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4 Min Lesezeit 24 Kommentare

AT&T lässt zukünftig nur noch Apps aus Android Market zu

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Man darf gespannt sein, wie diese Nachricht von der Community aufgegriffen wird:

AT&T verbietet das Installieren fremder Apps auf ihren Telefonen! Will sagen: Telefone von AT&T haben keine Option mehr, die es erlaubt "fremde" Software zu installieren. Erlaubt wird es nur noch sein, Apps aus dem Android Market zu installieren.

Vielleicht werden es einige Fragmentierungskritiker gut finden, dass nun "Secondary Markets" ein Riegel vorgeschoben wird. Zumindest auf den Geräten von AT&T - dem größten US-Provider! AT&T erklärt seinen Schritt damit, dass man nur so Entwickler von Malware wirklich Einhalt gebieten kann.

Ich persönlich empfinde das Ganze allerdings als eine Katastrophe. Und ich will Euch kurz erklären warum:

Vorgeschoben oder nicht?
Zunächst: ich empfinde die Argumentation von AT&T als unehrlich! Es wird die Option wirklich nur aus diesem Grunde herausgenommen, da man die Verbreitung von Malware vermeiden möchte? Das wundert mich! Denn vor Kurzem konnte man ja noch lesen, dass es einem Team gelungen war Malware über den Android Market zu verbreiten. Den totalen Schutz bietet der Google Market also nicht.

Was ist es also dann? Genau werden wir es wohl nicht herausfinden können. Aber es ist doch durchaus denkbar, dass AT&T seine Telefone für ein eigenes, geschlossenes System wie den "iPhone App Store" vorzubereiten. Selbstverständlich ist das reine Spekulation. Aber ganz von der Hand zu weisen ist es nicht. Ich könnte mir gut vorstellen, dass reines Kalkül hinter diesem Schritt steckt, da man vielleicht bereits mit Google einen Deal in Sachen "Market" und "Provision" gemacht hat.

"Evolution und Innovationen" werden eingeschränkt
Was mich immer an Android ganz besonders gereizt hat, war die Tatsache, dass es Open Source und wirklich zu allen Seiten hin offen ist. Das fördert Innovationen! Denn auf diese Weise können sehr viele Menschen an einem System mitarbeiten. Bei Android sind es nach Angaben von Google rund 180.000 Entwickler, die an Android mitarbeiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei dieser riesigen Anzahl an Entwicklern regelmäßig ein Mensch dabei ist, der eine zündende Idee hat, ist groß. Und so entstehen eben Innovationen.

Nun sprechen wir hier über den Market und nicht über das Betriebssystem als solches. Wer aber schon länger mit Android zu tun hat, weiß welche Tücken, Lücken und Schwächen der Android Market hat. Externe Anbieter hätten so für Konkurrenzdruck sorgen können, indem sie bessere Produkte und Lösungen in den Markt bringen.

Klar: AndroidPIT ist natürlich irgendwie auch davon betroffen. Und deswegen könnte man meinen, dass ich hier eventuell nicht objektiv bin. Das kann vielleicht sogar ein wenig stimmen. Im Großen stimmt das aber nicht. Denn unser Store ist in der Regel vorinstalliert, und hat somit immer Root-Zugriff. Unser Geschäftsmodell ist hier also nicht gefährdet. Andere Stores, wie SlideMe, stehen hier aber vor einem großen Problem. AT&T ist Amerikas größter Provider mit einer großen Marktmacht und entsprechend vielen verkauften Android Smartphones. Hier bricht für viele App-Anbieter viel Geschäft weg. Und wer weiss wann die anderen Provider folgen...

Die Grundsätze von Android werden verändert
Der Punkt, der für mich aber am schwersten wiegt, ist der Punkt der "Freiheit", die Android eigentlich bieten wollte - und sollte. Was haben wir uns hier schon über Apple - und sein proprietäres System ausgetauscht?! Ich mag Apple! Wirklich! Ich arbeite seit vielen Jahren mit Macs und bin mit diesen Rechnern absolut zufrieden. Es hat mich aber schon immer gestört, dass ich nicht frei entscheiden kann welche Software ich auf einem iPhone installieren kann.

Anders bei Android: mit der App "APKatcher" beispielsweise, konnte ich mir die AndroidPIT-App jederzeit installieren und ansehen, als sie noch nicht im Market gelistet war, da wir hier noch daran gearbeitet haben. Mit einem nicht gerooteteten Android Phone wäre das gar nicht mehr möglich!! Man müsste sie vorher zwingend in den Market stellen um sie zu installieren. Welcome, Android, in the Apple World!


Ich bin mir sicher, dass viele nicht meiner Meinung sein werden. Und ich lade jeden hier zu einer vividen, aber bitte kontruktiven Diskussion ein. Persönlich hat mich diese Nachricht, die irgendwie zunächst komplett an mir vorbei gegangen war, richtiggehend geschockt.

Wie ist hier Eure Meinung?

Quelle: androidguys.com

24 Kommentare

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  • Hört sich für mich ehrlich gesagt ein bisschen nach Paranoia an. Ich denke AT&T will einfach nur verhindern, dass Provisionen an ihnen vorbeilaufen. Das hat nicht wirklich etwas mit Google zu tun.

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    06.07.2010 Link zum Kommentar

    @AndroidCan: es gibt noch eine Möglichkeit! Nämlich, dass man Stores "whitelabled" anbietet und über wichtige Quellen verbreitet.

    Übrigens: den Ansatz hatte ich noch gar nicht bedacht, dass Google einfach nur möchte, dass Entwickler AdSense schalten. Touché, würde ich sagen! Das macht absolut Sinn!!

  • @ fabian r.

    gleich eine seite in die welt rufen mit online unterschriften gegen solch eine einführung für deutschland, dass die nicht mal auf die idee kommen!
    wahrlich eine katastrophe, schon wieder ein stückchen näher an apple gerückt.

    meine stimme habt ihr, grus

  • Die AT&T Aktion zementiert denke ich nur etwas was ohnehin Fakt ist. Wie die Downloadzahlen z.B. von André oben zeigen suchen die wenigsten Nutzer außerhalb des vorinstallierten Markets nach Apps.

    Das Problem sind denke ich eher die Interessen Googles. Im Android Market führen Einschränkungen wie die Zahlungsmöglichkeiten oder die strikte Limitierung der Länder von denen man aus Apps kaufen oder verkaufen kann dazu, dass der Umsatz von Bezahl-Apps im Market marginal ist. Entwickler die Geld verdienen wollen können lediglich Werbung schalten. Für Google ist das wahrscheinlich deutlich attraktiver. Bei einer verkauften App im Market erhält der Entwickler 70% des Erlöses. Bei geschalteter AdSense Werbung liegt der Prozentsatz des Erlöses der an den Entwickler geht im Ermessensspielraum von Google.

    Als Entwickler würde ich eine Alternative zum Market durchaus begrüßen. Dann wäre ich weniger Abhängig von Google und könnte hoffen auch auf anderem Weg als durch Werbung mit meiner Arbeit Geld verdienen zu können.

    Die Frage ist: wie bringe ich meine Bezahl-Apps an den Kunden? Theoretisch kann jeder seinen eigenen Android AppMarket eröffnen. Praktisch sind diese Markets bedeutungslos solange sie nicht auf einer großen Anzahl an Geräten vorinstalliert sind. Eine Möglichkeit alternative Markets aufzubauen wäre es Clients für diese alternativen Markets über den Google Market zugänglich zu machen. Genau das lässt Google aber nicht zu…

    Die einzige Möglichkeit alternative Markets zu etablieren haben die Telekoms und die Hersteller. Sie können alternative Markets vorinstallieren. Motorola tut dies ja gerade mit seinem Shop4Apps in einigen Ländern. Ich persönlich drücke ihnen dabei die Daumen.

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    06.07.2010 Link zum Kommentar

    Nein, das wäre auch absolut vermessen zu glauben. Wobei man natürlich eben sagen muss, dass die "Secondary Markets" eventuell eine wichtige Funktion haben werden: Zahlungsweisen und Funktionen bieten, die es im (derzeitigen) Market nicht gibt!

  • Ich hoffe schon auf AndroidPIT - speziell im deutschen Markt. Mal sehen was Euer Start mit 1&1 noch so bringt. Aber letztendlich ist der offizielle Markt an Downloadzahlen wohl nur schwer von irgendeinem Drittanbieter zu erreichen. Nicht mal alle Drittanbieter zusammen (!) schaffen annähernd eine derartige Anzahl. Und das ist genau mein Punkt... Wobei ich mich jetzt nicht davon abhalten lassen werde, weiterhin auf den größten Marktplätzen zu veröffentlichen. Reichtum und Ruhm versprechen braucht man sich als Entwickler aktuell davon jedoch nicht.

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    06.07.2010 Link zum Kommentar

    Das sehe ich natürlich komplett anders! Ich selber muss als Tester ständig Software auf den Telefonen installieren, um z. B. "Sneak Previews" testen zu können.

    Ich plaudere jetzt etwas aus dem Nähkästchen, aber zum Thema "es ist aufwendig mehrere Stores zu pflegen":

    AndroidPIT wird noch in diesem Jahr eine Art "Metastore" für Entwickler anbieten. Sprich: der Entwickler kann frei wählen in welche Stores seine Apps noch geladen werden sollen. Damit fällt dieser Aufwand für die Entwickler weg.

    Zum Thema "Raubkopienmarkt": hier überlegen wir ebenso, was wir anbieten können, damit es hier eine bessere Sicherheit für die Entwickler zukünftig gibt. Denn der Schritt von AT&T dämmt dieses Problem keineswegs ein! Die apks werden dann schön weiter verteilt.

    Ganz ehrlich: würde das hier in Deutschland Schule machen - ich wäre absolut entsetzt. Es war aus meiner Sicht immer einer der größten Vorteile von Android, dass ich apks ganz einfach selber auf meinem Telefon installieren kann.

  • Dieses offene System geschreie kann ich nicht mehr hören. Ohne Root ist ein Android genauso offen wie ein Symbian oder iOS. Mit AT&Ts Schritt wird nun endlich dem Raubkopiemarkt ein Riegel vorgeschoben. Und genau das fördert Entwickler da nun endlich Konkurrenzdruck herrscht, der auch belohnt wird.

  • Die ganzen Android Markets sind zwar schön und recht, aber schaut euch mal etwas die Statistiken an. Fakt ist, NIEMAND braucht einen alternativen Markt auf Standard-Android-Handys, der nicht sowieso weiß, was Root bedeutet. Das belegen allein die Downloadzahlen von alternativen Märkten.

    Zum Beispiel die Downloadzahlen meiner eigene App:
    market.android.com - 140.000
    appslib.com - 4.700
    slideme.org - 3.600
    andappstore.com - 1.600

    Wobei appslib.com genauso wie androidpit.de eigentlich als Ausnahme zu betrachten sind, da beide für spezielle Geräte entwickelt wurden, die keinen original Android Markt aufweisen.

    Warum sollte ich mir als Entwickler also die Mühe machen, zig Märkte zu bedienen, ohne nennenswerte Downloads zu erzielen? Der Schritt von AT&T ist zwar kritisch zu sehen, aber für mich als App-Entwickler schlichtweg irrelevant. Im Gegenteil: Ich hab's eigentlich sogar einfacher...

  • @Fabien: "Hier bricht für viele App-Anbieter viel Geschäft weg."

    Meintest du damit App-Store-Anbieter? Denn den App-Entwicklern dürfte es zu Gute kommen, wenn sie ihre Apps nicht in zig Markets zu zig verschiedenen Bedingungen pflegen müssen.

    Allgemein finde ich dass dieser Schritt hier komplett überbewertet wird. Wieviele der Android-Nutzer rooten denn bitteschön ihr Handy? Und wieviele wissen überhaupt, wo man die Einstellungen zu treffen hat, um Apps auch aus Nicht-Market Quellen zu installieren? Und wieviele tun dies? Wenn man die Sache objektiv betrachtet, dürfte es sich im < 1% Bereich bewegen.

    Wirklich bedenklich wird es, falls Google die Nutzungsbestimmungen für den Market für Entwickler dahingehend ändert, dass sie sich ein Exklusivvertriebsrecht nehmen. Denn dann haben auch vorinstallierte Exklusiv-Markets keine Chance mehr.

    Nicht dass man mich falsch versteht - ich weiss natürlich dass AndroidPit damit Geld verdienen will und muss. Leider, und da mache ich keinen Hehl draus, finde ich das sehr schlecht :(

    P.S.: Nach dem Blogeintrag zu urteilen gibt es keine Innovationen mehr, wenn es keine Secondary-Markets gibt? Das halte ich aber für an den Haaren herbeigezogen! Weitergesponnen müsste diese Logik ja bedeuten, dass es auf dem iPhone keine innovativen Apps gibt. Ich mag zwar Android-Fan sein, aber verblendet bin ich noch nicht.. ;)

  •   7

    Der grösste Nachteil oder vielleicht auch Vorteil ist, das Android so frei ist, dass jeder sein eigenes Süppchen kocht. Hiermal ein Moto Blur, da ein Sense und da noch die Version 1.5, der nächste Anbieter hat die Version 2.0.
    Das nächste Telefon hat einen verschlüsselten Bootloader, andere wiederum sind komplett frei.
    Ziel der Firmen ist es, möglichst genau die Kunden zu binden und am besten noch mit den Vorgaben, die dann mehr beschränken als dass sie binden.
    Es wird einfach nicht verstanden, dass genau diese Freiheit Kunden bindet, sei es als Entwickler, Nerd oder als Enduser der davon profitiert weil etliche Menschen mitarbeiten.
    Und genau aus diesen Gründen ist und wird Linux immer erfolgreicher. Freiheit und Transparenz!

  •   15

    SDK?

  • Ich frage mich nur wie bei solchen Geräten Entwickler arbeiten sollen, da diese ja bei jeder Ausführung eine APK installieren die nicht vom Market ist.
    Ob somit auch Entwickler ein Riegel vorgeschoben wird? Was natürlich fatal wäre!

  •   15

    Vermutung:

    Schauen wir uns Apple, also iPhone und iPad an. Diese Hardware ist (gut aber eigentlich) nur ein Content-Provider. Am Ende verdient Apple. Denn der Content kann nur via iTunes bezogen werden. Apple sahnt bei den Provider-Verträgen ab, Apple sahnt bei den iTunes-Einkäufen ab, Apple sahnt bei den eBooks-Einkäufen ab.

    So, und nun zu Android. Google wird ein iTunes-Derivat anbieten. Das war in den News. Vielleicht hat AT&T eine prozentuale Coop. mit Google vereinbart dafür, dass AT&T die Dinger dicht für fremde Software macht, die nicht via Google abgerechnet werden.

    zB könnte ich mir eine herrliche App für http://skreemr.org/ vorstellen. Da flackert die Luzi. Etc.

    Irgendwas in der Art, Content-basiert, dürfte es sein.

    Die Hardware ist doch nur Mittel zum Zweck. ;)

  • Egal sollte das nicht sein. Wenn der größte Provider der USA solch ein Vorhaben ins Auge fasst, wird das garantiert Wellen schlagen. Ich bezweifle zwar, dass das hier in Deutschland durchgezogen wird, aber trotzdem ist es doch schon etwas schockierend...DAS freie Smartphone OS unter den Smartphone OS´s bekommt ne Sperre.

    Tja...ich hoffe es bleibt nur bei kleinen Wellen und artet nicht in einer Flut aus ...

  • Ool 05.07.2010 Link zum Kommentar

    Hab ich irgend etwas verpasst? Denn wenn dem auch so sein sollte (ich persönlich glaubs nicht), kann uns das hier in Europa, sogar den Amis in den USA, völlig egal sein. Hier gibt es kein AT&T und in den USA gibt es noch genügend andere Provider, die vor allem viel mehr (zB Verizon) auf Android setzen wie AT&T.

  • so weit ich weiß, nimmt google die 30% nicht, sondern leitet diese an die Vertreiber weiter, was in diesem Fall AT&T wäre
    deswegen auch so oft das Problem, dass man Bezahlapps nicht kaufen kann (nicht im market zu finden), weil die Baseband-Version der Vertreiber immer erst freigeschaltet werden muss, damit diese das Geld auch bekommen

  • Fabien Roehlinger
    • Admin
    • Staff
    05.07.2010 Link zum Kommentar

    Naja, eigentlich geht das nur an Google. Vielleicht haben die aber ein "Hintenrum-Abkommen"...

  • Kann es sein, dass AT&T einfach nur das Klauen von Apps bzw. den Kauf von woanders verhindern will, damit sie ihren Umsatz erhöhen, da sie ja den 30% Anteil ausm Android-Market bekommen?
    oder irre ich mich, was die 30% angeht?

  • ist AT&T ein Provider wie T- Mobile oder Swisscom?
    könnt ihr mich da aufklären?
    sorry..
    oder haben das auch ungebrandete phones?

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