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LG G5 im Test: Smartphone, wechsle dich

Bei LG stehen die Zeichen auf Veränderung: Nach Jahren des Festhaltens am alten Design und kleineren Experimenten wie das gebogene Display beim LG G4, stellt das südkoreanische Unternehmen jetzt ein modulares Smartphone her. Ob das Konzept überzeugen kann, erfahrt Ihr in unserem Test zum LG G5.  

Bewertung

Pro

  • Gesteigerte Haptik gegenüber dem Vorgänger G4
  • Software von Bloatware befreit
  • Gutes Display
  • Kamerasystem bietet viel kreativen Freiraum
  • Modulare Erweiterbarkeit
  • Wechselbarer Akku

Contra

  • Design bleibt auf der Strecke
  • Zukunft der Module ist ungewiss
  • Fotoqualität der 8-Megapixel-Kamera lässt zu wünschen übrig
  • Verarbeitungsmängel bei unserem Testgerät
  • Always-on bei Sonnenlicht unbrauchbar

Günstigstes Angebot: LG G5

Bester Preis

LG G5: Preis und Verfügbarkeit

In diesem Jahr hatte es LG eilig. Das G5 wurde einen Tag vor der Präsentation des Top-Smartphones von Konkurrent Samsung auf dem Mobile World Congress 2016 vorgestellt. Aber während Samsung knapp zwei Wochen nach der Präsentation, am 11. März 2016, seine Modelle Galaxy S7 und S7 Edge auslieferte, mussten sich LG-Fans bis Anfang April 2016 gedulden. 

Beim Preis unterscheiden sich die Smartphones beider Hersteller kaum. Genau wie das Samsung Galaxy S7, wird auch das LG G5 in Deutschland in der 32-GByte-Version für 699 Euro (UVP) angeboten. Frühbesteller, die das G5 bis zum 16. April 2016 gekauft hatten, wurden von LG mit einem kostenlosen CAM-Plus-Modul im Wert von 99 Euro belohnt. Ein ähnliches Vorbesteller-Bundle bot Samsung den Käufern eines Galaxy S7 und S7 Edge an. Bei Samsung erhielt man für seine Vorbestellung eine Gear VR, ebenfalls im Wert von 99 Euro, kostenlos beim Kauf eines Galaxy S7 oder S7 Edge dazu.

Die Eisa hat das LG G5 zum innovativsten Smartphone 2016 gekürt. Wie es dazu kam und ob wir die Entscheidung unterstützen, lest Ihr hier:

LG G5: Design und Verarbeitung

Jahrelang galt LG als strikter Verfechter von Polycarbonat als Material für seine Smartphone-Gehäuse. Der Grund: Nur so wurde sichergestellt, dass der Akku wechselbar blieb. Erst mit dem Ende 2015 vorgestellten V10 wagte LG den Schritt zu Metall als Werkstoff für den Smartphone-Rahmen.

Mit dem G5 fertigt LG als einer der letzten Hersteller sein Top-Smartphone mit einem Vollmetallgehäuse. Dabei gibt es aber verschiedene Produktionswege. Der erste und auch verbreitetste Weg ist der des Fräsens. Hierbei wird aus einem Metallblock das Gehäuse herausgefräst. HTC nutzt diese Technik bereits seit dem One M7, Apple seit seinem iPhone 5 und Huawei hat das Zeitalter der Vollmetall-Smartphones mit dem Ascend Mate 7 erreicht.

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Nüchtern und unaufgeregt präsentiert sich das G5 auf der Vorderseite. / © ANDROIDPIT

Bei LG wird das Aluminium-Gehäuse, anders als bei der Konkurrenz, aber nicht aus einem Block gefräst, sondern in einem Aluminiumguss-Verfahren hergestellt. Dieses Verfahren wurde zusammen mit dem Korean Institute of Technology entwickelt und es wird hauptsächlich in der Automobil- und Luftfahrtbranche verwendet. Für Verwirrung sorgte dieses Verfahren bei einigen YouTubern und Bloggern, da LG das Gehäuse mit einer Grundierung und Lackschicht überzogen hat. Die meisten Vollmetall-Smartphones erhalten die farblichen Akzente durch Eloxieren und nicht wie beim G5 durch das Lackieren. Durch die Lackschicht sind einige G5-Tester der Meinung, dass es sich beim G5 nicht um ein Vollmetall-Smartphone handele, weil die Hand kein Metal berührt. Fakt ist aber, dass das LG G5 ein Gehäuse aus Aluminium besitzt, nur eben unter einer Schicht aus Grundierung und Farbe.

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Die Rückseite des LG G5 ist nicht schön. / © ANDROIDPIT

Es gibt noch mehr Änderungen beim Design des G5 gegenüber den Vorgängermodellen G4 und G3. Zwar befindet sich auf der Rückseite immer noch der Ein- und Ausschalter, aber die Lautstärketasten befinden sich nun auf der linken Gehäuseseite. Außerdem hat LG in den Ein- und Ausschalter einen Fingerabdrucksensor wie beim LG V10 eingesetzt. Ist ein Fingerabdruck zum Entsperren des G5 im System hinterlegt, ist das Drücken des Ein- und Ausschalters aber nicht notwendig. Das G5 kann entsperrt werden, indem ein Finger auf die Sensortaste gelegt wird. Nur für einen Neustart oder zum kompletten Ausschalten muss die Taste gedrückt werden.

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Neben einer Nano-SIM nimmt das LG G5 auch eine MicroSD-Karte auf. / © ANDROIDPIT

Gewöhnungsbedürftig ist die Rückseite des LG G5 durch die doppelte Kameraoptik mit dem dazwischengesetzten LED-Blitz und Laser-Autofokus-System. Sowohl das komplette Kamerasystem, als auch der Fingerabdrucksensor, sind nicht plan in das Gehäuse eingelassen, sondern befinden sich auf einem Buckel. Schön ist was anderes.

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Zwischen dem 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss (links) und dem Mikrofon befindet sich beim LG G5 ein Infrarotsender. / © ANDROIDPIT

Auf der Oberseite des Rahmens hat LG neben einem Geräuschunterdrückungs-Mikrofon und den Kopfhöreranschluss auch noch einen Infrarotsender eingesetzt. Damit zählt das LG G5 zu den letzten Top-Smartphones, die über einen Infrarotsender verfügen. Beim Galaxy S7, S7 Edge und auch beim HTC 10 haben sich die jeweiligen Hersteller gegen diesen Lichtsensor entschieden. Wer sein Smartphone als Fernbedienung für den Fernseher oder die HiFi-Anlage nutzen möchte, der sollte sich das LG G5 zulegen.

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Das LG G5 verfügt über einen USB-Typ-C-Anschluss. / © ANDROIDPIT

Bleiben wir beim Gehäuserahmen. Bei unserem Testmuster fielen uns leichte Schwächen bei der Verarbeitung auf. Zum einen zieht sich ein scharfkantiger Grad um den kompletten Rahmen und sowohl die Entsicherungstaste für das Modul, als auch der Spalt zwischen Modul und Smartphone waren nicht passgenau. Nach Rücksprache mit LG sind diese Eigenheiten auf frühe, nur für Reviews gedachte, G5-Muster zurückzuführen. Bei den G5-Geräten aus der finalen Produktion sollen diese Mängel nicht mehr auftreten. 

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Bei unserem Testgerät fehlte es noch an der Passgenauigkeit beim Auswurfknopf für das G5-Modul und zwischen Modul und Smartphone. / © ANDROIDPIT

LG G5: Display

Beim LG G5 haben sich die Produktentwickler des südkoreanischen Herstellers entschieden, die Display-Größe zu reduzieren. Diese beträgt beim G5 nur noch 5,3 Zoll und liegt damit genau zwischen der Größe des Galaxy S7 und S7 Edge. 

Bei der Auflösung und der Display-Technologie bleibt LG weiterhin dem Konzept des G4 treu. Dank der gleichgebliebenen Auflösung von 2.560 x 1.440 Bildpunkten, bei um 0,2 Zoll reduzierter Bildschirmdiagonale, beträgt die Pixeldichte nun 554 ppi statt 534 ppi. Nur im direkten Vergleich der beiden Generationen des LG-Top-Smartphones fällt auf, dass die Texte und auch die grafische Darstellung beim G5 feiner ausfallen. 

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Während Auflösung und Technologie gleich geblieben sind, ist die Display-Größe im Vergleich zum G4 auf 5,3 Zoll verringert worden. / © ANDROIDPIT

Bei der Schärfe liegt das LG G5 absolut auf dem Niveau eines Samsung Galaxy S7 oder S7 Edge. In Sachen Farbreinheit und -darstellung entscheidet der Geschmack. Während die Super-AMOLED-Displays der Samsung-Smartphones knackige Farben und ein tiefes Schwarz aufweisen, gehen diese beim G5 mehr in Richtung Pastellfarben.

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Dank WQHD-Auflösung ist das Display gestochen scharf. / © ANDROIDPIT

Eine Funktion, die sowohl Samsungs Top-Smartphones als auch das G5 haben, ist das Always-on-Display. Aber LG musste, bedingt durch den eingesetzten Panel, einen Trick anwenden. Da sich die Pixel eines IPS-Panels nicht einzeln beleuchten lassen, muss das obere Drittel des Displays beim G5 beleuchtet werden. Diese Beleuchtung ist auf ein Minimum reduziert und lässt sich nicht einstellen. Schade, denn bei direkter Sonneneinstrahlung kann das Always-on-Displays nicht verwendet werden. 

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Always-on ist bei direkter Sonneneinstrahlung leider nicht brauchbar. / © ANDROIDPIT

Außerdem wirkt sich die ständige Beleuchtung auf die Batterielaufzeit aus. Über Nacht fiel die Akku-Ladezustandsanzeige bei sieben Stunden Schlaf um 10 Prozent. Das sind knapp 1,5 Prozentpunkte pro Stunde. Glücklicherweise gibt es in den Einstellungen die Möglichkeit, Always-on zu deaktivieren. Der Nutzen dieser Funktion erschließt sich für mich persönlich sowieso nicht. Wenn ich die Uhrzeit sehen will, dann kann ich auch kurz das Display einschalten und nachschauen.

LG G5: Besonderheiten

Die Besonderheit des LG G5 ist eindeutig die modulare Erweiterbarkeit. Die Module, auch Friends genannt, lassen sich über eine Steckverbindung im Inneren des Smartphones mit dem G5 koppeln. Dabei muss für den Wechsel eines Moduls der Teil unterhalb des Displays vom Smartphone getrennt werden. Zur Sicherheit vor einem versehentlichen Entfernen eines Moduls, muss zuvor eine Sicherungstaste am linken unteren Teil des Gehäuses gedrückt werden.

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Eine große Auswahl gibt es momentan bei den Modulen für das G5 nicht. / © ANDROIDPIT

Momentan gibt es optional zum LG G5 nur zwei Ansteckmodule: den Kameragriff CAM Plus mit zusätzlichen Tasten und einem integriertem 1.200-mAh-Akku und das mit B&O entwickelte HiFi-Modul. Dieses Modul mit integriertem 32-Bit DAC soll das Klangerlebnis mit dem LG G5 mit entsprechenden Kopfhörern deutlich verbessern. Aber dazu muss man die entsprechenden Audiodaten in 384 kHz besitzen.

Bevor Ihr Euch das CAM Plus Modul für das LG G5 zulegt, solltet Ihr Euch unseren ausführlichen Test zu dem Kameragriff durchlesen. Den Test findet Ihr im folgenden Artikel: 

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Das CAM-Plus-Modul erhöht die Akkukapazität auf 4.000 mAh. / © ANDROIDPIT

Um die Ansteckmodule nutzen zu können, muss der Akku umgesteckt werden. Dazu ist es notwendig, das G5 komplett auszuschalten, da es keine Pufferbatterie besitzt, die für den Wechsel des Moduls kurzfristig das Smartphone in Betrieb hält. Wahrscheinlich hat sich LG gedacht, dass der G5-Besitzer die Module nicht spontan wechselt, sondern erst nach reichlicher Überlegung. 

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Teures HiFi-Modul für verbesserten Klang / © ANDROIDPIT

Neben diesen beiden Ansteckmodulen gibt es noch die 360-Grad-Kamera, mit der entsprechende Videos oder Fotos gemacht werden können. Einen ausführlichen Testbericht zu diesen Modulen werden wir später nachreichen.

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Die 360-Grad-Kamera ist das einzige Modul, das man mit dem G5 nicht physisch verbinden muss. / © ANDROIDPIT

LG G5: Software

Bei der Software des LG G5 ist es selbstverständlich, dass LG auf Android 6.0.1 mit dem Sicherheits-Patch-Level vom März 2016 setzt. Darüber legt LG das eigene UI, das beim ersten Start für Verwirrung sorgt. Es gibt keinen App Drawer. Aber keine Panik, dieser lässt sich über LG SmartWorld als LG Home 4.0 Launcher wieder integrieren. Interessanterweise lässt Samsung beim Galaxy S7 und S7 Edge den Nutzern auch die Möglichkeit, eine TouchWiz-UI ohne App Drawer zu verwenden. Nur ist bei Samsung diese Variante nicht ab Werk eingestellt und muss durch den Nutzer über Einstellungen > Erweiterte Funktionen > Galaxy Labs freigeschaltet werden.

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Frisch ausgepackt fehlt dem LG G5 noch der App Drawer. / © ANROIDPIT

Aber auch sonst ist das UI von LG wesentlich aufgeräumter und schlanker geworden. Per Werkseinstellung ist zum Beispiel auch der SmartBulletin deaktiviert worden, der sich bei den vorherigen LG-Smartphones und UI-Versionen noch links vom Homescreen befand. Schade ist aber, dass LG die Multi-Windows-Ansicht derzeit entfernt hat. Der Grund: Android N soll diese Funktion schließlich nativ unterstützen.

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Sämtliche Apps werden ohne LG Home 4.0 auf dem Homescreen abgelegt / © ANROIDPIT

Außer, dass LG die Bloatware reduziert und die oben beschriebenen Funktionen ab Werk deaktiviert hat, gibt es keine größeren Änderungen an der UI von LG. Noch immer kann sich der Nutzer die Einstellungen in vier Kategorien vorsortieren lassen oder eine komplette Listenansicht einstellen. Die Optik wurde dabei verfeinert und ich für meinen Teil mag die feine schwarze Schrift auf weißem Grund in den Einstellungen. Selbstverständlich ist das von LG und Sony eingeführte Knock-on, mit dem sich das Smartphone per Doppel-Tap auf das Display aus dem Schlaf erwecken lässt, genauso vorhanden, wie die Erweiterung Knock-Code.

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Erst nach dem LG Home 4.0 heruntergeladen wurde, gibt es den App Drawer wieder. / © ANROIDPIT

Insgesamt hinterlässt die UI von LG einen aufgeräumten und stimmigen Eindruck, so dass kaum Kritikpunkte vorhanden sind. Selbst der deinstallierte App Drawer ist nicht schlimm, da dieser in Form des LG Home 4.0 Launcher nachinstalliert werden kann. Dass sich dieser nur über LGs eigenen SmartWorld App Store beziehen lässt, finde ich seltsam. Für den normalen Nutzer, der sich mit Android und den LG-Smartphones nicht so gut auskennt, könnten zwei App Stores etwas verwirrend sein.

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Die Einstellungen mit der schlichten Optik wirken elegant / © ANROIDPIT

LG G5: Performance

Im vergangenen Jahr musste LG durch die thermischen Probleme mit dem Snapdragon 810 gezwungenermaßen auf den zweitbesten Top-Prozessor von Qualcomm umsteigen. Zum Glück hat LG das G Flex 2 mit dem Snapdragon 810 zuerst auf den Markt gebracht hat. Das Ergebnis: Im G4 wurde dann der Hexa-Core-Prozessor von Qualcomm eingebaut.

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Nur beim Multi-Core-Test muss sich das LG G5 dem Galaxy S7 beugen. / © ANDROIDPIT

Beim LG G5 ist alles anders: Qualcomm hat seinen Snapdragon 820 komplett neu gestaltet. Mit nur vier Kernen soll der Prozessor in der Lage sein, Leistungswerte zu erreichen, die Samsung mit einem achtkernigen Exynos 8890 erreicht. 

In unseren Benchmarks musste sich also das G5 mit dem Snapdragon 820, mit 4 GByte RAM und dem Adreno-530-Grafikchip beweisen und versuchen, das Galaxy S7 hinter sich zu lassen. Samsungs Top-Smartphone belegt in unserer internen Rangliste der schnellsten Smartphones seit Abschluss der Tests ungeschlagen den 1. Platz.

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Absolute Spitzenwerte erzielt das LG G5 im AnTuTu-Benchmark. / © ANDROIDPIT

In der Summe der einzelnen Benchmarks hat LG es mit dem G5 leider nicht geschafft, Samsungs Galaxy S7 zu schlagen. Der Grund liegt in der potenteren Grafikeinheit des Galaxy S7. Der mit zwölf Kernen arbeitende Mali-T880 MP12 - nicht zu verwechseln mit dem vierkernigen Mali-T880 MP4 aus dem Huawei P9 - ist ausschlaggebend für den minimalen Punktsieg des Galaxy S7. Insgesamt kommt das G5 von LG auf 98,50 Prozent des S7 in unserem Leistungsindex.

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Aber bei grafisch-intensiven Spielen kann das G5 nicht mit einem Galaxy S7 mithalten. / © ANDROIDPIT

LG G5: Kamera

Das LG G5 verwendet insgesamt drei Kameras, von denen sich zwei auf der Rückseite befinden. Durch einen besonders weiten Winkel von 135 Grad, lassen sich Szenen etwas umfangreicher einfangen als mit handelsüblichen Smartphone-Kameras.

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Ungewöhnliche Doppeloptik: Das LG G5 verfügt über die 16-Megapixel-Kamera aus dem G5 und eine 8-Megapixel-Kamera für Weitwinkelaufnahmen. / © ANDROIDPIT

Die zwei Kameras auf der Rückseite lösen mit 16 Megapixel oder 8 Megapixel auf, wobei leider die weitwinklige Kamera den niedriger aufgelösten Sensor hat. Die 16-Megapixel-Kamera ist das gleiche Modell, das im G4 verwendet wird. Die Selfie-Cam auf der Vorderseite löst ebenfalls mit 8 Megapixel auf.

Dank der zwei Kameras und den zahlreichen neuen Modi in der Kamera-App, lassen sich nun interessante Collagen auf Knopfdruck erzeugen. Im Modus Popout macht das LG G5 mit beiden rückwärtigen Kameras ein einzelnes Bild, wobei der Bildausschnitt der 16-Megapixel-Kamera in das 8-Megapixel-Bild der Weitwinkel-Kamera gelegt wird. Letzteres lässt sich mit Filtern optisch umgestalten.

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Mit dem Popout-Modus wird ein Bild aus beiden Hauptkameras erzeugt. / © ANDROIDPIT

In dem zweiten kreativen Modus, genannt Multi-view, werden dann alle drei Kameras zu einer Collage zusammengefasst. Die Aufteilung der Kamerabilder lässt sich über vordefinierte Masken einstellen und somit lassen sich interessante Fotokompositionen auf Knopfdruck erstellen.

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Nette Spielerei: Alle drei Kameras können im Multi-View-Modus zeitgleich angesteuert werden. / © ANDROIDPIT

Leider hat die Weitwinkel-Optik auch einen kleinen Handling-Nachteil: Immer wieder muss man am Anfang die Finger umsortieren, denn ungewollt sind immer ein oder zwei Finger auf dem Bild zu sehen. Aber nach einiger Zeit hat der G5-Besitzer den Dreh raus, wie er das G5 halten muss, wenn er Aufnahmen mit der Weitwinkel-Kamera machen will.

Wer dem automatischen Modus nicht traut, sondern lieber Belichtungs-, ISO-Werte, Verschlusszeiten und Weißabgleich selbst einstellen will, der kann das beim manuellen Modus der Kamera justieren. Zusätzlich gibt es auch noch die Möglichkeit, Bilder in RAW oder JPEG und RAM parallel aufzuzeichnen.

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Smartphone-Fotografen können im manuellen Modus sämtliche Einstellungen per Hand vornehmen. / © ANDROIDPIT

Wer lieber Videos statt Fotos in diesem Modus aufzeichnen will, der kann das in der App ebenfalls machen. Dabei haben wir aber leichte Framedrops bemerkt, wie ihr Euch in diesem Video ansehen könnt.

Bei der Bildqualität zeigt sich das LG G5 von zwei Seiten. Die 16-Megapixel-Hauptkamera macht Fotos in der vom LG G4 gewohnten Bildqualität. Die 8-Megapixel-Kamera ist auf den ersten Blick durchaus gut. Zoomt der G5-Besitzer allerdings in die Bilder hinein, erkennt er schnell, dass es diesen Bildern an Schärfe fehlt. 

In der nachfolgenden Galerie könnt Ihr Euch selbst eine Meinung über die Fotoqualität des LG G5 machen. Sämtliche Bilder stehen hier in voller Auflösung zur Verfügung.

 

LG G5: Akku

Bei der Akkuleistung steht das LG G5 bei den Top-Smartphones der ersten Jahreshälfte 2016 am schwächsten da. Sowohl das Galaxy S7, das Huawei P9 als auch das HTC 10 verwenden einen Akku mit 3.000 mAh, während das LG G5 "nur" einen 2.800-mAh-Akku hat. 

Im AnTuTu Battery Tester befindet sich das LG G5 somit - wenig verwunderlich - hinter dem Samsung Galaxy S7. Mit jeweils einer Stunde telefonieren, Videos schauen und Surfen per WLAN im Internet, kam ich am Ende eines Tages auf eine Restkapazität von knapp 25 Prozent. Dabei muss ich aber anmerken, dass das Always-on-Feature aktiviert blieb und stündlich etwas über einen Prozent Akku-Kapazität verbraucht hat. Hätte ich die Funktion deaktiviert, wäre nach einem 12-Stunden-Tag ungefähr 35 Prozent Akku-Kapazität übrig geblieben.

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Das einzige Top-Smartphone mit wechselbarem Akku bleibt das LG G5. / © ANDROIDPIT

Auch nicht vergessen darf man, dass das LG G5 über einen wechselbaren Akku verfügt. Während die Geräte der Konkurrenz bei Null-Prozent an die Steckdose müssen, kann der G5-Nutzer einen vollaufgeladenen Zweitakku einsetzen. 

In diesem Video von Kollege Eric Herrmann ist zu sehen, wie sich der Akku entfernen und auswechseln lässt: 

Etwas Rätselraten gibt uns aktuell noch der beigelegte Fast Charger, der nur QuickCharge-2.0-konform ist, obwohl das LG G5 QuickCharge 3.0 unterstützt. Wir haben LG um Stellungnahme gebeten, ob die Verkaufsgeräte ebenfalls nur einen QuickCharge-2.0-Adapter haben oder nur unser Testmuster mit diesem ausgeliefert worden ist. Sobald uns eine Antwort vorliegt, werdet Ihr es hier erfahren.

LG G5: Technische Daten

    • Typ:
    • Smartphone
    • Modell:
    • LG G5
    • Hersteller:
    • LG
    • Abmessungen:
    • 149,4 x 73,9 x 8,6 mm
    • Gewicht:
    • 159 g
    • Akkukapazität:
    • 2800 mAh
    • Display-Größe:
    • 5,3 Zoll
    • Display-Technologie:
    • LCD
    • Bildschirm:
    • 2560 x 1440 Pixel (554 ppi)
    • Kamera vorne:
    • 8 Megapixel
    • Kamera hinten:
    • 16 Megapixel
    • Blitz:
    • LED
    • Android-Version:
    • 6.0.1 - Marshmallow
    • Benutzeroberfläche:
    • Optimus UI
    • RAM:
    • 4 GB
    • Interner Speicher:
    • 32 GB
    • Wechselspeicher:
    • microSD
    • Chipsatz:
    • Qualcomm Snapdragon 820
    • Konnektivität:
    • HSPA, LTE, NFC, Bluetooth

Abschließendes Urteil

Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Ob das LG G5 eine ästhetisches Smartphone ist, überlasse ich Euch. Was ich aber schreiben kann, ist, dass es technisch ein Top-Smartphone ist, welches es mit einem Samsung Galaxy S7 und sehr wahrscheinlich auch mit dem HTC 10 aufnehmen kann. Zwar haben diese beiden Konkurrenten ein von der Haptik und Verarbeitung besseres Produkt im Angebot, aber LG hat einen Wechselakku und seine Friends-Module. 

Leider bergen die Module eine Gefahr: Zum einen sind die Module nicht günstig. Zum anderen weiß der G5-Käufer nicht, ob LG seine Friends auch noch in einem Jahr anbieten wird oder den Versuch, eine modulare Bauweise zu etablieren, 2017 womöglich wieder einstellt.

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Es wäre ein Traum, wenn man die Module des G5 auch bei einem G6 weiternutzen könnte. / © ANDROIDPIT

Ich persönlich würde mir wünschen, wenn sich die modulare Bauweise des G5 durchsetzt. Noch besser wäre es, wenn die Kompatibilität zu kommenden Top-Smartphones von LG erhalten bliebe, so dass die Objektive auch mit einem neuen Kameragehäuse weitergenutzt werden können. Ein kleiner Traum würde dann wahr werden.

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270 Kommentare

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  • Preissturz auf 369 Eur !

    Eigentlich müsste es nochmal neu bewertet werden, mit diesem Kampfpreis ist es in jedem Vergleich immer der Sieger. Ich habe es nun bei einer grossen (roten) Elektromarktkette im vertrag für 11,99 eur bekommen mit nur 49 eur zuzahlung. Das ist der Hammer und sollte mal erwähnt werden !

  • Bin total enttäuscht, Module wird man sicherlich in der Form nicht weiter verwenden können.

  • Conjo Man vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    Das S7 ist das z.Zt beste Smartfone auf dem Markt gemäß eurem Testbericht.

    Das HTC 10 wird eher als Außenseiter gesehen.

    Trotzdem schreibt Shu, dass "das G5 es mit dem S7 aufnehmen kann, aber mit dem HTC10 wahrscheinlich"

    Wie jetzt, ist das HTC10 nun besser als das S7 oder sehe ich das persönlich verkehrt?

  • -Micha- vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Ich habe das G5 incl. des CamPlus-Moduls seit ein paar Tagen. Die Haptik ist gewöhnungsbedürftig. Das S7 ist da wirklich ein Hingucker. Da mir aber der praktische Nutzen wichtiger ist, als das Aussehen (Wechselakku und -SD) habe ich kaum eine andere Wahl, wenn ich ein Spitzengerät haben möchte. Geräte von Jiayu (das S3+) wären da für mich eine weitere Option, (für nur ein Drittel des Preises) welches ein sehr genaues GPS hat, da es zusätzlich auch das russische Glonass-System nutzt.

    Da ich meine Handys immer in einer Universaltasche (Unterbringungsmöglichkeit von Kreditkarten, Schein- und mit Reißverschluß gesicherten Münzfächern) mit mir herumtrage, ist für mich die Nutzung der Handyrückseite für Tastendrücke ungeeignet, da diese durch die Adhäsionsfläche verdeckt werden. Gut, das der Fingersensor des G5 nicht unbedingt genutzt werden muss. Laut-/Leisetasten auf der Rückseite wären ein Grund für mich, ein anderes Gerät zu wählen.

    Das Gerät macht gute Bilder. Besonders die zusätzliche Weitwinkelfunktion ist sehr hilfreich,, wenn man in engen Straßen Aufnahmen macht, wo viel Umgebung mit rauf soll (z.B. bei Bilder für AppJobber).

    Wenn das CamPlus-Modul nicht gratis beigelegt wäre; gekauft hätte ich es mir nie. Das Zoom-Rädchen lässt sich nicht gut drehen, da es nicht weit genug aus dem Gehäuse ragt. Es ist ein Teil, das man zusätzlich mitnehmen muss - und da es das Handy recht dick macht, passt es in die meisten Taschen nicht rein. Für mich ist´s etwas für die Tonne. (Es ist ähnlich wie beim QX10 von Sony, ein zusätzliches Teil, das man nur selten dabei hat - nur mit dem Unterschied, dass das QX10 einen zusätzlichen Nutzen betreffs dem optischen Zoom hat.

    Der Akku ist einfacher wechselbar, als es sonst bei anderen Geräten üblich ist. Die Fummelei mit der Rückseite entfällt. Steckt das Gerät in einer Adhäsionstasche, lässt sich der Akku entfernen, ohne dass das Gerät vorher aus der Tasche entnommen werden muss.

    Wer seinen Zweitakku extern laden möchte, sollte es vor dem Kauf eines solchen Ladegerätes im Geschäft ausprobieren, da die Klemmungen der Universalladegeräte für Handyakkus oft nicht weit genug geöffnet werden können, wie zB. das Universalladegerät von Tronic (TLGL 1000 A1), das Handyakkus, AA-und AAA-Akkus laden kann, aber der G5-Akku zu lang ist - (mit etwas Bastelei (Klammer nach links drehen, Schräge des Schiebegriffs gerade feilen) funzt es aber auch hier)), Hier sind Geräte mit seitlicher Klemmung vorzuziehen.

    Große Freude - es lagen Knopfhörer bei, die sogar recht ordentlich klingen - im Vergleich zu meinen Teufel-Hörern fehlt es ihnen jedoch etwas an Höhen - Bass ist ok.

    Friends werde ich mir nur zulegen, wenn es die Dicke des Gerätes nicht ändert (länger ist ok) oder sie extern via Kabel, Bluetooth oder WLan andockbar sind.

    Übrigens - das LCD ist schon mit einer Folie beklebt - bei mir leider mit Blasen!!

    • DiDaDo vor 11 Monaten Link zum Kommentar

      Es gäbe auch für das Gerät speziell entwickelte Universaltaschen, mit eben jenen Aussapreungen für eventuelle rückseitige Tasten.

      • Harry888 vor 10 Monaten Link zum Kommentar

        Hilfreich wäre gleich ein Hersteller-/Bezugsquellenhinweis zu nennen. Aber danke auch für den generellen Hinweis.

  • Gianpiero vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Wie kommt ihr drauf das das Galaxy S7 eine Stärkere GPU hat als das Lg G5? Das lg hat in antutu 54k punkte in der 3d Leistung und das s7 "nur" 40k?

    • Tim vor 11 Monaten Link zum Kommentar

      weil AnTuTu irgendwie komisch misst ^^ In mehreren Testvideos läuft die Demo in AnTuTu auf dem S7 viel stabiler und praktisch konstant flüssig, während das G5 ab und an zumindest mal den ein oder anderen kleinen Framedrop hatte... kann mir aber irgendwie auch nicht vorstellen, das APit auf diesen Punkt aus war :D Es ist und bleibt ein Rätsel

  • AtotheG vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Finde die Front an sich ganz schön, edel und schlicht ... die Rückseite hätte man besser designen können aber immerhin, und deswegen mag ich LG auch, probieren die mal neue Designs aus. Nicht so wie die anderen Hersteller ... Das S7 hat das design vom S6 und der rest hat sich das design vom iphone (was ich persönlich grauenhaft finde, das iphone 4/5/se war designtechnich viel besser) abgekupfert.

  • Ich habe es seit einer Woche. Design und Haptik interessieren mich nicht, ich will damit arbeiten und mich nicht daran vergehen. ich werde es ohnehin in einen Bumper stecken, dann kann sich auch kein anderer dran vergehen. Ich hatte bis jetzt ein Note 3. Soweit bin ich damit sehr zufrieden. Wichtig war mir der wechsel Akku und der Speicherkartenslot. Die Verarbeitung an meinem ist sehr gut. das einzige was mich noch nicht überzeugt ist der USB C-Stecker, ich denke das ist ein Rückschritt. Handy in der Hand halten wenn es geladen wird ist nicht, da fällt der Stecker ab. Ich rüste es heute auf Qi um, dann hat sich das erledigt.
    Gruß
    Oli

    • Oliver V. vor 11 Monaten Link zum Kommentar

      Also bei mir hält der Stecker super.... Einfach richtig reindrücken, der rastet dann ein

    • DiDaDo vor 11 Monaten Link zum Kommentar

      Statt es auf Eigenkosten umzurüsten, würde ich eher auf Garantie ein neues GErät anfordern, bei dem der Slot nicht defekt ist. Das sollte eigentlich nicht sein, dass der Stecker so einfach rausfällt.

  • Welches Smartphone hat denn sonst noch einen Wechselakku?^^ Kommt aber auch drauf an, wie es in der Hand liegt und wie die Bedienung ist.

  • Diesel vor 11 Monaten Link zum Kommentar

    Selbst wenn es anhand seiner Module fliegen oder Kaffee kochen könnte, es bleibt einfach nur hässlich. Aber jedem das seine.

  • Also tut mir leid, LG, aber die UI ist grauenhaft!

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