Project DIYPhone

  • Antworten:2
  • OffenNicht stickyNicht beantwortet
  • Forum-Beiträge: 1

05.08.2017, 12:34:48 via Website

Guten Tag,

Das Hobby Modellbau ist sicherlich vielen Bekannt. Ich selbst spiele mit der Idee, ein eigenes Smartphone zu entwickeln. Es muss nicht schneller oder günstiger sein, als existierende Smartphones, aber es sollte den Vorstellungen von uns Entwicklern gerecht werden.

Ich selbst studiere Elektrotechnik dual bei Siemens mit einer Ausbildung zum Industrietechnologen und suche ein paar engagierte Informatiker und weitere Elektrotechniker, die sich mir anschließen wollen.
Vermutlich sollte ein Team aus drei bis zehn Mann, sinnvoll sein sollte.

  • voraussichtlich Android basiert oder gar ein eigenes Betriebssystem?
  • Treiber in jeglicher Form und das recherchieren von Pin Belegungen, scheint mir noch die größte Hürde zu sein. Bauteile sollten relativ leicht zu beschaffen sein.

Antworten
  • Forum-Beiträge: 819

05.08.2017, 13:52:41 via Website

Ich will ja nicht den Elan aus Deinen Überlegungen nehmen, aber wenn Du ein Gerät bauen willst, das sich mit mit öffentlichen Kommuniationsnetzen verbinden will, was bei einem Telefon in der Regel der Fall ist, dann musst Du dessen Konformität mit bestimmten Normen und Vorschriften durch ein zugelassenes Labor zertifizieren lassen, was schon deutlich über 100000 € (in Dtl.) kosten kann. Diese Zertifizierung soll verhindern, dass Dein Gerät Störungen im Netzbetrieb verursacht, und reibungslos mit den Basisstationen zusammenarbeitet. Die Inbetriebnahme ohne Zertifizierung kann schmerzhafte straf- und zivilrechtliche Folgen haben.
Zu zertifizieren sind in der Regel alle Schichten der verschiedenen Protokollstacks (2G, 3G, 4G) für die Kommunikation mit den öffentlichen Netzwerken.
Ich nehme an, Custom-Roms verwenden für die Protokollstacks oberhalb Schicht 1 gekapselte Softwaremodule, die einmal zertifiziert wurden, und danach nicht mehr angerührt werden.
Die Schicht 1 (physischer Layer) muss ebenfalls zertifiziert werden, hierbei wird die Einhaltung der physikalischen Grenzwerte für HF-Leistung, Frequenzlage, Modulationsparameter, Jitter usw. überprüft. Dies wird zwar meistens durch die Hersteller der HF-Transceiver und die zugehörigen Treiber, auch im Basisband, sichergestellt, wenn man sich zusätzlich bei Leiterplatten- und Antennenauslegung an bestimmte Musterdesigns hält, muss aber dennoch nachgemessen und bescheinigt werden.
Selbst die Mechanik ist nicht unproblematisch, auch wenn man hierbei für Prototypen mit 3D-Druck arbeiten könnte.

Das Ganze erscheint mir vor allem finanziell als zu riskant, nur um ein Produkt zu entwickeln, das es in hundertfach variierender Ausführung im Wesentlichen so schon gibt.
Solltest Du überzeugende Ideen haben, könntest Du natürlich versuchen, in einer Crowdfunding-Kampagne die nötigen Geldmittel zu beschaffen, um nach Gründung eines Startups zu entwickeln. Da dann das Gerät "in Verkehr" gebracht würde, wäre zusätzlich die Zertifizierung nach CE erforderlich.
Auch hierbei ist zuvor eine gründliche Rechtsberatung zu empfehlen, die durch Wahl der geeigneten Unternehmensform die persönlichen Risiken minimiert.

Ist Dir das alles eine Nummer zu gross, so könntest Du Dich auch nur einer Gruppe anschließen, die ein eigenes Custom-Rom entwickelt, mit den dabei eingeschränkten Möglichkeiten eben.

— geändert am 05.08.2017, 16:08:04

swa00

Antworten

Empfohlene Artikel