Neue Whatsapp "Live Standort" Option

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18.04.2017, 17:21:21 via App

Schon mehrfach wurde berichtet, dass WhatsApp bald eine Funktion einführt, womit man einen live Standort schicken kann. Man soll einstellen können, wie lange die Live Karte aktiviert sein soll.

Doch anscheinend zieht auch Facebook daraus seinen Nutzen:

Die neue Standort-Funktion in WhatsApp ist insbesondere unter Datenschutz-Aspekten mit Vorsicht zu genießen - ganz besonders gilt das für Kinder. Wer die Funktion aktiviert, gibt seine Position damit nicht nur an Freunde, sondern auch Facebook weiter, zu dem WhatsApp gehört.
(http://www.chip.de/news/WhatsApp-Bedenkliches-Feature-in-neuer-Beta-aufgetaucht_113103713.html)

Wie denkt ihr darüber?

LG Flamme6

Falls ich euch helfen konnte, würde ich mich über einen Daumen hoch sehr freuen :)

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18.04.2017, 18:19:50 via Website

Ich halte davon überhaupt nichts.

Es wird den Usern mit Sicherheit so verkauft, dass sie bestimmen können, wann und vielleicht auch an wen (oder an alle Kontakte?) der Standort übermittelt wird. Allerdings sehe ich darin zwei Risiken, die die wenigsten erkennen werden:

  1. Man verliert leicht den Überblick, wer den Standort bekommt.
  2. Live-Tracking deutet darauf hin, dass WhatsApp, und damit Facebook, immer den Standort bekommen, aber nicht an jeden der Kontakte weitergeben.

Die aktuellen AGB von WhatsApp halte ich für rechtlich nicht wirksam, was aber derzeit gerichtlich geklärt wird. Hier ist die Frage, welches Landesrecht zur Anwendung kommt. Hinzu kommt, dass WhatsApp Sicherheitsfunktionen bisher jedesmal falsch implementiert hat. Sogar das hochgelobte Axolotl-Protokoll (das auch Signal verwendet) ist so implementiert, dass ein Angriff von außen möglich ist (ging erst vor wenigen Wochen durchs Netz)

Gleichzeitig habe ich aber auch Google weitgehend von meinen Smart Devices verbannt. Ich nutze keine Maps-App mehr, weil diese dauerhaft mit dem Googlekonto verbunden ist und damit ebenfalls dauerhaft tracken kann. Gleiches gilt für YouTube. Beides kann man ohne Probleme im Browser nutzen, wenn man ihm den Zugriff auf den Standort untersagt. OK, auf die Navigation muss man verzichten, aber es gibt ja spezielle Navi-Apps - sofern man soetwas überhaupt noch braucht, weil es im Auto fest verbaut ist.

Chrome als Browser? Ne, ne, selbst Chromium, die Community-Version von Chrome, ist mir zu neugierig! Firefox ist meine Wahl! Werbung blende ich mit dem AddOn uBlock Origin aus, Cookies lösche ich mit dem AddOn Self-Destructing Cookies automatisch. AddOns erreicht man über das Einstellungsmenü in Firefox.

Die Google-App habe ich stillgelegt. Der ganze Google Now-Kram ist in meinen Augen nur der Speck, mit dem man Mäuse fängt.

Drive ist leer und die App deaktiviert. Notizen ebenfalls. Die Gmail-App habe ich noch nie genutzt. Jede andere E-Mail-App kann auch Gmail-Konten abrufen. Leider muss man bei den E-Mail-Apps aber auch darauf achten, auf wen man sich einlässt und die AGB (oft nur in englisch) lesen. Ich nutze die MagentaCLOUD, weiß aber noch nicht, ob ich nicht über kurz oder lang auf eine eigene Cloud auf einem NAS zurückgreifen werde. Notizen verwalte ich mit der App Denkzettel. Die schreibt Textdateien, die wiederum mit der MagentaCLOUD (zum Beispiel mit FolderSync oder Sychronize Ultimate - wobei ich noch unentschieden bin, welche App ich dazu einsetze) synchronisiert werden können.

Google Play Musik nutze ich auch nicht mehr. Kaufe ich Musik, mache ich das über den Browser und lade sie mir sofort herunter. Gleiches gilt für Google Filme & Serien, wobei ich die ohnehin nicht genutzt habe. Bisher habe ich bei Maxdome ab und an einen Film gemietet, das meiste aber auf DVD/BluRay oder über einige Jahre per Save.TV aufgenommen.

Hangouts, Allo, Duos und wie die ganzen Messenger von Google heißen, waren nie auf meiner Liste. Alles deinstalliert, deaktiviert oder links liegen gelassen. Skype (gehört seit geraumer Zeit Microsoft) habe ich noch (jedoch nicht als App auf den Smart Devices), aber das wird kaum noch genutzt und wird daher demnächst gelöscht. Leider machen es die Konzerne einem immer schwerer, Accounts zu löschen, wie Skype beweist. Meine Instant Messanger sind Threema (seit 2014) und Signal (seit 8/2016). Im Dezember habe ich zudem Wire testweise installiert. Ich bin mit einigen Usern hier über XMPP und der App Conversations im Kontakt, aber das ist bezüglich Verschlüsselung leider derzeit noch ein bisschen wackelig und kompliziert, um es der Allgemeinheit zu empfehlen.

Meine Kontakte, meine Termine und Aufgaben liegen bei Posteo, einem deutschen Anbieter, der 1 EUR im Monat kostet, dafür aber per AGB ausschließt, diese Daten in irgeneiner Form zu verwenden, die über die Notwendigkeit zur Bereitstellung des Dienstes hinausgeht. Zum Synchronisieren benötigt man zum Beispiel DAVdroid.

Um dem Play Store kommt man nicht wirklich herum. Eben auch wegen Musik, wie oben beschrieben. Nur dafür nutze ich noch mein Googlemail-Postfach. Meine Kommunikation habe ich auf Posteo umgestellt. Als E-Mail-App verwende ich K-9 Mail und aktuell zum Test MailDroid (ich möchte Mails auch formatieren können). Grundsätzlich vermeide ich werbefinanzierte Apps und nehme die Kaufversion. Die paar Euro sollten dank Guthabenkarte für jedermann erschwinglich und möglich sein.

Jede App prüfe ich auf die Rechte. Leider gibt der Play Store wenig Auskunft über die tatsäschlichen Rechte. Dazu nutze ich Firewall ohne Root, um den Zugriff ins Netz zunächst komplett zu sperren und die Rechte in den Einstellungen zu prüfen. Viele Apps übertragen nämlich bereits Daten beim ersten Start, bevor man durch die Ersteinrichtung ist.

Meine Devise lautet: Es gibt vielleicht für alles eine App, aber das meiste lässt sich auch ganz normal per Browser erledigen. Man braucht nicht für alles eine eigene App. Als Nebeneffekt benötige ich auch kein Smart Device mit der neuesten Top-CPU und RAM in rauhen Mengen. Selbst mein altes HTC One von 7/2013 funktioniert noch sehr schön flüssig. Das hat sogar (dank LineageOS), Android 7.1.1 und ist damit aktueller als mein drei Monate altes ZTE Axon 7 Mini - bei gleicher Systemstabilitität, trotz Nightly-Status meiner ROM-Version von LineageOS.

Ich weiß, mein Vorgehen ist ziemlich radikal und nicht ohne weiteres für jedermann zu machen. Wobei... Eigentlich wäre es schon für jedermann machbar, aber die vorinstallierten Apps und die Empfehlungen der Redaktion und altbekannten Apps lassen die Mehrheit bequem werden. Es gibt noch viel radikalere User als mich. Die eliminieren alles, was mit Google, Facebook, Microsoft etc. zu tun hat und nutzen F-Droid als App-Quelle. Dort gibt es tolle Apps, aber nicht alles. Und vieles nicht so schön und so benutzerfreundlich.

Daher verstehe ich, wenn man einen Mittelweg sucht. Aber ich kann Euch nur empfehlen, beschäftigt Euch mit dem Thema Datenschutz und Datensparsamkeit und sucht Euren Kompromiss. Es lohnt sich! Ich bin unerheblich. Aber wir User als Masse könnten den Konzernen sehr schnell den virtuellen Stinkefinger bezüglich Ihrer Datensammelwut zeigen.

Ich weiß, mein Beitrag geht weit über die Frage hinaus. Aber ich muss auch mal zusammenfassend schreiben, was ich als Alternativen nutze, damit mein Smartphone smart bleibt und ich am Ende nicht der Dumme bin.

— geändert am 18.04.2017, 20:45:16

Grüße
Aries


Meine Nachbarn hören gute Musik, ob sie wollen oder nicht!

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C. F.
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  • Forum-Beiträge: 528

19.04.2017, 19:18:57 via Website

Die neue Standort-Funktion in WhatsApp ist insbesondere unter Datenschutz-Aspekten mit Vorsicht zu genießen - ganz besonders gilt das für Kinder.

Gemäß AGB von WhatsApp dürfen Kinder WhatsApp gar nicht nutzen. Obwohl - das Mindestalter von 13 Jahren...:

Im August 2016 gab das Amtsgericht Bad Hersfeld einem Vater auf, WhatsApp und vergleichbare Programme von den Geräten seiner minderjährigen Kinder zu entfernen. Die beiden Töchter (10 und 15 Jahre) des Mannes wurden zuvor durch Nachrichten mit sexualisiertem Inhalt belästigt („Sexting“). Der Vater wurde vom Gericht zur präventiven Mithilfe aufgerufen.

Das Gericht befand WhatsApp stelle für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, die keinen verantwortungsvollen Umgang mit den Funktionen und Risiken erlernt haben, eine Gefahr für ihre Privatsphäre und Entwicklung dar. Eltern hätten sicherzustellen, dass ihre Kinder sich mit den Möglichkeiten und Risiken digitaler Medien auseinandersetzen. In diesem Zusammenhang haben wir am Ende des Artikels Handlungsempfehlungen zusammen gestellt.

http://www.klicksafe.de/service/aktuelles/news/detail/welches-mindestalter-gilt-fuer-whatsapp/

— geändert am 19.04.2017, 19:19:41

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