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5 Min Lesezeit 420 Kommentare

Die besten WhatsApp-Alternativen für Android

Mit 1,5 Milliarden Nutzern ist WhatsApp der am weitesten verbreitete Messenger. Andere Dienste haben aber mehr Funktionen und sollten nicht außer Acht gelassen werden. Wir zeigen Euch hier die besten WhatsApp-Alternativen für Android und zeigen, wie Ihr Eure WhatsApp-Freunde vom Wechsel überzeugt.

Was ist so schlecht an WhatsApp?

WhatsApp steckt völlig zurecht in einer Vertrauenskrise. Es gehört zu Facebook und tauscht mit dem Mutterkonzern Daten aus. Es verbreitet Eure Handynummer und die Eurer Freunde oder schützt sie zumindest schlecht vor Dritten. Und da gerade Mutterkonzern Facebook keinen guten Ruf bezüglich Privatsphäre genießt - verdient es doch letzten Endes Geld damit, alles über Euch zu wissen - hofft man vergeblich auf Besserung.

Alternativen greifen diese Schwächen auf. Was sie besser machen, erfahrt Ihr in den folgenden Abschnitten.

  • Telegram: Große Nutzerzahl, viele Features, die meisten besser umgesetzt, kostenlos
  • Threema: Wenige Nutzer, extrem auf Datenschutz bedacht, kostenpflichtig
  • Wire: Wenige Nutzer, auf Datenschutz bedacht, kostenlos

WhatsApp-Alternative Nummer 1: Telegram

Telegram gilt derzeit als der hoffnungsvollste Kandidat und beste Alternative zu WhatsApp, der nicht aus dem Silicon Valley stammt. Mit rund 170 Millionen Nutzern (Statista, Oktober 2017) hat er deutlich weniger Nutzer, doch neue kommen alle paar Minuten hinzu. Und auch sonst kann der Messenger mit Ausnahme der Video-Anrufe alles, was WhatsApp auch kann, und das meistens besser.

telegram screeenshots dec 2016 de
Sicher, synchronisiert, schnell: Telegram. / © AndroidPIT

Telegram lässt sich genau so simpel wie WhatsApp über Eure Handynummer einrichten; er unterstützt sogar die parallele Anmeldung mit mehreren Konten. Anschließend muss die Nummer nicht mehr gültig sein, da Euch bei späteren Anmeldungen der Bestätigungscode per Telegram zugeschickt wird. Ihr könnt Telegram gleichzeitig auf mehreren Smartphones, Computern und Tablets benutzen. Alle Nachrichten, Bilder, Videos, Dateien bis 1,5 GByte und sogar Entwürfe werden in der Cloud gespeichert und synchronisiert. Somit dient Telegram quasi als Back-up-Tool.

Telegram Install on Google Play

WhatsApp-Alternative Nummer 2: Threema

Threema ist keine kostenlose WhatsApp-Alternative. Das dürfte der Hauptgrund sein, warum bislang nur rund 5 Millionen Leute die 2,99 Euro teure App aus der Schweiz nutzen. Die Nutzer befinden sich allerdings hauptsächlich im deutschsprachigen Raum, sodass Ihr trotzdem mit vielen Eurer Freunde auf Threema umsteigen könnt.

threema screeenshots dec 2016 de
Threema verschlüsselt Chat und Metadaten. / © AndroidPIT

Alleinstellungsmerkmal bei Threema ist, dass der Dienst weder etwas Persönliches über Euch wissen will noch Eure Informationen herausgibt. Zudem befinden sich die Daten auf Servern in der Schweiz, werden also nicht in Übersee kopiert oder abgehört. Nicht einmal die Metadaten bleiben bei Threema unverschlüsselt.

Den Namen hat der Dienst von der Prüfung Eurer Identität in drei Stufen. Erst wenn Ihr den QR-Code Eures Chatpartners einscannt, bekommt sein Kontakt drei grüne Punkte. Kennt Ihr nur seine ID, hat er einen roten Punkt. Habt Ihr neben der ID auch die übereinstimmende Nummer oder die E-Mail-Adresse in Euren Kontakten, gibt es zwei gelbe Punkte. Das signalisiert, wie wahrscheinlich es ist, dass Ihr wahrhaftig mit diesem Kontakt persönlich chattet und nicht mit jemandem, der die Threema-ID vielleicht gestohlen hat.

Threema Install on Google Play

WhatsApp-Alternative Nummer 3: Wire

Mit Wire betritt ein Messenger Made in Germany die Bühne der WhatsApp-Alternativen. Der Multi-Messenger ist für alle empfehlenswert, die keine Lust haben, dass die Daten und Chats auf Servern außerhalb der EU gelagert werden. Der Anbieter Wire Swiss betont ausdrücklich, dass alle Server, die für die Kommunikation genutzt werden, innerhalb der EU-Grenzen liegen.

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Wire ist wie Telegram, nur mit weniger Nutzern, dafür mit Video-Chat. / © AndroidPIT by Irina Efremova

Wire setzt auf das WebRTC-Protokoll und ist durchaus optisch ansprechend gelungen. Mit den Freunden kann man per Textnachrichten, animierten GIFs und per Sprachnachrichten in HD-Qualität in Kontakt bleiben. Neben diesen Kommunikationsarten bietet Wire auch die Möglichkeit, den aktuellen Standort zu teilen und Dateien zu versenden. Screen-Sharing ist mit dem Desktop-Client ebenso möglich wie Gruppenchats mit bis zu 128 Teilnehmern. Jede Form von Kommunikation, also auch Video-Telefonate sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Zwar haben wir im Praxistest ein paar kleine Schönheitsfehler entdeckt, aber diese werden von Wire Swiss schon angegangen und sollten bald nicht mehr auftreten. Wenn Ihr jetzt Wire ausprobieren wollt, dann steht Euch der Messenger für iOS, Android und auch als Desktop-Version für Windows, Mac und Linux zur Verfügung. Selbst eine Browser-Version bietet der Hersteller auf der eigenen Seite an.

Wire - Sicherer Messenger Install on Google Play

Die übrigen Messenger

Edward Snowdens Lieblings-Messenger ist Signal. Auch dort meldet Ihr Euch mit Eurer Handynummer an. Signal unterstützt in seinen Chats standardmäßig die Selbstzerstörung der Nachrichten. Auch Wickr verschlüsselt und zerstört Nachrichten. Anders als Signal will Wickr jedoch gar nichts über Euch wissen und lässt Euch nur mit Benutzernamen und Passwort anmelden; Handynummer und E-Mail-Adresse sind wie bei Threema optional. Beiden Messengern gemein ist die recht winzige Nutzerbasis. Ihr müsst also schon einige Freunde überreden, damit sie bei diesen Messengern bleiben und nicht doch wieder schwach werden.

Signal – Sicherer Messenger Install on Google Play Wickr Me – Private Messenger Install on Google Play

Wie überzeuge ich meine Freunde, von WhatsApp wegzugehen?

Ihr habt wirklich die Nase voll von WhatsApp und wollt Facebook nicht länger mit Euren Daten unterstützen? Dann könnt Ihr leider nicht einfach WhatsApp deinstallieren und annehmen, dass Eure Kontakte Euch einfach wiederfinden. Ihr müsst Eure WhatsApp-Kontakte entweder einzeln oder via Broadcast darüber informieren, dass Ihr bald nicht mehr via WhatsApp sondern über die anderen und den neuen Kanal erreichbar seid. Fragt auch, welche Messenger die anderen verwenden und lernt vielleicht ihre Präferenzen neu kennen. Gebt Euch ruhig eine Übergangszeit.

Nach einigen Wochen parallelem Betrieb werdet Ihr für all Eure Kontakte eine Ausweichlösung gefunden haben. Und dann könnt Ihr WhatsApp einfach deinstallieren. Wenn Ihr Euch ganz sicher seid, könnt Ihr Eure Nummer auch dort löschen.

Diskutiert!

Horcht Euch im Freundeskreis um. Fast jeder nutzt noch einen zweiten Messenger. Da tut sich manche Perle auf, die in einer solchen Übersicht gar nicht erwähnt wird. Teilt die Erfahrungen in den Kommentaren oder in einem der Foren:

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Top-Kommentare der Community

  • U Mü 10.12.2016

    Tja,habe wegen dem Datenschutz WA auch komplett gelöscht. Nutze auch keine Facebook App. Gehe gelegentlich via Website rein. Narürlich nutze ich Android u Google und die sind keinen Deut besser. Aber irgendwo wollte ich mal anfangen und der erpresserische Zwang des Auslesens meiner Kontakte war mir einfach zu dreist. In der Phase habe ich allen Viber empfohlen. Und viele sind auch mitgegangen und nutzen Viber. Einige löschen inzwischen wieder Viber. Gefällt denen wohl nicht bzw haben dort zuwenig Kontakte und dann wird WA wieder installiert. Aber vor allem nutzen bis auf 1-2 Viber immer alternativ zu WA. Es hat sich somit ja nichts vervessert wenn WA weiterläuft. Ich habe denen allen das mit dem Datenschutz erklärt. Aber so ziemlich die Meisten meinten unisono, sie hätten nichts zu verbergen. Die Leute raffen es einfach nicht was WA da betreibt bzw Facebook. Das ist ja das Geschäftsmodell: schaffe ein Quasimonopol, mache die Leute abgängig, denn sie werden zu faul sein etwas zu ändern. Einige die kein Viber nutzen, sondern nur WA sind auch zu faul SMS zu schreiben. Die Kommunikation ist mit denen abgebrochen. So wie das läuft, bekommt man echt Angst vor der Zukunft. Eine kalte Digitale, zunehmend auf Cloudbasis. Völlige Kontrolle und niemand wehrt sich. Hauptsache Comfort Zone. Irgendwie werden alle düsteren Sci-Fi Filme langsam real. Wir machen uns freiwillig zu komplett erpressbaren Lemmingen bzw sind es schon! Hallo George Orwell.

  • Lindi 23.11.2014

    Diese Diskussion ist für diejenigen interessant, die auch mal ein bisschen über den Tellerrand schauen und mal Alternativen ausprobieren wollen statt ausschließlich jeden Schrott zu akzeptieren, der vor die Nase gesetzt wird.

  • Lindi 22.11.2014

    Vermutlich bin ich einer der ganz wenigen, die WhatsApp tatsächlich bewusst nicht mehr einsetzen und trotzdem zufrieden sind. Die meisten Chats mache ich sowieso über FB, einen Teil der Kontakte hab ich tatsächlich zu Telegram gebracht (auch wenn die weiterhin WA parallel haben) und wer noch übrig bleibt, der muss mich halt anrufen oder smsen wenn derjenige was von mir will - ganz einfach.

    Die weite Verbreitung ist tatsächlich der einzige Pluspunkt für WhatsApp, und da hörts nach meiner Sicht auch schon auf! Technisch hinkt der nach wie vor hinter allen anderen Messengern her, da werden wohl lieber Ressourcen in die Entwicklung unnötiger Features investiert ...
    Von der Verbreitung her, aber auch vom Murks her, in meinen Augen der Marktführer der Messenger.

  • Uwe vor 10 Monaten

    "Alleinstellungsmerkmal bei Threema ist ganz klar die Prüfung der Identität in drei Stufen, die dem Dienst seinen Namen gibt."

    Das ist ja mal ganz in die Hose gegangen...

    «Threema» steht für «End-to-End Encrypted Messaging Application», abgekürzt «EEEMA». Das waren jedoch etwas viele «E»s, darum wurde daraus «Threema». (https://threema.ch/de/faq)

  • MajorTom 02.04.2016

    Der Kampf gegen WA ist derzeit hoffnungslos. Wie viele dutzende Kommentare in Foren hab ich geschrieben zu Datenschutz.
    Und eigentlich dürfte man auch kein Android nutzen. Denn ich hab keine Ahnung was Google da alles hinter meinem Rücken so ausließt.
    Facebook und WA sind mir halt besonders ein Dorn im Auge.
    Was wir da tun, werden wir wohl erst verstehen oder begreifen wenns scheppert.
    Die Menschen legen sich selbst an eine digitale Kette.
    In Zukunft wird fast alles digitalisiert.

    Aber das schlimmste werd ich wohl nicht mehr erleben. Wenn wir unsere Natur fast völlig abgelegt haben.
    Die Zukunft wird genau so kommen wie in all den Filmen. Die Filme sind immer eine Vorausschau, Idee. Der Umsetzung erfolgt Jahre später. Eine trostlose kalte digitale Welt.

    Es macht mir jetzt keine Angst, aber Bedenken habe ich schon. Der Eigendynamik gibt es keine Kontrolle.
    Ist zwar nicht fair das alles zu WA schreiben, aber es ist ein Teil davon.

    Ich spuck mal trotzdem in die Suppe. In der Familie wo privates kommuniziert wird nur threema. Sucht eure Opfer woanders.

420 Kommentare

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  • Ich habe auf meiner Webseite alle Whatsapp-Jubelnutzer gebeten, meine Daten aus ihren Kontakten zu löschen, mit Hinweis auf die indiskutablen AGB. Wer mich fragt, bekommt eine sachliche Begründung. Das dümmste Argument "alle sind da" zieht nicht, ich brauche keine 1,5 Mrd, meine 10 Threema-Kontakte reichen mir.


  • Leider, leider haben viel zu wenige meiner Kontakte Threema, sonst würde ich sehr gern komplett umsteigen, denn der Messenger hat sich gut gemacht. Und das ist es auch, was Whatsapp seit Jahren rettet. Die große Verbreitung und die weigerung und faulheit der Leute mal was anderes zu probieren.


    • Einfach WhatsApp löschen und den wichtigsten Kontakten mitteilen, dass man fortan auf Threema zu erreichen ist. Es ist wirklich keine Hexerei. Kontakte, die einen erreichen wollen, werden folgen (und dankbar sein). Es muss ja nicht das gesamte Adressbuch auf einmal auf Threema umsteigen, damit es sich lohnt. Gebt den Leuten etwas Zeit…


  • Wie oft wollt ihr denn noch diese unsinnige Diskussion entfachen?
    Am Ende werden wieder alle die weiterhin WA nutzen von einer handvoll User hier beschimpft nur weil sie mir WA zufrieden sind.
    Und am Ende ändert sich nichts.
    Ein paar Wenoge hier missionieren auf Teufel komm raus weiter und der Rest bleibt trotzdem bei WA.


    • Was soll an dieser Diskussion unsinning sein? Ich finde es sehr löblich, dass AP nicht einfach mit dem Strom schwimmt und auf die Alternativen eines fragwürdigen Diensts hinweist. Es gab auch einige meiner Kontakte, die meinten, ein Wechsel zu Threema sei nutzlos, "weil das niemand nutzt". Aber WhatsApp hat zu Beginn auch "niemand" genutzt.


  • Guter Artikel. Doch ich kann mich aufgrund des Artikels nicht entscheiden. Gerade die Menge an Alternativen ist der Grund, warum WA seine Dominanz nicht aufgeben kann. Sinnvoller wäre, wenn sich die Redaktion auf einen Messenger festlegen würde und für diesen eine klare Empfehlung assprechen tut.


  • Schade, dass der Vergleich nicht tabellarisch erfolgte. Das hätte ich mir gewünscht. So hätte man eine bessere Übersicht und Vergleichbarkeit.
    Vielleicht wird die noch nachgereicht?


  • DCS vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Als SMS noch unverschämt gekostet haben, war WA etwas neues, ohne dass es versehentlich SMS verschickt hat. Diese Eigenschaft wird ironischerweise als Manko betrachtet.
    Den Vergleich mit MS-Produkten wie Word kann ich nachvollziehen. Die bekamen private Windows-User oft kostenlos dazu. Das ist die krux schon mit Windows selbst. Es wird in der Regel gleich mitgeliefert. Alternativen hatten nie eine Chance die Masse zu erreichen. Selbst OS2, das von IBM, einem damaligen Riesen verbreitet wurde, ist trotz fortschrittlicher Technik im Sande verlaufen.
    Es setzt sich nicht das Beste durch, sondern das, was die Meisten nutzen. Das war auch bei VHS und anderen technischen Lösungen so.
    Selbst bei unserem Auge hat sich der unvorteilhafte Aufbau durchgesetzt, weil er bereits bei den Wirbeltieren etabliert war.
    Vielleicht gab es ja einst eine Alternative zum Rad. :-)


  • Schwach! Weder WeChat noch KiK werden erwähnt ...


  • Tobse vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    der Facebook Messanger ist die App die am meisten Hardwareresourcen frisst, die ich jemals installiert hatte. Für so einen Megakonzern wirklich peinlich. Es gibt "Ein-Mann" Unternehmen die das besser können. Mal abgesehen davon das FB DIE Datenkrake überhaupt ist und sich alles nur um Kommerz dreht. Kommunikation ist nebensächlich.


  • Uwe vor 10 Monaten Link zum Kommentar

    "Alleinstellungsmerkmal bei Threema ist ganz klar die Prüfung der Identität in drei Stufen, die dem Dienst seinen Namen gibt."

    Das ist ja mal ganz in die Hose gegangen...

    «Threema» steht für «End-to-End Encrypted Messaging Application», abgekürzt «EEEMA». Das waren jedoch etwas viele «E»s, darum wurde daraus «Threema». (https://threema.ch/de/faq)


  • Nicht schon wieder dieser Artikel 😖🙄


  • @C.F.

    Das dürfte dich freuen😉 Unter den meistverkauften Apps für IOS auf Platz 2. Threema👍

    www.horizont.net/tech/nachrichten/Jahresrueckblick-Apple-kuert-die-besten-Apps-fuer-iPhone-und-iPad-144709


  • C. F.
    • Blogger
    10.12.2016 Link zum Kommentar

    BKA kann Telegram ausspionieren - und tut dies ohne Rechtsgrundlage

    Der Messenger Telegram wird von einer Reihe von Nutzern dem populären WhatsApp vorgezogen - auf Grund seiner besseren Datenschutz- und Verschlüsselungs-Features. Deutsche Behörden haben aber längst Zugang zu den Gesprächsverläufen - wenn wohl auch nicht gerade auf legalem Weg.
    Im konkreten Fall, von dem das Magazin Vice-Motherboard berichtet, geht es um Ermittlungen gegen die "Oldschool Society" (OSS). Dabei handelte es sich um eine rechtsterroristische Vereinigung, die im Mai vergangenen Jahres von den Polizeibehörden zerschlagen und vom Bundesinnenministerium verboten wurde.

    Eine Rolle bei den Ermittlungen spielte das Ausforschen der Kommunikation zwischen den Mitgliedern der Organisation. Diese fanden ursprünglich wohl auf Facebook zusammen und setzten anfangs auf WhatsApp. Aufgrund der vemeintlich höheren Sicherheit wechselten sie später aber zum Telegram-Messenger. Dieser wurde seiner Zeit wegen der integrierten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung vielfach gelobt. Was den Beschuldigten aber wohl nicht klar war: Die Krypto-Funktionen waren nur bei Gesprächen zwischen zwei Teilnehmern aktiv, nicht aber in Gruppenchats.

    Um herauszufinden, was dort geschrieben wird, entwickelten Programmierer des Bundeskriminalamtes (BKA) eine Software, die eine Schwachstelle in der Telegram-Infrastruktur ausnutzte. Mit dieser konnten sie die Systeme dazu bringen, die Gesprächsverläufe an die Ermittlungsstellen zu kopieren, berichtete das Magazin unter Berufung auf einen Entwickler, der führend an der Sache beteiligt war. Wenige Tage nachdem man mit dem Tool aktiv wurde, folgte eine großangelegte Aktion, bei der die Behörden diverse Mitglieder der Gruppe verhafteten.

    Keine Rechtsgrundlage
    Das Problem: Nach Einschätzung verschiedener juristischer Experten gab es für das Vorgehen in dieser Form schlicht keine Rechtsgrundlage. Man kann hier durchaus die Ansicht vertreten, dass der Zweck in dem Fall die Mittel heilige und man schon einmal ein Auge zudrücken kann, wenn Beamte gegen die Rechtslage verstoßen - immerhin erfuhren die Ermittler aus den Chatprotokollen, dass ein Verdächtiger gerade Sprengstoff von einer Reise nach Tschechien mitgebracht hatte und es geplant wurde, mit diesem Sprengsätze für Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte zu bauen. Daraufhin handelten die Behörden schnell und setzten die Personen fest.

    Auf der anderen Seite kann das illegale Vorgehen jetzt weitere Probleme aufwerfen. Denn natürlich wissen auch die Strafverteidiger der nun Angeklagten vom Vorgehen des BKA und werden dies vor Gericht zum Einsatz bringen. Gut möglich, dass dadurch wichtige Beweismittel gegen die Beschuldigten ihren Wert verlieren. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass die fragliche Software beim BKA nicht nur in diesem Fall zum Einsatz kam, sondern bis heute in diversen anderen Ermittlungsverfahren genutzt wird.

    http://winfuture.de/news,95315.html


    • Zwei-Faktor-Authentifizierung für seinen Account aktivieren, Problem gelöst. Denn dort liegt die Lücke, nicht an der eigentlichen Verschlüsselung. Wollte ich bloß mal erwähnt haben😉 Klassischer Man-in-the-Middle Angriff. Das gab's schon bei mehreren Diensten. Soll aber die Gefahr nicht mildern.


      • Bist Du sicher das mit Zwei-Faktor-Authentifizierung wirklich verhindert / erschwert wird? Die Methode ist Sicherheitstechnisch keine Verbesserung, sie kann nur eine Authentifizierung verbessern!

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