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4 Min Lesezeit 13 Kommentare

Was wir vom Test der Alexa-Mikrowelle lernen

Eine Mikrowelle mit Alexa-Sprachassistent: Braucht die Welt das? Shannon Liao von The Verge hat die 60-Dollar-Mikrowelle ausprobiert und Popcorn sowie andere Mahlzeiten auf Zuruf aufgewärmt. Während einige Vorteile schnell deutlich werden, wird auch klar, dass nicht nur der Nutzer von der Amazon-Anbindung profitiert.

Wer oft Lebensmittel in der Mikrowelle zubereitet oder auftaut, wird das Problem kennen. Nicht immer ist klar, welche Wattzahl und welche Garzeit die richtige ist. Verbrannte, nur teilweise aufgetaute oder schlimmstenfalls halb gare und halb gefrorene Putenbrüste oder komplett verbranntes Popcorn sind das Resultat.

Voreinstellungen, so genannte Presets sollen derlei Ärger ersparen. Doch gibt es deutlich mehr Rezepte als in einem Preset-Katalog einer Mikrowelle hinein passen; zumal eine Mikrowelle immer komplizierter wird, je mehr Tasten und Funktionen man ihr spendiert. Die komplette Zeitersparnis ist also schnell dahin, wenn man zuerst in einer 300-seitigen Anleitung nach der richtigen Voreinstellung suchen und hinterher mit dem Taschenrechner die passende Garzeit für die 350 Gramm gefrorene Putenbrust ausrechnen muss.

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Popcorn kann Alexa am besten. / © Amazon

Manche Amazon-Ingenieure scheinen von diesem Leid genug zu haben und so entwickelten sie kurzerhand eine smarte Mikrowelle. Das heißt, richtig smart ist sie nicht von alleine. Aber sie hat WLAN, Bluetooth und sie lässt sich so mit einem Amazon Echo Dot koppeln. Darüber könnt Ihr die Mikrowelle dann mit dem Sprachassistenten Alexa steuern. Das gilt zumindest, wenn Ihr in den USA wohnt, denn woanders kann man die 60-Dollar-Mikrowelle der Marke AmazonBasics noch nicht kaufen.

The-Verge-Redakteurin Shannon Liao hat die Mikrowelle nun ausgiebig getestet und dabei einen gemischten Eindruck gewonnen. Vor allem die Popcorn-Aufwärm-Funktion gab dabei reichlich Aufschluss darüber, was Amazon mit smarten Küchengeräten eigentlich vor hat.

Unendlich viele Presets – irgendwann

Die Grundidee ist nicht verkehrt: Um das Dilemma mit den vielen Presets und der guten Bedienbarkeit zu beenden, soll der KI-gestützte Sprachassistent die Lebensmittel auf Zuruf perfekt zubereiten; sei es eine Kartoffel, eine Tüte Mikrowellen-Popcorn, eine Tasse Tee oder 350 Gramm gefrorene Putenbrust.

Beim Test wollten einige Sachen noch nicht so recht klappen und andere waren reichlich rätselhaft implementiert. Ein gelungenes Beispiel war die Zubereitung von Popcorn. Hier fragt Alexa, wie viel Gramm sich in der Tüte befinden. Anschließend wird das Popcorn auf den Punkt zubereitet. Alexa fragt außerdem, wie viele Tüten Mikrowellenpopcorn Ihr noch zuhause habt. Neigt sich die Zahl dem Ende, bestellt der Assistent – Überraschung! – bei Amazon Nachschub. Wer diese Automatik abschalten will, muss im ersten Schritt das Abo beenden und im zweiten die laufende Bestellung stornieren.

amazonmicrowave
Die Uhr synchronisiert sich über das Internet. / © Amazon

Weniger gelungen war die Zubereitung einer einfachen Kartoffel. Hier hat der Sprachassistent auch vergessen zu fragen, wie viel die Knolle wiegt. Natürlich wurde die Kartoffel so nicht fertig und war im Resultat nicht genießbar. Und wenn die Kartoffeln aufgebraucht sind: Wird Alexa sie dann einfach auf unserem Einkaufszettel hinzufügen, den wir mit der Familie teilen; oder können wir neues Gemüse gleich bei Rewe bestellen?

Es gibt noch viel zu lernen

Der Ansatz, Presets über den Sprachassistenten auszulagern, ist klug. Jedoch ist die Zeit noch nicht reif dafür. Immerhin teilt Amazon den Lernprozess seiner AmazonBasics-Mikrowelle über die Plattform Alexa Connect Kit mit Drittanbietern. LG-Mikrowellen mit Alexa sind also denkbar. 

Amazon zeigt aber gleich mit dem Nachbestell-Feature, worauf es eigentlich abzielt. Der Nutzen für den Verbraucher ist ein Nebenprodukt des eigentlichen Ziels. Und das ist, größere Teile unseres Lebensmittelkonsums über Amazon zu leiten.

Da Mikrowellenpopcorn auch im deutschen Amazon verfügbar ist, müsste die Mikrowelle eigentlich nicht lang auf sich warten lassen. Eine entsprechende Anfrage haben wir bereits an Amazon herausgeschickt, jedoch warten wir noch auf die Antwort. Würdet Ihr Euch die smarte Mikrowelle in die Küche stellen? Und wenn nein, warum nicht?

Quelle: The Verge

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13 Kommentare

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  • Kartoffeln in der Mikrowelle garen...Wer bitte tut so was?


  • Frage aus dem Artikel: Eine Mikrowelle mit Alexa-Sprachassistent:
    Braucht die Welt das?
    Ich denke schon, dass dieses Gerät und ähnliche für sehbeeinträchtigte und andere
    Menschen eine große Hilfe sein kann, da viele Haushaltsgeräte zunehmend
    nur mehr mit Berührungsbildschirmen ohne Sprachausgabe bedienbar sind
    oder die Bedienung der Geräte, falls sie noch Knöpfe und Drehregler
    haben, sehr kompliziert ist.
    Geräte mit Hilfe der Sprache zu steuern könnte vielen sehbheinderten und blinden Menschen im Haushalt wesentlich helfen.


  • Ach du 💩....noch so n Ding was explodiert💥😵💦. Andere Frage: Gibt es nicht auch schon Unterhosen mit Alexa drin, die mir sagt wann ich aufs Klo muss?


  • Das Konzept der Mikrowelle, sie smart zu machen, und annähernd beliebig viele Presets in der Cloud bereitzustellen, wobei die Mikrowelle selber nur per WLAN oder Bluetooth steuerbar ist, finde ich gar nicht schlecht. Je einfacher die Mikrowelle selber gehalten wird, um so besser ist sie vor Veralterung durch fehlende Updates geschützt. Selbst wenn die Mikrowelle selber fair bepreist ist, und eigentlich nicht mehr kostet als ganz gewöhnliche vergleichbare günstige Mikrowellen, sollte man ein funktionstüchtiges Gerät nicht entsorgen müssen, weil es keine Updates dafür mehr gibt, und das Gerät dadurch Sicherheitslücken ins heimische Netz reißt. Eine Mikrowelle kann leicht 10 Jahre oder länger halten. Wenn sich die Presets nur um den Preis eines Liefervertrages nutzen lassen, wird das ganze Produkt allerdings für mich schon uninteressant, und wer nicht dauernd neue Rezepte ausprobiert, bekommt mit der Zeit auch so ein Gefühl für die richtigen Leistungs- und Zeiteinstellungen.


  • Mikrowellen? waren das diese Dinger, die den Teller auf 3200°C erhitzen und das Essen darauf auf Kühlschranktemperatur halten?


  • Langsam wird es echt lächerlich. Man muss das Essen selber reinlegen, da kann man doch selber auf ein paar Knöpfe drücken.


  • "Würdet Ihr Euch die smarte Mikrowelle in die Küche stellen? Und wenn nein, warum nicht?"
    Ganz klares "Nein". Ich habe bereits eine Microwelle, die noch ganz gut funktioniert. Sie ist schön einfach zu bedienen mit ihren wenigen Knöpfen und macht genau das, was sie soll. Das schöne ist, dass sich die Auftau-Funktion nach dem Gewicht richtet, das automatisch gewogen wird. Wenn man die mitgelieferte Schüssel verwendet, wird auch automatisch das Tara korrigiert. Eine Funktion, die Amazon scheinbar "vergessen" hat.
    Da ich die Microwelle vielleicht 1 mal pro Monat nur verwende und stattdessen lieber frisch koche, was ich fast täglich mache, gehöre ich aber wohl auch zur falschen Zielgruppe.


  • Ich fühle mich auch jedes Mal überfordert, wenn ich meine Mikrowelle benutzt. Diese ganzen Optionen (Wattzahl UND Zeit) überfordern mich extrem!


  • Sophia Neun
    • Admin
    • Staff
    vor 2 Wochen Link zum Kommentar

    Ich bevorzuge noch immer diese alten Mikrowellen mit Drehreglern, da ich diese Voreinstellungen grausam finde. :D

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