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Elektromotorräder im Trend: Freie Fahrt für volle Akkus
Hardware Kommentar Mobilität 4 Min Lesezeit 13 Kommentare

Elektromotorräder im Trend: Freie Fahrt für volle Akkus

Wenn wir über Elektrofahrzeuge sprechen, reden wir normalerweise über Autos. Der Markt für elektrische Fahrzeuge begann als für den umweltbewussten Stadtbewohner, zumindest in Sachen Marketing. Doch mit Autos wie dem Porsche Taycan und dem Audi R8 E-tron versucht der Markt bereits, die Aufmerksamkeit der echten Auto-Freaks zu erregen. Das Gleiche passiert jetzt mit Motorrädern.

Ich habe in den letzten Monaten einen wachsenden Trend zu vollelektrischen Motorrädern beobachtet, die eindeutig versuchen, diesen ganz speziellen Biker-Spirit einzufangen, der bisher so eng mit dem Verbrennungsmotor verbunden ist. Können Hersteller den Biker wirklich für Batterien begeistern?

Erst diese Woche wurde bekannt, dass der legendäre britische Motorradhersteller Triumph, der von James Dean bis David Beckham gefahren wird, plant, die legendäre Triumph Trident zurückzubringen. Das Original war das erste Superbike des Unternehmens und wird wieder zu einer weiteren Premiere werden - dem ersten Elektromotorrad von Triumph.

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David Beckham besitzt ein maßgeschneidertes Triumph-Motorrad. / © Triumph Motorräder

Triumph testet das Thema "E-Motorrad" schon seit einiger Zeit. Vor einigen Monaten startete das Unternehmen eine Umfrage, um die Kunden zu fragen, wie sie über Elektro-Bikes denken. Eine der Fragen: Was könnte Euch daran hindern, ein Elektromotorrad zu kaufen? Ich persönlich würde einen Triumph-Elektroantrieb begrüßen.

Triumph ist nicht die einzige klassische Benzin-Biker-Marke, die sich auch elektrisch bewegt. Einige Leser werden vielleicht schon Teaser für Harley-Davidsons LiveWire-Elektro-Motorrad gesehen haben. Der legendäre amerikanischen Hersteller und wahrscheinlich die berühmteste Motorradmarke aller Zeiten drängt die Fans, sich auf eine Reihe von elektrischen Zweirädern vorzubereiten, die "neue Wege des Fahrens inspirieren werden".

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Die Harley-Davidson LiveWire Elektro-Maschine. / © Harley-Davidson

Sein LiveWire-Modell unterstreicht das. Muskulös und kraftvoll, cool und selbstbewusst. Auch die entsprechende Leistung ist vorhanden. Es gibt keine Kupplung und kein Getriebe, was Puristen abschrecken könnte, aber der "Twist and Go"-Ansatz wird sicherlich eine jüngere Generation von Möchtegern-Bikern ansprechen.

Mehrere Start-ups schließen sich der alten Garde auch im Wettlauf der Strom-Biker an, die in den Sonnenuntergang starten. Besonders beeindruckend, zumindest aus rein ästhetischer Sicht, ist die Fly Free Smart. Die Jungs aus Long Beach, Kalifornien, arbeiten an fünf Modellen, die von klassischen Motorrädern im Stil der 50er Jahre bis hin zu einem Wüstenmodell reichen, das sich besser für Offroad-Fahrten eignet.

Dann ist da noch Zero, ein weiterer kalifornischer Hersteller, der aus Santa Cruz kommt. Zero ist auf dem Weg zum Erfolg des Elektromotorrads wohl weiter als jeder andere. Im Jahr 2006 wurde der erste Prototyp produziert, seit einigen Jahren werden die Zero-Elektromotorräder bereits verkauft.

Freiheit bedeutet Reichweite, und das ist immer noch ein Problem

Fragt jeden Motorradfan, was er am Fahren liebt, und er wird über das Gefühl von Freiheit sprechen, wenn er auf zwei Rädern die Straße vor sich sieht. Das Problem bei Elektromotorrädern ist, dass die begrenzte Reichweite eben nicht dieser Freiheit entspricht. In der Tat, mit der Ladeinfrastruktur in ihrem jetzigen Zustand ist die Verwendung von Elektromotorrädern und Freiheit im gleichen Satz fast widersprüchlich. Die Frage der Reichweite bleibt die größte Hürde für die Hersteller, um traditionelle Biker in elektrische umzuwandeln.

Die Harley-Davidson LiveWire verfügt über ein Hochspannungs-Akku-Energiesystem, das eine Reichweite von 225 km verspricht. Das ist nicht schlecht, aber es wird kaum für die große Tour ausreichen. Das Aufladen erfolgt entweder über ein Ladegerät der Stufe 1, das Ihr an eine Haushaltssteckdose anschließen und die ganze Nacht für eine volle Ladung dort lassen könnt, oder über eine DC-Schnellladestation der Stufe 3. So landen 80 Prozent Akku-Ladung in 40 Minuten im "Tank", 100 Prozent in einer Stunde.

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Das größte Problem für diese Motorräder bleibt das Laden und die Reichweite. / © Zero

Bei Zero sieht es ähnlich aus. Die Reichweite unterscheidet sich stark je nachdem, wie und wo man fährt, aber wenn Ihr in der Stadt seid, könnt Ihr je nach Modell bis zu 350 Kilometer aus einem Zero-Elektro-Motorrad herauskommen, bevor Ihr es aufladen müsst. Wenn man jedoch auf der Autobahn fährt und ordentlich Gas gibt, sinkt diese Zahl auf nicht einmal mehr 180 Kilometer.

Trotz der Probleme mit Reichweite und Aufladung, die wir bereits aus der Welt der Elektroautos kennen, freue ich mich auf die Zukunft der elektrischen Motorräder. Die frühen Modelle, die wir auf den Markt kommen sehen, treffen in vielerlei Hinsicht direkt ins Schwarze - schaut Euch sich die Fly Free Smart noch einmal an und sagt mir allen Ernstes, dass das Ding nicht cool ist.

Wird die nächste Generation von Bikern mit Strom statt Sprit unterwegs sein? Ich glaube schon.

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13 Kommentare

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  • Elektromobilität schafft Ruhe, allein das ist ein Grund das zu entwickeln, fördern und zu nutzen. Die Lärmbelästigung durch Verbrenner Bikes ist einfach nur noch Asozial!


  • Habe Probleme mit E Mopeds. Für mich muss ein Moped stinken , Lärm machen


  • Na ja, das mit dem Sondermüll der Akkus nach zehn Jahren hat sich mittlerweile vielfach widerlegt. Ich fahre selbst eine Zero und bin begeistert. Das Fahrgefühl ist einfach unglaublich, der übergangslose Anschub, die nahezu geräuschlose Berschleunigung sollte man einmal erlebt haben. Allerdings kann ich die Gedankengänge der Harley-Produzenten nicht nachvollenziehen, 33.000 Euro für eine Reichweite von 225 Kilometern, wie soll das funktionieren? Bei aller Begeisterung für das E-Bike fahren, kann man seinen Realitätssinn durchaus behalten. Bezüglich Reichweite muß sich natürlich noch einiges entwickeln.


  • Ich glaube nicht dass sich ein richtiger Biker dafür begeistern kann. Ein Biker will den Motor dröhnen hören. Viele Biker schrauben dafür den Schalldämpfer ab (und hoffen das man sie nicht erwischt).


    • Ein richtiger Motoradfahrer will den Fahrtwind spüren, die frische Luft geniessen und wenn möglich Schräglage fahren.
      Die Biker in ihren Papageienkombies mit Kniepad zum geradeaus heizen die sich Krawalltüten an ihre Joghurtbecher schrauben haben nicht unwesentlich zum schlechten Image der Motorradfahrerszene beigetragen.

      Ich würde auch ein vollelektrisches Motorräd fahren aber im Moment fahre ich lieber elektrisches Fahrrad ;-)


  • Also, ich könnte mir vorstellen, ein eMotorrad (keine Harley, s. u.) zumindest mal auszuprobieren. Zur Reichweite: die Reichweite in der Stadt anzugeben ist ja wohl völlig Quatsch, genauso wie Autobahn, die allermeisten Kilometer fährt man doch über Land, Berge(!) und Kurven. Aber wenn die 150km die unterste Grenze ist und die oberste liegt bei 225, dann entspricht das schon ziemlich der Reichweite meines jetzigen Moppeds (1000er Aprilia). Und wenn das Tanken noch klein bisschen schneller geht und die Reichweite noch ein kleines bisschen steigt, dann könnten wir unsere Urlaube genau so machen wie bisher: Hin- und Rückreise mit 600-800 km am Tag mit 3-4 Pausen und vor Ort meist 200-400km mit sowieso mehr Pausen. Nur die Lade- Infrastruktur ist dann noch ein Problem.

    @Klaus Trofob: "...Das ist doch höchstens was für pensionierte Ärzte, Architekten und Anwälte mit 2. Midlifecrisis (oder eher Endlifecrisis)...." Das ist es doch jetzt schon. Guck dir mal die Preise und die Fahrer von Harleys an!
    Aber du hast recht, ohne ein bisschen Krach Mopped fahren – ich weiß nicht recht... 🤔


  • - geladen mit kohlestrom oder AKW-strom


  • Gibt auch günstige Elektroroller.


  • Klar ... 33'000€ für 'ne Harley mit 70NM und 225 km Reichweite im Stadtverkehr (kombiniert nur 140 Km) ... und dafür dann auch noch auf den markentypischen großvolumigen V2 verzichten.
    Das ist doch höchstens was für pensionierte Ärzte, Architekten und Anwälte mit 2. Midlifecrisis (oder eher Endlifecrisis).
    Damit lockt man keine "neue Generation" von Bikern, sondern eher die alte, die in ihrer Jugend mal DKW oder NSU gefahren sind.


    • So ganz richtig ist das nicht mehr. Die Gehälter von angestellten Architekten sind teilweise lachhaft niedrig, da verdient der Arbeiter auf der Baustelle wesentlich mehr. Bei Ärzten ist das übrigens ähnlich, der Großteil der angestellten Ärzte wird heutzutage nicht mehr reich, deswegen wollen diesen Job ja auch immer weniger machen.

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