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Conrad Connect verbindet Smart-Home-Geräte in der Cloud

In der noch immer zerklüfteten Smart-Home-Landschaft ist es schwierig, die verfügbaren Geräte miteinander in Einklang zu bringen. In unserem zweiten Artikel zum Vernetzen von IoT-Geräten unterschiedlicher Hersteller betrachten wir Conrad Connect. Die Tochter des deutschen Elektronikhändlers entwickelt einen Webdienst, der gratis ein Cloud-basiertes Netzwerk zwischen den Web-Diensten Eurer Geräte aufbaut und komplexe Steuerungen erlaubt.

Nachdem wir erst kürzlich von Athom Homey berichtet hatten und Euch schilderten, wie mithilfe spezieller Hardware Smart-Home-Geräte unterschiedlicher Hersteller mit nur einer einzigen Bridge und komplett offline miteinander sprechen, geht es jetzt in die Wolken. Conrad Connect ist eine Cloud-Lösung, die sich derselben Problematik widmet. Diese bietet gegenüber den Offline-Alternativen einige Nachteile aber auch empfindliche Vorteile.

Bridges über Bridges

Die meisten Hersteller von Smart-Home-Ausstattung nutzen einen Funkstandard für ihre Internet-der-Dinge-Geräte (Internet of Things, IoT), den Euer Router so noch nicht unterstützt. Also muss ein Funkmodul, eine so genannte Bridge zwischen Router und Euer Smart-Home-Gerät geschaltet werden. Nur so gelangen die Befehle von eurem Smartphone über Euer WLAN zum Router und von dort zur Bridge und von dort zu den einzelnen IoT-Geräten.

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Ohne die vermaledeiten Bridges geht oft recht wenig in Sachen Smart Home. / © AndroidPIT

Kluge Beobachter der Branche und einige Ingenieure erkannten schnell die Probleme, die das mit sich bringt:

  • Kunden werden bald viele Bridges an ihrem Router hängen haben.
  • Die Geräte der Marken werden nicht miteinander kommunizieren können.

Die Alternative: Multi-Bridges von Drittanbietern

Denn selbst wenn Geräte zweier Hersteller etwa beide auf Zigbee setzen sollten, heißt es nicht, dass die Bridge des einen Herstellers die Geräte des anderen ansteuert. Derlei Kopfschmerzen wollen Drittanbieter mit eigenen Bridges lösen, wie etwa Amazon Echo Plus, QIVICON Home Base, wibutler, COQON Qbox Basic, Athom Homey (unser Test), oder einige andere.

Dieser Ansatz birgt jedoch in einigen Fällen Tücken. Zum einen sind viele jener Drittanbieter-Bridges nur mit einem Bruchteil der verfügbaren IoT-Hardware kompatibel, so dass gegebenenfalls doch die parallele Verwendung mehrerer Bridges nötig wird. Zum anderen können die damit verbundenen IoT-Geräte gegebenenfalls nicht mit Software-Updates beliefert werden und sie werden so zum potenziellen Sicherheitsrisiko für Euer vernetztes Heim.

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Devolo-Bewegungsmelder aktivieren Philips-Lampen. / © AndroidPIT by Irina Efremova

Conrad Connect begrüßt die Vielfalt

Falls Ihr den Anschluss etlicher Bridges nicht scheut, seid Ihr wahrscheinlich mit einem Dienst wie Conrad Connect besser bedient. Conrad Connect setzt auf ein Smart-Home-Konzept, das sich komplett online abspielt. Denn etliche IoT-Gerätehersteller bieten neben ihren Bridges auch Web-Dienste. Diese Web-Dienste bieten oft eine Schnittstelle für die eigenen Apps, Web-Oberflächen oder eben für Drittanbieter Apps. Und hier klinkt sich Conrad Connect ein.

"Conrad Connect ist theoretisch mit allen Cloud-Diensten kompatibel, die über eine REST-Schnittstelle angesprochen werden können", erklärt uns Giorgi Jashiashvili, der in der Berliner Conrad-Connect-Zentrale am Potsdamer Platz das Marketing leitet. Partner registrieren sich über die Plattform. Und das sind schon jetzt recht viele; darunter...

Amazon Echo, Ccontrol, Devolo, Dio, Easysmarthome, Egardia, Fitbit, Foobot, Fresh-Energy, Garmin, Google Home, GreenIQ, Home Connect, Honeywell, Innogy, Jawbone, lametric, LIFX, linemetrics, Logitech, Mediola, Mobile Alerts, myStrom, Nest, Netatmo, Nokia, Osram, Philips Hue, Polar, Raspberry Pi, Relayr, Smappee, Somfy, Spotcam, Sygonix, Tado, Tapkey, Telldus, Tukuoro, WiZ, Zipato.

Die Win-Win-Situation ist offensichtlich: Conrad Connect zeigt die Produkte auf der Plattform an und stattet sie umgehend mit Shop-Links aus, die zur Mutter Conrad Elektronik führen. Natürlich kaufen Conrad-Connect-Nutzer vorzugsweise Geräte, sie sich auch Conrad-connecten lassen.

Projekte, Rezepte und eine versierte Community

Sowohl die Anmeldung als auch die Nutzung von Conrad Connect ist komplett kostenlos. Ein Freemium-Plan wäre langfristig denkbar, ist jedoch vorerst nicht angedacht, erklärt mir Jashiashvili. Etliche Nutzer haben das bereits getan und fleißig Projekte kreiert.

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Der grafische Projekt-Editor erinnert stark an die Athom-Flows. / © AndroidPIT

Als Projekte werden logische Verkettungen mehrerer Ereignisse in Eurem smarten Haushalt bezeichnet. Die Elemente können unterschiedlicher Natur sein:

  • kompatible Sensoren, etwa dem CO2-Sensor im Netatmo
  • Werten von Online-Diensten wie Weather Underground
  • Eine bestimmte Uhrzeit
  • 5.000 Schritte in Eurem Garmin-Tracker
  • Das Versenden einer SMS
  • Ein Alexa- oder Google-Assistant-Sprachbefehl
  • Ein NAND-Gate oder ein logischer Operator
  • In IFTTT-Rezept
  • Ein Licht oder Dimmer
  • Ein Smart-Lock

Hinzu kommen die Möglichkeiten, IFTTT-Rezepte zu integrieren und SMS zu senden. Das ganze System ähnelt auffällig den Flows im Athom Homey. Der Unterschied liegt hier aber bei der Art der Vernetzung der einzelnen Aktoren. Denn Conrad Connect spielt sich komplett in der Cloud ab, also auf Online-Servern anstelle von einer physischen Box in eurem Haus.

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Conrad connectet Eure Hardware - mit Software. / © AndroidPIT

Wie Conrad Connect für Vertrauen sorgt

Bei der Ersteinrichtung gestattet Ihr Conrad connect peu à peu Zugriff auf all Euer Smart-Home-Equipment. Das geht sicher via OAuth, also ohne dass Conrad Connect die Passwörter Eurer jeweiligen IoT-Anbieter zu Gesicht bekäme. Das einzig Bedenkliche in der Datenschutzekrlärung wäre auf Dritte wie Google, Facebook oder AddThis zurückzuführen; Conrad Connect selbst sammelt kaum Daten über Euch und teilt sie angeblich mit niemandem.

Conrad Connect: der Club der Visionäre

Langfristig kann Conrad Connect auf's richtige Pferd gesetzt haben. Denn falls die Router-Hersteller zunehmend Antennen für die im IoT-Bereich verwendeten Funkstandards verbauen und Zigbee-Glühbirnen sowie Z-Wave Bewegungsmelder dank verbesserter Standardisierung auch ohne Bridge ansprechen können, werden die oben erwähnten Hardware-Ansätze obsolet sein.

Conrad Connect hingegen wird bereits eine Plattform etabliert haben, die auch in der Post-Bridge-Zeit noch relevant sein wird. Ob sie dann jedoch noch kostenlos angeboten wird, oder dann die Zeit zum Kassieren gekommen ist, wird sich zeigen.

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