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Das Internet ist 30 und noch immer "in der Pubertät"
3 Min Lesezeit 13 Kommentare

Das Internet ist 30 und noch immer "in der Pubertät"

Die Privatsphäre einzelner und die demokratische Freiheit aller wird angegriffen. Falsche Informationen verbreiten sich rasend schnell. Hass wird eine große Bühne gegeben und findet zu viel Gehör. Das Internet hat das Potenzial, so viel Gutes zu bewirken. Doch aktuelle Bemühungen gehen mehrheitlich in die falsche Richtung. Sein Erfinder Tim Berners-Lee fordert Nutzer, Gesetzgeber und Internet-Unternehmen dazu auf, das World Wide Web endlich aus der Pubertät ins Erwachsenenalter zu führen.

Zum 30. Geburtstagsfeier des World Wide Web richtet sich dessen Erfinder Tim Berners-Lee mahnend an die Öffentlichkeit. Auch wenn das Internet die Menschheit bereits einen großen Schritt weiter gebracht habe, sei es noch immer ein weiter Weg. Zum einen darf man sich eines wachsenden Pools an Wissen und Nachrichten erfreuen, der täglich teils kostenlos der halben Welt bereitsteht. Zum anderen wurde auch die Angriffsfläche für Betrug, Hass und Kriminalität vergrößert.

Angesichts des sichtbaren Missbrauchs des WWW sei es verständlich, dass es Zweifel am Guten im Internet gebe. Dennoch sei dies kein Grund, den Kampf für ein besseres Internet aufzugeben. Die größten Angriffspunkte sieht er bei diesen drei Kategorien:

  • Böse Absicht (staatliches Hacking, Cyber-Kriminalität, Hassbotschaften)
  • Falsche Anreize (Geld für Clickbait-Content, virale Verbreitung falscher Informationen)
  • Gescheiterte Moderation (Diskussionsforen, die sich extrem polarisieren)
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Hacker sitzen nicht in verlassenen Industriegebäuden mit einer Kapuze vor dem PC. Trotzdem ist Cyber-Kriminalität eine immer weiter zunehmende Gefahr für das Internet. / © Gorodenkoff

Um die drei Problemtypen anzugehen, sieht er Gesetzgeber, Internet-Konzerne aber auch uns Nutzer in der Pflicht. Denn nur so lässt sich das Problem bei der Ursache bekämpfen. Ein Netzvertrag muss her. Ähnlich wie die UN-Charta der Menschenrechte oder der Weltraumvertrag soll dieser Netzvertrag ein überstaatliches Abkommen werden. Darin sollen Normen, Gesetze und Standards für das World Wide Web verklausuliert werden. Mitmachen würden hierbei nicht nur Politiker. Hier geht es zum Formular.

Zur Handlung ermahnt Berners-Lee drei Gruppen:

  • Staaten sollen Gesetze und Regelungen für das digitale Zeitalter anpassen. Innovation und Offenheit gelten dabei als wichtige Werte. Ihre Bürger sollen ihre Rechte und Freiheiten im Netz verteidigt wissen. Diese richten sich unter anderem gegen die Bedrohung des Bürgers durch digitale Unternehmen.
  • Jene Unternehmen dürfen nicht kurzfristigen Profit schlagen auf Kosten von Menschenrechten, Demokratie, wissenschaftlicher Fakten oder der öffentlichen Sicherheit. Plattformen sowie einzelne Produkte sollten entwickelt werden mit Fokus auf Privatsphäre, Vielfalt und Sicherheit.
  • Jeder einzelne Bürger sollte dafür kämpfen, dass Gesetzgeber und Dienstleister ihre Rechte beschützen und respektieren. Wir dürfen nicht länger Politiker wählen, denen das egal ist. Und wir dürfen nicht länger blind auf "zustimmen" klicken, ohne unsere Daten zu schützen.

Der Netzvertrag soll bis zum Ende des Jahres fertig werden. Er soll den Beginn eines großen Umbauprozesses des Internets markieren, erhofft sein Erfinder. Dieser soll unserer Verständnis vom Web verändern und uns wieder klarer vor Augen führen, dass es sich um ein Gemeinschaftsprojekt handelt und wir alle ein Teil davon sind. Nur so kann es die Pubertät überwinden und zum Erwachsenen heranreifen. Und dieser soll sich durch Verantwortungsbewusstsein und Inklusion auszeichnen.

Welche Ideen habt Ihr für solch einen Netzvertrag? Wie können wir gemeinsam das Internet besser machen?

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13 Kommentare

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  • Das Medium Internet ist für mich ( 66 J. ) jenes Medium, das meine Lebenskreise neben guten Büchern, Zeitungen, Magazinen am nachhaltigsten und positivsten verändert hat.

    Das Staunen darüber hat eigentlich kontinuierlich zugenommen und hat bis heute nicht aufgehört.

    Die enormen Möglichkeiten des www übersteigen ganz deutlich die negativen Aspekte.

    Durch das langsame Mitwachsen und etwas Selbstkontrolle lernte man das Gute vom Schlechten zu unterscheiden und damit sich selbst vor unguten Erfahrungen zu bewahren.

    Als XXXL Plus des www nenne ich beispielhaft 1) die E-Mail 2) MS-Office, 3) Wikipedia + Suchmaschinen 4) E-Government 5) Skype.

    Die klassischen Social Media Anwendungen ( wie FB etc.) bleiben für mich persönlich aus triftigen Gründen außen vor.

    Ich hoffe also schwer, dass ich mit meinen Anwendungen noch viele Jahre lang tägliche Freuden und Anforderungen erleben darf. Und die 2 Smartphones, das Tablet und 2 Notebooks immer auf aktuellem Stand halten darf und kleine Probleme selbst zu lösen imstande bin.

    Fazit: ich bin happy, dass mich das www und die dazu gehörenden Gerätschaften immer auf Trab halten ! Ein dreifach Hoch auf das World Wide Web !!!


  • Mon!

    Wie bereits jemand schrieb, ist das Internet so, wie wir Menschen eben sind: Teilweise sehr egoistisch, teilweise sehr hilfsbereit.
    Moderne Technologien verstärken die eine oder andere Verhaltensweise, bzw. eher im gleichen Verhältnis.

    Das wird sich erst ändern, wenn es nur noch die Androiden/Roboter gibt und die Menschheit ausgestorben ist. Aber bis dahin ist noch 'ein bisschen Zeit.'

    TSCx13Mär19_07:58_Mi.

    +++


  • Ach ja was waren das noch für Zeiten noch… Eine Kindheit ohne Smartphone, ohne Internet 🤤💭. Ich war dabei👌😎.
    Die Zeit als Worte noch von Bedeutung waren. Ein Zusage unter Freunden hatte Bedeutung. Heute ist es leider nicht mehr so. Da wird kurzfristig über WhatsApp eine blöde Ausrede erfunden nur um nicht zum vereinbarten Zeitpunkt zu erscheinen. Früher hat man sich auch noch in die Augen geschaut wenn man eine Beziehung beenden wollte. Heute nutzen die Weicheier schamlos WhatsApp dabei aus und wie es dem anderen geht interessiert leider nicht mehr. Ich will damit nicht sagen dass das Internet und Smartphone Nachteile haben im Gegensatz zu früher. Das Internet, das mobile Internet hat das Leben teilweise vereinfacht und auch teilweise verbessert. Leider ist es auch bei vielen zu einer sucht gekommen was man schon mittlerweile als Krankheit einstufen können ich will damit nicht sagen dass das Internet und Smartphone Nachteile haben im Gegensatz zu früher. Das Internet, das mobile Internet hat das Leben teilweise vereinfacht und auch teilweise verbessert. Leider ist es auch bei vielen zu einer sucht gekommen was man schon mittlerweile als Krankheit einstufen muss. 🙄
    Mein Nachbar sein Junge ,14 Jahre alt, hat mich glatt dich gefragt wie man das nur ohne Handy ausgehalten hat früher 😅. Der kann sich das nicht vorstellen. O. k. ich kann es mir auch nicht vorstellen wie meine Oma und mein Opa zum Beispiel ohne Fernseher leben konnten.


  • Das Internet von vor fünfzehn, zwanzig Jahren war cool, aufregend und bunt, es gab so viel mehr als heute. Heute empfinde ich es mehr als Wüste denn als Schlaraffenland, es ist leider öde und eintönig geworden, an allen Ecken der gleiche Einheitsbrei und so vieles Interessante ist inzwischen längst verschwunden. Und was die EU jetzt mit dem Internet vorhat, wird ihm den Rest geben.


  • Leider hat das Internet die wahre Natur des Menschen deutlich zum Vorschein gebracht. Ohne feste Regeln und das jemand den Daumen drauf hat, gehen wir uns direkt an die Kehle. Traurig! Was stimmt nicht mit uns?
    Anstatt die tollen Möglichkeiten zu nutzen und uns alle näher zu bringen (Stichwort Toleranz und Verständnis für andere) suchen wir nach Informationen, die unsere Vorurteile bestätigen, posten Schwachsinn, wie Bilder von der Pizza, die wir grad essen und benehmen uns wie Affen , die ne geladene Kanone gefunden haben.
    Insgesamt betrachtet sind wir, global betrachtet, intellektuell jedenfalls nicht viel weiter als in Prä-Internet-Zeiten, will mir scheinen. Leider ist nicht nur das Internet, sondern auch die Dummheit der Menschen grenzenlos. Ne denkbar schlechte Kombi.
    Ich sag mal ; vielleicht kapiert der Affe ja irgendwann, was er da in der Hand hat, wenn er die Phase der Unkenntnis denn überlebt.
    Na, wenigstens ist das Einkaufen bequemer geworden. ;-)


  • "Das Internet ist 30 und noch immer in der Pubertät"

    wen wunderts ... "das Internet" in seiner heutigen Form, ist das, was die User draus machen und ist somit ein Spiegel der Gesellschaft. Es vereinfacht, beschleunigt und vervielfältigt einfach nur Aktion, Tendenzen, Meinungen, Reaktionen, etc. die am Ende aus der offline/analogen Welt (RL) kommen.


  • 30 Jahre….wie die Zeit vergeht. Ich erinnere mich noch wie mein Vater ganz stolz seinen ersten Internetzugang hatte. Erinnert ihr euch noch an dieses grässliche Geräusch des 14k-Modems? 😬

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