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Wasserstoffautos: Was ist aus der Zukunftsvision geworden?
Kommentar Mobilität 6 Min Lesezeit 46 Kommentare

Wasserstoffautos: Was ist aus der Zukunftsvision geworden?

Seit langem wird das Wasserstoffauto als die Zukunft der Mobilität bezeichnet, in der es den Benziner ersetzt und mit dem Elektroauto koexistiert. Dennoch scheint es, dass es noch ein langer Weg ist, bis man mit letzterem konkurrieren kann: Was sind die Gründe, wann wird es zu einer echten Option?

Wie funktioniert ein Wasserstoffauto?

Der Antrieb von Wasserstoffautos basiert auf einer chemischen Reaktion, die zwischen dem von außen aufgenommenen Sauerstoff und dem im Tank des Fahrzeugs gespeicherten Wasserstoff erzeugt wird. Mit dieser Reaktion wird Energie für den Elektromotor erzeugt. Der Prozess findet in der sogenannten Brennstoffzelle statt. Darüber hinaus wird beim Abbremsen die freigesetzte Energie in der Batterie gespeichert. Diese Energie kann dann genutzt werden, wenn der Motor zusätzlichen Energie-Bedarf hat.

Der große Vorteil all dessen? Die erzeugte Emission liegt bei null, da nur Wasserdampf durch das Abgasrohr austritt: Auf Wiedersehen Kohlendioxid und Treibhauseffekt!

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So sieht das Ganze unter der Haube aus. / © Hyundai

Die wichtigsten Vor- und Nachteile des Wasserstoffautos

Wie bereits erwähnt, garantiert der Fahrzeugtyp eine Nullemission beim Betrieb. Ein wichtiges Ziel, das wir eher früher als später erreichen sollten, wenn unser schöner Planet bewohnbar bleiben soll. In Spanien beispielsweise wird der Verkauf und die Herstellung von Diesel-, Benzin- und Hybridfahrzeugen ab 2040 trotz der Proteste der Hersteller verboten.

Neben der damit verbundenen Emissionsreduzierung benötigt das Wasserstoffauto eine wesentlich kleinere Batterie als das Elektroauto. Ein reduzierter Bedarf an Lithium, einem Mineral, das immer teurer wird und in verschiedenen Teilen der Welt viele Konflikte verursacht.

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Auch Tesla denkt darüber nach, sich in Zukunft für Wasserstoff zu entscheiden. / © Tesla

Was die Reichweite betrifft, so liegt auch hier das Wasserstoffauto weit vorne. Der Hyundai Nexo zum Beispiel verspricht eine ausgezeichnete Reichweite von 800 Kilometern. Das ist genug, um sich während der Fahrt keine Sorgen machen zu müssen, liegen zu bleiben.

Die Fahrzeuge benötigen also nur Wasserstoff, um zu funktionieren? Perfekt, denn es ist das am häufigsten vorkommende Element auf unserem Planeten, nicht wahr? Aber das ist nicht ganz so einfach. Der Wasserstoff muss zuvor "behandelt" werden, und dazu ist es heute notwendig, auf fossile Brennstoffe (mit der damit verbundenen Verschmutzung) oder die Hydrolyse von Wasser zurückzugreifen, was einen hohen Energieaufwand erfordert. Vielleicht ist es für sich genommen eine "grüne" Energie, aber um sie zu nutzen, ist nicht mehr viel "grün" dran ... Das ergibt nicht viel Sinn.

Doch das ist nicht alles. Der Wirkungsgrad der Wasserstoff-Fahrzeuge lässt zu wünschen übrig. Er liegt bei rund 22 Prozent, was nur wenig besser als der von Benzinern und weit unter dem Wirkungsgrad von 73 Prozent bei reinen Elektroautos liegt. Darüber hinaus ist die Speicherung von Wasserstoff nicht einfach und muss mit einem sehr hohen Druck erfolgen.

Also was ist dann mit der Sicherheit? Viele Menschen sind der Meinung, dass das Fahren am Steuer eines solchen Fahrzeugs dem Ritt auf einer Bombe gleicht, weil das Explosionsrisiko so hoch sei. Obwohl der Stoff zumeist sicher untergebracht ist, besteht natürlich trotzdem immer die Gefahr, dass das Gas austritt, und es ist entzündlich.

Kann ich jetzt ein Wasserstoffauto kaufen?

Die Vorschriften und Normen werden immer strenger, und der Tag, an dem wir keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr sehen, wird kommen. Deshalb beginnen große Marken, sich an die neuen Zeiten anzupassen und ihr Geschäftsmodell zu verändern.

Während die meisten Hersteller (im Moment) auf das Elektroauto setzen, hat Hyundai die Grundlagen geschaffen, um im Bereich der Wasserstoffautos mit einem Marktanteil von 25% in Führung zu gehen, mit einer Prognose von 500.000 produzierten Zellen pro Jahr. Der Hyundai Nexo, der in Europa erhältlich ist, ist ein SUV mit einer Reichweite von bis zu 800 km. Das Hauptproblem ist der Preis, denn hier werden ab 69.000 Euro fällig.

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Was haltet Ihr von Hyundais Wasserstoff-SUV? / © Hyundai

Die Alternativen sind der Toyota Mirai, der für rund 65.000 Euro verkauft wird, und der Honda Clarity, eine Limousine für 66.000 Euro. Es ist offensichtlich, dass keines der Fahrzeuge ein Schnäppchen ist. Man muss aber auch bedenken, dass die Produktion aktuell im geringen Umfang erfolgt, was den Preis erhöht. Bei steigender Nachfrage dürften diese Kosten und damit auch der Fahrzeugpreis deutlich sinken.

Trotz des heute sehr begrenzten Angebots ist zu erwarten, dass der Rest der Hersteller in den kommenden Jahren in diesem Bereich nachziehen wird. Mercedes hat den GLC, obwohl er nur in Deutschland und nicht für Privatpersonen erhältlich ist. Kia will seine Modelle in den kommenden Monaten zeigen, Audi wird ein Modell im Jahr 2020 auf den Markt bringen und BMW erst 2025.

Wie wird das Auto mit Wasserstoff aufgeladen?

Hat man das Geld für ein Wasserstoffauto aufgebracht, folgt aber gleich das nächste Problem: die Ladestationen. In ganz Europa gibt es laut TÜV Süd und h2.live , wo man nach der nächsten Station suchen kann, gerade einmal etwas über 100 Anlaufpunkte. Da man sein Auto nicht zu Hause aufladen kann, ist das ein deutliches Problem. Solange die Infrastruktur nicht massiv ausgebaut wird, kann es auch mit Wasserstoffautos nur schwer voran gehen.

Bis auf dieses zugegeben nicht gerade kleines Detail hat das Ladesystem einen Vorteil gegenüber den von Elektroautos, und zwar die Ladegeschwindigkeit. In weniger als 5 Minuten lässt sich ein Wasserstofftank vollständig volltanken. Das ist zwar länger als bei einem Auto mit Verbrennungsmotor, aber deutlich weniger als bei Elektroautos, schaut man auf die damit zurücklegbare Strecke.

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5 Minuten und ... Fertig! / © Hyundai

Und obwohl der Preis pro Kilo Wasserstoff davon abhängt, welche Methode zur Herstellung verwendet wurde, schätzen aktuelle Studien die Kosten auf 8,50 Euro pro 100 km. Toyota seinerseits behauptet, den Tank seines Mirai für etwa 45 Euro füllen zu können, viel weniger, als man für einen vollen Tank Benzin bezahlen würde!

Gut Ding wird Weile haben müssen

Es ist unbestreitbar, dass die Technik trotz jahrzehntelanger Diskussionen über das Wasserstoffauto noch immer unterentwickelt ist. Und das reine Elektroauto hat hier eindeutig mit Vollgas überholt. Die Gründe? Liebhaber von Verschwörungstheorien werden sagen, dass es "bislang nicht in 'ihrem' Interesse war", diese Art von Technologie weiterzuentwickeln. Und ich stimme zu, denn schaut man auf die großen Hersteller, arbeiten sie bereits seit Jahren daran, aber erst jetzt, wo es durch die Verdrängung des Verbrennungsmotors profitabel erscheint, nimmt das Thema wieder mehr Fahrt auf. 

Es ist eine Frage der Zeit, bis immer mehr Modelle erscheinen, das Ladenetz wächst und die Preise der Modelle fallen - was meiner Meinung nach der Hauptgrund für das heutige Scheitern ist. Denn wer will mehr als 60.000 Euro für ein solches Fahrzeug ausgeben, bei dem es aktuell noch einige Probleme gibt.

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Top-Kommentare der Community

  • E Zeller vor 1 Monat

    Wir Bürger sind in einer Abhänigkeit von Konzernen und einer Politik die von Lobbyismus
    geleitet wird.
    Was ist an einem E-Fahrzeug so teuer. Ach ja der Markt gibt es her. Genauso wie Deutsche Fahrzeuge in der USA günstiger verkauft werden.
    Solange der Strom für Batterien von Kohlekraftwerken kommt braucht man nicht über die Reinheit von Dieselfahrzeugen diskutieren. Allerdings verschenken wir Strom an Nachbarstaaten und kaufen ihn dann bei Bedarf teuer zurück.
    Angenommen viele machen den Strom selbst durch erneuerbare Energie , speichern diesen und verwenden ihn selbst. Der Staat würde keine Mineralölsteuer und auch keine Steuereinnahmen von Heizöl, Gas und Strom haben. Wir währen unabhängig. Ist das gewollt?
    Von den Bürgern schon. Übrigens wird mit den neuen technologien der Arbeitsmarkt sich sehr stark verändern. Die Automobilkonzerne werden erstmal in aller Ruhe das Batterie -Fahrzeug verkaufen wollen und in 10 Jahren die Brennstoffzelle. Der Preisverfall wird dann ähnlich sein wie jetzt bei den Dieselfahrzeugen. Die Zeche bezahlt der Endverbraucher.
    Fakt ist ,es muss sich schnell etwas verändern der Umwelt und unserer Kinder wegen.
    Ob dies gewollt ist?

  • Bernhard Feder vor 1 Monat

    CO2-Neutral? Da haben die E-Autos mir ihren großen Batterien eine schlechtere Bilanz als herkömmliche Verbrennungsmotoren. Die haben bereits riesige Energien bei der Herstellung des Akkus verbraucht, dazu kommt im Betrieb noch, das der Strom auch für die meist herkömmlich produziert wird.
    Man geht davon aus, das gegenüber einem modernen Diesel erst nach 200.000 Km zurückgelegte Fahrstrecke die Ökobilanz ausgeglichen ist.

  • Aries vor 1 Monat

    Ich bin 1986 nach München gezogen. Damals fuhren hier laufend BMW-Testfahrzeuge rum, die sich durch ihre Beschriftung als wasserstoffbetrieben auswiesen. Heute? Nichts mehr davon zu sehen!

    Der Grund dürfte sein, dass die Gewinnung von reinem Wasserstoff energieaufwändig ist.

    Der tolle Wirkungsgrad von reinen Elektroautos ist eine Augenwischerei. Von der Batterie zum Rad mag der Wirkungsgrad von 73 % stimmen. Aber wo kommt der Strom für die Batterie her? Aus Kohlekraftwerken, die bei uns noch einen erheblichen Anteil haben? Oder aus Atomkraftwerken im Ausland? Die Atomkraftwerke sind wenigstens nicht so CO2-schädlich. Dafür erwärmen sie unsere Flüsse und verändern damit diesen Lebensraum und erzeugen strahlenden Müll für Jahrzehntausende, den niemand bei sich in der Gegend endlagern will.

    Ich bin nicht gegen Elektroantrieb oder Energie aus Wind-, Wasser und Sonnenkraft. Aber für ein Auto sehe ich auch mittelfristig darin nicht die Lösung. Für den Zweitwagen, vielleicht, aber nicht für die Familienkutsche. Alleine die Ladezeiten sind zu lang und auch Modelle wie von Renault (Austausch der Batterien) halte ich für wenig praktikabel. Immerhin müsste das herstellerübergreifend möglich sein.

    Im Gegenteil, ich kann mir vorstellen, dass der Diesel noch eine Renaissance erfährt! Warum? Weil er so gut wie jedes Öl verbrennt. Er würde sogar mit dem Olivenöl aus dem Supermarkt klaglos fahren und die schwerölbetriebenen Schiffe sind auch Diesel.

    Es gibt ein Projekt bei dem schnell wachsende Algen gezüchtet werden, aus denen sich einfach Öl gewinnen lässt. Das könnte der Diesel der Zukunft werden. Und das CO2, das ein Auto ausstößt, atmen die Algen bei ihrem Wachstum wieder und verarbeiten es zu Sauerstoff. Also ein echter Kreislauf, der einer 0-Bilanz sehr nahe kommen kann, denn Verluste wird es überall geben.

    https://www.spektrum.de/news/energiewende-mit-algen-zu-sauberer-energie/1352317

46 Kommentare

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  • Die Welt geht auch *nicht* unter wenn wir weiter mit Benzin und Diesel fahren. Es gibt aber starke Kräfte, die grundsätzlich etwas gegen private Mobilität bzw. gar dem privaten Eigentum haben. ("Mao Mao Ze tung" - Ho Ho chi min" hatten die in den späten 60ern frühen 70ern gerufen bevor sie "durch die Institutionen marschierten" (Gramci: sozialistische Revolution nur möglich, wenn der Kapitalismus zuvor sabotiert wurde) )


  • Mann muss sich doch fragen, wieso ausgerechnet SHELL sich an dem Ausbau der H2 Tankstellen beteiligt, bzw. die Ersteller sind. In Hannover an der Messe ist gerade eine neue H2 Tanke auf der SHELL eröffnet worden. Ein weiterer Aspekt ist, das die Chinesen beim größten Brennstoffzellenhersteller der Welt eingestiegen sind mit 42%. Bei Ballak in Kanada.


  • Zudem kommt noch hinzu, das die Chinesen


  • A. K.
    • Mod
    vor 1 Monat Link zum Kommentar

    Das Thema ist sehr komplex. Natürlich ist es einfach, sich hinzustellen und zu sagen, "Automobilindustrie, stoppt die Umweltvergiftung". Dann geht man sich tolle, energiesparende LEDs aus China bestellen, kauft einzeln in Kunststoff verpackte Kekse, schaufelt Fleisch aus Massentierhaltung in sich rein oder holt sich vegane, laktosefreie, glutenfreie Kokosmilch, für die der Regenwald unwiederbringlich gerodet wurde, nur um Paar Euro zu sparen.

    Ich denke, das Problem sitzt viel tiefer. Die Ursache ist nämlich die "nimmersatt" Mentalität der Verbraucher. Es ist nämlich sehr einfach, sich auf das Rad oder in Öffis zu setzen oder Fahrgemeinschaften zu bilden. Aber nein, man setzt sich ins Auto, um unbegrenzte Mobilität zu genießen und stellt sich lieber in den Stau.

    Natürlich ist das eine stark negative Beschreibung und viele Leute leisten schon ihren Beitrag, ich wollte nur mal den "Hetzton" anschlagen, mit dem gerade auf die Automobilindustrie gekloppt wird. Das wird uns nicht weiter bringen, solange sich in den Köpfen nichts ändert!

    PS ich bin selbstverständlich nicht ausgenommen davon.

    Aries


  • Wenn ich den Schwachsinn von den Batteriefahrzeugen höre, wird mir ganz schlecht. Schaut mal hier:

    Nahverkehrsgesellschaft zufrieden mit neuen Alstom-Fahrzeugen / Anfragen aus anderen Ländern Von Christian Wölbert
    und Janet Binder

    Hannoversche Allgemeine Zeitung

    Hannover. Die weltweit ersten Brennstoffzellenzüge haben sich in Niedersachsen im Praxiseinsatz bewährt. „In den ersten 100 Tagen im Personenverkehr gab es keine Pannen“, sagte ein Sprecher der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG). Fahrgäste, die Umwelt und das Land Niedersachsen profitierten gleichermaßen von der neuen Technik.

    Die beiden von Alstom hergestellten Züge fahren seit September auf der Strecke zwischen Cuxhaven und Buxtehude. Die Brennstoffzellen an Bord wandeln Wasserstoff und Luft in Wasser um. Dadurch entsteht Strom, der Lithium-Ionen-Akkus auflädt und Elektromotoren antreibt. Aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf.

    Die Züge seien deutlich leiser als die bisher eingesetzten Diesel-loks, erklärte der LNVG-Sprecher. Außerdem würden etliche Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart. Man könne in Niedersachsen dank dieser Technik voraussichtlich darauf verzichten, rund 1400 Kilometer Bahnstrecken mit elektrischen Oberleitungen auszustatten. Dadurch könnten rund 1,5 Milliarden Euro eingespart werden.

    Hintergrund sind die Klimaziele der Bundesrepublik: Bis zum Jahr 2050 soll der Verkehr weitgehend ohne Emissionen auskommen. Viele Bahnstrecken müssen deshalb entweder elektrifiziert werden – oder es müssen neue Antriebstechniken wie die Brennstoffzelle zum Einsatz kommen. „In Niedersachsen sollen in den nächsten 20 bis 30 Jahren alle 120 Dieselzüge ersetzt werden“, sagte der LNVG-Sprecher.

    Nach Angaben des Herstellers nimmt auch außerhalb von Niedersachsen das Interesse an den neuen Fahrzeugen zu. „Auch in anderen Bundesländern steht Alstom in aktiven Vertragsverhandlungen über den Einsatz von Wasserstoffzügen“, sagte Jörg Nikutta, Deutschland-Chef des französischen Alstom-Konzerns, der HAZ. Alstom baut die Züge in Salzgitter – von weiteren Bestellungen würde also der Wirtschaftsstandort Niedersachsen profitieren. Anfragen sind ebenfalls schon aus Japan, Russland, Kanada, England und den Niederlanden eingegangen, wie die Landesnahverkehrsgesellschaft berichtet.

    Die LNVG hat bei Alstom bereits weitere 14 Brennstoffzellenzüge bestellt, die von 2021 an durch Niedersachsen fahren sollen. Das Verkehrsministerium in Hannover fördert die Anschaffung mit 81,3 Millionen Euro. Der Bund hat die Entwicklung und Erprobung der neuen Antriebstechnologie in Niedersachsen mit Fördergeldern unterstützt.

    Die Nahverkehrsgesellschaft gehört zu 100 Prozent dem Land Niedersachsen und betreibt einen Fuhrpark mit mehr als 380 Zügen. Sie verleiht diese Fahrzeuge an Unternehmen wie die Deutsche Bahn oder Metronom. Die beiden Wasserstoffprototypen werden aktuell von den Eisenbahnen und Verkehrsbetrieben Elbe-Weser GmbH (EVB) genutzt.

    Da es auf der Strecke zwischen Cuxhaven und Buxtehude keine Oberleitung gibt, fuhren dort bisher nur Dieseltriebwagen. Die Wasserstofftankstelle für die neuen Brennstoffzellenzüge steht in Bremervörde. „Die Züge verbrauchen nur sehr wenig, sie müssen über Tage nicht betankt werden“, sagte Jens Sprotte, Leiter des Geschäftsbereichs Stadtverkehr und Systeme bei Alstom.
    Zudem sind die Chinesen mit 42% beim größten Brennstoffzellenhersteller der Welt"Ballak" in Kanada beteiligt.
    Wenn ihr noch fragen habt, dann beantworte ich sie gerne. Der Bericht stammt aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.
    Und wen das Thema wirklich interessiert der sollte die Hannover Messe besuchen. In der Halle 27 wird nur über H2 gesprochen.
    Gruß,...


  • Na ja, Wasserstoff ist hochgradig flüchtig, so sehr, dass er langfristig nicht mal von der Schwerkraft der Erde gehalten werden kann, und ins All verschwindet.
    Auch durch viele Kunststoffe kann er regelrecht hindurch diffundieren. Die Speicherung ist zwar technisch gelöst, aber aufwändig. Die Selbstentladung von Lithiumakkus ist gering, ca. 2% pro Monat, und dürfte bei täglicher Nutzung eines Autos kaum eine Rolle spielen.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Wasserstoffspeicherung

    Quelle: Wikipedia


  • In Bottrop fuhr 5 Jahre ein kleiner Linienbus mit Wasserstoff und das schon vor 10 Jahren von Daimler Benz
    Im Letzten Jahr haben die Stadtwerke Wuppertal 27 Wasserstoffbusse in Japan bestellt. Guten Morgen deutsche Hersteller
    Asien wird in dieser Technologie führend und unsere Autobosse verschlafen hier die Zukunft. Batterien sind Schwachsinn!
    Wasserstoff könnte prima aus Windparks hergestellt werden und Energie folglich gespeichert werden.
    Daran hat weder der Bergbau, noch die Öl- und Glasindustrie ein Interesse.


    • > Batterien sind Schwachsinn!
      > Wasserstoff könnte prima aus Windparks hergestellt werden und Energie folglich gespeichert werden.

      Aha! Und wo speichert man die Energie, wenn Batterien (ich nehme an, Du meinst Akkus) Schwachsinn sind?


  • Es lag nicht im Interesse unserer Regierungen, auf Wasserstoff zu setzen. Natürlich aus finanziellen Gründen, wie immer. Die Wasserstoff betriebenen Autos, gab es schon vor Jahrzehnten als Prototypen, es wurde mangels Interesse nicht unterstützt um es wettbewerbsfähig zu machen. Wie auch Jahrzehnte der Einsatz von LPG-Autogas, totgeschwiegen wurde. Bei unseren Nachbarn, zb Niederlande, ist es schon so lange etabliert. Bei uns jedoch waren Vergleichstests immer auf Diesel, Benzin und Erdgas beschränkt. Warum? Autogas wurde nicht besteuert wie die anderen Möglichkeiten und durfte auch bis 2018 nicht besteuert werden. Man stelle sich nur vor, es hätten, sagen wir mal vor 15 Jahren, tausende Menschen auf LPG umgestellt und für um die 50 Cent pro Liter getankt... Steuerverluste in mindestens Millionen Höhe. Als einige Hersteller dann LPG Fahrzeuge anboten, wurde es nicht gekauft. Nie was von gehört, somit keine Nachfrage. Dabei sind die Anlagen heutzutage perfekt, plug and play, werden an die serienmäßig verbauten Einspritzdüsen angeschlossen. Keine Temperatur Probleme mehr, kein nennenswerter Leistungsverlust oder Mehrverbrauch. Aber wir sollen eben nur kaufen, was DIE für richtig und vorallem, für profitabel halten.


    • Und hier in Deutschland mischt natürlich auch die Automobilindustrie fleißig mit. Neue Technologien bedeuten ja Kosten für Investition und Forschung, lieber produziert man mit bestehenden Anlagen weiter und macht höhere Gewinne. Da stören solche Innovationen nur.
      Wenn man dann den technologischen Anschluss verloren hat, wird es der Staat mit diversen Zuschüssen und Geschenken schon wieder richten.


      • @Sarah:
        nicht zwingend Angst vor Kosten, soweit ich weis sind die Deutsche Autoindustrie und die Internationalen Ölkonzerne auch Massiv Anteilseigner von Einander. Die Würden sich also wirtschaftlich ins eigene Fleisch schneiden wenn sie massiv Konkurrenz zu Benzin- oder Dieselmotoren fördern würden. Das ist vermutlich auch der Grund, warum sie jetzt die E-Autos nur zögerlich anbieten.

        Sarah


    • Rate mal, wer die Steuer festlegt.

      Wenn dem Staat soviel entgehen würde, könnte er doch einfach LNG (Liquefied Natural Gas, LPGs gab in der DDR und hießen Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften) höher besteuern. Macht er aber nicht, weil er ein Interesse daran hat, dass wir Verbraucher es mehr nutzen.

      Wenn ich mich umschaue, bieten freie Tankstellen häufig LNG an. Nur Aral, Shell etc. nicht. Da vermute ich doch mal Interessen der Mineralölkonzerne...


      • LNG hat mal überhaupt nichts mit LPG zu tun.
        LNG ist auf -161°C heruntergekühltes verflüssigtes Erdgas.
        LPG (Liquefied Petroleum/Propane Gas) ist ein Gemisch aus Propan und Butan.


      • LPG war mir in diesem Zusammenhang unbekannt und damit hat mich die Nähe zu LNG auf die falsche Fährte gebracht.

        Mario


    • Der Unterschied zu früheren Wasserstofffahrzeugen bestand in der direkten Verbrennung von Wasserstoff, während die heutige Energiegewinnung durch die Brennstoffzelle geschieht.


  • Wer das Auto liebt, der schiebt.


  • Wir Bürger sind in einer Abhänigkeit von Konzernen und einer Politik die von Lobbyismus
    geleitet wird.
    Was ist an einem E-Fahrzeug so teuer. Ach ja der Markt gibt es her. Genauso wie Deutsche Fahrzeuge in der USA günstiger verkauft werden.
    Solange der Strom für Batterien von Kohlekraftwerken kommt braucht man nicht über die Reinheit von Dieselfahrzeugen diskutieren. Allerdings verschenken wir Strom an Nachbarstaaten und kaufen ihn dann bei Bedarf teuer zurück.
    Angenommen viele machen den Strom selbst durch erneuerbare Energie , speichern diesen und verwenden ihn selbst. Der Staat würde keine Mineralölsteuer und auch keine Steuereinnahmen von Heizöl, Gas und Strom haben. Wir währen unabhängig. Ist das gewollt?
    Von den Bürgern schon. Übrigens wird mit den neuen technologien der Arbeitsmarkt sich sehr stark verändern. Die Automobilkonzerne werden erstmal in aller Ruhe das Batterie -Fahrzeug verkaufen wollen und in 10 Jahren die Brennstoffzelle. Der Preisverfall wird dann ähnlich sein wie jetzt bei den Dieselfahrzeugen. Die Zeche bezahlt der Endverbraucher.
    Fakt ist ,es muss sich schnell etwas verändern der Umwelt und unserer Kinder wegen.
    Ob dies gewollt ist?


  • Ich bin absolut dafür, neue Treibstoffarten in Autos einzusetzen - egal ob Strom, Wasserstoff oder was auch immer. Aber: es muss bezahlbar sein und bleiben. Dazu muss sichergestellt werden, dass man seinen fahrbaren Untersatz auch überall aufladen bzw. volltanken kann.
    Und genau das ist noch nicht gewährleistet. Ein Elektroauto kommt derzeit für mich nicht in Frage, da ich nicht wüsste, wo ich es aufladen sollte, ohne einen langen Fußmarsch nach Hause in Kauf zu nehmen. Natürlich muss man irgendwo und irgendwann damit anfangen, doch wenn man kein eigenes Haus besitzt, um dort die Stromdepots zu platzieren, bleibe ich weiterhin noch beim Benziner.


  • Die Preise sind hoch, aber wenn man den E-Niro oder das Model 3 von Tesla zum Vergleich her nimmt, ist der Unterschied nicht sehr gross.

    Ich sehe für die Brennstoffzelle aber trotzdem eher den Einsatzzweck bei LKWs im Fernverkehr. Im Güternahverkehr und PKWs sind reine Batterie-Stromer die bessere Wahl.

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