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So könnt Ihr immer MicroSD-Karten als internen Speicher formatieren

Update: Vorsicht vor Nougat!

Ihr wollt Eure MicroSD-Karte als echte Speicher-Erweiterung einsetzen und Apps auf ihr installieren? Dann müsst Ihr sie als internen Speicher formatieren. Leider lassen das Hersteller wie Sony, LG oder Samsung ab Werk nicht zu. Doch wenn Euer Smartphone Android Marshmallow oder neuer hat, hilft ein Kommandozeilen-Befehl weiter. Update: Beugt Kummer mit System-Updates vor, indem Ihr die neuen Tipps am Anfang des Artikels beherzigt.

Android-Updates und Nougat

Einige Leser berichten von Schwierigkeiten bei der Installation von System-Updates. Insbesondere das Update auf Android 7.0 Nougat scheint mit den wie unten beschriebenen manuell partitionierten MicroSD-Karten nicht möglich. Unsere Testgeräte, die schon auf Android 7.0 Nougat aktualisiert wurden, sprechen gar nicht mehr auf die unten gezeigten Konsolenbefehle an.

Mangels Dokumentation im Netz können wir vor einem System-Update also nur dazu raten, die unten erläuterten Schritte wieder umzukehren. Sichert Fotos und Musik auf Eurem Computer oder in der Cloud und befreit so viel Speicher auf SD-Karte und Smartphone, wie Ihr könnt. Deinstalliert nicht dringend benötigte Apps und migriert Eure Daten zurück in den internen Speicher. Formatiert anschließend die MicroSD-Karte als Wechselmedium. Erst dann ist es sicher, ein Android-Update zu installieren.

In Android 6.0 Marshmallow gibt es keine Probleme

Wenn eine MicroSD-Karte als interner Speicher formatiert wird, lassen sich Apps darauf vollständig speichern. Das bedeutet, wenn Ihr Anwendungen mit einer Gesamtgröße von 2 GByte herunterladet, sollte danach auf der SD-Karte 2 GByte zusätzlicher Speicherplatz belegt sein. Falls aber die MicroSD-Karte nur als Wechselspeicher formatiert wird, ist dies nicht der Fall, wie auch PLATYPUS_DIARRHEA auf Reddit schreibt.

Mit einer neuen Option in Android Marshmallow ist es theoretisch möglich, MicroSD-Karten wie internen Speicher zu behandeln. Sie erlaubt die vollständige Migration Eurer Apps mitsamt ihren Daten. So wird der Smartphone-Speicher also tatsächlich erweiterbar. Manche Smartphone-Hersteller haben leider bei ihrer Marshmallow-Variante im Menü die Option weggelassen, SD-Karten als internen Speicher zu formatieren.

androidpit micro sd 3
Verwendet bitte nur schnelle MicroSD-Karten, sonst wird das Speicher-Upgrade zum Tempo-Downgrade. / © ANDROIDPIT

Geht nicht, gibt's nicht

Nur weil der Menüpunkt unsichtbar ist, heißt es aber nicht, dass es nicht funktioniert. Wenige Tage nach dem Reddit-Eintrag wurde ein Kommandozeilen-Befehl bekannt, mit dem jemand auch im Galaxy S7 MicroSD-Karten als internen Speicher formatieren konnte. Wir haben die Anleitung mit dem Samsung Galaxy S7, dem Sony Xperia Z5 und dem LG G4 unter Android 6.0 Marshmallow erfolgreich ausprobiert.

Alle drei Smartphones laufen ab Werk oder per Update mit Android 6.0 Marshmallow und besitzen einen Einschub für MicroSD-Karten. Außerdem fehlt den Geräten der Menüeintrag, mit dem sich die SD-Karte als interner Speicher formatieren lässt. Der Eintrag ist nur bei HTC im One A9 und bei Motorola in allen Motos vorhanden.

Darth Vader micro SD ANDROIDPIT
Komm auf die dunkle Seite der Speichererweiterung. / © ANDROIDPIT

Warum Samsung, LG und Sony uns den Menüeintrag nicht anzeigen, erschließt sich mir nicht. Denn die Option ist bei allen drei Geräten vorhanden. Ich habe die Smartphones mit je einer MicroSD-Karte bestückt und nacheinander am Rechner angeschlossen.

Dann tippte ich in die ADB-Tools die Kommandozeilen-Befehle ein, die Paul O'Brien in seinem Blog-Post beschrieben hat. Sobald Ihr also das Kommandozeilenfenster offen und das Smartphone angeschlossen habt, könnt Ihr den ersten Befehl eintippen:

adb shell

Jetzt öffnet sich eine Kommandozeile in der Kommandozeile, in der Ihr Eurem Smartphone Systembefehle erteilen könnt. Wir wollen in diesem Fall die SD-Karte oder einen Teil ihres Speicherplatzes als internen Speicher formatieren. Denn auch wenn Sony, Samsung und LG uns die Möglichkeit per grafischer Benutzeroberfläche verwehren, können wir den Befehl weiterhin als Konsolenbefehl ans Smartphone übermitteln. Zunächst aber brauchen wir die Kennung der SD-Karte. Diese finden wir mit dem folgenden Befehl heraus:

sm list-disks

In meinem Fall heißt die "Disk" 179,64. Bei Euch heißt sie vielleicht anders. Notiert Euch die exakte Kennung. Im kommenden Befehl werden wir die MicroSD-Karte formatieren und partitionieren. Dabei wird Ihr Inhalt gelöscht. Falls wichtige Dateien auf der Karte sind, solltet Ihr sie jetzt auf einen anderen Datenträger kopieren. Wenn Ihr die MicroSD-Karte dauerhaft im Smartphone belassen wollt, könnt Ihr jetzt ihren gesamten Speicher partitionieren. Tippt dazu ein:

sm partition disk:179,64 private

Der Vorgang dauert je nach Kapazität der Speicherkarte einige Sekunden oder Minuten. Wollt Ihr einen bestimmten Prozentsatz so nutzen, dass er von anderen Geräten ausgelesen werden kann, müsst Ihr ihn aus der privaten Partition ausschließen. Der Befehl für eine 50:50-Partitionierung sieht so aus:

sm partition disk:179,64 mixed 50

Dies ist das Ende von Paul O'Brien's Anleitung, aber noch nicht das Ende der Arbeit. Wenn Ihr jetzt den adoptierten Speicher als solchen verwenden wollt, müsst Ihr zusätzlich die Apps und Daten migrieren. Dies macht Ihr über den Speicher-Eintrag in den Android-Einstellungen. Tippt auf die Micro-SD-Karte, dort oben rechts auf das Menü und darin auf Daten migrieren. Diesen Menüpunkt konntet Ihr vor der Partitionierung nicht auswählen.

internal sd move data 1
Migriert nach der Partitionierung der SD-Karte die Daten. / © ANDROIDPIT

Jetzt und künftig werden heruntergeladene Apps vollständig auf die MicroSD-Karte geschrieben. Nur noch System-Apps und -Updates verwenden den internen Speicher. Das heißt, Ihr solltet nie wieder Fehlermeldungen wegen Platzmangels bekommen, wenn ein App-Update ansteht.

internal sd move data 2
Beim Sony Xperia Z5 wird der Gesamtspeicher merkwürdig angezeigt. Der Speicher der SD-Karte ist der, den Ihr künftig im Auge behalten müsst. / © ANDROIDPIT

Wo der Haken ist

MicroSD-Karten sind nicht so schnell wie der interne Speicher des Smartphones. Spart also nicht am falschen Ende, sondern holt Euch Speicherkarten mit einem vernünftigen Schreibdurchsatz. In unserem Vergleich der schnellsten MicroSD-Karten erwiesen sich die Extreme-Pro- und Extreme-Plus-Varianten von Sandisk als die mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit rund 74 MByte/s Schreibdurchsatz solltet Ihr im Alltag keine Verzögerungen spüren und von einem erheblich größeren Speicher profitieren.

Interessanterweise war nur das LG G4 in der Lage, den gewonnenen Speicherplatz richtig auszulesen. Samsung zeigte unnatürlich hohe Mengen belegten Speichers an und Sonys Wert wurde gar negativ. Dennoch kam es vorerst nicht zu Komplikationen und auch beim Anschluss an den Computer konnten wir ordnungsgemäß auf all unsere Daten zugreifen, auch wenn wir dort nur noch einen gemeinsamen Speicher sehen konnten. Erst bei System-Updates kommt es zu Schwierigkeiten, siehe oben.

Speicherplatzgewinn: ein voller Erfolg

Wir haben die manuell partitionierten Geräte einem einheitlichen Härtetest unterzogen. Wir haben auf allen Geräten Final Fantasy IX installiert. Das Spiel ist 1,8 GByte groß. Nach seiner Installation kann man leicht ablesen, auf welchem der beiden Speicher, intern oder SD-Karte, wie viel Speicherplatz belegt wurde. In allen Fällen waren nach der Installation auf der SD-Karte 1,8 GByte weniger Speicherplatz verfügbar. Einen Erfolg in diesem Umfang kann man mit als Wechselspeicher formatierten SD-Karten nicht erzielen, da die vollständige Datenmigration nicht möglich ist.

Vergleicht für den Beweis die Werte des internen Speichers und des SD-Karten-Speichers des unteren und des oberen Screenshots.

internal sd move data 3
Hier der Bildbeweis: Nur der Speicher der SD-Karte wird durch das Spiel belastet. / © ANDROIDPIT

Was passiert...

Natürlich stellt sich die Frage, was passiert, wenn die MicroSD-Karte aus dem System entfernt wird. Tatsächlich handelt es sich dabei für Eure Apps um ein gravierendes Problem. Schließlich können sie nicht mehr auf ihre Daten zugreifen. Da sich die Partitionen mit Eurem Betriebssystem und den Informationen für einen Factory Reset noch immer im internen Speicher befinden, kann eine herausgenommene oder kaputte SD-Karte aber keinen Schaden anrichten. Als wir die MicroSD-Karte entfernt und wieder eingesetzt hatten, wurden App-Icons kurzzeitig durch einen Platzhalter ersetzt und beim Wiedereinlegen umgehend wiederhergestellt.

Falls Ihr die SD-Karte verliert oder sie einen Defekt erleidet, sind Eure Daten leider verloren. Da diese wie der interne Speicher verschlüsselt werden, solltet Ihr Euch keine Hoffnung auf eine Datenrettung machen. Stattdessen sind regelmäßige Backups angebracht. Aber diese Regel gilt ohnehin. Also viel Spaß mit der preiswerten Speichererweiterung Eures Marshmallow-Smartphones.

Intern partitionierte SD-Karte sicher entfernen

Um die SD-Karte fehlerfrei aus dem Smartphone zu entfernen, müsst Ihr die obigen Prozesse umkehren. Da dann vermutlich Euer Speicherplatz des internen Speichers nicht ausreicht, müsst Ihr zunächst Bilder auf einen anderen Datenträger auslagern und Apps deinstallieren. Anschließend geht Ihr wieder in die Einstellungen für Speicher & USB, um beim Internen Speicher im Menü auf Daten migrieren zu tippen. Dann wechselt Ihr auf die SD-Karte und formatiert diese als mobilen Speicher. So können Eure Daten nicht verloren gehen und Ihr könnt die SD-Karte mit anderen Geräten verwenden.

252 Kommentare

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  • Hallo, ich habe das gleiche Problem wie T. Bartels, allerdings habe ich das USB-Debugging bereits aktiviert. Trotzdem findet meine Konsole das Handy nicht mit den gleichen Fehlermeldungen, die T. Bartels beschrieben hat. Ich habe das Huawei Y6 und Windows 10.

  • Hallo, auch bei mir war das so, ich musste zuerst USB-Debugging durch 7 maliges klicken auf die Build-Nummer des Tab S2 T819 aktivieren, danach wurden unter Windows die korrekten Treiber installiert. Danach funktionierte de Aufruf mit der adb shell einwandfrei.

  • Ich habe versucht die SD-Karte zu partitionieren, allerdings kam ich nicht weiter (ADB-Tool ist auf dem PC installiert, Entwickleroptionen inkl. USB-Debugging ist aktiviert und die SD-Karte befindet sich auch im Smartphone).

    Kann mir jemand erklären was mit dem ADB-Pfad und Ordner gemeint ist und wie ich das aufrufen kann bzw. welcher Ordner ist damit gemeint?

    Denn wenn ich ADB-Tool aufrufe und "adb shell" oder "sm list-disks" eingebe zeigt es mir "error: no devices/emulators found" bzw. "Der Befehl "sm" ist entweder falsch geschrieben oder konnte nicht gefunden werden.".

    Kann mir bitte jemand weiter behilflich sein und erläutern wie ich weiter vorgehen muss?

    Bin für jede Hilfe dankbar!

  • Ich möchte bei meinem LG G4S den internen Speicher erweitern, da es nur 8 GB hat.

    Meine Frage wäre: Kann man die Partition mithilfe eines SD-Kartenlesers bzw. über einen SD-Adapter durchführen und dann als internen Speicher einbinden oder funktioniert das nur wenn die SD-Karte über das Smartphone partitioniert ist?

  • Hallo. Habe das ganze Prozedere vor etwa einem halben Jahr durchgemacht und es funktionierte bis anhin problemlos. Dachte schon, ich hab jetzt endlich Ruhe. Doch leider meldet mein Sony Z3 Compact seit einigen Tagen wieder: Keine Updates möglich, interner Speicher voll. Schau ich mir in den Einstellungen den Storage an, sehe ich da bei internal auch, dass 15.53 von 16GB belegt sind. Die SD selbst habe ich in 2 Partitionen (22GB für Kamera, 96GB für den Rest) aufgeteilt. da sind noch 12 bzw 41GB frei. Wie kann denn das sein? Bis jetzt hat es ein halbes Jahr super funktioniert, alles wurde auf die SD gespeichert. Kann mir jemand verraten, wie ich den internen Speicher nun wieder auf die SD kopieren kann, ohne das ganze Prozeder wiederholen zu müssen?? Wäre euch auf ewig dankbar!

  • Hallo gibt es schon eine Lösung für das S7 Edge ? Hat jemand schon die SD Karte erfolgreich mit Nougat in einen internen Speicher umgewandelt. Solange das nicht geht gibt es kein Nougat für mich

    • Ich habe es bei meinem S7 edge mit mit Android 7 gemacht und es läuft. Hatte aber vorherherigen Android-version alles gemacht und danach nur Update von Android 7 drauf gemacht. Bisher keine Probleme festzustellen.

  • Bei mir hat das Update auf Nougat problemlos geklappt. Hatte zwischendurch die Karte auch schon im PC. Alles wunderbar. Ich finde es aber schon traurig, dass es bei anderen Herstellern problemlos möglich ist, die Karte einzubinden. Bei jedem Sch... Ding kommt bei Samsung eine Erläuterung oder Sonstiges. Wäre ja kein Ding unerfahrene Nutzer beim Anklicken darauf hinzuweisen, dass das Gerät eventuell langsamer wird. Da kann dann jeder überlegen was er macht.
    Ist ja wie vor 10 Jahren. Willst du mehr Speicher musst du rooten....
    Edit: einziger Nachteil bei mir er, nach der Einbindung der Sd-card funktionierte bei der Kamera die Aufnahme von animierten gif nicht mehr. Aber wer braucht dies schon

  • Ich hab ein riesen Problem. Die Anleitung funktioniert zwar, allerdings kann ich 1. die Kamera App nicht mehr benutzen! 2. nicht mehr auf den Internen Speicher zugreifen 3. können Apps die nicht auf die SD Karte gespeichert werden können nur auf den richtigen Internen Speicher installiert werden, und nicht auf die "SD interne" verschoben / installiert werden! Wie schwachsinnig ist bitte das? Das ist doch total unnütz? Dann kann ich es lieber weiter als normale SD verwenden, die App (die ich auch vorher schon) auf die SD Karte verschieben und gut is... Xperia Z2
    Fazit: Ich denke die Hersteller haben nicht ohne Grund diesen Menüeintrag raus genommen, es verursacht nämlich nur Probleme.

  • Hallo.
    Ich hab ein Galaxy S7 mit Android 7.0. Anfangs konnte ich keine Apps auf die SD Karte verschieben da von Haus aus es abgeschaltet ist.
    Nach einer längeren Suche warum das nicht funktioniert wurde ich fündig. In den Entwickleroptionen habe ich den vorletzten Punkt aktiviert und nun kann ich alle Apps die ich installiert habe auf SD verschieben ohne das ich die Karte als interner Speicher formatieren muss.

    Gruß Klaus

  • Ich habe ein Samsung J5 mit Antroid 6.01. Anleitung wie oben beschrieben durchgeführt, aber die Funktion der Migration von Apps und Daten ist nach wie vor nicht vorhanden. Weiß jemand Rat?

    • Hm, soweit ich es verstehe, wird durch diese Aktion einfach der interne Speicher um die SD-Karte erweitert, demnach sollte es nicht nötig sein, irgendetwas zu migrieren. Der Speicherplatz ist einfach größer als vorher, also sollten sich neue Apps ganz normal installieren lassen, ohne sie explizit auf die SD-Karte zu verschieben.

  • CeBe vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Anleitung funktioniert zwar, aber es scheint niemand die Kamera App getestet zu haben. Es lässt sich bei mir nämlich weder ein Foto noch ein Video aufnehmen nach der Speichererweiterung. Es erscheint immer ein Speicherfehler. Habe also alles wieder Rückgängig gemacht und die Apps einzeln auf die SD Karte verschoben. Das funktioniert ganz ohne irgendwelche Tricks. Mein Telefon war ein Sony Xperia XA.

  • @Eric:
    > Warum Samsung, LG und Sony uns den Menüeintrag nicht anzeigen, erschließt sich mir nicht.

    Ganz einfach:
    Weil das ein unsauberes Verfahren ist. Samsung hat dies auch kommuniziert.
    Wird die SD-Karte entfernt, oder ist sie defekt, war es das mit allen Daten. Dann kann man nur noch einen Werksreset machen. Wieviele Leute formatieren wohl die SD-Karte als internen Speicher, stecken sie dann aber doch eines Tages in den Slot am PC. Und der meldet dann "defektes Medium". Hier im Forum wird der Fehler gepostet, aber niemand weiß daon, es gibt zig unspezifische Tipps und irgenwo zwischendrinnen steht, dass auch das handy nicht mehr funktioniert. Dem user wird geraten, sein handy einzuschicken.

    Abgesehen davon, koppelt man zwei Bauteile so miteinander, dass beide funktionieren müssen, um keinen Totalausfall zu verursachen und jedes einzelne Bauteil hat ein Ausfallrisiko von 10% hat man sein Ausfallrisiko auf 20% erhöht.

    > Denn die Option ist bei allen drei Geräten vorhanden.

    Weil die Funktion in Android eingebaut wurde. Ich verstehe Google nicht, die unbedarfte Nutzer ins offene Messer rennen lassen.

    Soetwas wird in großen Storagesystemen gemacht, wo man Plattenkapazitäten braucht, die über die größte am markt erhältnisse Größe eines Massenspeichers hinaus geht. Diese Storages sind aber redundant ausgelegt, so dass ein Ausfall eines Massenspeichers keinen Datenverlust verursacht. Abgesehen davon, dass Leute, die diesen Aufwand betreiben auch eine Backup-Historie vorrätig haben, was man vom normalen Smartphonenutzer eher nicht erwarten kann.

    Daher teile ich die Einstellung von Samsung, Sony und LG, diese Funktion nicht zugänglich zu machen.

    Und Ihr solltet bei Tipps künftig auch mal die Kehrseite erläutern.

    • Andere Hersteller, wie Motorola bieten die Menüeinträge aber an, und aus praktischer Erfahrung muss ich sagen: Das Konzept funktioniert prima.
      Bei zwei Moto G 2014 hatte ich unmittelbar nach dem Upgrade auf Marshmallow die Verschmelzung durchgeführt, und bislang hat sie sich als echte Bereicherung herausgestellt. Beide Geräte mit nur 8 GB internem Speicher hatten nach der Installation von ein paar dutzend Apps permanent Probleme wegen Speicherknappheit. Ab etwa 500 MB Restspeicher liefen Upgrades von Apps nicht mehr, von Neuinstallationen ganz zu schweigen.
      Die bei Lollipop mögliche Teilauslagerung von Apps hat da auch nicht mehr geholfen.
      Seit der Speicherverschmelzung jeweils mit einer 64 GB Marken-SD ist das Problem pulverisiert. Apps lassen sich scheinbar beliebig neu installieren, Speichermangel ist kein Thema mehr.
      Nachteile bisher: sehr grosse Apps starten schon merkbar verzögert, aber man kann sie eben überhaupt verwenden. Ein paar von den schon vorhandenen Apps im echten internen Speicher mussten zudem manuell über das Appmenü auf die SD-Karte verschoben werden, erstaunlicherweise war das mit allen aber nicht möglich.
      Von den SD-Karten die ich bisher eingesetzt habe, ist noch keine einzige kaputt gegangen, manche Markenhersteller geben bis zu 30 Jahre Garantie. Und interner Speicher kann natürlich genauso kaputt gehen, mit dann noch größeren Problemen.
      Man kann die Karten übrigens entnehmen, die ausgelagerten Apps sind dann ausgegraut und laufen natürlich nicht mehr. Das Gerät ansonsten läuft aber. Nach Einsetzen der Karte (ich mach das ausschließlich bei ausgeschaltetem Gerät, wie das Entnehmen auch) sind die Apps aber wieder alle verfügbar. Warum aber sollte man die Karte überhaupt entnehmen?
      Am PC ist sie nicht mehr auslesbar, weil verschlüsselt, in einem anderen (neuen) Smartphone kann man sie bestenfalls neu formatieren.
      Führt man die Speicherverschmelzung durch, wird man aber auch davor gewarnt, die Karte danach zu entnehmen.

      Ein Anachronismus ist diese Lösung dennoch. Flash-Speicher ist spottbillig, und ein 50 € Smartphone müsste vielleicht 2 € mehr kosten, wenn man statt lächerlicher 4 GB internen Speichers brauchbarere 16 GB bestücken würden. Aber die Hersteller verdienen noch an Cent-Einsparungen, vor allem aber können sie wirkungsvoll ihr Portfolio differenzieren, wenn sie teuere Geräte mit mehr Speicher ausstatten.
      Bei höherwertigen Geräten, mit 32 GB oder mehr internem Speicher, halte ich sie aus meiner persönlichen Nutzererfahrung auch nicht mehr für sinnvoll. Hunderte von Apps sollten eigentlich reichen, die Nachteile fangen an zu überwiegen.
      Ein Powergamer mit Gigabyte grossen Spielen mag das aber anders sehen. Vor allem muss bei solchen Geräten die Verschmelzung ja niemand einsetzen, nur weil sie möglich ist.

      Ich denke, die Speicherverschmelzung ist indirekt Teil von Googles Android One, bei diesem Projekt soll ja weniger verdienststarken Menschen ermöglicht werden, mit Einsteigergeräten das volle Google-Erlebnis mit regelmäßigen Upgrades zu haben. Solange die Hersteller solcher Geräte mit Speicher geizen, bleibt kaum eine andere Lösung.

      Zumindest eine vernünftige Backuplösung, ähnlich wie die von Apple, das wurde von Eric aber auch schon thematisiert, sollte dann aber noch nachgeliefert werden. Installationen sollten damit über unterschiedliche Speicherarchitekturen wiederherstellbar sein, zumindest wenn die des neuen Gerätes nicht weniger Speicher zur Verfügung stellt.

      • Der 40-Tonner kann auch ohne Probleme über die Brücke fahren, die nur für 7,5 t freigegeben ist - zumindest, solange die Brücke neu ist.

      • Hallo Michael K.,
        ich probiere es gerade auf einem Moto G 2nd. Hier bekomme ich bei "Daten migrieren“ immer die Meldung „Nicht genügend Speicherplatz, Fehler bei Datenverschiebung, Daten verbleiben am ursprünglichen Speicherort“. Dadurch bleiben Musik etc. auf dem internen Speicher. Was mache ich falsch?
        Danke Klaus

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