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MicroSD-Karten in Android: Tipps und Tricks

Update: Neue, teure Karten lohnen sich nicht

Seit Android-Version 6.0 Marshmallow lohnen sich MicroSD-Karten für Smartphones wieder. Endlich kann man sie als echte Speichererweiterung verwenden und Apps vollständig darauf verschieben. Welche MicroSD-Karte die schnellste ist und worauf Ihr beim Kauf achten müsst, lernt Ihr hier. Update: Die neuen, extrem teuren Karten lohnen sich preislich nicht.

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Die schnellsten MicroSD-Karten im Vergleich

Wir haben unterschiedliche SD-Karten-Geschwindigkeiten und Formate ausprobiert und herausgefunden, dass höher klassifizierte MicroSD-Karten auch im Smartphone messbar schneller arbeiten. In einigen Geräten sind sie sogar schneller als der interne Speicher des Smartphones. Die Ergebnisse findet Ihr in der Tabelle.

Schnelle Karten für schnelle Smartphones

Insbesondere in einem High-End-Smartphone wie dem LG G4 haben wir deutlich messbare Unterschiede zwischen den SD-Karten-Modellen festgestellt. In einem Mittelklasse-Smartphone wie dem Moto G (2015) hingegen wird die Leistung der SD-Karten nicht immer ausgenutzt.

In der folgenden Tabelle seht Ihr Messergebnisse mit dem LG G4. Der erste Eintrag ist die Geschwindigkeitsmessung des internen Flash-Speichers, der als Referenzwert gilt. Ein Klick auf die Bezeichnung der SD-Karte bringt Euch zu dem entsprechenden Amazon-Eintrag.

Im jüngsten Vergleich zeigt sich, dass sich der Aufpreis für die superteuren UHS-II-Karten von SanDisk und Samsung zumindest für Smartphones nicht lohnt. Der Fairness halber muss man anmerken, dass im HTC 10 dieselben Karten schneller arbeiten.

Testgerät: HTC 10 Preis (Aug. 2016) Lesen (MB/s) Schreiben (MB/s)
Interner Speicher (keine SD-Karte)   263,98 60,88
SanDisk Exteme Pro 64 GB UHS-II 107,99 € 89,62 77,59
Samsung MB-MC256DA/EU 249,90 € 89,04 72,74
Testgerät: LG G4 Preis (Aug. 2016) Lesen (MB/s) Schreiben (MB/s)
Interner Speicher (keine SD-Karte)   243,05 98,51
SanDisk Exteme Pro 64 GB UHS-II 107,99 € 79,89 68,20
Samsung MB-MC256DA/EU 249,90 € 76,59 45,53
SanDisk Exteme Pro 64 GB 40,99 € 85,96 73,45
SanDisk Exteme Plus 64 GB 49,99 € 84,10 73,71
SanDisk Exteme 64 GB 29,99 € 70,41 30,82
SanDisk Ultra 64 GB 17,99 € 52,19 21,89
SanDisk Exteme Pro 32 GB 27,35 € 79,57 58,88
SanDisk Exteme Plus 32 GB 27,99 € 80,89 57,76
SanDisk Exteme 32 GB 14,99 € 75,68 29,16
SanDisk Ultra 32 GB 8,99 € 54,95 17,21
Lexar 633x 16GB 12,95 € 56,94 13,94
Lexar 633x 64GB 24,93 € 65,98 25,10
Lexar 1000x 32GB 29,74 € 76,04 35,97
Lexar 1000x 64GB 49,99 € 75,72 39,56
Samsung 64 Evo 18,99 € 35,46 19,62
Samsung 128 Evo 28,71 € 35,58 20,32
Samsung 64 Evo Plus 17,79 € 67,57 25,09
Samsung 128 Evo Plus 42,78 € 51,23 20,96
Samsung 64 Pro 35,99 € 75,99 61,42
Samsung 64 Pro Plus 33,99 € 79,92 67,02

Während die Lesegeschwindigkeiten aller SD-Karten im G4 akzeptabel sind, gehen insbesondere die Schreibraten der preiswerten SD-Karten stark zurück. Wir haben auch in anderen Smartphones nachgemessen. Im HTC One A9 haben wir festgestellt, dass SD-Karten eine höhere Schreibrate haben als der interne Speicher.

Wie wir gemessen haben

Unser verwendetes Tool für die Messungen ist der A1 SD Bench. Er führt umfangreiche Schreib- und Lesevorgänge auf internem und SD-Speicher durch und liefert recht konstante Messwerte zur Lese- und Schreibrate des jeweiligen Speichertyps.

Künftig werden wir mit dem HTC 10 testen, da es in vereinzelten Stichproben zehn Prozent höhere Messwerte liefert.

A1 SD Bench Install on Google Play

Beim HTC One A9 haben wir mit diesem Benchmark festgestellt, dass der interne Speicher lediglich mit knapp 40 Megabyte Pro Sekunde schreibt. Auch die Leserate ist mit rund 160 Megabyte pro Sekunde niedriger als im LG G4. Die MicroSD-Karten hingegen lieferten im HTC One A9 sehr ähnliche Werte wie im G4. Also haben wir die Foto-App Open Camera installiert und eine Serienaufnahme mit zehn Bildern gemacht und abgestoppt.

Open Camera Install on Google Play

Ohne MicroSD-Karte dauerte eine Serienaufnahme mit zehn Bildern durchschnittlich 6,53 Sekunden. Mit einer schnellen MicroSD-Karte ging der Messwert auf 5,88 Sekunden zurück. Wir haben die Messung mehrfach wiederholt, um Ungenauigkeiten zu reduzieren.

Im Moto G lohnt sich eine schnelle SD-Karte weniger

Beim preiswerteren Smartphone Moto G (2015) lohnt sich der Aufpreis für eine schnelle SD-Karte weniger. Hier limitiert der eingebaute Speicher-Controller. Keine SD-Karte wird bei der Lesegeschwindigkeit schneller als exakt 54,92 Megabyte pro Sekunde. Die Schreibrate wird ebenfalls auf rund 50 Megabyte pro Sekunde limitiert.

Ein großer Teil der Smartphones hat nur 16 GByte oder 32 GByte internen Speicher. Besonders in den Einsteiger-Modellen mit 8 GByte oder 16 GByte ist die Menge an nutzbarem Speicher schnell aufgebraucht. Fotos, Apps und App-Daten füllen den Platz und irgendwann streiken App-Updates und Kamera-App.

Das sind die MicroSD-Kartentypen

Wenn Eure Speicherkarte nicht schnell genug arbeitet, kann sich das gravierend auf das Arbeitstempo Eures Smartphones auswirken. Fotos werden dann mit großer Verzögerung abgespeichert, so dass Ihr in der Zwischenzeit keine Bilder machen könnt. 4K-Videos lassen sich vielleicht gar nicht aufzeichnen.

Darth Vader micro SD ANDROIDPIT
MicroSD-Karten sind in Android eine mächtige Hilfe geworden. / © ANDROIDPIT

Achtet also beim Kauf der MicroSD-Karte auf ihre Bauart und ihre Geschwindigkeitsklasse. Ersteres ist besonders wichtig, da man die Karte der einen Form nicht immer in Geräten für die andere Form verwenden kann. Die neuen Karten verwenden den Standard SDXC mit über 32 GByte und die alten SDHC mit bis zu 32 GByte. Seht also zunächst in der Anleitung Eures Smartphones nach, mit welchem Kartentyp es arbeitet.

Überdies werden die Karten in derzeit sechs Geschwindigkeitsklassen unterteilt. Diese geben grob die Übertragungsraten an. Anhand derer könnt Ihr erahnen, für welche Aufgaben sich die Speicherkarte eignet.

Klasse Mindestgeschwindigkeit schreiben Aufgaben
UHS 3 30 MB / s Videoaufzeichnung in 4K/2K
UHS 1 10 MB / s Videoaufzeichnung in Full HD, Serienaufnahmen in der Fotografie
Class 10 10 MB / s Videoaufzeichnung in Full HD, Serienaufnahmen in der Fotografie
Class 6 6 MB / s Videoaufzeichnung in Full HD
Class 4 4 MB / s Videoaufzeichnung in HD
Class 2 2 MB / s Videoaufzeichnung in SD

Mehr Pins für mehr Chaos

Des Weiteren gibt es MicroSD-Karten mit einer neuen Pin-Belegung. Die neuen Karten mit der so genannten UHS-II-Schnittstelle haben mehr Kontakte und mehr Bandbreite. Da aber noch immer kein Smartphone die entsprechende Pin-Belegung im Lese-Modul hat, fallen diese Karten auf das Höchsttempo der UHS-I-Schnittstelle zurück und arbeiten nicht schneller als die Karten in der oberen Tabelle. Somit lohnt sich noch nicht der Aufpreis.

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Smartphones sind noch blind für die Zusatz-Pins. / © AndroidPIT

Samsung hat neue Speicherkarten entwickelt, die nicht mit MicroSD-Karten kompatibel sind. Die Karten basiere auf dem Universal Flash Storage (UFS), der mit dem Galaxy S6 vorgestellt wurde. Samsung-Geräte werden voraussichtlich hybride Lesegeräte haben, die sowohl die UFS-Karten als auch die bisher üblichen UHS-Karten unterstützen. Alle anderen werden vorerst nichts mit den Karten anfangen können. Die Lesegeschwindigkeit der Karten soll bei 530 MByte/s liegen.

MicroSD-Karten vs. Android: Die Geschichte

Die Katastrophe mit Android 4.4 KitKat

Nach dem Update auf Android 4.4 KitKat klagten viele User über Probleme mit Apps wie Musik-Playern oder Kamera-Apps. Zuvor durfte jede App mit der Berechtigung "Zugriff auf die SD-Karte" den kompletten SD-Karten-Speicher verändern. Eine neue Sicherheitsrichtlinie von Android 4.4 hinein unterband dies und machte MicroSD-Karten plötzlich weniger interessant für Android-Smartphones. Immer mehr Smartphones verzichteten auf den Slot; ganz vorne dabei die Nexus-Geräte von Google höchstselbst.

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MicroSD reinstecken und loslegen: Mit Android 4.4 KitKat war das nicht mehr so einfach. / © ANDROIDPIT

Besserung mit Android 5.0/5.1 Lollipop

Mit Android 5.0 und 5.1 Lollipop wurde die Programmierschnittstelle ACTION_OPEN_DOCUMENT_TREE entwickelt, die es Apps erlaubt, dauerhafte Zugriffsrechte für die gesamte MicroSD-Karte anzufragen. Wichtig ist, dass der User dieser Zugriffsanfrage ausdrücklich zustimmt. Eine böswillige App kann also nicht einfach ohne Euer Wissen und Zutun einen Komplettzugriff erlangen.

android bugdroid lollipop hero
Lollipop wurde wieder MicroSD-freundlicher. / © ANDROIDPIT

Durch diese Änderungen kommt Google Usern und Entwicklern sehr entgegen, denn die Kritik am Verhalten von MicroSD-Karten seit Android 4.4 war sehr laut.

Die Rettung mit Android 6.0 Marshmallow

Die Nutzung von MicroSD-Karten ist in Android 6.0 Marshmallow so leicht wie nie zuvor. Erstmals könnt Ihr die MicroSD-Karte als internen Speicher formatieren. Die Karte wird sogar verschlüsselt formatiert, so dass kein Dritter auf den Inhalt der MicroSD zugreifen kann.

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Endlich kann man in Smartphones SD-Karten als internen Speicher formatieren. / © ANDROIDPIT

Auf diese Art könnt Ihr Apps und andere Daten ganz einfach auf der MicroSD-Karte speichern. Das ist vor allem für Smartphones praktisch, die nur einen sehr kleinen internen Speicher haben. Jener wird nach dem Verschieben der Apps und App-Daten nur noch für System-Apps und -Updates verwendet.

Das neue Feature lohnt sich nur, wenn die MicroSD-Karte schnell ist und der das Smartphone die Karte schnell ansteuern kann. Wenn nicht, handelt Ihr Euch ein arges Performance-Problem ein und der Vorteil wird schnell zum Nachteil.

Fazit

Besonders in neuen Smartphones mit der neuen Android-Version sind MicroSD-Karten eine praktische Erweiterung des Smartphone-Speichers geworden. Achtet beim Kauf der Speicherkarten aber darauf, dass sie Euer Smartphone nicht ausbremsen. Spart Ihr am falschen Ende, handelt Ihr Euch vermeidbaren Frust ein.


Wir haben ein neues Testgerät hinzugefügt, zwei neue Karten getestet und sind erstmals auf Samsungs neue UFS-Karten eingegangen.

Top-Kommentare der Community

  • Tenten 04.06.2015

    Ich finde dieses Betriebssystem inzwischen so unberechenbar, dass ich es niemanden ernsthaft empfehlen würde. Im geschäftlichen Bereich sowieso nicht, aber auch nicht privat. Lediglich wenn mich jemand nach einem billigen Gerät fragt, kann man Android noch empfehlen. Aber dieses ständige Feature rein, Feature raus von Version zu Version (SD-Karte, Lautlosmodus) finde ich unzumutbar.

  • J. K. 04.06.2015

    @Olaf Gutrun

    Das ist Unsinn - es macht beim S6 sicherlich keinen Sinn, APPS (so sie vorhanden wäre) auf der SD-Karte zu installieren, aber bei DATEN sieht es ganz anders aus - ich habe zum Beispiel allein rund 20 GB an Karten für Locus Pro und meine beiden Navi-Apps auf meiner SD-Karte; interner Speicher (der, Samsungs Preisen nach zu schließen, aus reinem Platin sein muss) wäre dafür viel zu teuer - und nicht aufrüstbar ist nunmal nicht aufrüstbar!

    Mein S4 hat zum Beispiel 32 GB intern und 128 GB auf SD-Karte; wie sollte ich DAS mit dem S6 duplizieren?

    Selbst wenn ich für ihre "großen" Modelle reich genug wäre: bei insgesamt(!) 128 GB ist Schluss!

79 Kommentare

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  • Hallo,

    völliger Blödsinn... Nach kurzem Test von CM13 Basis 6 Marschmallow habe ich mein S4 Mini Downgegradet auf CM 12.1 Basis 5.1.1 Lollipop...
    Die SD Karte lässt sich im Standard ausschließlich als Medienspeicher z.B. für Fotos und Musik nutzen, eine Auslagerung von Apps geht so nicht. Man kann die Kapazität dem internen Speicher zuschlagen.. dann lässt sich die Karte aber nicht mehr als Backup Medium nutzen oder als Installationsmedium (z.B. Recovery tools etc) und bekommt plötzlich auch ganz andere Schreibzyklen wofür eine SD Karte gar nicht gemacht ist. Auch lässt sich die Karte nur mit dem entsprechenden Gerät verwenden, da verschlüsselt. Fällt das Gerät dann aus.... schade.

    Google möchte die Daten mit aller Gewalt auf seine Cloudspeicher ... warum wohl...? Ich möchte gern Herr über meine Geräte sein und die so konfigurieren wie ich es mag und fähig bin oder Bevormundung.

    Wird echt Zeit dass ein Alternatives Linux für Schmartphones kommt, Schade dass Ubuntu Edge damals gescheitert ist.

  • Hab eine SanDisk extrem plus, 64 GB und bin seit fast 2 Jahren damit absolut zufrieden. Als interner Speicher kommt eine SD Karte für mich so oder so nicht in Frage. Filme, Fotos, Musik und Apk Datein kommen auf die SD Karte. Übrigens funktioniert die auch sehr gut mit einem Adapter in einer DSLR Kamera.

  • Nun da ich mich auch schon länger mit diesem Thema beschäftigen, möchte ich diesbezüglich auch gerne etwas wissen und hoffe Ihr könnt mir Helfen. Also ich habe natürlich eine Micro SD Karte mit 64 GB in meinem Samsung Galaxy S7. Diese hat auch eine Lesegeschwindigkeit von 90 oder 95 Mb/s. Nun wenn ich das hier so lese, wird das Samsung Galaxy S7 ähnlich wie beim HTC oder LG auch eine Lesegeschwindigkeit von 200 Mb/s aufwärts haben. Gerne würde ich meine Micro SD Karte auch als internen Speicher formatieren, habe dies bis heute noch nicht gemacht, weil das dann doch im Vergleich ein Riesen Rückschritt wäre bzw. eine Riesen Bremse, oder sehe ich das falsch?

    Ich meine von über 200 irgend was zu 90 oder 95? Das wäre doch ein krasser Rückschritt. Laut dieser Tabelle gibt es wohl keine Karte, welche über 100 Mb/s oder gar 200 Mb/s bieten kann. Ich habe aber irgend wo mal gesehen das es doch schnellere Karten gibt, ist da was dran? Bisher habe ich keine wirklich Micro SD Karte mit mehr Leistung gefunden.

    Könnt ihr mich da irgend wie beraten oder mir gar Tipps geben?

    MfG Niklas

    • Diesen Artikel und die Kommentare dazu hast Du wahrscheinlich gelesen:

      https://www.androidpit.de/micro-sd-als-internen-speicher-formatieren

      Demnach wäre eine Formatierung der SD-Karte zu internem Speicher (Adoptable Storage) durchaus mõglich, unter Umständen können "Nebenwirkungen" auftreten, so berichten einige Kommentatoren beim S7 von Problemen mit der Serienbildfunktion.

      Was ich mich allerdings frage: was gewinnt man bei einem Smartphone mit 32 GB internem Speicher oder mehr eigentlich durch die Speicherverschmelzung?

      Wenn man mal das Betriebssystem beiseite lässt, das immer intern installiert wird, sind es vor allem Apps, deren Daten bislang immer intern gespeichert wurden, Teile des Codes, und bei manchen Apps auch der gesamte Code. Alle anderen Daten, Musik, Fotos, Videos und selbst erzeugte Dokumente und Daten können dagegen fast ohne Unterschied genausogut auf der SD-Karte gespeichert werden.
      Kleinere Dateien von einigen MB Größe wie MP3's oder einzelne Fotos laden auch von der SD sehr fix, sehr große Mediendateien wie Videos werden aber gar nicht vollständig ins RAM geladen, sondern aus der SD in kleinen Teilen kopiert, so dass im Mittel die Streaminggeschwindigkeit von ein paar MB/s reicht, diese Dateien also ebenfalls ohne Nachteile auf die SD können.
      Im Prinzip spricht also nichts gegen eine Aufteilung: Apps in den internen Speicher, alles andere auf die SD-Karte als mobilen Speicher, wie gehabt.

      Nehmen wir mal an, von den 32 GB internen Speicher sind 25 GB frei.
      Wenn eine App im Schnitt 25 MB braucht (manche sind sehr viel größer, sehr viele brauchen aber auch nur wenige MB), würden die 25 GB für 1000 (!!!) Apps reichen. Selbst wenn man ein Viertel davon abzieht, weil man vielleicht doch etwas internen Speicher freihalten will, z.B. für Serienbilder, aber auch die Updates der Apps, käme man noch auf 750 Apps. Ich hab vielleicht 150 Apps installiert.

      Wenn diese üppige Zahl von installierbaren Apps reicht, macht die Speicherverschmelzung eigentlich keinen Sinn, denn man verliert auch ein paar Vorteile des mobilen Speichers. So kann man Fotos, Videos, Musik und eigene Dokumente mit der SD-Karte auf ein neues Smartphone einfach mitnehmen, ohne was zu kopieren. Man kann die SD-Karte als mobilen Speicher auch mit einem Kartenleser am PC bearbeiten.
      Adoptierter Speicher ist verschlüsselt, nur das Gerät, das ihn verschlüsselt hat, fängt mit dem Inhalt noch was an.

      Fazit: Wenn Du so viele Apps installieren willst, dass Dir der freie interne Speicher dafür nicht reicht, hast Du eigentlich gar keine andere Wahl, als die SD-Karte zu internen Speicher zu verschmelzen. Dann würde ich kleinere Apps auf die SD verschieben, dann macht sich die geringere Geschwindigkeit nicht so bemerkbar.
      Reicht Dir aber der interne Speicher für die benötigten Apps, ergibt die Speicherverschmelzung keinen Sinn, die Nachteile überwiegen die Vorteile!
      Manche Spiele brauchen zwar gleich ein paar GB Speicher, holen sich dann aber auch einen großen Teil davon von der SD (World of Tanks).
      Google hat den "Adoptable Storage Mode" für Smartphones mit wenig internem Speicher entwickelt, bei High-End-Geräten wie dem S7 sollte seine Verwendung eigentlich nicht nötig sein.
      Notfalls kann man ihn aber auch noch später verwenden, wenn der interne Speicher wirklich knapp werden sollte.

      Nachtrag:
      Es gibt teuere sehr schnelle SD Karten mit UHS-II Interface. Da aber auch das S7 offenbar UHS-II noch nicht unterstützt, läge deren Potential brach. Wie die Tabelle zeigt, lohnt sich der Kauf dieser Karten erst, wenn man ein Gerät hat, das ihre Geschwindigkeit nutzen kann.

  • Für mich ist das Handy die mobile Musikmaschine. Deswegen finde ich es schade, in der Tabelle gerade mal zwei 128 GB-Karten, und dann noch bei von Samsung, zu finden.

  • "Bis zu 530 Mbyte pro Sekunde soll die Schreibgeschwindigkeit von Samsung UFS microSD-Karten betragen. Die bisher schnellsten Karten arbeiten bei rund 95 Mbyte pro Sekunde. Damit lägen die Fingernagel-großen Chips sogar auf Niveau von SSD-Festplatten. Beindruckend klingt auch die Schreibgeschwindigkeit, die der Hersteller mit bis zu 170 Mbyte pro Sekunde anpreist. Damit scheinen die Speicherarten prädestiniert für datenintensive Übertragungen wie Serienaufnahmen sowie Ultra-HD-Video. Demnach sieht der Hersteller den Einsatz der Samsung-UFS-Serie bei „DSLRs, 3D-VR-Kameras sowie Actioncams und Drohnen“.
    Der Haken allerdings: Bislang mangelt es an Geräte, die von diesem Temposchub profitieren – und das könnte noch dauern."

    http://www.chip.de/news/Die-schnellsten-microSD-Karten-Samsung-UFS-so-schnell-wie-SSDs_96516587.html

    Hier mal eine gescheite Übersicht:

    http://www.chip.de/bestenlisten/Bestenliste-microSD-Karten--index/detail/id/867/

    • Tim vor 1 Monat Link zum Kommentar

      Ein Satz mit "gescheit" und einer Weiterführung auf die Seite von Chip ist immer so eine Sache... :D

      Zudem: Bei Chip wird in der Auflistung nirgends angegeben, wie die Geschwindigkeiten ermittelt wurden. Hier schon.
      Wäre zwar auch interessant, wenn man hier ein S7 mit getestet hätte, wegen dem UFS2.0-Speicher, aber dennoch.

      • Mit "gescheit" meine ich die Übersicht der Liste, egal von wem sie jetzt stammt. Man kann Tabellen so oder so darstellen...

    • Izzy vor 1 Monat Link zum Kommentar

      "Bis zu 530 Mbyte pro Sekunde soll die Schreibgeschwindigkeit von Samsung UFS microSD-Karten betragen. […] Beindruckend klingt auch die Schreibgeschwindigkeit, die der Hersteller mit bis zu 170 Mbyte pro Sekunde anpreist."

      Äh… Klemmt da jetzt bei mir etwas, oder kommt es noch jemandem seltsam vor? Braucht der Chip (von dem das Zitat ja stammt) mal eine Wasserkühlung? Die sollten auch mal lesen, was sie schreiben – dann fällt ihnen vielleicht sogar auf, dass die "530" vielleicht die Lesegeschwindigkeit sein sollte ;)

  • Also bei mir hat die Samsung 64 Pro+ nur 63mb/s und 32mb/s geschafft (Galaxy A5)

  • Lieber Eric Hermann,
    wie wäre es, wenn Sie mal wieder zu sauberem Arbeiten zurückkehren würden? (Das gilt auch für andere Autoren). In diesem Artikel schreiben Sie über MicroSD-Karten, die im G4 getestet wurden. Jetzt zeigt mir mal bitte, wie Ihr die SANDISK EXTEME PRO 64 GB (erste Karte in der Tabelle) im G4 getestet habt. Das ist nämlich keine MicroSD-sondern eine SD-Karte. Technisch nicht so versierte Leser könnten die Tabelle zum Anlass nehmen, die Karte sogleich bequem bei Amazon zu bestellen. (Den direkten Link liefert Ihr ja gleich mit.) Und dieser Leser wundert sich dann, dass er die Karte nicht in sein Handy kriegt. Leisten Sie dann Schadensersatz?

  • Der Darth Vader ist Klasse 👍

  • Kann man beim LG G3 die SD-Karte als internen Speicher formatieren?

    • Soll unter Android 6 gehen. Siehe den entsprechenden Artikel oben, den ich in meinem Kommentar unten auch noch mal verlinkt habe. Bitte auch die Kommentare lesen, in dem Artikel ist ein kleiner Bug. Statt eines Komma steht an einer Stelle ein Doppelpunkt, was zu einer Fehlermeldung führt.

  • Izzy vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    > Mit einem Computer könnt Ihr die MicroSD-Karte trotzdem als internen Speicher partitionieren.

    Würdest Du bitte einmal erklären, wie das funtioniert? "Adoptable storage" (wie dieses Feature heißt) verschlüsselt schließlich auch den Speicher – und dieser Schlüssel ist auf dem Android-Gerät hinterlegt. Der Nebeneffekt davon ist, dass man die Karte danach eben nicht mehr einfach am PC lesen kann. Daher irritiert mich obige Aussage stark.

    Neben den Vorteilen von Adoptable Storage sollten außerdem auch die Nachteile aufgeführt werden. Einen davon zeigt ja bereits die Tabelle der Messergebnisse auf: Selbst mit der schnellsten dort gelisteten SD-Karte sinkt die Lesegeschwindigkeit deutlich (auf ein Drittel), und die Schreibgeschwindigkeit bricht um ca. 25% ein. Ein weiterer Punkt wäre, dass das Ersetzen der verwendeten Karte durch eine z.B. größere oder schnellere Karte nicht mehr so einfach möglich ist.

    Für Weiteres noch ein Link: http://android.stackexchange.com/tags/adoptable-storage/info

    • Vielen Dank für den verlinkten Artikel. Der Autor meint mit der Partitionierung der SD-Karte als "Adoptable"-Storage mit einem PC eine Vorgehensweise, bei der über die ADB-Konsole das Betriebssystem veranlasst wird, die zur Einbindung der SD-Karte als internen Speicher, und die zur Datenmigration notwendigen Schritte, durchzuführen. Dies deshalb, weil einige Hersteller von High-End-Smartphones diese eigentlich bei Android 6 vorgesehene Möglichkeit aus dem UI entfernt haben. Beschrieben ist diese Vorgehensweise in diesem Artikel:

      https://www.androidpit.de/micro-sd-als-internen-speicher-formatieren

      "Adoptable"-Storage wurde von Google offensichtlich entwickelt, um günstige Smartphones mit wenig internem Speicher fit für neue Android-Versionen zu machen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es zur Unterstützung von "Android One" entwickelt wurde.
      Ich habe "Adoptable-Storage" auf einem Moto G mit 8 GB aktiviert, und kann dort seit einigen Wochen gute Funktionalität bestätigen. Der mit A1 SD Bench gemessene Schreibdurchsatz ist, so wie im Artikel für ein anderes Gerät beschrieben, bei meinem Gerät tatsächlich höher, als der auf den eigentlichen internen Speicher (vor Verschmelzung gemessen). Die SD-Karte wird zu internem Speicher, sie verliert Vorteile wie die problemlose Wechselbarkeit oder die Auslesbarkeit und Beschreibbarkeit am PC. Aber sie beendet so auch enge Limitierungen bezüglich der Zahl installierbarer Apps bei solchen Geräten. Man hat eben dann ein Smartphone mit erheblich mehr internem Speicher, in meinem Fall immerhin von 72 GB (8 GB + 64 GB auf der SD), aber dann faktisch ohne Wechselspeicher.

      Die Grenze für eine sinnvolle Anwendung sehe ich bei den meisten Anwendern allerdings auch bei 16 GB internem Speicher, und einem Besitzer eines High-End-Gerätes mit 32 GB internem Speicher oder gar mehr, würde ich nur dann zur Speicherverschmelzung raten, wenn der interne Speicher tatsächlich nicht reichen sollte (z.B. bei vielen großen Spielen). Lagert man Mediendaten wie Videos, Bilder und Musik auf die SD aus (die dann als "mobiler Speicher" konfiguriert ist), so reicht der dann noch vorhanden interne Speicher in der Regel für eine enorme Zahl von installierbaren Apps, so dass, meiner Meinung nach, in diesem Fall die Nachteile der Speicherverschmelzung die Vorteile tatsächlich überschreiten. Welche das neben den genannten sind, hast Du ja selber beschrieben und lässt sich auch aus dem verlinkten Artikel entnehmen. Der bisherige Vorteil einer mit Mediendaten gefüllten SD, auf ein neues Gerät einfach übertragen werden zu können, ohne die umfangreichen Mediendaten umkopieren zu müssen, sei vielleicht noch erwähnt. Bedauerlich auch, dass die Hersteller die Chance vertan haben, für die Karten Slots mit UHS-II-Interface zu verbauen, wodurch wirklich sehr schnelle Karten, mit 150 MByte/s und mehr, hätten unter voller Nutzung ihrer Geschwindigkeit eingesetzt werden können.
      Aber auch den "Adoptable Storage"-Mode finde ich nicht richtig rund für hochwertige Smartphones. So wäre es sinnvoll gewesen, den Nutzer entscheiden zu lassen, ob neue Apps auf dem schnelleren ursprünglichen internen Speicher installiert werden sollen, oder auf dem zuverschmolzenen SD-Speicher, am besten mit entsprechender Empfehlung durch das OS. Viele kleine Apps mit wenig Schreibvolumen auf der SD-Karte hätten deren Performance-Nachteile nämlich weniger merken lassen, als große Apps beim Laden oder solche, die viele Daten schreiben. So gesehen ist die Entscheidung einiger High-End-Hersteller, den "Adoptable-Storage"-Mode erst gar nicht im UI zu unterstützen, durchaus nachvollziehbar. Allerdings gebe ich dem Autor Recht, dass man diese Entscheidung, von mir aus mit entsprechenden Warnhinweisen, dem Gerätebesitzer hätte überlassen sollen. Soweit ich weiß, ist das beim HTC 10 der Fall.

      • Izzy vor 4 Monaten Link zum Kommentar

        Danke, Michael! Das sind genau die Details, die der obige Artikel vermissen lässt :)

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