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Kommentar 7 Min Lesezeit 9 Kommentare

Google Cardboard: Wie weit kommt man mit einer VR-Brille für 5 Euro?

Virtual Reality. Die ultimative High-Tech-Immersion, die so viel verspricht, scheint für viele immer noch unerreichbar zu sein. Betrachtet man die unerschwinglichen Preisschilder der High-End-VR-Brillen wie HTC Vive und Oculus Rift, muss man fast zu dem Schluss kommen, dass Virtual Reality weiterhin nur ein teures Spielzeug ist. Aber für diejenigen unter uns, die ein kleines Budget haben, gibt es immer noch das bescheidene Google Cardboard. Ein einfacher Papprahmen mit preiswerten Kunststoffgläsern macht aus jedem Smartphone ein VR-Headset für wenige Euro.

Angesichts der niedrigen Kosten gibt es keine Ausrede, VR nicht einmal auszuprobieren. Aber kann das Budget-VR-Erlebnis wirklich das futuristische Gefühl von Oculus, Vive & Co. vermitteln? Mit nichts als einem Smartphone und 5 Euro in der Tasche, schauen wir uns an, was Cardboard zu einem unverzichtbaren Smartphone-Zubehör macht.

Wie bekomme ich eine Google Cardboard?

Google hat eine Reihe von Cardcoard-kompatiblen Headsets für den Verkauf zertifiziert, mit Preisen ab - Ihr habt es erraten - etwa 5 Euro. Zu diesem Preis gibt es keine Entschuldigung für einen Technologie-Enthusiasten, keine solche Papp-Brille zu haben, um mit VR zu experimentieren. Es gibt auch teurere, Cardboard-kompatible Headsets für diejenigen, die ein wenig mehr für zusätzlichen Komfort ausgeben wollen.

Tatsächlich muss ein Cardboard-Viewer sogar überhaupt nichts kosten. Sie werden oft bei Promotion-Events verschenkt oder zusammen mit Zeitschriftenabonnements verpackt. Der Guardian und die New York Times haben bereits einige davon verschenkt, um für ihre eigenen VR-Inhalte zu werben. Haltet einfach die Augen offen, und ein kostenloses Cardboard ist vielleicht nicht allzu weit weg.

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Nicht gerade schick, aber praktisch. / © AndroidPIT

Die wirklich sparsamen (und fingerfertigen) unter Euch können ihr eigenes Headset herstellen, indem sie Googles Vorlage ausdrucken und den Anweisungen im Kit des Herstellers folgen, um eine billige VR-Brille mit den richtigen Spezifikationen zu erhalten.

Also gut, was kann ich mit Cardboard machen?

Cardboard nimmt Euch auf eine VR-Tour in den Urlaub

Wenn Ihr ähnlich drauf seid wie ich, werdet Ihr Euch vielleicht dabei ertappen, im Kopf exotische Schauplätze zu besuchen, wenn Ihr eine Landkarte oder einen Globus seht. Bei Cardboard müsst Ihr Euch nicht nur auf Eure Phantasie verlassen, sondern könnt auch selbst einsteigen.

Ob Ihr vor der Reiseplanung einen Ort auskundschaften wollt oder einfach nur neugierig seid, es gibt eine Reihe von Möglichkeiten für VR-Tourismus mit der Cardboard. Viele Städte und Orte, wie z.B. New York und Paris, sind mit eigenen VR-Apps ausgestattet, um den Ort im Detail zu erkunden.

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Schaut vom Eiffelturm herunter, ohne die Sicherheit des Wohnzimmers zu verlassen. / © AndroidPIT

Wenn Ihr lieber stöbern und Eurem Fernweh frönen möchtet, empfehle ich Euch die App Sites in VR (Sehenswürdigkeiten in VR), mit denen Ihr viele schöne historische und kulturelle Stätten, Paläste, Museen, Parks usw. besichtigen könnt.

Für die Abenteuerlustigen hat Discovery VR eine großartige App, mit der wir effektiv in der Lage sind, verschiedene Dokumentarfilme aus abgelegenen Gegenden zu sehen und in deren Reise einzutauchen. JauntVR bietet auch das Eintauchen in Dokumentarfilme abseits der ausgetretenen Pfade des Pauschaltourismus, etwa in Gegenden wie Nordkorea oder Syrien.

Der Tourismus in VR ist verlockend. Schaut Euch für eine Weile ein altes Grab, einen prunkvollen Palast oder eine idyllische Küste an und es dauert nicht lange, bis die Füße zu jucken beginnen. Umso frustrierender, dass die meisten Erlebnisse reine 360-Grad-Videos sind, in denen man sich umschauen, aber nicht bewegen kann.

Dokumentarfilme sind fesselnder, die Besten geben einem wirklich das Gefühl, dass man da ist - bis man einen Pfad sieht, dem man folgen will, oder ein Gebäude, das man betreten will, aber dann merkt man, dass man nur für die Kamerafahrt da ist. Das ist großartig, um der Neugier zu frönen, aber seid nicht überrascht, wenn das Fernweh und die Reiselust nach einem immersiven Eintauchen in das, was es da draußen zu sehen gibt, noch intensiver werden.

Welche Art von Multimedia gibt es für Cardboard?

Seit der Veröffentlichung von Google Cardboard im Jahr 2014 sind immer mehr VR-kompatible Medien verfügbar, wobei es verschiedene Plattformen gibt, die Inhalte kuratieren.

Der Einstieg ist einfach:

  • Sucht auf YouTube nach "VR" oder "360", um zu sehen, was die Videoplattform zu bieten hat
  • Tippt auf das Viewer-Symbol rechts unten im Video, um den VR-Modus zu starten
  • Vergesst nicht, auf dem Video eine hohe Auflösung zu wählen
  • Jetzt steckt das Handy in das Headset und schon seid Ihr bereit!
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Wenn Ihr lange Videos schaut, solltet Ihr Euch lieber einen Gurt besorgen. / © AndroidPIT

Traurig, wenn es um Netflix in VR geht, dann da ist Cardboard nicht ganz auf dem neuesten Stand (dafür braucht man Google Daydream oder Samsungs Gear VR). Aber es gibt einige großartige Content-Plattformen, die sich darauf spezialisiert haben, ansehnliche VR-Inhalte anzubieten. 

WITHIN ist eine der Besten, und meine erste Wahl, wenn ich neue VR-Videos mit Cardboard entdecken möchte. Interessante Inhalte gibt es auch bei Littlstar, JauntVR und auf Magenta Virtual Reality Ich empfehle auch, die Inhalte auf VeeR VR und FulldiveVR (die sich mehr auf nutzergenerierte Inhalte konzentrieren) zu checken, um zu sehen, ob deren Sammlungen etwas für Euch sind.

Es gibt einige großartige VR-Videoinhalte, aber seid vorsichtig, wenn Ihr Euch etwas über mehr als 20 Minuten ansehen wollt. Wenn Ihr den Cardboard-Viewer so lange an Euer Gesicht halten müsst, geht das auf die Arme. Besorgt Euch also lieber einen Gurt zur Befestigung am Kopf.

Gibt es gute Spiele für Google Cardboard?

Die Videospiele-Industrie und -Gemeinschaft ist einer der größten Evangelisten für das immersive Potenzial der VR-Technologie, und das ist verständlich. Aber Spiele erfordern auch mehr Interaktivität als andere Multimedia-Anwendungen, und Cardboard fehlt ein Controller, der einer der großen Vorteile der Google Daydream ist.

Ganz offen gesagt, sind viele der VR-Spiele für Cardboard, die es im Play Store gibt, frickelig und wenig durchdacht. Die meisten Titel lohnen sich nicht. Aber ich habe viel Erfahrung damit, im Play Store nach den besten Android-Spielen zu suchen, die es derzeit gibt, und interessante Titel im Auge zu behalten, die noch kommen werden. Dasselbe gilt für VR. Meine Instinkte halfen mir bei der Jagd auf einige VR-Spiele für Cardboard, die definitiv ein Anspielen wert sind.

Ich empfehle jedem, der mit VR-Spielen auf Cardboard anfängt, InCell VR auszuprobieren, ein Action-Spiel, das in der faszinierenden Umgebung der menschlichen Zelle spielt. Es bietet nicht nur eine gewöhnliche Spielumgebung mit fantastischer Optik, sondern ist auch speziell für Cardboard entwickelt worden.

Die schießfreudigeren VR-Neulinge sollten VR Galaxy Wars ausprobieren, bei dem Ihr einen futuristischen Turm im Weltraum steuern und feindliche Schiffe mit nur schnellen Reflexen und Eurem Blick in Stücke sprengen könnt.

Space-Shooter-Fans, denen es nichts ausmacht, ein wenig Geld auszugeben, sollten auch Minos Starfighter VR (früher bekannt als Endspace) kaufen.

Minos Starfighter ist wahrscheinlich das beste mobile VR-Spiel, das derzeit auf dem Markt erhältlich ist. Minos Starfighter bietet Euch jede Menge Action für's Geld, mit üppiger Optik, 360-Grad-Bewegung und herausfordernden Gegnern.

Die Grenzen von Cardboard

Wenn es etwas gibt, das ich von meiner Reise mit Google Cardboard gelernt habe, ist das höchstwahrscheinlich, dass Ihr die Papp-Brille entweder nach ein paar Nachmittagen in den Schrank werfen und vergessen werdet, oder bald anfangt, über ein Upgrade nachzudenken. Ich persönlich falle fest in die zweite Kategorie.

Man sagt ja, dass man das bekommt, wofür man bezahlt, und während die 5-Euro-VR-Brille sicherlich Stunden um Stunden Unterhaltung hergibt, hat Cardboard immer noch eine Menge Einschränkungen. Selbst für das passive Ansehen von kurzen VR-Videos ist das Headset unbequem und muss stets gehalten oder gerade gerückt werden.

Zu oft bekam ich auch Doppelbilder, sogenannten Drift, was bedeutet, dass ich VR-Inhalte nicht so sehen konnte, wie sie gedacht waren. Sowohl Daydream als auch Gear VR sind viel, viel eleganter, hochwertiger und angenehmer zu tragen, dank besserem Design, Materialien und Riemen. Beide Geräte bieten auch anspruchsvollere Spiele und hochwertigere Multimedia-Inhalte.

Für den Hardcore bleiben die HTC Vive und die Oculus Rift der Höhepunkt des VR-Erlebnisses, sind aber immer noch unerschwinglich teuer und verlangen außerdem enorm teure PCs.

AndroidPIT HTC Vive TP Cast 1
Die HTC Vive ist die tollste VR-Brille, die ich bisher ausprobiert habe. / © AndroidPIT

Vielleicht ist für die Zukunft des komfortablen und gut integrierten VR gar kein Smartphone oder PC erforderlich. Oculus und seine Konkurrenten arbeiten bereits an eigenständigen Headsets, die noch in diesem Jahr erhältlich sein könnten.

Für mich gab mir Cardboard einen guten Vorgeschmack, um mich süchtig zu machen und mehr zu wollen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand auf lange Sicht damit zufrieden sein wird.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Google Cardboard gemacht? Gibt es irgendwelche Apps, die Ihr empfehlen würdet?

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9 Kommentare

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  • Laen vor 4 Monaten Link zum Kommentar

    Mmh ich hab ne Plastik cardBoard und ps vr und letzteres ist um längen besser als sonst cardBoard teil


  • Habe mir ein Plastikteil für nen Zehner bei Amazon geholt. Für den Anfang ganz gut. Aber leider wurde auch mir nach kurzer Zeit schlecht und der Abend war gelaufen. Aus Angst, es passiert wieder, benutze ich das Ding schon nicht mehr. Auch weil der Nutzen für mich im Moment noch zu gering ist. Halt (noch) eine nette Spielerei.


  • Oh VR, nur leider wird mir einfach nur schlecht und ich bekomme einen Migräneanfall. Schade eigentlich. Möchte das doch ganz gerne...


  • Ich bin nicht die Zielperson für so etwas, leider. Mit wird immer schlecht😊


    • Geht mir leider genau so😥


    • das ist die Phase die manche leider überwinden müssen, aber das Gehirn gewöhnt sich dran. und glaubt mir, es lohnt sich. Cardboard allerdings eignet sicher eher dafür Leute von VR zu vergraulen als sie dafür zu begeistern!


      • Izzy
        • Blogger
        vor 5 Monaten Link zum Kommentar

        Also ich habe auch mit einem Cardboard begonnen, das ich auf einer Messe gratis abgreifen konnte. Aus genau den oben geschilderten Gründen (fehlender Gurt, unbequem) habe ich mir kurz darauf einen Plastik-Ersatz gegönnt. Jetzt habe ich auch die Kopfhörer integriert, und das Teil sitzt bequem auf dem Kopf – da macht das Ganze schon Spaß.

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