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Spionage-Vorwürfe: Huawei nimmt offiziell Stellung

Spionage-Vorwürfe: Huawei nimmt offiziell Stellung

Es gibt Beziehungen, die stehen einfach unter keinem guten Stern. Die zwischen den USA und Huawei gehört definitiv dazu. Schon lange behauptet die US-Regierung, Huawei sei ein Sicherheitsrisiko und hat dementsprechend einen US-Bann gegen das chinesischer Unternehmen verhängt. Gestern schoss die USA nach und ließ damit ein gewaltiges Unwetter über Huaweis Haupt aufziehen.

Kaum etwas ist uns heiliger als unsere Privatsphäre. Das gilt nicht nur für das Surfen im Internet, sondern ebenfalls für normale Telefongespräche. Glaubt man den neuerlichen Behauptungen der US-Regierung, so soll Huawei diese Privatsphäre immens verletzt und durch eine „Hintertür“ auf unsere vertraulichen Daten zugegriffen haben. Huawei bestreitet dies vehement.

Wall Street Journal macht Meinung der US-Regierung öffentlich...

Anstoß für den neuen Streit zwischen Huawei und der US-Regierung gab ein Bericht des Wall Street Journals. Dieses gab an, dass Huawei US-Beamten zufolge „Hintertüren“ in Hardware nutzen würde, um so auf Mobilfunknetze auf der ganzen Welt zuzugreifen. Methoden, die eigentlich nur der Strafverfolgung offen stehen. Folgt man den Aussagen der US-Beamten, die das Wall Street Journal in seinem Artikel wiedergibt, hatte Huawei diese Möglichkeiten bereits seit Jahrzehnten.

Weiterhin gab das Magazin folgendes Zitat des nationalen Sicherheitsberaters Robert O‘Brien wieder:

„Wir haben Beweise, dass Huawei insgeheim die Möglichkeit hat, auf sensible und persönliche Informationen in den von ihm verwalteten und weltweit verkauften Systemen zuzugreifen.“ Robert O‘Brien

Genaue Details, beispielsweise zu betroffenen Ländern, wurden von den US-Beamten allerdings nicht bekannt gegeben. Laut ihnen sei das Problem aber erstmals mit der Ausrüstung auf 4G aufgetreten. Nicht nur in den USA sorgen diese Vorwürfe für Konsequenzen. Innerhalb der EU wurden Empfehlungen ausgesprochen, auf Huawei als Ausrüster zu verzichten. So hat beispielsweise das britische Unternehmen Vodafone angekündigt, die Huawei-Komponenten im Ausbau von 5G-Netzwerken wieder zu entfernen. Kostenpunkt: rund 200 Millionen Euro. 

...und Huawei reagiert mit einer Stellungnahme

Nach den neuesten Vorwürfen der USA konnte das chinesische Unternehmen wohl auch nicht anders, als auf die Anschuldigungen zu reagieren. In einer Pressemitteilung äußerte sich Huawei zu den Vorwürfen. Das Unternehmen gibt an, dass es, ebenso wie jeder andere Anbieter, dazu verpflichtet sei, sich an die bestehenden Abhörstandards (3GPP-Standard TS 33.107 für 3G-Netzwerke, TS33.128 für 5G-Netzwerke) zu halten. Weiterhin gibt Huawei an, dass sowohl die tatsächliche Verwaltung als auch die Nutzung der rechtmäßigen Abhörschnittstellen nur von zwei Instanzen ausgeführt werde: den Netzbetreibern und den zuständigen Behörden.

Daneben erklärt Huawei, dass der Zugang zu den Schnittstellen über Drittsysteme laufe, die unter einer dauerhaften Kontrolle durch den Netzbetreiber stehen sollen. Diese Drittsysteme stammten demnach nicht von Huawei, sondern würden von anderen Zulieferern gestellt.

„Die Behauptung der USA, Huawei habe technische Schnittstellen zur rechtmäßigen Überwachung genutzt, sind nichts weiter als der Versuch einer Verschleierung – sie widersprechen jeglicher allgemein akzeptierter Logik im Bereich der Cybersicherheit“. 

Weiterhin verweist das Unternehmen auf die hohen Sicherheitsstandards, die im Bezug auf die Schnittstellen bestehen. Da das Unternehmen selbst nur Ausrüstungen liefern würde, habe es keine Möglichkeit auf Kunden-Netzwerke zuzugreifen, ohne deren Einwilligung zu bekommen. Daneben käme es ebenfalls nicht an den Sicherheitssystemen vorbei, um unerkannt an die Netzwerkdaten zu gelangen, erklärt Huawei und beendet seine Pressmitteilung mit dem Hinweis, dass sowohl die Cybersicherheit als auch die Privatsphäre der Nutzer für das Unternehmen höchste Priorität einnehmen.

„Wir sind sehr empört darüber, dass die US-Regierung keine Anstrengungen gescheut hat, Huawei durch angebliche Cybersicherheitsprobleme zu stigmatisieren.“ 

Nackenschläge gehen für Huawei weiter

Bald könnten den Anschuldigen finanzielle Konsequenzen folgen. Berichten zufolge soll sich nun auch das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten nicht mehr gänzlich gegen weitere Sanktion gegen Huawei stellen.

Dieses war zunächst eingeschritten, als das US-Handelsministerium vergangenen Monat weitere Einschränkungen beschließen wollte, die Huawei die Komponenten-Beschaffung für seine Produkte noch weiter erschweren sollte. Der Grund für den Einspruch gegen die Einschränkungen lagen in der Angst begründet, dass Huawei auf diese Weise noch unabhängiger von der US-Technologie agieren könne. Daneben hätten weitere ausländische Hersteller ermutigt werden können, ebenfalls Alternativen zu suchen.

Laut Politico hat das Verteidigungsministerium diese Meinung wohl aufgegeben. Stattdessen will es nun die Einschränkungen unterstützen. Auf diese Weise würden weitere Schlupflöcher geschlossen, die bisher noch von einigen US-Firmen genutzt wurden, um die Zusammenarbeit mit Huawei fortzusetzen.

Die Beamten beider Ministerien werden sich noch in dieser Woche treffen, um die genauen Regeln zu erörtern. Am 28. Februar soll daneben ein Treffen zwischen den Sekretären der Handels-, Verteidigungs- und Finanzministerien geplant sein.

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Top-Kommentare der Community

  • James Blond vor 6 Tagen

    Also das was die Amerikaner seit Jahren nachweislich machen, aber keinen kümmert es, aber gerne auf andere zeigen, obwohl keine Beweise vorhanden sind. Aber Amerikaner und deren Beweise sind ja hinsichtlich bekannt. Wir sollten uns von den Amerikanern abwenden, diesen Heuchlern.

  • Sarah vor 6 Tagen

    "...Huawei US-Beamten zufolge..." Ich würde mir gern die Konten dieser Herren mal näher ansehen, wäre interessant wieviel man ihnen geboten hat.
    Die Aussagen kommen doch etwas arg verdächtig passend genau dann, als man dringend neue "Beweise" braucht, um die Sanktionen gegen Huawei endlich noch weiter verschärfen zu können.
    Nicht das ich glauben würde China wäre ein Unschuldslamm, ganz und gar nicht. Aber wenn es wirklich Unregelmäßkeiten gibt, warum sind die nirgendwo dokumentiert? Woher haben diese Mitarbeiter ihre Informationen? Warum ist keinem Provider und keinem anderen Sicherheitsdienst etwas aufgefallen? Das ganze Theater hier ist geradezu lachhaft dilettantisch inszeniert.

  • Lefty vor 6 Tagen

    Glashaus?.... Steine????

  • Goldjunge vor 6 Tagen

    "...die Möglichkeit hat.."
    Wenn ich das schon lesen. Diese Möglichkeit hat wohl jeder Mobilfunkanbieter / Hardware-Hersteller / Software-Hersteller. Hier wird aber vehement unterstellt, dass diese Möglichkeit auch (durchgehend) genutzt wird. Die USA sollten sich an ihre eigene Nase fassen.

38 Kommentare

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  • Wenn man den groß Spion USA und Google als Richter beauftragt sollte man den Urteil mal Urteilen.


  • Ach was die USA als Regierung hier vorbringt ist lächerlich, wird aber über sogenannte Medien und Journalisten so hochgep(f)uscht, dass es am Ende wohl die Mehrheit glauben würde, dabei ist die Erklärung von Huawei schlichtweg logisch und konsequent. Für mich ist klar, dass hier Huawei keine Schuld trifft. Die Frage bleibt, warum die USA das wirklich tun.... ist die Angst vor China so groß?


  • Sind doch alle gleich diesbezüglich.
    Auch Deutschland spielt den Datenschützer. In Wirklichkeit spionieren oder sammeln sie alle. Beginnt schon Google und Apps.


  • Warum bringt ihr nicht das komplette Offizielles Statement zu den Backdoor-Vorwürfen. Das liest sich viel besser:
    Wie die Snowden-Leaks bewiesen haben, haben die Vereinigten Staaten weltweit verdeckt auf Telekommunikationsnetze zugegriffen und andere Länder seit geraumer Zeit ausspioniert. Der Bericht der Washington Post von dieser Woche darüber, wie die CIA jahrzehntelang ein Verschlüsselungsunternehmen zur Bespitzelung anderer Länder eingesetzt hat, ist ein weiterer Beweis dafür.

    Die Behauptungen der USA, Huawei habe technische Schnittstellen zur rechtmäßigen Überwachung genutzt, sind nichts weiter als der Versuch einer Verschleierung – sie widersprechen jeglicher allgemein akzeptierter Logik im Bereich der Cybersicherheit. Huawei hat nie und wird nie verdeckt auf Telekommunikationsnetzwerke zugreifen, wir haben nicht einmal die Möglichkeit, dies zu tun. Das Wall Street Journal ist sich zweifelsfrei bewusst, dass die US-Regierung keine Beweise zur Untermauerung ihrer Behauptungen vorlegen kann, und dennoch hat die Zeitung sich entschieden, die Lügen zu wiederholen, die von US-Regierungsvertretern verbreitet werden. Dies spiegelt die Voreingenommenheit des Wall Street Journal gegenüber Huawei wider und untergräbt seine Glaubwürdigkeit.

    Die Rolle von Huawei als Telekommunikationsanbieter besteht darin, wie jeder andere Anbieter auch Geräte bereitzustellen, die den 3GPP/ETSI-Standards entsprechen. Wir sind verpflichtet, branchenweit gültige Abhörstandards wie den 3GPP-Standard TS 33.107 für 3G-Netze und TS 33.128 für 5G zu befolgen. Hier enden die Verpflichtungen von Huawei in Bezug auf das rechtmäßige Abhören.

    Die tatsächliche Verwaltung und Nutzung der rechtmäßigen Abhörschnittstellen wird ausschließlich von den Netzbetreibern und den zuständigen Behörden durchgeführt. Solche Schnittstellen befinden sich immer in geschützten Räumlichkeiten der Netzbetreiber und werden von Mitarbeitern betrieben, die von den Behörden in den Ländern, in denen sie tätig sind, überprüft werden. Die Betreiber haben sehr strenge Regeln für den Betrieb und die Wartung dieser Schnittstellen. Huawei entwickelt oder produziert keine darüber hinausgehende Abhörtechnik. Huawei selbst hat keinen Zugang zu den Schnittstellen, dieser erfolgt über Systeme von Drittanbietern unter vollständiger Kontrolle der Netzbetreiber. Huawei liefert keines dieser Drittsysteme an Netzbetreiber in Deutschland, diese werden von anderen Zulieferern bereitgestellt.

    Huawei ist lediglich ein Lieferant von Ausrüstung. Deswegen ist uns der Zugriff auf Netzwerke unserer Kunden ohne deren Autorisierung und hinter ihrem Rücken unmöglich. Wir sind nicht in der Lage an den Netzbetreibern vorbei Zugangskontrollen zu umgehen und Daten aus Netzwerken zu entnehmen, ohne von den normalen Firewalls oder Sicherheitssystemen erkannt zu werden. Sogar das Wall Street Journal räumt ein, dass die US-Regierungsvertreter nicht in der Lage sind, konkrete Einzelheiten zu diesen so genannten “Hintertüren” zu präsentieren.

    Cybersicherheit und der Schutz der Privatsphäre der Nutzer haben für Huawei höchste Priorität. Die Äußerungen der US-Regierungsvertreter ignorieren völlig die enormen Investitionen und bewährten Praktiken von Huawei und den Netzbetreibern im Bereich des Cybersicherheit-Risikomanagements. Wir sind sehr empört darüber, dass die US-Regierung keine Anstrengungen gescheut hat, Huawei durch angebliche Cybersicherheitsprobleme zu stigmatisieren. Sollten die USA Verstöße von Huawei aufdecken, fordern wir die USA erneut eindrücklich auf, konkrete Beweise vorzulegen, anstatt die Medien zur Verbreitung von unplausiblen Gerüchten zu nutzen.“


  • Warum sind die Mitglieder der US-Regierung so furchtbar dumm.
    Keine Beweise für nichts und niemanden => schaden der Reputation der USA
    Export-Beschränkungen gegen Huaweis US-Lieferanten => schaden den US-Lieferanten
    Import-Beschränkungen gegen Huawei Richtung USA => schaden dem US Einzelhandel und den US-Bürgern
    Tausch oder Netzinfrastruktur gegen "nicht-Huawei-Teile" => Klingt irgendwie nach B-Ware

    Am Ende wird der Greis im Körper einer Playmobil-Figur irgendwann erkennen müssen, wem er da wirklich schadet. China (und auch andere asiatische Nationen) haben genug Reputation, um solchen Attacken mit einem müden Lächeln entgegenzublicken. Und selbst, wenn die komplette USA und Europa als Abnehmer wegfallen wären das zwar "theoretisch" 1,1 Milliarden potentielle Kunden (sprich Einwohner), aber bei 4,5 Milliarden in Asien muss man sich da wohl keine Sorgen machen.


    • Schätze mal, bis Huawei vor der Tür stand, war ihnen nicht wirklich bewusst, wie sehr sich China in den letzten Jahren technisch entwickelt hat. Das versuchen sie jetzt zu sabotieren, koste es was es wolle. Niemand darf besser sein als die USA.


  • Wieder gefakte Beweise? Das kommt mir vor wie damals als die Amerikaner "unwiderlegbare Beweise" hatten, dass Saddam Hussein mobile Abschussvorrichtungen hatten, mit deren Hilfe Giftgasangriffe gegen die Zivilbevölkerung gegen Syrien, usw. bevorstehen.
    Ich hoffe, denen fliegen endlich diese ganzen Lügen um die Ohren & die Welt wendet sich von der "Weltpolizei" USA ab.
    Welche Regierung nutzt nicht die Möglichkeit der Spionage? Selbst der BND/MAD nutzt die Technologien der Firma Siemens. Warum wird die nicht verteufelt? Die CIA nutzt ua Cysco. Jetzt stellt sich mir die Frage - wie ein Nutzer schrieb - nach dem Stein & dem Glashaus!


    • Die anderen werden nicht verteufelt, weil sie schön brav alles bei Uncle Sam abliefern. China nicht.


  • Jaja die ach so unbescholtenen und vertrauenswürdigen Amis:

    Achja, wer hat Merkels Handy abgehört?
    Achja, wer war der erste und einzige bisher, der tatsächlich Atombomben auf die Menschen geschmissen hat?
    ----


  • Es ist doch zweitrangig was wo wie geschrieben wird. Fakt ist nur eins, wir als Nutzer werden von keiner Seite je die ganze Wahrheit erfahren. Daher traue ich weder den Aussagen der USA noch der von Huawei.


    • Ich denke, man sollte hier schon noch etwas zwischen Huawei und China differenzieren. China ist gewiss um keinen Deut besser. Huawei muss sich als international agierendes Unternehmen schon an die Spielregeln halten. Würde da wirklich was nachgewiesen, bekämen sie außerhalb China nie wieder einen Auftrag, das werden sie nicht riskieren, zumal China sicher genügend andere Wege für Spionage hat oder bei Technologie diese einfach gleich aufkauft.


  • Auch gut, wenn die weiter so sabbeln, lässt 5G auch noch etwas auf sich warten.
    Das ganze soll ja doch momentan noch eine rechte Belastung für den Menschen sein.
    wer weiss vielleicht stehts doch noch nicht ganz so schlecht um unsere Lebenserwartung 😋


  • Ja,ja die Amis die selbsternannte Welt Polizei ! Am Besten nur Ami Technologie nutzen damit er alles ausschnüffeln kann zum Wohle der Welt ! 🤪🤪🤪


  • Also das was die Amerikaner seit Jahren nachweislich machen, aber keinen kümmert es, aber gerne auf andere zeigen, obwohl keine Beweise vorhanden sind. Aber Amerikaner und deren Beweise sind ja hinsichtlich bekannt. Wir sollten uns von den Amerikanern abwenden, diesen Heuchlern.


  • Ist doch prima, ein weiteres Smartphone System wird immer wahrscheinlicher...


  • "...Huawei US-Beamten zufolge..." Ich würde mir gern die Konten dieser Herren mal näher ansehen, wäre interessant wieviel man ihnen geboten hat.
    Die Aussagen kommen doch etwas arg verdächtig passend genau dann, als man dringend neue "Beweise" braucht, um die Sanktionen gegen Huawei endlich noch weiter verschärfen zu können.
    Nicht das ich glauben würde China wäre ein Unschuldslamm, ganz und gar nicht. Aber wenn es wirklich Unregelmäßkeiten gibt, warum sind die nirgendwo dokumentiert? Woher haben diese Mitarbeiter ihre Informationen? Warum ist keinem Provider und keinem anderen Sicherheitsdienst etwas aufgefallen? Das ganze Theater hier ist geradezu lachhaft dilettantisch inszeniert.


    • Naja es scheint ja schon etwas an der Geschichte mit Huawei dran zu sein. Einfach Mal folgendes bei Google eintippen:
      "US find's Huawei has backdoor access to mobile networks globally, report dass..."

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