen Ladeschale geladen, an der die Uhr magnetisch andockt. Ärgerliches Detail: USB-Kabel und Ladeschale sind fest verbunden. Bei einem Kabelbruch oder einem defekten USB-Stecker muss also ein ganz neues Ladegerät her, das Kabel alleine lässt sich nicht auswechseln.

Nur Gutes lässt sich aber über die Akkulaufzeit der Ticwatch E2 berichten. Die Kapazität beträgt 415 mAh. Die Smartwatch hält in der Regel zwei Tage durch, das ist mehr als die meisten Wear-OS-Smartwatches schaffen. Wer lange und häufig GPS-Tracking verwendet, muss trotzdem keine Angst haben, nicht bis zum Abend durchzuhalten. Eine wirklich gute Leistung also, die viele teurere Smartwatches nicht schaffen.

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Geladen wird nicht induktiv, sondern mit Hilfe der Pins. / © AndroidPIT

Mobvoi Ticwatch E2: Technische Daten

Abmessungen: 46,9 x 52,2 x 12,9 mm
Akkukapazität: 415 mAh
Display-Größe: 1,39 Zoll
Display-Technologie: AMOLED
Bildschirm: 400 x 400 Pixel (407 ppi)
Android-Version: Android Wear
Chipsatz: Qualcomm Snapdragon Wear 2100
Konnektivität: Bluetooth 4.1

Für den Preis sehr gut

Für knapp 160 Euro kann man mit der Ticwatch E2 nicht viel verkehrt machen. Die Uhr ist nicht die hübscheste, aber zweckmäßig und kann einiges ab. Der Akku ist für eine Android-Smartwatch mit Wear OS ziemlich kräftig, Display und Performance passen. Dass NFC fehlt, finde ich ein bisschen ärgerlich, und auch an die zwei Zusatzknöpfe meiner anderen Smartwatch habe ich mich ziemlich gewöhnt. Trotzdem steht unter dem Strich ein sehr ordentliches Gesamtpaket bei der Ticwatch E2 von Mobvoi.

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11 Kommentare

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  • Ich frage mich jetzt: wo sind die Unterschiede zur ersten Ticwatch E? der Prozessor ist ja der Gleiche. Ist der einzige Unterschied der Bildschirm?
    Sind die Armbänder die gleichen wie bei der Ticwatch S2? also 22mm Standart-Uhrenarmbänder? Falls Ja, wäre dies eher meine Smartwatch und nicht die Ticwatch S2.
    Was mich noch zu Beiden der E2 und der S2 interessieren würde: Kann der Herzfrequenzmesser mit Google-Fit direkt auf der smartwatch verwendet werden? von den Vorgängern hörte ich aus einigen Quellen dies wäre nicht möglich gewesen, man hätte dafür die Fitness-App von Mobvoi benutzen müssen. Allerdings habe ich keine eigenen Erfahrungen mit den Vorgängern.


    • Phi vor 3 Wochen Link zum Kommentar

      Der Prozessor ist bei der Ticwatch E anders, es ist ein MediaTek MTK MT2601 drin. Ich meine bei der Ticwatch E kann man die mit Google Fit die Herzfrequenz nur mit Wahl eines Sportprogramm messen lassen, aber da gibt es sehr viel Auswahl (wie es bei der E2 oder S2 ist weiß ich aber nicht).


  • Jo, was Neues von den Stromfresser- und Datensammlerindustrien! Ich hab' zwei "Smartband"s durch, die versprachen, Wasserdicht und für Schwimmsport geeignet zu sein sowie Puls/Blutdruck/O² & den üblichen Kram zu messen. Beide (von Bestenfalls einer Handvoll erwerbbarer Geräte mit diesen Features) nach 2-5 Tagen Elektronikschrott; weil Wasserundicht & unpräzise Werte.
    Mein Geld hab' ich zurück; meine Daten nicht. So etwas kommt nicht mehr an mein Handgelenk. Das Smartphone ist dagegen ja schon fast ein Datenschutzwunder?


  • zwei tage, ist doch nichts besonderes mein Asus zenwatch 2 sowie mein Sony watch 3 schaffen das auch locker, ich lade alle 2 tage nur. Mein pepple schafft 4 bis 6 tage. Also was ist sobesonderes daran wenn die 2 tage schafft? Was besonderes wäre, wenn die smartwatch 4 bis 7 tage schafft wie die pepple. Soweit sind die neuen allen nicht.


    • Kann ich mich nur anschliessen. Ich werde wohl nie verstehen, weshalb hier lächerliche 2 Tage immer als was Besonderes hervorgehoben werden. Meine Pebble Time Steel hat eine Akkulaufzeit von ca. 7 - 10 Tage und meine Amazfit Bip läuft locker 1 Monat (!) ohne nachzuladen. Und bei beiden ist das Display always on!


      • Bastian Siewers
        • Admin
        • Staff
        vor 3 Wochen Link zum Kommentar

        Naja, weil 2 Tage Laufzeit unter Wear OS leider noch immer nicht zum Standard gehören. Vor allem die Uhren, die unter der Fossil Group veröffentlicht werden, haben teilweise unterirdische Laufzeiten :(


  • Rein optisch praktisch keine Unterschiede zum Vorgänger "E", den ich im Gebrauch habe. Meine Uhr hält gut einen Tag durch. Wer bisschen mit Tracking rumspielt, darf deutlich früher laden. Schön, dass Mobvoi hier beim neuen Modell ein bisschen am Akku geschraubt hat.

    Wenn meine Uhr fertig mit der Welt ist, werde ich mir aber keine mehr holen. Für Puls/Sport/Tracking kommt dann was von Garmin oder Konsorten.


  • Nicht günstig, aber ganz okay der Preis, sieht gut und schlicht aus, mag ich, hat kein NFC, das stört mich nicht. Eigentlich eine schöne Uhr, ich hab nur keinen Bedarf gerade, sonst käme sie aber in die engere Auswahl.


  • 160 € ist nicht günstig.Simvalley hat auch auch sehr gute und alltägliche Handyuhren die günstiger sind.

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