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Spannung garantiert: Tolle Bücher mit Künstlicher Intelligenz
AI 5 Min Lesezeit 5 Kommentare

Spannung garantiert: Tolle Bücher mit Künstlicher Intelligenz

Ob nun Roboter oder Künstliche Intelligenz in anderer Form - nicht nur in Filmen spielt fortschrittliche Technologie eine Rolle. Auch in Büchern tauchen solche mehr oder weniger realistischen Entwicklungen immer wieder auf. Manchmal sehr konkret, manchmal eher im Hintergrund und oft dystopisch. Diese KI-Romane solltet Ihr lesen.

Erewhon: or, Over the Range

Der Roman Erewhon des englischen Schriftstellers Samuel Butler stammt bereits aus dem Jahr 1872. Es handelt sich um eine Satire über das viktorianische England, die als Utopie geschrieben ist. In dem unbekannten Land Erewhon gelten Maschinen als gefährlich. Die Bewohner haben Angst, dass sie sich eines Tages zu selbstständigen Lebewesen entwickeln.

In Kapitel 23, dem Buch der Maschinen, nennt Butler es zwar nicht Künstliche Intelligenz. Es geht aber darum, dass Maschinen ein Bewusstsein erwerben. In dem Kapitel, das er ursprünglich als Artikel für eine neuseeländische Zeitung geschrieben hatte, bezieht er sich auch auf die Evolutionstheorien Charles Darwins. Demnach unterlaufen auch die Maschinen eine stete Evolution, reproduzieren sich irgendwann von selbst und könnten eines Tages die Menschheit als dominante Spezies ablösen. Auch wenn die Maschinen nach Butler nach wie vor Menschen bräuchten, um ihnen bei der Reproduktion und Instandhaltung zu helfen.

Die Gesellschaft von Erewhon ist daher auch überzeugt davon, dass Maschinen nur existieren, um die Menschheit abzulösen. Deshalb werden Maschinen hier zerstört - selbst Uhren.

With Folded Hands

Jack Williamson hat mit With Folded Hands 1947 eine Novelle veröffentlicht, die im Prinzip eine klassische von Robotern beherrschte Dystopie beschreibt. In der Geschichte geht es um eine Stadt, in der auf einmal so genannte Humanoids auftauchen - fortgeschrittene Roboter, die sich verbreiten und allerlei Aufgaben übernehmen. Sie handeln nach eigener Aussage nach der Devise, der Menschheit zu dienen und sie zu schützen. Doch nicht immer scheint dies tatsächlich im Interesse der Menschen zu sein. Denn die Humanoids übernehmen bald schon nicht nur Aufgaben wie die der Polizei, sondern eröffnen auch Geschäfte. Und da sie der Menschheit dienen wollen, bieten sie ihre Dienstleistungen kostenlos an. Was bei den Menschen wiederum zur Geschäftsaufgabe führt.

Williamson hat später selber in einem Interview erzählt, dass er die Geschichte kurz nach dem Ende des zweiten Weltkriegs und dem Abwurf der Atombombe geschrieben hat. In einer Zeit, als der Gedanke wuchs, dass einige technische Fortschritte, die vielleicht mit guten Intentionen entwickelt wurden, langfristig katastrophale Auswirkungen haben.

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Mensch und Maschine - ein ewig währender Konflikt? / © maxuser/Shutterstock

Ich, der Robot

Film-Fans werden den 1950 erschienen Roman von Isaac Asimov unter seinem Originaltitel I, Robot kennen: durch die gleichnamige Verfilmung aus dem Jahr 2004 mit Will Smith in der Hauptrolle. Das Buch besteht aus neun zusammenhängenden Kurzgeschichten, die alle eine gemeinsame Rahmenhandlung haben. Aufgebaut ist das Ganze als ein Interview mit Dr. Susan Calvin, einer Psychologin für Roboter. Sie erzählt die Entstehungsgeschichte der Roboter von deren einfachen Anfängen bis zur Perfektion in einer nahen Zukunft, in der die Menschheit überflüssig werden könnte.

Teil von Asimovs Buch sind aber auch die drei Gesetze der Robotik. Und die besagen unter anderem, dass die Roboter Menschen nicht verletzen dürfen. Auch wenn es also Roboterpolitiker gibt, die die Fäden ziehen, ist die Menschheit hier nicht unbedingt durch die Roboter bedroht.

Also sprach Golem

Die Idee des Golem als ein menschenähnliches Wesen aus Lehm entstammt der jüdischen Mystik. Der polnische Autor Stanislaw Lem hat im Jahre 1981 seine eigene Geschichte daraus gemacht. Die Hauptfigur in seinem Buch ist Golem XIV, ein von Menschen gebauter Supercomputer - Künstliche Intelligenz also. Der Golem XIV kennt keine Gefühle. Er hat, wie er es selbst nennt, Kalkül. Das Buch besteht zu weiten Teilen aus vom Golem gehaltenen Vorlesungen, nachdem dieser an das MIT verliehen wurde. In diesen spricht er über den Kosmos und die Menschheit, die seiner Meinung nach nur ein Zufallsprodukt ist. Sie bildet nur den Ausgangspunkt der Intelligenz, der Golem schafft es, sich ihrer zu entziehen.

Oft wird Also sprach Golem nicht nur als Roman, sondern als philosophisches Werk angesehen. So verwundert wohl auch nicht, dass es nicht nur eine ähnliche Botschaft, sondern eben auch einen ähnlichen Titel wie Nietzsches Also sprach Zarathustra hat.

Neuromancer

William Gibsons Buch von 1984 gilt als essentielles Werk des Cyberpunk und ist der erste Roman in einer Trilogie. Im Mittelpunkt steht der Konsolen-Cowboy Case, der sich sein Nervensystem reparieren lassen muss. Denn nur, wenn das funktioniert, kann er sich in den Cyberspace einloggen. In der Stadt Chiba nimmt Case einen Auftrag an, um im Gegenzug sein Nervensystem repariert zu bekommen. Doch sein Auftraggeber agiert im Auftrag der Künstlichen Intelligenz Wintermute, die ein Ziel verfolgt: sich mit der KI Neuromancer zusammenzuschließen und so einen Supercomputer zu bilden. Mehr soll aber an dieser Stelle nicht verraten werden.

Diamond Age - Die Grenzwelt

In dem 1995 erschienenen Diamond Age schreibt Neal Stephenson über eine in der Zukunft liegende Welt, nach der nanotechnologischen Revolution. Wirtschaftliche Macht hat, wer Informationen für die Kompilierung von Gütern besitzt. Mit diesen Compilern lassen sich Güter an jedem Ort in der Welt produzieren. Statt Staaten gibt es Stämme, die in Enklaven leben. So lebt auch die soziale Unterschicht in einer solchen Enklave. Der Ingenieur John Percival Hackworth entwickelt mit der Illustrierten Fibel für die junge Dame (die Originalausgabe des Romans erschien unter dem Titel The Diamond Age or, A Young Lady’s Illustrated Primer) ein interaktives Buch, das alle nötigen Informationen für die Angehörigen der Oberklasse enthält.

Von diesem Buch lässt er illegal eine Kopie für seine Tochter anfertigen. Die wird ihm von einer Bande abgenommen, deren Anführer den Wert erkennt und sie seiner Schwester gibt. Der Zugang zu Informationen ist in dieser Welt also wichtig für den sozialen Aufstieg, denn so erhält die Heldin des Romans auch Zugang zur Nanotechnologie. Die Unabhängigkeit von der herrschenden Welt soll erreicht werden, indem Hacksworth dazu gezwungen wird, eine Technik zu entwickeln, mit der sich Güter auch unabhängig von den Compilern erstellen lassen.

Habt Ihr eines dieser Bücher gelesen? Kennt Ihr noch andere empfehlenswerte Romane, in den es um eigenständige Maschinen geht?

5 Kommentare

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  • C. F.
    • Blogger
    vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Einfach mal Bücher von Stanislav Lem lesen. Ein Klassiker ist „Gottes Maschinen“ von Jack Mac Devitt.


  • KI hat die Menschen schon seit Jahrtausenden begeistert. Geniale Wahrsager haben schon im Mittelalter intelligente Maschinen voraus gesagt. Nur wurden diese genialen Denker oft verspottet und hingerichtet aus Angst das diese Denker eine Wesen der Hölle wären. Laut Kirche war auch nichts schlauer als Gott.


  • Lem, Asimov, Gibson und Stephenson hab ich natürlich gelesen, obwohl ich Diamond Age eher schwach fand, da gibt es weitaus besseres von diesem Autor. Ich würde ansonsten noch das Gesamtwerk von Philip K. Dick anführen, der sich extrem oft mit künstlicher Intelligenz und imitiertem Leben auseinander gesetzt hat, sei es in seinen Kurzgeschichten oder in seinen Romanen (die Vorlage von Bladerunner ist von ihm).

    Interessant ist in dem Zusammenhang auch Einsicht ins Ich von Douglas Hofstadter (Gödel, Escher, Bach, ein Klassiker), der sich bereits in den Achtzigern mit künstlicher Intelligenz beschäftigt hat und auch eine ganze Reihe interessanter Spekulationen angestellt hat, was die Möglichkeit, sein Bewußtsein oder seinen Geist zum Beispiel eines Tages kopieren zu können und ihn in einen Roboter zu transferieren. Kein Roman, sondern mehr ein Sachbuch.

    Im Bereich Manga empfehle ich Pluto von Osamu Tezuka und Naoki Urasawa.


  • Toll sind Tom Hillenbrand: Hologramatica; Daniel Suarez: Daemon; Dennis E Taylor: Ich bin viele