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3 Min Lesezeit 38 Kommentare

DSGVO wirkt: Datenschützer machen Google mächtig Druck

Google steht vor seiner ersten Herausforderung im Rahmen der neuen europäischen Datenschutzgesetze, der so genannten Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), nachdem Gruppen aus sieben Nationen das Unternehmen aus Mountain View wegen Datenschutzverletzungen bei der Standortverfolgung angeklabt haben.

Es war nur eine Frage der Zeit, nicht wahr? Verbraucherorganisationen in den Niederlanden, Polen, der Tschechischen Republik, Griechenland, Norwegen, Slowenien und Schweden haben Beschwerden über Datenschutzbestimmungen eingereicht, die behaupten, dass Google gegen die DSGVO-Vorschriften verstößt, indem es die Bewegungen von Millionen von Nutzern verfolgt.

Jede beteiligte Gruppe reichte bei ihren nationalen Datenschutzbehörden eine Beschwerde ein, wie es die DSGVO-Vorschriften verlangen, nachdem festgestellt wurde, dass Google in der Lage ist, den Standort der Nutzer auch dann zu verfolgen, wenn die Option Standortverlauf deaktiviert ist. Sie müssen zusätzlich eine separate Einstellung unter Web- und App-Aktivität deaktivieren, die standardmäßig eingeschaltet ist, um zu verhindern, dass das Unternehmen GPS zur Ortung Ihres Standorts verwendet.

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Ihr könnt Standortverfolgung deaktivieren, aber Google weiß immer noch, wo Ihr seid. / © AndroidPIT

Die Verbraucherlobby, die Europäische Verbraucherorganisation (BEUC), die im Namen der Verbrauchergruppen der Länder spricht, sagt, dass die unlauteren Praktiken die Verbraucher über die Verwendung ihrer personenbezogenen Daten im Unklaren lassen.

Der genaue Wortlaut des BEUC: "Diese Praktiken stehen nicht im Einklang mit der Allgemeinen Datenschutzverordnung (DSGVO), da Google keine gültige Rechtsgrundlage für die Verarbeitung der betreffenden Daten hat. Insbesondere zeigt der Bericht, dass die Zustimmung der Nutzer unter diesen Umständen nicht freiwillig erteilt wird."

Google Reaktion folgt prompt

Als Reaktion auf die Beschwerden sagte ein Google-Sprecher gegenüber Reuters: "Der Standortverlauf ist standardmäßig deaktiviert, und Sie können das jederzeit bearbeiten, löschen oder anhalten. Wenn er eingeschaltet ist, hilft es, die Dienste zu verbessern, wie z.B. den vorhergesagten Verkehr auf Ihrer Fahrt. Wenn Sie den Standortverlauf unterbrechen, machen wir Sie darauf aufmerksam, dass wir - abhängig von Ihren individuellen Telefon- und App-Einstellungen - möglicherweise noch Standortdaten erheben und verwenden, um Ihr Google-Erlebnis zu verbessern."

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Seit dem Inkrafttreten der DSGVO im März 2018 hat die EU die Privatsphäre stärker geschützt. / © Metro

Google gibt weiter zu Protokoll, dass es ständig daran arbeite, seine Kontrollen zu verbessern, und man würde diesen Bericht aufmerksam lesen, um zu sehen, ob es Dinge gibt, die es zu berücksichtigen gilt.

Die DSGVO hat bereits Auswirkungen auf amerikanische Unternehmen. Anfang des Jahres sagte der irische Datenschutzbeauftragte, dass er Facebook untersuchen würde, nachdem wegen einer Sicherheitsverletzung Daten von 29 Millionen Konten publik wurden.

Wenn diese Beschwerde gegen Google erfolgreich ist, könnte das Unternehmen aus Mountain View dazu verdonnert werden, mehrere Geldbußen von zusammen bis zu 4 Milliarden Dollar zu zahlen. Die Summe wird aus den globalen Einnahmen von 2017 berechnet, von denen bis zu 4 Prozent als Strafe angesehen werden können.

Was haltet Ihr von diesen Datenschutzbeschwerden? Geht die EU-Kommission zu hart gegen die amerikanischen Technologieunternehmen vor? Lasst es uns in den Kommentaren unten wissen.

Quelle: Reuters

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Top-Kommentare der Community

  • C. F.
    • Blogger
    vor 2 Wochen

    "Was haltet Ihr von diesen Datenschutzbeschwerden? Geht die EU-Kommission zu hart gegen die amerikanischen Technologieunternehmen vor?"

    Nein. Das ist gerade richtig, könnte sogar noch mehr sein. Wenn ich meinen Standort nicht mitteilen möchte und die entsprechende Option deaktiviere, will ich auch nicht eine zusätzliche anderweitige Trackung zulassen. Nein heißt nein und nicht vielleicht. Und das lernen diese Konzerne erst dann, wenn es empfindlich an den Geldbeutel geht.

    Also EU-Kommission: weiter so. Feste drauf!

  • Aries vor 2 Wochen

    > Wenn Sie den Standortverlauf unterbrechen, machen wir Sie darauf aufmerksam, dass wir - abhängig von Ihren individuellen Telefon- und App-Einstellungen - möglicherweise noch Standortdaten erheben und verwenden, um Ihr Google-Erlebnis zu verbessern."

    Ich möchte eine Einwilligung widerrufen und deaktiviere deshalb die entsprechende Option. Dabei wird mir gesagt, dass dich die Funktion nicht komplett deaktivieren lässt. Wo ist da die Möglichkeit des Widerspruchs? Außer durch komplette Accountkündigung.

    Deshalb soll Google ruhig die volle Breitseite bekommen.

38 Kommentare

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  • Das größere problem ist das drittanbieter das auch können. guckt die neue TechLinked episode von Linus. oder lest den artikel der new york times. die haben die studie durchgeführt und konnten wohl auch trump verfolgen (halt ich fürn gerücht aber wenns wahr ist dann sollte man sich sorgen machen.)


  • Mich stört das nicht, solange nicht wie bei Whatsapp bzw. Facebook einfach private Bilder o.ä. frei Haus als Werbematerial verwendet werden.


  • Was habt ihr alle für ne Angst was Google mit euren Daten macht? Ganz ehrlich diese Reaktionen hier sind echt übertrieben und die DSGVO ist eh der größte Müll der Überhaubt ins leben gerufen wurde, ich lass mir nicht von einem Gesetz vorschreiben was ich im Internet nutzen darf. Und ich hab auch kein Bock darauf dass Google zerstört wird, da Apple Zeug für mich keine Alternative ist.


  • Ich möchte dann aber mal den Aufschrei von allen, die jetzt gegen die Standortbestimmung wettern, hören, wenn sie dann auf einmal keine Verkehrsdaten, Wartezeiten oder freien Parkplätze (nur einige Beispiele) mehr sehen können. Was glaubt Ihr wo diese Infos herkommen?


    • Ja das möchte ich dann auch sehen, denke mal so wie vor 10 Jahren aus dem Radio? Oder bei den Öffis von den Fahrplänen an den Haltestellen. Bo eh das wird aber eine Umstellung für die Jugend von heute werden, ob die noch wissen wie das funktioniert?


      • Sophia Neun
        • Admin
        • Staff
        vor 2 Wochen Link zum Kommentar

        @H.E. Die Fahrpläne stimmen doch nie, da alles fährt wie es lustig ist. :D Man kann froh sein, dass die Apps und Websiten die Verspätungen auch bei Straßenbahnen und Bussen anzeigen.


      • Ja, wir wissen auch nicht mehr wie ne Kutsche zu steuern ist und fahren alle mit der technischen Erweiterung namens "Auto". Schrecklich solche Hilfsmittel...


      • bitte nicht verallgemeinern,ich weiss z. bsp. wie eine kutsche ,gesteuert' wird

        NilsD


    • Zur Standortbestimmung ist keine Internetverbindung nötig. Allerdings hat man dann nur Koordinaten. Die genaue Adresse müsste dann eine lokale Datenbank ermitteln. So haben es früher alle Navis gemacht.

      Allerdings geht es nicht um die Standortbestimmung, sondern um den Standortverlauf. Meine Anfragen an eine Onlinedatenbank muss niemand dauerhaft speichern. Schon gar nicht, wenn ich das über eine vorhandene Option abgeschaltet habe.

      Wie Google zu argumentieren, es gäbe noch eine weitere Stelle, die deaktiviert werden müsse, ist unnötige Komplexität, um den Anwender zu verleiten, die Speicherung des Standortverlaufs aktiv zu lassen.


    • Das ist einer der Gründe weshalb ich Navigationsgeräte vorziehe. Da geht alles nur über GPS. Verkehrsmeldungen kommen per TMC (RDS über UKW, oder über DAB+), also per OTA. Auf Wunsch kann ich mein Smartphone zuschalten (da wird man dann wieder getrackt), aber das ist kein Muss. Den Standortverlauf (Fahrtverlauf) kann ich aufzeichnen, der bleibt aber ausschließlich bei mir (Wenn ich möchte kann ich den auch mit anderen teilen, aber weshalb sollte ich).


  • Oh man, ich kann langsam dieses Gemeckere über Google nicht mehr hören. Wenn ihr ernsthaft wollt, das google keine Daten von euch sammelt, dann nutzt es nicht. Schnappt euch ein Smartphone, sucht euch ne Custom-Rom und installiert euch diese OHNE die Google-apps und ihr werdet glücklich. Und wer die Google-Dienste nutzen möchte, der muss eben damit leben, das Google auch das eine oder andere über einen weis, basta. Der ganze DSGVO-Scheiß ist eh Mist, 4 % des Gesamtumsatzes als Strafe? für so Große wie Google oder Facebook ist das ein Witz, treffen wird so was eher die kleineren, die Handwerker z.B., bei denn ist das dann nämlich Existenzbedrohend, aber nicht für Google und Co..


    • Google nicht nutzen? Dann dürfte man nie wieder ins Internet gehen. Denn Google weiss alles über uns. Es reicht ja schon wenn man die Google-Suche nutzt.


      • @Rene H. Wenn du nicht ohne die google-Suche leben kannst, dann musst du eben akzeptieren, dass google Daten über dich hat. Genau wie ich. Ich sehe darin aber nichts Schlimmes, anders als anscheinend einige andere, die hier einen Kommentar hinterlegen. Und diese Anderen erwecken auf mich folgenden Eindruck: "Ich will alle Google-Dienste voll nutzen, aber Google darf nicht das geringste über mich wissen und speichern." Und an diese Leute war mein Kommentar gerichtet, denen Sage ich: Wenn ihr nicht wollt das Google Daten über euch sammelt, dann nutzt nicht einen einzigen Dienst dieses Unternehmens, alles Andere ist eine Utopie die wir NIEMALS erreichen werden.


      • Die anderen Suchmaschinen machen es nicht besser. Microsoft sammelt auch fleißig Daten, sogar über das schon teure Windows 10 in dem sich auch nicht mehr alle Datensammler abschalten lassen. Es gibt auch so gut wie keine Internetseite die nicht mit Google kommuniziert. Ohne Google ist eine Internetseite nicht zu finden. Irgendwie und irgendwo ist das gesammte Internet verzahnt. Man wird immer verfolgt sobald man das Internet betritt. Und das kann man auch nicht schönreden. Aber man kann es auf ein Minimum reduzieren.


      • @Rene H. Und was willst du jetzt aussagen? Ich verstehe hier gerade nur, dass du versuchst zwanghaft irgendwas fadenscheiniges gegen meine Aussagen zu sagen, ich verstehe aber erstens den Zusammenhang nicht und zweitens nicht was du sagen willst. Es kommt mir wie eine Zwanghafte gegen-Thor217-Aussage vor aber ohne eine Substanz die ich verstehe. Hast du auch ein Fazit? Ich würde es nämlich gerne verstehen.


  • Gleich mal die Milliarden-Keule als Strafe verhängen und bei jedem weiteren Monat Verstoß gut blechen lassen...

    Bis Standorte nach Deaktivierung auch wirklich nix erfassen! 📱


  • Diese DSGVO ist fast noch schlimmer als das Theater um die KI. Bringt einem als Normalbürger haufenweise Nachteile. Bei jeder Webseite wird man aufgefordert COOKIES zu akzeptieren. Selbst wenn man die Saite zwei Minuten vorher braucht hat und erneut aufruft. Firmen, Ärzte usw. dürfen keine Kommunikation per SMS mehr durchführen. Es könnte ja sonst von außen ein Zusammenhang zwischen Patient und Arzt gesammelt werden.


    • Tim vor 2 Wochen Link zum Kommentar

      Cookies auf Webseiten gibt es aber schon ewig, nicht erst seit dem Quark mit der DSVGO ^^
      Außerdem wird eigentlich gespeichert, wenn man die Cookies akzeptiert hat. Wenn du jedoch andauernd sämtliche Cookies, Browser-Cache und Co. löschst, ist es kein Wunder, dass du es immer wieder akzeptieren musst. Mit der DSVGO hat das trotzdem nichts zu tun.

      NilsD


    • Du verwechselt Ursache und Reaktion!

      Im Internet wurde die Nutzer über Jahre hinweg immer mehr verfolgt. Was anfangs wirklich den Grund hatte, das Verhalten der Nutzer zu verstehen und die Site zu verbessern, ist immer mehr zur Analyse einzelner Personen geworden. Aus der Anonymisierung ist immer mehr eine Pseudonymisierung geworden. Der Unterschied ist, dass der Rückschluß auf einen Namen bei der Pseudonymisierung möglich ist.

      Der normale Nutzer, der nie eine Website gebaut hat, der nicht weiß, was Cookies ermöglichen und dass mit JavaScript seine Verweildauer gemessen wird, weiß gar nicht, was im Internet alles passiert. Die Apps verschärfen die Problematik zusätzlich.

      Eine Regelung war daher nötig. Die DSGVO schreibt vor allem vor, die Nutzer zu informieren. Sie verbietet nichts, wenn der Nutzer einverstanden ist, erwartet aber, dass er vorher ausführlich informiert ist, worauf er sich einlässt.

      Was Firmen und besonders Ärzte zum Teil davon machen, zeugt von völliger Inkompetenz auf dem Sektor. Die DSGVO stellt keine höheren Ansprüche an den Schutz der Daten als das alte BDSG. Verstöße können jetzt aber teuer werden und plötzlich werden einige hyperaktiv und schießen über das Ziel hinaus. Jeder Arzt kann den Patienten eine SMS oder E-Mail schreiben, aber wenn ich ihn auf PGP anspreche, wurde ich vor der DSGVO genauso fragend angeschaut, wie heute.

      Patientendaten zwischen Ärzten sollten seit zwanzig Jahren verschlüsselt ausgetauscht werden, werden sie aber nicht. Das bedeutet, ein Man in the Middle könnte mitlesen. Das hat mir vor der DSGVO nicht gefallen und tut es auch jetzt nicht.


  • > Wenn Sie den Standortverlauf unterbrechen, machen wir Sie darauf aufmerksam, dass wir - abhängig von Ihren individuellen Telefon- und App-Einstellungen - möglicherweise noch Standortdaten erheben und verwenden, um Ihr Google-Erlebnis zu verbessern."

    Ich möchte eine Einwilligung widerrufen und deaktiviere deshalb die entsprechende Option. Dabei wird mir gesagt, dass dich die Funktion nicht komplett deaktivieren lässt. Wo ist da die Möglichkeit des Widerspruchs? Außer durch komplette Accountkündigung.

    Deshalb soll Google ruhig die volle Breitseite bekommen.

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