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EFF: Android muss besser vor Trackern schützen

EFF: Android muss besser vor Trackern schützen

Mit Android Q legt Google einen größeren Fokus auf den Datenschutz. Doch Google tut nicht genug, meint die Electronic Frontier Foundation (EFF). Eine kleine Änderung könnte in der Tat weitreichende Auswirkungen haben.

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Datenschutz stand ganz im Mittelpunkt der diesjährigen Keynote bei Googles Entwicklerkonferenz I/O. Die EFF hat mitgezählt: 22 Mal wurde das Wort "Privacy" in den Mund genommen. Es war offensichtlich, dass Google hier klar machen wollte, dass das Unternehmen Privatsphäre und Datenschutz ernst nimmt. Sicherlich hatten nicht zuletzt Apples Werbekampagnen, die zuletzt auch in Deutschland angelangt sind, mit starkem Bezug auf eben diese Themen, Anlass dazu gegeben. Ein Unternehmen, dessen Geschäft nun einmal die Daten sind, muss natürlich wie ein Mantra wiederholen, wie wichtig man den Schutz der Daten der Nutzer nimmt.

Neue Datenschutzoptionen in Android Q

Tatsächlich verbessert Google in Android Q den Datenschutz durch neue Optionen. Dazu zählt, dass sich in der kommenden Android-Version feiner einstellen lässt, wann Apps auf Standortdaten zugreifen dürfen. Auch erstellt Android zufällige MAC-Adressen, wenn sich ein Smartphone mit Android Q mit einem WLAN verbindet.

Auch die EFF lobt das, kreidet aber an, dass Google weiterhin nicht verhindert, dass Apps Nutzer mit Trackern überwachen können. Denn in Android Q dürfen Apps nicht mehr einfach so auf Identifikationsmerkmale wie die IMEI zugreifen. Doch die Advertising ID steht auch weiter jeder App offen. Jedes Android-Gerät verfügt über diese eindeutige ID, die einem Cookie bei Webseiten ähnelt. Diese ID können Apps dann etwa bei Facebook hochladen, um die Nutzer auch auf anderen Plattformen gezielt mit Werbung zu versorgen.

Zwar gibt es eine Opt-Out-Option unter Android, die lässt die Tracker aber nur wissen, dass man lieber nicht getrackt werden möchte. Es ändert weder die ID, noch verhindert es, dass Tracker weiter ihre Arbeit erledigen können. Entwickler sollen die Einstellung zwar respektieren, durchgesetzt wird sie aber nicht.

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In Android Q gibt es mehr Kontrolle über Standortdaten. / © XDA-Developers

Auch lässt sich die ID zurücksetzen - doch die neue ID ist dann wieder eindeutig und das Spiel beginnt von vorne. Die EFF merkt übrigens auch an, dass dies bei Apple ähnlich ist. Allerdings lässt sich das Tracking hier komplett deaktivieren. Die EFF unterstützt Googles Bemühungen um mehr Datenschutz, doch die Ad-ID unterwandere all dies, heißt es. Die ID sollte standardmäßig ausgeschaltet sein oder zumindest sollten Nutzer sie ausschallten können.

Warum nicht mehr?

Und genau hier ist der Knackpunkt. Wenn schon dies nicht möglich ist, fragt die EFF, warum gibt es dann nicht die Option, den Internetzugriff für bestimmte Apps zu unterbinden? Das schütze direkt auch vor Taschenlampen oder anderen Apps, die eigentlich ohnehin keine Internet-Verbindung brauchen, diese aber nutzen, da ihr einziger Zweck ist, Daten zu sammeln. 

Tatsächlich lässt sich zwar sowohl bei iOS als auch bei Android verhindern, dass Apps die mobile Internetverbindung nutzen. Doch wenn eine WLAN-Verbindung besteht, gilt diese Ausnahme nicht mehr. Warum eigentlich? Unter beiden Betriebssystemen sollte es möglich sein, eine Internetverbindung für bestimmte Apps zu unterbinden. Es wäre eine kleine Option mit großer Wirkung.

Gerade angesichts der Tatsache, dass im Play Store immer auch bekannte Apps von Trackern befallen sind. Es wird Zeit, dass Google größere Schritte geht, wenn es um den Datenschutz geht und den Nutzern die entsprechenden Tools an die Hand gibt. Und zwar jetzt. Die EFF hat Recht: es ist an der Zeit, dieses Problem endlich zu beheben!

Via: Golem Quelle: EFF

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5 Kommentare

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  • Vor einiger Zeit konnte man hier lesen das viele Apps auch dann Daten senden wenn man dies explizit untersagt hat. Von dem her ist meine Erwartungshaltung relativ bescheiden.


  • Sie sollten ein Blick in dieses neue Betriebssystem für Smartphones werfen, dass heißt /e/ (e.foundation). Es geht um Privatsphere und von Google bloatware total loswerden ist. Sie können noch Apps von Androïd benutzen und installierien zum Beispiel Uber oder anderen. Ich habe es auf mein Samsung Galaxy S9 installiert und es ganz klar dass ich niemals würde die Standardanwendung wieder benutzen. Ihren Websites : e.foundation


  • "Tatsächlich lässt sich zwar sowohl bei iOS als auch bei Android verhindern, dass Apps die mobile Internetverbindung nutzen. Doch wenn eine WLAN-Verbindung besteht, gilt diese Ausnahme nicht mehr."

    Also diese Option (inklusive WLAN) gab es ja damals schon beim Honor 7. Bei meinem P30 pro ist das mittlerweile sogar in WLAN, mobile Daten, Hintergrunddaten und Roaming unterteilt.


  • Ich stimme in der Sache so nicht zu, denn mehr Datenschutzoptionen von DER Datenkrake an sich halte ich für Augenwischereich oder Lüge. Nicht nur das ich das für absurd halte, egal was die behaupten, es schneitet natürlich auch dem Geschäftsmodell von Google und von App-Entwicklern ins Fleisch, die brauchen diesen Zugriff, zumindest wenn sie nicht mit anderen Dingen Geld verdienen. Kostenlose Apps wollen alle, aber das kostet halt Information und Datenweitergabe. Das will zwar keiner, beides gleichzeitig funktioniert aber nicht. Auch ich hätte gerne viele kostenlosen Services ohne Datenweitergaben, gibt es aber nicht. Apps, die das nicht machen, kosten wohl fast immer Geld und das ist wiederum gut, ich zahle auch für Apps, doch heißt das noch lange nicht, dass die nicht auch zusätzlich Daten sammeln und tracken über den weiterhin offenen Überwachungsmöglichkeiten. Die EFF hat rühmliche Ziele, ist damit aber leider weit weg von der kapitalistischen Realität.

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