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JBL Link 10 und 20 im Test: Google Home macht mobil

Die Haman-Marke JBL verbrüdert sich mit mit Google und stellt mit der Link-Serie eine Reihe Google-Assistant-kompatibler WLAN-Lautsprecher vor. Sie könnten die perfekte Alternative für den Assistant-Lautsprecher Google Home sein: Auch sie haben den "Google Assistant integriert" und machen dank Bluetooth-Konnektivität und Akku auch mobil, wenn es sein muss.

Bewertung

Pro

  • Wasserdicht nach IPX7
  • Bluetooth-fähig
  • Mehrere Stunden Akkubetrieb möglich
  • Multiroom-Betrieb mit Lautsprechern anderer Hersteller
  • 5 GHz WLAN

Contra

  • Kein Stereo- oder Surround-Betrieb im WLAN
  • Lange Startzeit

Preis und Verfügbarkeit

Die JBL-Link-Modelle in schwarz werden seit Anfang Dezember 2017 in Deutschland, Großbritannien und Frankreich verkauft. Die weiße Edition soll noch vor Weihnachten folgen. Weitere europäische Länder folgen voraussichtlich 2018. JBL setzt die UVPs wie folgt an:

  • JBL Link 10: 169,00 EUR / 149,99 GBP
  • JBL Link 20: 199,00 EUR / 179,99 GBP
  • JBL Link 300: 299,00 EUR / 249,99 GBP

Es folgt noch ein viertes Modell; eine große Stereo-Ausgabe des Akku-losen Küchenlautsprechers mit Bassreflex. Der Link 500 soll im Rahmen der CES 2018 vorgestellt werden und dann zügig in den Handel kommen. Wenn der Zeitplan aufgeht, könnten wir die Exemplare im Februar auf dem MWC sehen.

Nur dem JBL Link 20 liegt ein Ladekabel bei. Der Link 10 wird lediglich mit einem ein Meter langen USB-Kabel geliefert.

Design und Verarbeitung

Nach dem Release-Event in Berlin hat uns JBL umgehend zwei Muster zur Verfügung gestellt. Es handelt sich hierbei um die zylindrischen Aufstell-Modelle Link 10 und Link 20. Der kleine JBL Link 10 misst 86 x 169 Millimeter und wiegt 710 Gramm. Der größere, aber ansonsten gleich gestaltete Link 20 misst 93 x 210 Millimeter und wiegt 950 Gramm.

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Die Größendifferenz zwischen JBL Link 10 und Link 20 ist doch beachtlich. / © AndroidPIT

Sowohl der JBL Link 10 als auch der Link 20 sind perfekt wasserdicht. Ein Wasserbad kann ihnen nichts anhaben und sie verübeln es Euch auch nicht, wenn Ihr sie über Nacht im Regen stehen lasst. Falls sie schmutzig werden, könnt Ihr sie abwaschen. Verzichtet dabei aber auf Seife und trennt das USB-Kabel vom Lautsprecher.

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Der Button oben in der Mitte aktiviert den Assistant. / © AndroidPIT

Die Buttons oben sind echte Tasten, JBL verwendet also kein Touch-Feld. In der Mitte prangt das Assistant-Logo; ein dedizierter Button zum Aktivieren des KI-gestützten Sprachassistenten. Der Button funktioniert natürlich nur im WLAN oder per Bluetooth in Verbindung mit einem Assistant-fähigen Smartphone.

Hinten ist der Ein-Aus-Schalter mit einer fünfstufigen Ladestands-Anzeige. Darunter ein Mikrofon-Button, der die zwei Mikrofone an der Oberseite taubstellt. Nach vorne strahlen vier Status-LEDs weiß beim Regeln der Lautstärke, beim Einschalten, wenn der Assistant lauscht und orange, wenn die Mikrofone taub sind.

Software

JBL verzichtet für die smarten, WLAN-fähigen Lautsprecher der Link-Serie auf eine eigene App. Stattdessen verlässt sich die Harman-Tochter komplett auf den Kooperationspartner Google und dessen Home-App. Im Vergleich mit anderen Multi-Room- und Smart-Home-Lösungen liefert Google Home einige Vorzüge. Diese erörtern wir im separaten Artikel.

Die Einrichtung geht also nach der Installation der Home-App aus Play- oder App-Store recht einfach vonstatten. Der JBL Link wird mit dem WLAN verknüpft, macht eventuell Software-Updates und geht wenige Minuten später in Bereitschaft. Musik-Streams werden als Cast-Befehl übergeben; jedem Speaker gebt Ihr einen Namen und die Lautsprecher lassen sich gruppieren – auch mit Google-Cast-Lautsprechern anderer Hersteller oder dem Chromecast Audio.

Google Home Install on Google Play

Auf den Zuruf OK Google kommt der Google Assistant herbei geeilt. Dieser versteht täglich neue Sprachbefehle und lernt, Eure Aussprache kontinuierlich besser zu begreifen. Er sagt das Wetter vorher, liest Nachrichte vor, spielt Musik aus den meisten Streaming-Diensten ab und steuert kompatible Geräte im Smart Home. Damit könnt Ihr den Lautsprecher unabhängig vom Smartphone bedienen: Der JBL Link ist das smarte Gerät.

Durch den großen Software-Overhead dauert es eine Weile, einen JBL Link einzuschalten. Rund eine Minute geht ins Land, bis der Assistant reagiert. Die Lautsprecher sind also auf einen Dauerbetrieb ausgelegt und gehen in einen energiesparenden Stand-by-Modus, wenn Ihr nicht streamt. Nachts um drei suchen sie in der Zentrale nach Updates, die dann ohne Euer Zutun aufgespielt werden.

Audio

Wie man beim Standzylinderformat vielleicht bereits annimmt, musste sich JBL für guten Stereo-Klang etwas einfallen lassen. So erklärte mir der Harmans Home-System-Fachmann Jurjen Amsterdam, dass die zwei Treiber im Corpus leicht verdreht zueinander platziert wurden. Beim JBL Link 10 kann ich den Stereo-Sound auf diese Weise zwar hören, doch erst im Format des größeren Link 20 kommt er richtig zur Geltung.

Im direkten Vergleich wirkt der Link 10 eher mittenlastig, was bei der Sprachsteuerung hervorragend ist. Doch für den wahren Musikgenuss würde ich dringend dazu raten, die 30 Euro Aufpreis für den Link 20 zu zahlen. Dafür bekommt Ihr hörbar mehr Klangfülle und einen Stereo-Sound, den man sonst nur mit zwei Lautsprechern bekommt.

Da sich die Links dank Google Home zum Multi-Room-Gespann verknüpfen lassen, könnt Ihr beide Lautsprecher gleichzeitig verwenden. In unseren Tests mit einer Fritzbox 7590, dem Google Wifi und einer Fritzbox 7490 gelingt die Koppelung latenzfrei. In der bisherigen Version von Google Home ist es leider noch nicht möglich, aus zwei identischen Lautsprechern ein Stereo-Paar zu machen. Doch das ließe sich in einem Update theoretisch nachliefern.

Akku

Der Akku des JBL Link 10 ist genau wie das gesamte Gerät kleiner dimensioniert als der des Link 20 und hält mit rund fünf Stunden nur halb so lange durch. Dank des beim Link 20 mitgelieferten 2,4-Ampere-Ladegerätes bleibt die Aufladedauer mit 4,5 gegenüber 4 Stunden aber im Rahmen.

Die noch folgenden Modelle JBL Link 300 und Link 500 haben jeweils keinen Akku. Das ist schade, denn so lassen sie sich zuhause nicht bequem in andere Räume mitnehmen.

Technische Daten

JBL Link 10/20

  Link 10 Link 20
Lautsprecher 2 x 45 mm 2 x 50 mm
Ausgangsleistung 2 x 8 W 2 x 10 W
Frequenzgang 65 Hz - 20 kHz 65 Hz - 20 kHz
Signal/Rauschabstand > 80 dB > 80 dB
Akku 4.000 mAh, 5 Stunden 6.000 mAh, 10 Stunden
WLAN 802.11b/g/n/ac (2,4/5 GHz) 802.11b/g/n/ac (2,4/5 GHz)
Bluetooth 4.2 4.2
Abmessungen 86 x 169 mm 93 x 210 mm
Gewicht 710 g 950 g
Besonderheiten IPX7 IPX7

 

Abschließendes Urteil

Für wenig Aufpreis zum Google Home erhaltet Ihr mit dem JBL Link 10 bereits ein deutlich besseres Produkt: Er klingt besser, schallt lauter, hat einen Akku, ist wasserdicht und lässt sich unterwegs als Bluetooth-Lautsprecher verwenden. Nehmt Ihr dann noch 30 Euro mehr in die Hand, wozu ich absolut rate, bekommt Ihr mit dem Link 20 einen nochmal deutlich besseren Lautsprecher dazu.

Die Link-Serie ist noch nicht fertig; immerhin erwarten wir noch "das Küchenradio" Link 300 und "die Stereoanlage" Link 500. Doch mit den mobilen Vertretern Link 10 und 20 haben wir bereits eine gute Vorschau bekommen darauf, dass JBL das Thema Multi-Room-Audio ernst nimmt und Google Home eine mehr als taugliche Plattform bietet.

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